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wWe Kie in dem verflossenen Jahre Mir und Meiner Armee geleistet halten. In diesem Jahre hege Ich dieses Gefühl besonders lebhaft, indem Ich Mich der Aufepscruiig erinnere, mit der Sie nicht allein Ihre bisherigen Dienstpflichten wieder übernommen, sondern denselben noch neue und schwerere hinzngefügt. haben. Es ist daher Mein Wunsch, Ihnen heute ctzten besonderen Beweis Meiner großen Werihschätzustg Ihrer Dienste^rmd Ihrer Person zu Heben, indem Ich Sie hierdurch, unter Belassung in Ihren bis herigen Dienstverhältnissen, zum General-Fcldmaischall ernenne. .Nehmet, Sie Meinen herzlichsten Glück wünsch zu dieser wohlverdienten höchsten Ehrenstelle in der Armee und die Versicherung, daß es Mir eine große Freude gewesen ist, Ihnen dieselbe übertragen zu können Berlin, den 1. Januar 1873. Ihr treu ergebener König (gep) Wilhelm/ i z, ) /

Der Papst hat am Tage/ vor Weihnachten, schreibt diePro», Corr."., eine Ansprache an die ver sammelten Cardinale gehallen, in welcher er sich von Neuem über die Verfolgungen äußerte, welche die ka­tholische Kirche angeblich in verschiedenen Ländern zu erdulden' hat Mil besonderer Heftigkeit und Leiden schäft hat er sich über das Verhalten der Regierung des Deutschen Reiches ausgesprochen, mit Worten un­verkennbarer Beleidigung gegen das Oberhaupt des Deutschen Reiches und /der Schmähung gegen . die Handlungen der Negierung. Zum vierten Male in einem Jahre hat der Papst hiermit in herauofordern der Weise beknndA, daß er von einer Verständigung über die kirchlichen Fragen Nichts wissen will: zuerst durch die rücksichtslose Zurückweisung des Cardinals Prinzen Hohenlohe, sodann durch die schroffe, ohne jedes Vernehmen mit der Regierung getroffene Enl- scheidung in dem Namsczauowskischen Falt , feiner durch, die berüchtigte Ansprache au die Deutschen in Rom», und.nunmehr durch di« neuen Verleumdungen zum Weihnachtsseste. Dieses Auftreten des Papstes zeichnet.der Regierung unbedingt klar den Weg vor, deu sie zur Rege-ung der kirchlichen Angelegenheiten zu gehen hat. Je weniger unter den obwaltenden Verhältnissen an eine Verständigung mit dem päpst­lichen Stuhle, zu denken ist, desto miabweislicher tritt die staatliche Nothwendigkeit hervor , durch unzwcifel hafte und unantastbare gesetzliche B-stimmungem die Grenzen der geistlichen Rechte Und Befugnisse in jeder Beziehung klar festzusetzen.

-,-k Schwerin, 1. Jan. Der mecklenburgische Land tag ist für den 6. Januar d/J. wieder nach Mlalchin kinberufeu. . v : ../t

Mainz, 1. Jan. Die von Berliner Blättern nachträglich hervorgehobenen Hindernisse der Erwei terung der hiesigen Festung und Stadt werden der­selben nur noch kurze iZeir im Wege liegen Es sind nämlich Seitens des.großherzoglichen Kreisamtes be reits hje Einleitungen getroffen worden, um, wenn gütliche Uebereinkommc» nicht zu Stande zu bringen find,-.das ganze für die Festungsbauten erforderliche Terrain im Expropriationsverfahren zu den Umständen und Verhältnissen entsprechenden Preisen der Festungs- behörde zu verschaffen. Welche Preisdifferenzen sich nunmehr ergeben werden, mag man daraus ersehen, daß in einigen -der betroffenen Lagen der hessische Morgen zu 2000 bis 5000 Gulden, also der Qua dratfuß zu 3 bis 8 Kreuzer noch kurz vor Abschluß

Der Boron blickte schweigend den jungen Mann an, .sein Blick schien in die innersten Tiefen der Seele eindringen zu wollen.

Auch die Blicke der Anderen waren auf ihn ge­richtet, -> '

sNun wenn es sein ernster Wille ist, weshalb nicht?" sagte der Israelit achselzuckend'.i-v

.1!. . rj; (Kortsetzung folgt.).:^

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w Ein berüchtigtes Subjec», das sich ten Namen Glavis beigelegt - und -: oerschil dene Erpressungsversuche durchgesührl hatte, ist endlich entlarvt worden. / DaS Schatzamt der Vereinigten Staaten hat aüf diploma tischem Wege die europäischen Regierungen,, namentlich diejenigen Deutschlands und der Schweiz.-/vor ihm als einem Menschen gewarnt, der sich als eines der größten Gaunergenies der Neuzeit bewährt uud seit einer langen Reihe von Jahren in Amerika wie in Europa selbst die erfahrensten Leute, zu beschwindeln verstanden hat. Der Mann soll Glenwitz heißen und aus NeuhalvrnSlebeit--bei Magdeburg stammen. Nach Verbüßung mehrmonatlicher Gefängnißstrafvn in Deutsch­land, kam er nach Amerika und trat hier alsGraf von Butzing'slöiven" auf. Diesen Titel gab er jedoch bald auf und tritt Anfangs der sechziger Jahre Tn der Rolle eines frommen Geistliche» und zugleich als Re- dacteur eines religiösen Blattes in Neuwark I N, unter dem Namen G. O. Glavis auf. Nach ver schiedenen Schwindeleien verduftete er plötzlich und zog nach dem Süden , wo der Caplan in der Armee

deö Vertrages zp haben, während die jetzige 'Forderung von "1 Guloen'fürden OÜodrsifuß 4E,000 Gulcen für den Morgen beträgt/ Die Ausführung der Bauten soll im Frühjahr beginnen.

Ausland.

Wien, 30. Decbr Der- Jahresschluß läßt sich ungünstig au für die Zukunft des Grafen Brust. Selbst in hohen amtlichen Kreisen vetliert uian den Glauben an die/Möglichkrit, -ihn für längere Zeit wieder auf seinen londoner Botschafteiposleu zurüükehren zu sehen. Es scheint daß man der Ansicht beipflichtet, ein fer­nerer Verkehr mit diplomatischen CvUegen, nach deu Jndiscrstioueu des Herzogs von Gramont, könne für den Exkanzler selbst keine sehr ersprießliche Aussicht sein Man wäre somit entschlossen, ihn über Bord zu werfen und dem dunkeln Mächten als Sühnopfer oarzubringen. Das dürste also dem Herzoge gelungen sein. Etwas anders steht es mit dem Verhäliniß Ö sterreichs zu Preußen. Mau kann annehmen,l daß der französische Exminister weniger Gewicht darauf legte, Beust völlig zu vernichten, als vtelmohr darauf, die guten Bezic^urgeri. zwischen Wien und Berlin g> Midlich zu stören. In dieser Beziehung hat er aber aufs Reue eine vollständige Enttäuschung erleben, müssen: Di« deutsch.» Staatsmänner kümmern sich wenig darum, was wohl Graf Beust seiner Zeit auiö Papier geworfen hat. Die Enthüllungen Gramont's waren für sie. durchaus nichts Neues; der Herzog haue nichts milzutheilen, was nicht schon längst in den deutschen Kanzleien ein öffentliches Geheimniß gc- u-esen wäre, und als man im November 1870 von Versailles ans die ersten Schritte zu einer Annäherung beider Reiche vollzog, -war man ganz genau darüber unterrichte^, was Alles vom Wiener - Ballplatz aus kurz vorher in anderer Richtung angebahnl» versprochen und nicht ausgeführl worden war. Im Feldlager, wie auch später in Berlin, legt« man eben sehr wenig Gewicht ans Sympalhieen und Antipa.lhieen, sondern ließ mit realistiichem Blick bi« Rvthwendigkeit allein bestimmen, was zu lhun und was zu unterlassen sei. Nachdem man einmal beiderseits erkannt, wie eng die Lebeilvenleresseu der zwei Kaiserreiche zus.immenhangen, mar e6' ein Leicht.S, die Vergangenheil, die unter an derer Couslellatio i andere Pläne gezeigt' hatte, über der berubigenden Gewißheit für Gegnwart und Zu kunfl zu vergessen. WäS im Uebrigen den viel durch- gefochtene» Streit anbeirifft, wem wohl - Andrassy oder Beust m erster Linie das Verdienst- zukomme, im Hochsommer 1870 die Neutralität Oesterreich Un­garns ausrecht erhalten und am wäimsten verfochten zu haben, so wird einst die unbefangene Geschichts­forschung den Spruch fällen müssen: dies Verdienst gebührt keinem der beiden Grafen, sondern dem da maliger, eiSleithatuschen Minister-Präsidenten Grafen Potocki. Es ist heute kein Zweifel mehr darüber gestaltet, daß Graf Potocki es geivesin, der vor Kaiser Franz Joseph, im Verein mit dem General-Adjutanten Grafen Bellegrade, wie in gemeinsamen Minister Be- ralhuugen aus daö energischste für unverrückbare Neu traluäl euitrat.

PariS,. 1. Jan. Die öffentlichen Neujahr Em­pfänge haben heute in Versailles ohne Zwischenfall stattgesunden) Thiers tauschte freundschaftliche Ver sicherungen mit den Mitgliedern des diplomatischen Corps aus. - DerSoir" bestätigt, daß Graf de der Conföderirten gewesen sein soll. Nach mehreren gelungenen Streicheli, deren Opfer meist Beamte oder Corporatiouen waren, gelang es ihm, sich bei dem Geueralconsul der-.Schweiz in Washing-on, Herrn Hitz, einzusühren und dessen Vertrauen in einem jol« chen Grade zu gewinnen, daß dieser sich bewegen ließ, im Juteiesse einer angeblichen Schweizer Colonie mit ihm nach Wisconsin zu reisen. Auch anderwetiige Empfehlungen hatte er sich verschafft, und so gewann er Eingang bei der Crmpagiiie der St. Croix anv Lake Superior Eisenbadrt. Er brachte cs endlich da­hin, daß sie ihm für 25,000 Dollars Bonds anvcr- traute, die er in Frankfurt a. M. verwerlhcn sollte. Seitdem hat die Gesellschaft nichts mehr von ihm ge­hört noch geseheir. Auch in Missouri trat er auf, einmal ^ Tireclor der Laclede & Fort Scott Eisen bahn, dann als Gründer eines großen am Mississippi zu errichtenden Walzwerkes; eben so versuchte er bei der ersten Gründung derMiffouri Staatszeitung" eine Rolle zu spielen. In Missouri scheint er übri­gens Niemanden ausgesogeu zu haben. Als man hier an seiner Solidität zu zweifeln anfing , wurde nach dem Osten an das Haus Iah Covke & Co. telegia phirt und über ihn um Auskunft gebeten; die lote »ische Antwort lautete:Deat beat**, oder inS Bcr linische übersitzt:Ein fauler Kunde" Seitdem wurde ei mittelt, daß unser Held vor etwa zwei Jahrm, über-- aus vornehm und anscheinend mit G ldmitteln reich versehen, wieder in Deuischland aufiauchte. Er gab dort an, daß er eine glänzende Stellung im Schatzamt

Saint Ballier sich nach Deutschland begibtfund mch- rere Höfe besuchen wird.Der Vertreter^ ver sralt- zösischen Regierung im deutschen Hauptquartier", fügt das gmannte Blatt hinzu,-hat vom Präfidenleu der Republik eine specielle Mission erhalten. Herr de Saint B-llivr soll der Regieruitg, die er besucht, dar- thun, daß Frankreich die Aufrechterhaltung ces Frie­dens will und daß das sicherste Mulel, denselben zu bewahren, in der Gründu»g bet Repudlick besteht, weicht die einzige Regierung ist, welche die Ruhe im Innern und den Friede» im Auslände sichern kann. Der Präsiden, erklärte Saint Vallier ui der Zusam- menkunst, die et mit ihm hatte, Laß er sich auf dem Boden der Botschaft vom 13 November halten werde." Betreffs ter Enchülltinge» des Herrn Mercier de Lostende bringt derSoir' ritten Auszug aus einem Schreiben des Generals Prim, worin derselbe einem seiner Pariser Freunde auf hie: Vorwürfe antwortete, die dieser ihm wegen bet Aufstellung der Cätididatur des Prinzen von Hohenzollern machte,Ich habe Frank­reich", schreibt der General,sehr gern und ich habe große Achtung vor dem Kaiser Napoleon. Deßhalb tuchte ich auch nicht frohen Herzens und um ihm un- angenchm zu werde», -einen Kpnig in Deutschland auf. sJch tfeat -cs, weil man wir alle Thore geschloffen und mir solche Hindernisse entgegengestM hatte, daß mir nur dieser Aubgang übrig blieb, um aus dec monaA chischen Sackgasse herauszutreten." Daß der Ex Kaiser im Geheimen Alles aufbot, damit Monlpensier uub auch kein anderer Condidat durchkvmme, ist außer ,allem Zweifel. Er sowohl als auch besonders , die iKaisexsu waren für den Prinzen von Asturien. -Während,die deutsche Regierliug,-en Anmaßungen oeS Vaticanö durch die Abberufung dcchHerrn Stumm 'tu würdiger Weife entgegentritt, schickt...die republi­kanische Regierung des Herrn Thiers Herrn be Cvr- -celleS nach Rom und gibt damit der clericateu Partei volle Geungthuung. Dieses so verschiedene Verfahren ist allen Gemäß gteii in Frankreich sehr ausgefallen. Das oificiöjeBten Public" sagt darüber:Man ist all­gemein der Meinung, daß Herr de Corcelles näch- >steils berufen werben wird, Herrn de Bourgoiug als -Gesandten zu, ersetzen. Der Papst hat schon zur Zeil seitics Exils in Gacta mit den Diplomaten in Be- ztehung gestanden, die Hen Thiers mit seinem Ver­trauen beehrt. Ein eifriger Katholik,- -ist Herr de Cor- celles der Mann, welcher am besteti geeignet ist, die religiösen Besorgnisse zu beseitigen." So lautet das schmeichelhafte Lob deöBien Public" für einen Manu, dessen Clericaltsmus notorisch ist.

Rom, 1. Jan. Der König hat eine Deputation des Pt-Vlaments empfangen und derselben seinen Dank für die der Regierung geleitete Unterstützung ausge­sprochen. Auf die Ansprache des Kammerpräsidenten erwiderte der König, sein Bestrebeit sei dabin gerichtet, daß die Einheit und Freiheit Italiens nicht gefährdet werde.

London, 2. Jan. DerTimes" wird von ihrem Berichlerstalter in- Philadelphia gemeldet, daß allgemein der Plan befürwortet werde, die Sandwich Inseln in die Unionsstaaien einzuverleibe-'. Es heißt, die Regierung der Inseln begünstige Amerika, die in Honolulu ansässigen Amerikaner iviuj j ten den An­schluß und dir Bewegung zu Gunsten b;5 Anschlusses habe dort schon begonnen.

zu Washington bekleide, eint, nahe Ve>wandte dcS amerikanischen Finanzministers zur Frau habe und von der amerikanischen Regierung nach Europa ge­sandt sei, um Bonds an den Börsen zu London, Paris und Berlin unterzubringen und sonstige Geldgeschäfte zu besorgen. Er zeigte die bezüglichen (natürlich von ihm gefälschten) Vollmachten vor. Um sich weiter zu aarebitireii, ließ er sich aus Amerika Briefe zusenden, die in Couverts desTreasury-Departements" einge­schlossen waten, welche Couverts er irgendwo gestohlen haben wird, oder selbst hat drucken lassen, da er eine Zeit lang auch im Washingtoner Schatzamt angestellt war. Doch daS ist nicht Alles. Ganz kürzlich brach­ten deutsche, schweizerische und amerikanische Zeitungen die Nachricht; daß Hr. G. O- Glavis. Vic.präsident einer amerikanischen Transil-Eismbabn-Gesellschast, im Namen tiefer Gesellschaft dem schweizerischen Brtndes- rathe 80,000120,000 Acres Land in Florida als Schenkung zur Anlegung einer schweizerischen Colonie angeboten, daß der Bundesralh daS Anerbixten wohl gesällig angenommen und den Geurralconsul. Hetz zu Washington mit Ertieunung einer Commission beauf­tragt habe, welche auf Kosten der Schweiz das ange­botene Land inspiciren soll. Von diesen Vorgängen in Kcnntniß gesetzt, hat das Bundesschatzamt in Washington jetzt die nöthigcn Schritte gethan, um dem Gauner das Handwerk zu legen. Ob es gelingt, auch 'einer Person habhaft zu werden, ist nach den bis­herigen Stiftungen dieses abgefeimten Spitzbuben mehr als zweifelhaft. .. i;-