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gekommen
wenig im Abnehmen begriffen. Die Kräfte sind zu friedenstellent. Der Großfürst genoß einer fünfstündigen, Nachtruhe und schwitzte stark. — Wegen der fortdauernden Krankheit des Großfürsten Thronfolger ist die kaiserliche Jagd abgesagt und alle Bälle in den höheren Gesellschaftskreisen sind aufgeschoben. — Die deutsche reformirte Kirche in der großen Morskoislraße ist total abgebrannt. — Bei Gelegenheit der Jubelfeier der Handelsschule hat Baron v. Stieglitz als großmülhigster Wohlthäter dieser Anstalt..ein überaus gnädiges Handschreiben vom Kaiser erhalten.
Newyork, 30. De«. Bouthwell'S Rücktritt wird officiell dementirt.
Ade», 31. Der. -Sir Bärtle Frsre ist hiss' an-
Kaffel, 29. Dec. Die Verhandlungen mit der großherzoglicst hessischen Regierung wegen käuflicher Abtretung ihritS.Antheils an der Main-Weser-Bahn (Gießen - Dortelweil) an den preußischen Staat sind wieder ausgenommen worden. Wie wir vernehmen, tagt hier gegenwärtig ein« Commission für Verabredung und Feststellung der Näheren Vertragsbestimmungen; als Commiffäre fungiren für Preußen Geh. Oberbau ralh Wcißbrod (Miiststerial - Referent in Effenbahn- Angelegenheitctt) von Berlin und für Hessen der Ministerialrath Schleiermacher aus Darmstadt.
Kassel, 31. Dec. Wie der „R K. Anz/ vernommen haben will, hat der Kurfürst von Hessen für die Brandbeschädigten. in Melsungen die ansehnliche Summe von elnkaüs/nd Thalern gespendet und in dem
weicher sein, manche Dornen abgebrochen, der ganze Einfluß, der den ersten und letzten Eindruck bestimmt, weit milder uniformirt sein.., Wenn die ministeriellen Blätter bei der Besprechung der' vom 23. d. bemerkten, sie wiederhole nur oft Gesagte-, so bestätigt sich damit nur die ölte Erfahrung, daß hie Gefühle sich ab- stumpfen und der Gedanke ermüdet, wenn sie nur auf Haß und Groll- sinnen und widtt Alles nur ein« verneinende Abstoßung legen. Unter tnesein Naiurge setze steht denn auch der den Papst mit dsfn Allccutlonen bedienenhe Prälat, wirklich »zwei, die im Dienste ab- wechjetn.' Die' trfte Ausgabe dieser Redestücke geht freilich durch viele Hände, hevor sie das Placct erhält, und das war auch diesmal der Fall, doch, wie gesagt, man ist mit den fluchtriesenden.Protesten vor dem eisernen Thor angetommen und has Halt gemacht. Olficiöse Stimmen ralhen daher, man möchte im Va tican fortan mehr als seither eingedenk sein, daß es dem Vicarius dessen, der die ewige Liebe ist und dessen Gnade kein Gedanke auödenkt, besser stehe, die Frie- denspalme zu schwingen und des apostolischen Mandats nicht zu vergessen, als mit dem Anathema um sich zu werfen, lieber diese Auffassung sind die Cle- ricalen außer sich, die „Vvce della Verilü" von gestern ruft zornentbrannt: „Die Presse der Regierung hat wider die Alloeution Ungeheuerlichkeiten ausgespieen, die man nicht gegen den Act eines Banditenhaupies oder eineS Jnternallonalistenchefs brauchen würde, der die Welt zu entsittlichen , zu berauben, über den Haufen zu werfen heabsichtigttz." Kurz, eS wird von dieser Presse zum Schlüsse des Jahres noch ein Bauernkrieg eröffnet, dessen gehässige Folgem sich in das kommende hinein erstrecken wrrsen. . «
Madrid, 31. Dec. Gestern fand eine-zahlreiche Versauimtuug der progressistischen Partei statt, in der sich der ebenfalls anwesende Minister Zorilla in längerer Rede über die gegenwärtige Lüge aussprach. Er wies den Gedanken an eine auswärtige Einmischung aus Veranlassung der. beabsichtigten Reformen in den 'Colonien zurück und erklärte, daß, wenn der Conzreß und die Krone die Aufhebung der Sklaverei beschließen und genehmigen würden, diese Maßregel ohne weitere Rücksichtnahme durchgeführt werden würde. Er bestätigte ferner, daß man auf Cuba keine Reformen einführen werde,-so lange sich dort noch Aufständische befänden, und 'äußerte seine Zuversicht, M, wenn selbst den Gerüchten, daß neue Anstreu, gungen gemacht würden, um Milnärausständc hervor- tzurufen, etwas Wahre- zu Grunde liegen, sollte, diese Bestrebungen m dem freiheitlich regierten Spanien auf keinen Erfolge zu rechnen hätten. D'e Regierung sei völlig sicher darüber, daß der-Integrität d.s Gebietes keine Gefahr drohe. Di« Rede wurde mit lebhaftem Beifall aufgenommen und mit einem Hoch ans die Freiheit und aus den König beantwortet und darauf mit Einstimmigkeit ein Antrag von der Versammlung angenommen, der ihr Verirauen zur Re gierunz und ihre Uebereinstimmung mit den vom Minister abgegebenen Erklärungen ausspricht. — Uebrr Paris ging der „Times" eine MmheilUng aus Ma-
Jhrer Stellung Aenderungen vornehmen müffen, die .mir schwer wurden, es mußte abdr geschehen, um'Sie zu erhalten. Zu Graf Roon gewendet, fügte der Kaiser
bezüglichen Begleitschreiben seine Theilnahme an dem Unglück ausgedrückt. .-
Fulda, 30. Det. Heute ist die Glückwunsch- Adresse, welche das hiesige bischösliche Generalvicariat beim Jahreswechsel an den Kaiser gerichtet hat, nach Berlin ' abgegangen. Ein ähnliches Gratulations- schreibcn hat der Großherzog von Weimar erhallen. — Wie man uns mittheilt, ist ein Gesuch, die Er Höhung des Schulgelds am hiesigen Gymnasium rück gängig zu machen, von der Regierung abschlägig be- schnchen worden — Vor Kurzem ist dahier der Rn baut der königlichen Gymnasialkasse wegen eines sehr beträchtlichen KaffendesecteS (über 800 Thlr») gefänglich eingezogen worden.
hinzu: dasselbe gilt auch von Ihnen, worauf der Kaiser jedem der Minister die Hand reichte und sie aufforderte, Ihm ferneren Beistand zu leisten. Der Reichsanzeiger publMrch di« Ernennung Kameckes zum zweiten Chef der' Armeeverwaltung unter Verleihuyg des RangeS und Titels eines Staatsministers.''' "
Petersburg, 1. Januar. Das heutige Bulletin über das Befinden des Großfürsten TronfolgerS besagt: Das Fieber ist fortdauernd im Nachlassen begriffen. Das Allgemeinbefinden deS Großfürsten ist zufriedenstellend. >
Bukarest, 31 Dec. Die rectificirten Budgets für 1873, welche durch das Tabaksmonopol und die Stempelsteuer eine Mchreinnahme von 13 Millionen gegen den ursprünglichen Entwurf nachweisen sind heute von der Kammer mit großer Majorität votirt worden. Für die neueröffnete Verbindungsbahn der beiden Bukarester Bahnhöfe hat die Regierung heute osficiele die ZinSgarantie übernommen.
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Telegraphische Cour- - und Marktberichte.
Frankfurt a. M-, 2. Januar. < Schluß der Börse). Staatsbahn - Äctien 381 4, Eluabetd 2654. Galizier 2454, Lombarden 1WH. Nordwestbahn 2274, Creditaclien 356^, Silberrente 664. Pavierrente —, I860r Loose 954, Rational» hont 1042, Spanier 274, 1882t Amerikaner- -, Darmstädter Bank —, Effectcnbank —. ':<-. * *
Berlin, 2 Januar. (AnfangSeourse). Ereditactien 203, Staatsbahn 2044, Lombarden 112, Amerik. S8H.
Wien, 2 Januar. (AnfangSeourse). Creditactieu3t0e50, , Lombarden 193-uO, Napoleons 8.68.
drücken- Der Khnig scheine der Aufregung, welche diese Nachricht unter der Bevölkerung von Madrid verursacht habe, großes Gewicht beizulegen, da die Hauptstadt ihm durchaus feindlich gesinnt sei. Es mag richtig sein, daß die Reaction Alles ausbietet, um einen Aufruhr und am liebsten ein militärisches Pro- nunciamiento hervorzurufm. <„-Doch ist die Regierung wohl noch im Stande, .einer solchen Schilderhebuug erfolgreich entgegenzutreten; und wenn die Einwohner chaft von Madrid, was sich keinenfalls so unbedingt hinstellen läßt, dem König keilt großes Wohlwollen darbringen sollte, so ist ihr Haß gegen die vertriebene Dynastie und deren Anhänger doch viel stärker. Das haben bisher alle Wahlen in der Hauptstadt bewiesen, wo bisher nur radikale und in einigen wenigen Fällen sogar republikanische Abgeordnete'gewählt worden sind, während die Alfonsisten dort, wie in letzter Zeit fast überall im Lande,L'WMidliche Niederlagen erlitten. An Wühlexaietchund beunruhigenden Reden läßt di« clerical- alfonsiltische Reaction eS allerdingsHiicht fehlen. So bemerkt daS „Tiempo" zu der angeblich bevorstehenden Ankunft «ines italienische« Geschwaders vor Valencia : „Wenn dies eine Drohung fein soll, so muß jeder Spanier darüber lachen, die Schiffe von Lissa an unserer Küste zu scheu; ist es aber eine Vorsichtsmaß regel, so scheint es, uns, wäre ein einziges Schiff hin reichend gewesen,- In jedem Falle ist die spanische Nation ritterlich genug, um demjenigen, der in sein Vaterland zurückkchren möchte,-.ihr bestes Fahrzeug zur Verfügung zu stellen; die ganze Masse des Volkes würde sich fröhlich am Gestade versammeln, um dem Enttäuschten von Madrid glückliche Reife zu wünschen." In den Spülten eines ultramontanen Blattes kann diese Sprache freilich nicht befremden; aber um ihren geringe» Werth zu kennzeichnen, muß man eben bedenken, welchen Beweggründen sie entspringt
London, 1. Jan, Der türkische Geschäftsträger veröffentlicht eine ErKärmng, nach welcher die türkische Regierung ausdrücklich befiehlt, alle in dem angeblichen Rundschreiben Khalil Paschas ihr betreffs der Unifi cation der türkischen Schuld zugeschriebenen Absichten als vollständig unbegründet zu bezeichnen. — Die „Times" meldet aus Paris, daß die Vollmachten des neuen französischen Vertreters bei der päpstliche» Curie sich auf solche Angelegenheiten beschränken würden, welche sich ausschließlich auf-die gegenwärtige Stellung des Papstes bezögen, . jij
. Petersburg, 31. Dec. Ein heute Morgen aus- gegebenes Bulletin besagt: Her Fieberzustand ist ein
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— fÜniv.-RachrJ Geb. Justizrach Professor Dr. Haelschner in Bonn, zum Nachfolger des Geh.-Ratbes Dr. Hermann an der Universität Heidelberg ausersehen, hat diese» Ruf definitiv abgelehnt.
-7,Unter der Ueberschrift „Silhouetten aus der Reichs» regierung" bringt die. Wests. Volksztg. auch Züge aus dem Leben des Kronprinzen, darunter folgende: „Es sind jetzt neun Jahre her, als er auf einer Reise durch den Osten deS Reiches auch das fruchtbare, durch seine Pferdezucht berühmte Litthauen passirte, wo er an der Gränze der Landschaft von einem Trupp eigentbümlicher Reiter begrüßt und dann weiter geleitet würde. Es waren über fünfzig bochgewachsene, langhaarige, junge littbauische Dirnen, eine schlanker und chöner als die andere, die auf ihren windschnellen Rosien, nicht etwa aus Damensätteln, sondern en cavalier sitzend, den Wagen des Königssohnes umdrängten, vorausjagten, zurücksprengten, rufend, lachend.jubelnd, singend, aber immer wenn dieser sie anzureden versuchte, die Flucht ergreifend. Es roar ein märchenhafter Anblick und ein märchenhaftes Wesen. Lange suchten der Prinz und. seine Begleiter vergebens. dej» Grund zu erräthen, warum die Mädchen kein Wort mit sich reden lassen wollten, da Schüchternbeit allein te nicht abzuhalten schien. Endlich wurde gemeldet, daß ie sich schämten, kein Deutsch zu verstehen „Oh, ist nyr >as der Grund?" sagte lächelnd der Königssohn, und seine tattliche Gestalt in dem Wagen hoch aufrichtend, rief er mit kräftiger Stimme in den fröhlichen Haufen hinein: „Labe dena, mihligi behrni!“ Wie sie da aufhorchten, sich es einander zuschrieen: „Der Kronprinz spricht Littbauisch!" Wie sie nun auf den Wagen eindrängten, Jede ein lithauisches Wort aus dem SDlunbe des schönen Prinzen hören wollte, daß die feurigen Roffe fast den Insassen des Wagens drohten. Das war ein Entzücken und Lärmen und Jauchzen, und ein Schauspiel, wie es sich wohl nicht leicht wiederholt und keine Kunst improvisiren kann. Bekannter ist wohl die Geschichte, wie in dem böhmischen Feldzuge der Kronprinz in dem Hause eines armen Priesters nächtigte und dieser^ der kein Deutsch sprach, sich vergebens abquält«, die Befehle und Forderungen der prinzlichen Begleiter und Diener zu ve»- tehen, bis der Prinz selbst erklärte,, das Dolmetscheramt ibernehmen zu wollen, seinen Wirth lateinisch anredete und mit dem sv Erlösten ein Gespräch unterhielt, von dessen Inhalt die ^tapferu.Krieger umher leihe- nichts haben berichten können." . :
(Ein großer Diamant.) Wie ans dem Cap der guten Hoffnung gemeldet wird, ist daselbst ein 288 Karat schwerer Diamant gefunden worden. Die Farbe ist hellgelb und die Form gut, obwohl an der Oberfläche leichte Ritze bemerkt werden. Welchen Werth die Diamantenkenner diesem Steine beilegen werden, bleibt abzuwarten und hängt wesentlich von der Art, wie er sich schleifen läßt, ab. Sein Gewicht ist bisher größer als das irgend eines bekannten Diamanten. Denn der große russische Diamant wiegt nur 123 und der * Pitt Diamant 'nur 136 Karat. Der Koh i-noor wog ursprünglich 800, wurde jedoch von einem venetiauischen Juwelier auf 272 Karat heruntergebracht und verlor 1852, ein Jahr nach der Londoner Weltausstellung, nicht weniger als 176« Karat, so daß er jetzt nur noch ei» Gewicht von 1024 hat. Die Einfuhr der Diamantrn vom Cap hat inter mi- nora sidera eine große Baise verursacht, wogegen diegroßen Diamanten nichts aii'WSrch verloren haben. - ■ f
stellen wird, unb r dj 'ijt für ihre Partei sehr wenig auf die difllornätifchen Actenstücke, deren Veröffent- lichzmg er verspricht; abjtr fit freue» sich über die kleine Reiberei zwischen Oesterreich und Preußen, die sie sich bavvn versprechen. Man war besorgt wegen ber Gesundheit des Kaisers ober vielmehr über die Verlassenheit, in der er sich befindet. -- ES scheint, daß der Kaiser sehr herabgestimmt ist und daß er sich darüber betrübt, daß seine Sache in Frankreich nicht gut und schnell genug verschreit«! Die hunderttausend Francs, welche er monatlich an seine Pariser Jour nale auSgibt, scheinen ihyt etwas viel im Verhältnisse zu dem geringen Erfolge, den sie ihm schaffen Tie „Patrie" ist altersschwach und daS „Päys" ist zn jugendlich. Ware nicht die Kaiserin, welche viel Sympathie ^ür den tfiteni&en Eifer des Herrn Paul be Cassagnac hat, so würde maff das „PayS" nöthigen, einen anderen Ton gnzuschlagrn; matt fiubet, daß die Heftigkeit des BlatteS zu stark ist u.yd sogap der Lache bei den gemäßigten Leuten schadet.' WaS aber, die Bonapartisten über Alles verdrieß^, ist, daß sie die Lauern verlieren. -> , » V
troffen. — Der Papst empfing mehiere, italienische und ausländische Familien, an welche er eine,frgnzö- sijche Ansprache hielt, worin er Allen ein besseres Jahr wünschte. — Der Kriegsminister beruft auf Frühjahr die Provinz Milizen zty Hebungen in einem eigen« gebildeten Lager ein. — Man weiß hier, die Allocutionen schreibt, welchen das Kirchenoberhaupt durch die eigene -Berkündignog die höchste kirchliche Bedeutung verleiht; von ihm, selber verfaßt, würbe Manche- ÄnderS lauten, würden manche Härten
driv zu, wonach in nächster Zukunft ein Aufstand der Atfonsisten zu erwarten stäube. Die Regierung sei bereit^stde Bewegung dieser Art mit Strenge zu unter-1
Telegraphische Depesche« der Oder' hessische« Zeitung.
Berlin, 2. Jyn. Die „Prvv Corresp." meldet die Ernennung bc6 nllnmehrigen Ministerpräsidenten znm Felbmarschall, sowie die Ernennung des General- Lieutenants Kamecke bei feinem Eintritt in das KriegS- rninisterium zmn Slaatsminister, und lhxslt mit, daß der Kaiser beim Neujahrscmpfange deS Staatsministeriums an Fürst Bismarck die Worte richtet«: Ich habe in