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(D. Pr.)

Geschäfte.

Princip einer zweiten Kammer anzunehmen, letztere | krankte Staatsanwalt Hempfing in das hiesige Kreis-

wärtigen Nationalversammlung errichtet werden. — Thiers wird vom 22. December bis ö. Januar seinen

liche Stimmung immer mehr Boden. Nach der „Agence Havas" wäre die Dreißiger Commission geneigt, das

Pension treten wird. Daß auch bei ter bevorsteben- den neuen Gerichtsorganijation das KreiSgericht hier bestehen bleibt, wird in betreffenden Kreisen als sicher angenommen. — Unsere Wetierauische Gesellschaft hat ihre neulich ongekündigtc Jahresversammlung unter Beiheiligung ihres frankfurter zweiten DirectvrS Prof. Lucae am Sonntag feierlich begangen. Noch lhat die am Schluß der öffentlichen Vorträge an die Zuhörer gerichtete Mahnung Lucae's, einer so gemein­nützigen naturwissenschaftlichen Unternehmung allen möglichen Antheil zuzuwenben; es scheint nämlich so, als wenn die Betheilignng in bedenklicher Weife ab nähme. Die wirkliche Gefahr aber liegt wohl mehr in einer unzweckmäßigen Zersplitterung der Krä'te. Bon den Vorträgen war außer demjenigen des Dr. v. Marc über die gegen Lungenempbhfem angewandte Cur durch Einwirkung des verstärkten Luftdruckes auch der des durch seine Platinfabrikate weithin be» kannten Apothekers Heraeus über die B-sä affenheil der hiesigen Brunnenwasser von nicht blos lokaler Be­deutung. Da er wahrscheinlich in dem Jahresbericht der Wetlerauischen Gesellschaft gedruckt werdeti wird, kann hier darauf verwiesen werden. Da wir in Hanau keine Quellwasserleitung, sondern nur gebohrte Brunnen haben, so ist es natürlich übel zu empfinden, eaß daS Kiuzigwafser unserer Brunnen von Oil nach West in immer verilärklem Maße fremdartige Bestand- theile und viel Gehalt von Salpetersäure zeigt. Labei machen meist die Vilbeler Wasserhändlcr gute

VolkSkreise gedrungen ist, sieht man heute überall strahlende Gesichter, und das wird unstreitig in ganz Oesterreich der Fall sein. Haben sich doch auch fast alle Organe der hiesigen Presse, selbst oppositionelle, in einer Weise geäußert, welche zeigt, daß die Besserung der Finanzlage CtsleithanienS, die freilich auch alle Interessen berührt, allgemein alö eine Wohlthat em Pfunden wird. „Mit dem Deficit ist's jetzt für immer vorbei", hört man sagen, „die Finanzen werden sich jetzt fortwährend bessern, auch wenn die Ansprüche an den Staatsschatz größer werden, denn der Wohlstand nimmt ja unter der Herrschaft der Verfassung zu." Dieser Uebergang vom Fehlen zum Uebrighaben ist epochemachend, und allerdlngs Grund vorhanden, daß er von Dauer sein werde. Sind solche Aussprüche auch nur der Widerhall der Leitartikel unserer Zei- tungeli, so i|t es doch ein Zeichen, daß die Auseinander setzuiigen so allgemein bekannt geworden sind, einen so günstigen Eindruck hervorgebracht und so zuver sichtltche Hoffnungen geweckt haben. Die Börse war ganz besonders angenehm berührt worden unv halte das Budget und den Bericht darüber mit einer Hausse gefei rt.

Bern, 18. Dec. -Der Ständerath hat den Be­schlüssen des Natioualrathes, betreffend die Genehmi gung des Budgets pro 1873, die Prüfung der Thä- tigteit "be6 eidgenössischen statistischen Büreaus, die Reorganisation der Verwaltung des Kriegsmaterials unv deren Rechnuilgoführung, beigestimmt.

Paris, 18. Dec. Die Anwendung des neuen Gesetzes über die Geschworenen, mit welchem der alte Dnfaure Frankreich beglückte, hat zu einem komischen Vorfälle Anlaß gegeben. Der Rath für die Revision der Geschworenenliste des 6. Arrondissements (er be stehl aus einem Präsidenten deS Civil-Tribunals oder einem Richter, dem Friedensrichter des Arrondissements und seinem Stellvertreter, dem Maire und seinem Adjnncten und vier Gemeinderäthen) hat nämlich das bekannte Mitglied des Instituts und Pofessor an der medicinischen Facultät von Paris, CharlcS Robin, von der Liste gestrichen, weil er nicht an Golt glaube. Die Minorität des Ratbes protestirte vergebens, die Majorität behauptete, daß ein Mann, der „ohne Re ligion" sei, über einen Verbrecher nicht richten könne. Die Minorität glaubte, wenn dieses so soitgrhe, so würden bald die obligaten Beichtzettel wieder herge stellt jein. — Die Gerichte von Narbonne haben vor gestern ein strenges Urlheil gefällt. Sie verurtheilten nämlich (jedoch in contumaciam, weil die Ange klagten die Competenz deö Gerichtes nicht anerkannten) die Chef-Redacteure des „Emancipateur" von Toulouse (Tuportal) und der „Fraternirs" von Marseille (Marcon) zu zwei Jahren Gefängniß und 6000 Fr. Geldstrafe, weil sie falsche Gerichlsiitzungs-Berichie in ihren Blättern gegeben hatten. Die Drucker er hielten 6 Monate Gefängniß und 1000 Fr. Geldstrafe.— Die Teputirten der Rechten erhalten noch fortwährend Briefe von ihren Wählern, worin sie aufgefordert werden, ihre Entlassung einzureichen, rotil sie nicht ihre Ideen ver- treten. Der letzte kam aus dem Allier ‘Departement und war an die Deputirteu Martenot, 'DiepIain, Riant, Montlaur und Montaignac gerichtet. Was die Mit­glieder der Rechten besonders ärgert, ist, daß diese Schreiben von Wählern herrühren, welche sie per sönlich kennen und die ihnen, ehe ter Friede geschlossen wurde, vollständig ergeben waren — Nach dem „Bien Public" sind die Gerüchte Betreffs financieUer Ver­handlungen , um die 5. Milliarde zu bezahlen, ver­früht; es fügt hinzu, daß die Negierung im Stand, wäre, sofort die 4. Milliarde zu bezahlen, daß sie aber, um eine Geldkrisis zu verhindern, fonfahren robb, an Deutschland jeden Monat nur 2 0 Millionen zu entrichten. Man könne daher vor Mitte 1873 die vollständige Räumung voraussehen, da man dann Deutschland die financiellen Garantien für die 5. Mil liarbe anbieten könne. Der Zeitpunkt sei aber zu ent­fernt, um schon jetzt Verhandlungen aiizuknüpfen.

Versailles, 18. Dec. Die' Dreißiger-Commif- sion berathschlagte über die Reihettfolge, in welcher die Berathungs-Gegenstände vorzunehmen wären, und be­schloß, weitere Sitzungen bis zur Bericht Erstattung der beiden Subcommissionen auszllsetz.n. . — Die Nationalveesammlung setzte die Weihnachlsferien aui die Zeit vom 23. December bis 6. Januar fest. Die selbe nahm ein Amendement an, durch welches die Aufhebuilg der einen Ertrag von 6 Millionen erge benden neuen Hypothekensteuer ausgesprochen wird. Bei der Debatte über die Einfuhrzölle auf Rohstoffe sprach der Minister des Aenßern seine Befriedigung über die Annahmen der Modificationen des englisch französischen Handelsvertrages, sowie die Hoffnng auö daß andere Nationen diesem Beispiele folgen würden — Dem „Bien public" zufolge gewinnt die versöhn

Aufenthalt in Paris nehmen. — Die gestrige Sitzung der Dreißiger-Commission zeigt einen Fortschritt des versöhnlichen Geistes, welcher Eingang gefunden. Man betrachtet es auch als ein Element der Verständigung, daß das Studium der VerfassungSfragen zwei Sud commissionen anvertraut worden, welche im Einver nehmen mit der Regierung berathen. Zahlreiche Depu tirte deö rechten Centrums und selbst der Rechten kommen seit einigen Tagen zum Emfange in die Prä sidcntschast. Die letzten Abstimmungen der National Dirfd'i mlung scheinen den Petitionseifer bedeutend ad- gekühlt zu habe».

Madrid, 15. Dec. Immer deutlicher tritt zu Tage, daß der jüngste blutige Crawall in Madrid keineswegs mit Jntriguen gegen die Anleihe zusammen hing, sondern ausschließlich von Republikanern an- gestiftet wurde. Madrider Journale veröffentlichen den Text eines Manifestes, welches während der Un ruhen in der Nacht an den Straßenecken angeschlagen war. Daffelbe lautet: „Das provisorische föderative (Semite von Madrid beschloßt im Namen der Revo lution und der föderativen Republik: 1. Alle Häuser, deren Thüren geschlossen bleiben, während das Volk kämpft, werden eingezogen und veräußert. 2. Des­gleichen alle, in denen man den Verwundeten oder Kämpfenden Schutz und Zuflucht verweigert. 3. Jedes Jiidividuum, das, im Besitze von Waffen und Mu­nition, sich derselben nicht im Interesse des Volkes bedient oder dieselben nicht unaufgeforbert den Kämpfen­den ausliefert, wird sofort erschossen. 4. Desgleichen wer den Feinden des Volkes Schutz gewährt. 5. Wer die Flucht ergreift und die Grenze Überschreitet, ver­liert jedes Anrecht auf sein Eigenthum, das zum National Eigenthum wird. — Politische und sociale Leidens- und Schmerzensbrüder, zu den Waffen! Es lebe die demokratische und föderative Republik mit alle» ihren natürlichen Priucipien und logischen Ccn- sequenzen! Das föderative (Somi.e von Madrid."

London, 19. Dccbr. Die Zahl der SchiffSun- fälle an der Külte in Folge des gestern gemeldeten Sturmes ist eine sehr beträchtliche. Der heftige Regen hält hier noch immer au. — Die „Times" bringt in ihrem Ciiyartikel die Meldung aus Amsterdam, daß Die Einführung der Goldwährung in Holland von dem zur Untersuchung dieser Frage eingesetzten Comite be- lürrocrtet wird.

Asien Japanische Zeitungen, welche mit der neuenen Post eingegangen sind, melden von einem grüßen neuen Plane für das Unterrichiswesen, der eine voll>tändige Umgestaltung enthält. Nacb diesem Plane soll Japan in acht große Schulbezirke, mit je einer Universität und 32 höheren Mittelschulen, ge­teilt werden. Außerdem sollen 210 andere höhere Schulen gegründet werden, an welchen in den oberen Klassen der Unterricht in höheren Sprachen beginnt. Unter diesen letzieren stehen die Elcmentarsebulen, 53,760 an der Zahl. In den höheren Mittelschulen Iollen die Schüler 5 Dollars monatlich und an den Uaive.sitäten 7^2 Dollar entrichten. Von den höheren Mittelschule» sollen alljährlich 150 Zöglinge ins Ausland gesandt werben, denen ein Stipendium von 1000 Doll jährlich ausgeworfen wirb. Von den Univer­sitäten werden jährlich 30 Stuvirenbe ins Ausland ge­laust, mit einem Stipendium von 1800 Doll jährlich. Von 6cn Schulern an den höheren 'Diiitelschulen sollen 1500 durch Stipendien in solcher Weise belehnt werben, baß ber Staat bie Kosten für ihren Unterhalt trägt. In oen Elementarschulen werben keine fremben Sprachen gelehrt werben, allem die Grunblage res Unterrichtes soll auf europäischer Methode beruhen. Viele treff Uche Musterbücher sind bereits ins Japanische über­tragen , und um die nöthigen Lehrer zu beschaffe», weiche nach fremder Methooe uuterrid)ten können, wird bemnächst eine Art Ausbilbungssemiirar ins geben treten. Es hat Monate gekostet, diesen Plan bis in bie Einzelheiten auszuarbeiten, und der Coes deö Un terrichisweMS, welchen! die Aufgabe zufallen wird, denselben zur Ausführung zu billigen, wird harte Ar­beit finde». ES wird für tiefe» Posten ein ameri­kanischer Schulmann, Professor G. D. Northrop, ge geiiuärtig Staatsinspecior der Schulen in Connecticut, namhast gemacht.

Roleuburg, 18. Dec. Heute Abend gegen 7 Uhr brach — wahrscheinlich in der Werkstatt des Wagners Siöltzing in der Badegäste hiesiger Altstadt — Feuer auö, durch welches dessen Wohnhaus und angebaute Scheune vernichtet wurden. Gegen Er irarten stürzte der Giebel des vorderen Gebäudes herab und wurden ein Bürg r und ein Husar sehr schwer, cin anderer Husar leicht verwundet

Hauau, 17. Dec. Aus juristischen Kreisen ver­lautet, daß der in Folge von Ueberanftrengung er«

Bo« Landtage.

Berlin, 19. December.

Das Herrenhaus genehmigte den Gesetzentwurf wegen des Rechtszustandes im Jahdegebiet mit unwe­sentlichen Aenderungen in der Regierungsfassung, so­wie ohne Debatte in Schlußberathuiig den Gesetzent­wurf betreffs ber Abstandnahme von dem Eschhofen- Camberger Eisenbahnbau. Das Haus schloß mit Uebergang zur Tagesordnung über sämmtliche vor­liegende Petitionen.

Der Handelsminister Graf v. Jtzenplitz legt dem Abgeordnetenhause einen Gesetzentwurf vor, betreffend die Ausnahme einer Anleihe von 120 Mil­lionen Thaler zur Erweiterung, Vervollständigung und Ausrüstung des Staatseifenbahnnetzes. Die Ausfüh- luugen des Herr» Ministers, mit denen er den Ent­wurf erläuterte, waren ungefähr folgende: Wir beab­sichtigen den östlichen und westlichen Theil der Staats­bahnen zu verbinden und eine direkie Verbindung von Memel Eydtkuhnen nach Metz herzustellen, daö Zwischen­glied von Berlin nach Wetzlar. Der Gesetzentwurf verlangt zum Bau dieser Bahn die Summe von 50,750.600 Thlr., ferner zum Bau der Linie von der ReichSgrenze über Sieik-Trier nach Koblenz zum An­schluß an die Lahnbahn 20,750,000 Thlr., zum Bau Der Linie Hanau - Friedberg 2,900,000 Thlr., von Godelsheim nach Northeim 5,900,000 Thlr., von Welver nach Dortmund 3,300,000 Thlr., von Har­burg nach Hannover 11,125,000 Thlr., von Saar­brücken durch das Fischbachthal nach Neuenkirchen 2,800,000 Thlr., endlich zur VervollstänDigung der Ber­liner Ringbahn Charlotlenburg-Schöneberg 4,400,000 Thlr. — im Ganzen 101,920,000 Thlr — Ferner für 6 bestehende Bahnen zur weiteren Ausrüstung, Doppelten Geleise» 2,548,OOO THlr , für de» Bau des neuen Bahnhofis i» Hannover 4,380,000 Thlr., endlich den 9iift zur Vermehrung des Beiriebömaierials. Von bitjeu 120 Millionen sollen 20 im Jahre 1873 und 25 Millionen in den Jahren 1874/75 zur Verwendung komme». Bei alsdaii» folgender Berathnng des Banketats er­klärt auf die Jnterpellaiio» des Referenten Benda, der Bankprasid.nt v. Dechend: die Bank verweigere bei vorhandener Sicherheit weder Lombardanleihen, »och übe sie Wechsel Restrictione». Ein schwarzes Gründer - Verzeichniß existire nicht, gegentheitige Gerüchte seien durch Böswilligkeit veranlaßt. So­genannte Creoit- und Bankeii-Wechsel darf die Preußiiche Bank nicht discontiren, wenn dieselbe nicht ihre» Rus und die Geld - Circuiation gefährden wolle; den so­genannten Rittwechsel» muß ein Riegel vorgeschoben werde». Solche Wechsel circuliren in neuerer Zeit in coloffalcr Menge, auch von anderen Plätze», von welchen 30 bis 50 Millionen Thaler Wechsel umgihen, welche die eigene Landesbank nicht discontirt. Ter Bankpräsibent hält den letzteren BaukauSweis für sehr günstig. Die Noten - Circulation ist durch 58V2 Procent Metall gedeckt, von 170 Millionen Wechsel im Portefeuille seien 80—90 Millionen in vier Wochen fällig, keine Bank sei besser und sicherer funcirt, als die Preußische Bank. Die Verhältnisse werden sich auch dieses Mal beruhigen, die früheren Krisen waren schwerer. Die Disconto - Erhöhung im Sep-

olle aber erst nach dem Auseinandergehen der gegen-| geriet zur mehreren Schonung seiner Gesundheit rin« wärtigen Nationalversammlung errichtet werden. — treten, der hochbetagte Oberger. - Rath Fuchs aber in

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