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Stuttgart, 16. Decbr. lieber die plötzliche Be­rufung des JustizminislerS von Betlin schreibt man der „KarlLr. Ztg." von hier: „Sie scheint zwar aller­dings mit der Entlassung Egloffstein's in Verbindung zu stehen, aber nicht in der Weise, wie sie vielfach commentirt wurde. Die Entlassung eines PrivatdienerS deS Königs ist keine CabiuetSfrage. ES handelt sich also wohl um etwas Andere«. Dieses Andere büifte sich wohl am leichtesten dadurch erklären lassen, daß, dem on dit zufolge, Herrn v. E. das Ministerium des Äußern hätte verliehen werden sollen. Dies ist wenigstens eine Frage, die einen Ministerrath denkbar macht in einer Angelegenheit, die sonst nur Privat­sache des Monarchen gewesen wäre. Die vielerlei weiteren Gerüchte, die mit diesem Vorfall in Serbin düng gebracht werten, zerfallen damit jftbft, und es braucht nur noch bemerkt zu werden, baß der EabinetS chef über keine Kassen zu verfügen hat, aus denen er etwa zu seinem Vortheil hätte schöpfen können, wie man auch da und dort hatte hören können.

München, 15. Decbr. Wie vor dem Kriege treiben sich jetzt wieder bei unS französische Agenten umher, und zwar in den verschiedensten Gellalten. Dieselben sind wie damals mit Kreditbriefen an ein bekanntes „patriotisches" Bankhaus und mit empfeh- lungen an „patriotische" Parteiführer versehen, gleich­zeitig aber der deutschen Sprache ungleich mächtiger als ihre Vorgänger. Wie man hört, berücksichtigen dieselben für ihre „StimmungSberichte" ganz besonders die Artikel des „Vaterlandes", welche ihren Revanche- Hoffnungen natürlich einen Aufschwung gegeben haben; ebeuio spricht man von einem vertrauten Verkehr mehrerer dieser Herren mit dem wackeren Redacteur deS genannten Blattes, von dem bekanntlich unmittelbar vor dem letzten Kriege ausmumernde Telegramme an die kaiserlich französische Regierung gerichtet und auch s. Z. in St. Cloud ausgefunden wurbdUi In die Kreise unserer höheren Gesellschaft, aus denen die kaiserlich französischen Agenten vor und in dem Juli 1870 so sonderbare SiimmungSberichte in die Tuiierien entsandten, sind ihre republikanische» Nachfolger bis jetzt noch nicht vorgedrungen; vielleicht, weil sie dort schon ter französischen Regierungsveränderung wegen jetzt weniger gern gesehen werden würden, wahrschein­lich aber, weil sie sich in den Kreisen unserer Clerical democratie gar zu wohl fühlen. Wir verdenken es Herrn ThierS wahrlich nicht daß er sich für seinen Revanchekrieg nach Bundesgeuosfe» umsieht; war doch der Mangel an Bundesgenossen und ajt sonstiger „Bereitschaft" der einzige Vorwurf, den er nach seiner letzten officielleu Erklärung über die Ursachen des letzten Krieges dem kaiserlichen Urheber desselben zu machen hatte. Auch daß er sich für seine vorbereitende Thäiigkeil gerade unsere Residenz ausgesucht hat, können

--ZTZZ7" i'- i ~ - stark an Geist und Seele durch das Leben gehen. Alle unsere wirklich großen Männer vereinigten diese drei Eigenschaften in sich, keiner aber ließ sich jemals ein- fallen, durch seine Manieren der Welt einreden zu wollen, daß ihm eine jener Qualitäten fehle. Welcher Bürger Roms hätte durch sein schwächliches An- und Aussehen glauben machen mögen, er sei des Namens eines Mannes unwürdig, weil ihm desien Kraft ge­breche ? Wem von unS hätte nicht der bloße Gedanke empört, von der Lanzette des Henkers *) entwürdigt zu werden, und wer hätte sich den Anschein geben wollen, er habe auf so entehrende Weise fein Blut verloren ?

Wohl muß seit den ersten Tagen Roms der Volks- geist eine außerordentliche Wandelung erfahren haben, wenn eS bei den meisten jungen Männrrn zum guten Tone gehört, bewrindernSweriher zu erscheinen, indem man sich verkrüppelt, schwächlich, unter dem Niveau der Natur darstelltl"

Nicht sehr zart und galant ist die Schilderung, welche unser Zeitgenosse Cäsars von der Toilette der heutigen Damen entwirft, leider indeß nur um jo wahrer.

Ich habe aus der Straße einen merkwürdigen Papierstreifen gefunden, schreibt er. Darauf steht wört­lich, was folgt:

Verzeichmß der Ingredienzien, Apparate, Toiletten gegenstände, Kleider, Koömetics, Puder und anderer Bestandtheile, welche meine Frau zusammensitzen, mit ihrem genauen, Gewicht besin Aufstehen aus dem Bette und ihrem Gewicht, sobald sie vollständig angezogen ist, so wie dem Umfange, den sie einnimmt, wenn fie­bern Lager entsteigt, und dem Umsange, den sie in voller Toilette erhält:

1. Für den Kopf:

Zwei Pfund falsches Haar, .ufl eÜNew natürlichen Zopf nachzuahmeu. .... , ,

*) In Rom pflegte man Soldaten, die in irgend einer Werse straffällig geworden waren, zur Ader zu lassen Sie dergestalt schwächend, erniedrigte man sie in den Augen der Ä6mer, denn für diese bestand der wahre Adel in der Kraft des Mannes. - ;

des deutschen Kaisers und die zweite Macht des deutschen

fürchten, ist nur, daß die neuen Agenten wie die alten

Ein Eisengestell, um Madame Umfang zu geben.

Ern Fifchbeinmieder, um ... .

Zwei Kissen in dieses Mieder zur gehörigen Abrum an

dundung bet Bütte.

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eriordertichen Ton zu geben.

Hut mit Blumen, Früchten, Vögeln, Spitzen unb schwarzen Perlen.

Schitdkrvtkamm mit golbeuen Nägeln, fünfunb dreißig Grammes schwer. =;

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wir ihm nicht verübeln, so lange eS sogar in unserem Laienstanbe eine Partei gibt, welche Bayern lieber als römischen Satrapen denn als ersten Bundesgenosien

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dem Kanzlet der Schatzkammer Lewe, um die Regie- lung zu veranlassen, die im Mai beabsichtigte new Roropot . Expedition zu unteistützen. Lowe versprach seine Ansicht mitzuiheiten, sobald er den Plan geprüft hätte. — Der gestern gemeldete Tod der Lady Beaconsfield wird hier ganz wie ein politisches Ereigniß behandelt, wiewohl es nur ein häuslicher Unglücksschlag ist, wel­cher einen unserer hervorragenden Politiker getiofse« hat, ein Fall überdies, der nach den Gesetzen da Natur unabwendbar erschien; denn Lady Baconsfield hatte daö 83. Lebensjahr erreicht und litt seit meh­reren Jahren an einem unheilbaren Krebsgeschwür. Ihr Anrecht, in der Politik genannt zu ir erden, gründet sich auf ferne Vergangenheit; sie war eS, welche de» ftrehcnden Disraeti die Mittel gewährte, die parla­mentarische Laufbahn zu verfolgen. Die reiche Erdi«

Ein mit Spitzen besetzter dito, Ein Rock.

Ein kleiner darüber.

Einen Wulst für Madam'S Hüften. - - ■ Ein Kissen für gewisse andere Theile? '■ >6 Zwei Armbänder, jedes einundfünfzig Grammes @olk crin Diamantrivisre, zwei Pfund schwer.

Ein Spitzenbeinkleid. v . . ff-.

Seidene Strümpfe. ... ,,

Stifelchen mit rothen Absätzen. ■ r’ sr; | Strumpfbänder mit goldenen Schnallen.

Em Muss von Sammet, elf Pfund schwer. Ein Sau-metmantel mit Zobel besetzt. Eine goldene Uhr mit golvener Kette, r -

zu Gunsten ihrer eigenen Kammern und vertrauend auf die Versicherung ihrer hiesigen Freunde als Stimmung der Gesammtheit nach Versailles melden tberben, was man bort zu erfahren wünscht, was aber bis jetzt nur die Stimmung einzelner in allen Schichten der Ge­sellschaft verbreiteten, aber weder zahl- noch einfluß reicher Coterien ist. (Spen. Ztg.)

Straßburg, 17. Dec. Die „Straßburger Zeitung" meldet aus authentischer Quelle, daß ein Zuschlag auf die hiesige Tabaksmannsactur nicht er- lheilt worden sei. Die Manufaktur werde einstweilen für Rechnung des Staates weiter betrieben werden

Mülhausen, 14. Dec. Ein, wie es scheint, ziemlich bedeutenbes Eisenbahnunglück hat diesen Morgen auf der Linie Paris Belfort stattgefunden. Der fahr- plalimäßig um 6 Uhr 1 Min. hier eintreffende Zug ist bei bet Station Sure entgleist und den Eisenbahn- bamm hinuntergestürzt, wobei eS nach Aussage mehrerer Reisenden, die von Belfort kamen, viele Tobte und Verwundete gegeben haben soll. Indeß ist zur Stunde weder über die Ursache, noch übet den Umfang des Unglücks Verläßliches bekannt,

v Ausland.

Bern, 17. Dec. Der Nationalrath hat die Be- tathung des Gesetzentwurfs über die Erhöhung der Besoldung der eidgenössischen. Beamten auf die Juli Session vertagt.

. Paris, 17. Dec. Der Minister des Aeußern Hr. v. Rcmusat, ließ der deutschen Regierung die gegenseitige Aufh.bung d>S PaHzwaugeS an der deutsch srauzösiswen Grenze Vorschlägen und dürfte wie in guiunterrichtcten Kreisen verlautet, die Aufhebung des Paßzwanges schon Anfang nächsten JahreS bevorltehen. — Der politstche Horizont wechselt in Paris und Versailles wie nach einem Gewitter mit schwarzen Wolken und blauem Himmel; vorzugsweise aber ist die Presse zerfahrener als je und ihre Auslassungen sind ohne allen odjecliven Gehalt. ThierS hat guten Muth, die Majorität desgleichen, Gambetta nicht min­der, nur in den Centren sieht es wüst aus: hier fitzen die Getäuschten, während dort noch das Spiel deS Fuchses mit den Hühnern im besten Gange ist. Die Regierung spielt den Koloß von Rdobus: Thiers macht das rechte Bein, das auf der Botschaft und Re­publik, Tufaute das linke, das rückwärts im Lager der royalistischen Restauration steht, unb darob ist Freund und Feind, je nach dem leichteren oder schwereren Blute, voll Verwunderung ober in Entzücken. Das

Ein Pfund falsches Haar zur Nachahmung natürlicher Flechten..

Ein Netz, um die besagten Haare zu umschließen. - Zwanzig Zangennadesii zu gleichem Zwecke.

Fünfundzwanzig Grammes Pomahe, um bas Haar glänzend zu machen. ,

Fünfundzwanzig Grammes dito, zur Erhaltung deS Haares.

Zweiundzwanzig Grammes Farbstoff, um ihm den

. -

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2. Für das Gesicht:

Fünf Unzen Weinessig, um Flecken, Hitzbläschen unb Pusteln zu beseitigen.

Fünsunbdteigig Grammes Reismehl,, um die Haut weiß zu jätben.

Eine Unze Schwarz zur Zeichnung der Augenbraunen.

Eine Unze Roth, um aus Madam'S Grübchen Rvfeu zu zaubern.

Zehn Unzen weiße Schminke, um Madam'S Wangen mit Lilien zu beftnuen.

Eine Unze Zahnpulver, um den Zähnen meiner Frau den Glanz des Elfenbeins zu leihen.

Bier Zähne, gewisse Lücken auszufüllen.

Zwei Ohrgehänge nach der Mode, b. h. fünfunb« zwanzig Grammes Gold,

3. Für den Hals: _

Ein goldgefaßtes Halsband vou Perlen, jechSzig Grammes. ; £l-■

Fünf Unzen Reismehl.

4. Für die Schultern: Ein Viertelpfund besagten ReismchleS.

5. Für den Anzug: Ein Battisthemd mit Spitzen.

Ein Flaneufitet. -

Battiftärmel. ... : vvi

Ein golceneS Augenglas. . J

Dies Alles bildet ein Totalgewicht von zweiund« fünfzig Pfund, welche zu den hundertundachtzehn hi» zuzurechne» sind, die meine Frau wiegt. In großer Toilette ist meine Frau folglich ihre hundertmtbsiebei» zig Psund schwer.

i Der Flächenraum, den sie Morgens beim Aust stehen aus dem Bette einnimmt, beträgt dreißig Quadrat» centiineter, während sie in ihrem vollen Staate a« einem Raume von drei Quadratmetern kaum genug hat.

Wer möchte den alten Römer bei dieser Auszählung her Uebertreibuug jeiben?

I.- .. (Schluß folgt.) '

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Ein mit Spitzen besetztes Battistbusentuch.

Etn einfacher Uuterrock. mL< — q» .

Geldtäschchen für Madam«.

Ein Notizbuch in Perlmtuter. ,.-,M tt,?.

Ein Seidenkleid mit drei Absätzen von englischer Spitze, batl Sti 1 koinmiaXax um . y >j f

Journal deS Debats raucht die Friedenspfeife und jft voll Vertrauen auf den Dreißiger-Ausschuß. ®ien Public hofft, daß man die Pillen, die am Samsttz ... . . , gegenseitig verabreicht wnrdeit, zum Heile des Laudez

Reiches erblickt. Was wir im Interesse des Friedens glücklich verbauen werbe flhb daß LitikS und Recht« c""4’“” ..... 1“c‘ s‘i* " * " sich die Hände reichen unb dem Lande die Ruhe

geben werd« n. Welche Heuchelei I Die Samstagssitzu,« hat, darin stimmen wir ganz mit Temps und Fran« überein, gar nichts entschiedet,; Alle« kommt,aus bie Nachwirkung an, bie sie auf den Dreißiger-AuSschui hat, und diese Nachwirkung zeigt sich bis zur Stund, noch als sehr schwach, ja, vo» den üblichen Reden«- arten abgesehen, fast Null, wobei aber nicht zu vergess«, ist, daß Thiers sowohl wie bie Royalisten Zeit zu« Verhandeln in Fülle haben und daö „Reorganisatiouz. werk" wie einen verwickelten Erbschaftsprozeß be­handeln. Die Ungeduld ist bloß bei den Republikaner« zu Hause, da sie ThierS nicht Kraft genug gutraue«, eie Fahne der Republik hoch zu halten. Der Aus- lösungsp^oceß, so weit bte Wähler dabei beteiligt ftnb, geht indeß rasch voran. Die zur Unterzeichnung von bereiteten Blätter gehen ballenweise von Paris in« Ldnd unb kehren unterschrieben nach Paris zurück, vo« wo sie zur rechten Zeit ins Versailler Schloß wan- bern sollen. Jever „gemäßigte unb wohlmeinende Franzose", ptebigen bie Blätter, ist eS sich unb ben Laube schuldig, durch seines Namensunterschrift zur Be­schleunigung der Lösung durch Erklärung für die Aus­lösung der Nationalversammlung beizutragen. Und die Dinte ist wohlfeil. Aber eben deßhaib dringt bie Rechte auf eine Säuberung des Verwaltungspersonaler im Sinne der Majorität. ThierS sträubt sich, aber Goulard ist bereit, und leicht möglich, daß ThierS ihn hierin gehen läßt, wie Dufaure in seinem Ausfluge ü caS romantische Land der Silienrittet und Kreuzfahrer

Loudou, 16. Decbr. Eine Deputation der geo graphischen unb anberer Gesellschaften begab sich heult Nachmittags zu dem Marine Minister Göschen um

Ein Fläschchen mit be ebenden Salzen, um Madame bei ihren Ohnmachtsanwandlungen zn unterstütze»

Ein Fläschchen mit Wohlgerüchm, um Madame z« r erfrischen, wenn sie sich beklommen fühlt.

Ein goldenes Medaillon mit einem ^ortrait darin.

Ein Spitzentafchentuch. x-.-n-r