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tarischen Kämpfen nicht betheiligen, also bei dem pas­siven Widerstande beharren. Die Jungczechen ver­spotten die „Alten" in der „Narodni-Listy" und weisen ihnen nach, daß sie das Volk in diese Sackgasse ge­führt haben und nun an der Möglichkeit verzweifeln, einen Ausgang daraus zu finden: gebe es keine Mittel zu gewaltsamem Widerstande, so sei doch mit dem passive» eben so wenig auSzurichtcn; daher muffe man suchen, an gehöriger Stelle zu Worte zu kommen. Es läßt sich also erwarten, daß die Jungczechen auf die Theilnahrne an den Verhandlungen des Reichsratheö dringen werden. Wollen sie nichts Anderes, als die Gleichberechtigung der Czechen zur Geltung bringen, so sollen sie willkommen jein, und sie würden sich da­bei im Einklang« mit ihren Stammesgenossen befinden, welche falschen Rathschlägen ihr Ohr zu verschließen beginnen. Haben doch erst vor kurzer Zeit zwei czechische Gemeinden dem Statthalter F.-M.-L. Baron Koller das Ehrenbürgerrechl verliehen.

Bern, 23. Decbr. Der BundcSrath hat heute das Departement für Politik zur Unterzeichnung des mit Rußland vereinbarten Niederlassungsvertrages er mächligt.

Pari-, 25. Dec. Das Unglück macht die Men­schen wach und für hohe Gedanken zugänglich ! meint „La Republique Frantzaise" bei Erwäbnung des Festes, das gestern im Alcazar, einem Cafe chantant, zu Gunsten der armen Kinder von „unseren theuren Mit­bürgern von Elsaß Lothringen" veranstaltet worden war. Natürlich spielt der „unerbittliche Sieger" in diesen Hcrzensergießungen eine Rolle, und eS fehl, nicht an frommen Wünschen, wie dieser: „Elsaß- Lvlhringen, thcure Provinzen, wie viel Wünsche wur den laut, um euch einst wiederzusehen, frei und wieder vereinigt mit dem großen Vaterlande, das stark und gerecht wir zu gründen glauben im republikanischen Frieden . . . Hoffnung!" Die ganze gezwungene Heu­chelei des französischen Chauvinismus liegt in diesen gezierten und geschraubten Phrasen; ob es aber an­ständig und klug ist, gerade zur Weihnachtszeit das deutsche Volk so keck daran zu erinnern, daß man aus Friedensbruch und Zurückeroberung sinnt, wollen wir unerörtert lassen. „Le Bien Public" beschäftigt pch mit Gramont'S Versuche, sich wieder wichtig zu machen. Daß Gromonl behauptet, Beust und Andraffy hätten ihm gesagt: „Oesterreich hält Frankreichs Sache für die seinige und wird zum Erfolge seiner Waffen in den Grenzen deS Möglichen beitragen," erscheint dem Organe des Herrn ThierS als eine ausweichende Aut wort, wenn es nicht geradezu ein Spott und Hohn sei; aber daß ein Mensch, der doch einmal Minister gewesen, fo albern sei, auf solche in den Wind ge sprocheue allgemeine Redensart Gewicht zu lcgen, das sei das Merkwürdige an der Sache. Die Friedfertig­keit, welche Napoleon III. seit 1866 zur Schau trug, war übrigens nicht ehrlicher unv nicht erheuchelter, als diejenige ist, die von den französischen Parteien, die nach dem Sturze des Kaiserthums sich in Ver­sailles raufen, zur Schau getragen wird; Deutschland weiß, was es im guten und im schlimmen Ginne davon zu

halten und was eS zu thun hat, nm nicht überrascht zu werden. Uebrigens wird vom CleruS eine chauvinistische Bewegung in Scene gesetzt, über welche daS ultramontane Univers an der Spitze seiner Weihnachtsnummer in einem Aufruf zu Wallfahrten nach St Genevieve folgende Auf­schlüsse gibt: „Nach den bewunderungswürdigen De­monstrationen, die unlängst in La Salette, in Lourdes und in Auray stattfanden, schien es angezeigt, daß auch Paris nicht mehr zurückbliebe und daß die Hauptstadt von Frankreich gleichfalls ihre Wallfahrt zur heiligen Genovcfa, der Schutzpatronin von Paris und Frank reich, organisire. ... Ach, wir sind immer noch be- dioht und in Gefahr einer Invasion, die noch viel gräßlicher ist, als die der Hunnen! Die Ba,baren sind vor unseren Thoren und in unseren Mauern; über das ganze französische Land hin richten die revo­lutionären Fluthen ihre Verwüstungen an, und diese täglich ärger werdende G-fahr kommt zu der Angst hinzu, die jedes französische Herz empfinden muß, wenn es daran denkt, daß unser Loden vom Fremdlinge zertreten wird. Es ist daher nölhig, daß jeden Taa die beständigere, festere und, um eS kurz zu sagen, die hartnäckigere Bitte zu ISott und seinen Heiligen auf steige. Da der Himmel seit den zwei Jahren, daß Pius IX. gefangen und Frankreich in Trauer ist gegen unsere Gebete taub zu sein scheint, so müssen wir noch lauter schreien, um wie im Sturme die ge meinsame Befreiung der Kirche und ihrer ältesten Tochter zu erobern. — „Le Soir" beschäftigt sich mit „Herrn v. Bismarck's Entlassung", in der er „nicht einen Sturz, sondern eine Evolution, aber dennoch ein großes Ereigniß" erblickt; „übrigens bleibt Herr c. Bismarck Reichskanzler, und so lange er sich aus diesem höchsten Posten halten wird, werden alle Krisen in Berlin vorübergehen, ohne ihn zu erreichen"; „für einen gestürzten Minister befindet er sich nickt schlecht daran." So die osfi; öse französische Auffassung.

— Der Pariser Eorrcspondent der „Rat. - Ztg." schreibt: In der Aussage des Herzogs von Gramoiil vor der September - Commission habe ich noch eine höchst pikante Entdeckung gemacht. Auf Seite 115 der von der Commiffion veröffeullichien Sammlung der Aussagen lese ich was folgt: Graf v. Resseguier: Der H-rr Herzog von Gramont möge mir die Frage erlauben, ob er an die Richtigkeit der Erzählung glaubt, nach welcher der König von Preußen darauf bedacht gewesen sei, im Falle einer Niederlage sich in irgeue eine S:adt an der äußersten Grenze seiner Slaalen zu stückten? Herzog do» Gramont: Diese Erzählung ist erst nack uieiuer Abreise von Paris zu meine, Kenntniß gelangt; ich kann darüber keine Aufklärung geben. Der Präsident St. Marc Girardin zum Grasen von Resseguier: Die Details hinsichtlich der Absickt des Königs von Preußen, sich im Falle einer Niederlage selbst bis Königsberg zurückzuziehcn. finden Sie in der Aussage des Herrn Thiers; Herr Thiers hat uns auch gesagt, daß man sehr unterscheiden müsse zwischen den Gefühlen des Königs von Preußen und denen des Herrn von Bismarck." Ich habe nun vergebens die Auslage deS Herrn Thiers

gelesen und wiedergelesen; auch nicht ein Wort von den wichtigen Angaben, welche Herr St. Marc Girardin bezeichnet, ist in der Auslassung des Präsidenten der Republik zu finden. Dieie Entdeckung wird vielleicht zur Folge haben, den Enlhusiasmus zu kühlen, wel­chen die Preußen gegenüber so „tactvolle", so „un­parteiische" Aussage des Herrn ThierS mehrfach in Deutschland hcrvorgerufen hatte. Es ist nun erwiesen, baß Herr ThierS seine Aussage stark corrigirt hat; nach der Probe zu urtheileu, welche uns die „ver­gessene" Phrase deS Herrn St. Marc Girardin bietet, scheint der Präsident ganz erstaunliche Dioge über Se. Majestät den König und den Fürsten Bismarck der Commission mitgetheilt zu haben.

La Rochelle, 23. Decbr. Das englische Packet- dampsboot „Germania" hat vor der Mündung der Gironde Schiffbruch gelitten. Vom Sonnabend, den 21. d. Abends, bis zum Sonntag Morgen haben sich die Mannschaft und die Paffagiere bei außerordentlich hochgehender See auf dem steuerlosen Wrack gehalten, bis sie endlich von einem französischen Dampfer be­merkt wurden und mit größter Anstrengung ihre Ret­tung gelang. Gestern Abciw sind 97 Schiffbrüchige in La Rochelle angelangt, gegen 30 sind in den Wellen umgckommen.

Rom, 23 Dec. Der Papst hielt heute in Gegenwart von 22 Cardinälen ein Consistorium ab. Die bei dieser Gelegenheit vom Papste gehaltene Allocuiion erwähnt, der „Voce della verita" zufolge, die heftigen Verfolgungen, unter denen die Kirche leide und .durch welche man die katholische Kirche vernichten wolle. Diese Verfolgung trete in den Akten der italienischen Regierung hervor, die Geistliche zu Militärdiensten heranziehe, den Bischöfen die Unter« richlSbefugniß entzogen und die Kirchengüter schwer besteuert habe, hauptsächlich aber in dem Gesetzent­würfe über die religiösen Körperschaften, welcher daS Besitzreckt der Kirche sehr empfindlich schädige und das Apostvlatsrecht sckwer verletze. „Wir verdammen", sagt der Papst, „jedes die Retigionsfamilie in Rom oder in den Provinzen schädigende Gesetz und erklären jede unter irgend welchem Titel gesckehene Erwerbung von Kircheugütern für null und nichtig." Der Papst erinnctt die Urheber des Gesetzes an die gegen Räuber am Kirchenrechte ausgesprochenen Kirchenstrafen und fährt dann fort: „Unser Sckmerz über die Unbilden der Kirche in Italien wird beträchtlich gesteigert durch die grausamen Kirchenverfolgungen im deutschen Reiche, wo man mit Lift und offener Gewalt die Kirche zu vernichten trachtet. Personen, die unsere Religion gar nicht bekennen, maßen sich die Befugniß an, Kirchen- dogmen und Kirchenrechte zu dcfiniren und schreiben überdies den Katholiken die Ursache der Entstehung der Verfolgung zu und klagen die Bischöfe, den Clerus und das ganze katholische Volk an, weil sie die Reichs­gesetze nicht über die heiligen Gebote der Kirche stellen. Diese, die öffentliche» Angelegenheiten leitenden Männer tollten bedenken, daß die Katholiken mehr wie andere Unterthanen dem Kaiser geben, was deS Kaisers ist und Golk, waS Gottes ist. Auch die Schweiz folgt

die unseres Planetensystems, welches von der Neptun- bahu begrenzt wird, hinauSrcichen.

Das Aussehen eines bestimmten Kometen hängt ab von {einer Entfernung von der Sonne, von der Ge schwindigkeit desselben und 6»H der Lage seiner Bah» gegen uns.

In großer Entfernung von der Sonne erscheinen die Kometen natürlich noch wenig hell und dabei ziem lich kugelförmig, denn chre Bestandtheile tonnen im freien Raume mehr ihrer Anziehung untereinander, als der eines fremden Körpers folgen. Ihit wachsen­der Annäherung zur Sonne wächst ihre Geschwindig­keit. Die Folge davon ist, daß der Widerstand, toel chen der zwar auch zarte W-ltäther *) ihnen leistet, zunimmt und namentlich von dem äußeren Umfange des Kometen mehr und mehr seiner Theilchen ablöst, die ihm in seiner Bahn als sogenannter Schweif von kegelförmiger Gestalt Nachfolgen

Tic Länge des Schweifes wächst also vor der Er­reichung deS Sonnennähepunktes, nimmt aber ab beim Entfernen von ihm, weil die Geschwindigkeit des Ko metcii abnimmt, seine Entfernung von der Sonne aber wächst, so daß der Kopf die Schaar seiner Schweifiheilchen wieder an sich ziehen und mit ihnen verbinden kann.

Weil b« Kometenbahnen gegen die Erdbahn eine sehr verschiedene Neigung haben und dabei die Rich­tung der Bewegung des Kometen gegen unser Auge auch sehr verschieden sein kann, so zeigen sich sowohl die Kometen als auch ihre Schweife sehr verschiede»

Kommt ein Komet gerade auf uns zu, so erscheint

*) Für das Vorhandensein des Weltäthers habe ich in der kürzlich von mir herausgegebcnen Schrift: „Gott im Lichte der Naturwissenschaften' eine Reihe van Beweisen angeführt.

sein Kern oder Kopf mitten in einem Lichtnebel, dessen Durchmesser mit der Annäherung des Kometen zu­nimmt; geht er von uns in einer solchen Richtung fort, so nimmt der Lichinebel ab, der Kern zu.

Haben wir eine Seitenansicht, so kann nufer Auge dabei entweder innerhalb oder außerhalb der Bahn oes Kometen liegen. Im ersten Falle werden wir, ungeachtet die Bahn in ocr Sonnennähe ziemlich stark gekrümmt ist, den kegelförmig-n Schweif eines jeden Kometen als einen ausgebreiteten Fächer mit einer gegen die gradlinig begrenzte» Ränder zunehmenden Lichtstärke sehen; im zweiten Falle aber erscheint uns der Sch-reif gekrümmt, wobei die Lichtstärke an der Außenseite ter Bahn größer ist, als an der inneren, weil dort der größere Widerstand des Weliäthers die Theilchen mehr zusarnmcnhält als hier.

Die Lage des Schweifes zur Sonne erscheint auch verschieden. Er ist je nach unserem Standpunkte zur Sonne und zum Kometen bei seinem Herankommeu zur Sonne unb beim Entfernen von ihr mehr oder welliger beziehungsweise ab- oder zugewendet

Man hat an Kometen zwei scheinbare Schweife wahrgenomme»: einen ter Sonne zu unb einen von ihr abgewenbeteil, und zwar in der Richtung der Leitlinie over der geraden Lerbiubungslinie zwischen Sonne und Komet.

OlbcrS eiHärt die Doppelsehweife aus einer Re- pulsiv- ober Zurückstoßungskraft theils der Sonne, thcils deS Kometen und veirnnthet, daß sie in bet Electricität begründet sei. Wann und wohin jene überwiege, dahin müsse sie den Schweif bilden. Auch Befiel und Faye nehmen eine wirkliche oder schein­bare (!) Abstoßungskraft der Sonne an, und nach Zöllner'« Ansicht sind die Kometenschweife eine Folge electrischcr Erregung durch die Sonne.

Wenn aber die durch nichts festgestellte Repulsiv- kraft ober die Electricität hierbei nicht eine Chimäre ist, warum sind den» dann die Kome enschweife nicht Vollkegel, sviidern Hohlkegel, wie eS ihre ganze An­sicht ergibt. Da ferner nur bei sehr wenigen Kometen nur kleine Spuren von Lichtphasen sich gezeigt Haden, so fehlt bei fast allen die zur Entwickelung von Elec­tricität »othwendige Bedingung der durch die Sonne erzeugten Wärmeunterschnde, wie sie bei unserer land- u»b wasserbedecklen Erde Vorkommen.

Eine Zurückstoßling (eine Art Reaction) kann bei einem Kometen nur dann statlfinden, wenn vom Kopfe desselben, wie nach Befiel beim Halley'schen, ein AuSströmen von Stoffen etwa in der Form eines Kreisausschnittes mit wechselnder Größe, Helligkeit, Lage, unb verbunden mit einer Art schwingender Be­wegung (Schiapcrelli, Winnecke) stattfinbet, wodurch ocr Komet sogar in drehende Bewegung gerathen kann. Dergleichen Ausstoßungen zeigen sich mit zu­nehmender Entfernung vom Kometen immer schwächer, wie Bond namentlich beim donatischen Kometen be­merkt hat; die Geschwindigkeit der Bewegung in dem Ausschnitte selbst wird mit zunehmender Entfernung vom Kerne natürlich kleiner. Solche Erscheinungen sind wohl schon Folgen eines bcginnenben Chemismus oder einer Wechselwirkung der einander näher getre­tenen verschiedenen Stoffe.

Die Erklärung der scheinbaren zwei Schweife eines Kometen beruht nach meinem Dafürhalten ganz einfach theils in der Gravitation, theils in der Flieh­kraft , welche sich bei Bewegungen in krummen Bah­nen entwickelt, und theilweise im W.derstanve deS WrltätberS.

(Schluß folgt.)