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Rückreise begriffe» sei und in den ersten Laien ein treffe» könne. Die junge Fran hielt hartnäckig a» »er Befürchtung, daß ihr Gatte am Kampfe Lheii genommen habe und gefallen sei. Ihre Unruhe und Aufregung üdertiUg sich endlich auch auf btn alten Baler. Die Bai onin wollte selbst nach Italien reise», wir nethen ihr ab und sie ließ erst nach langem Zu­reden ih-e» Einschluß fallen, nachdem der Baron in ihrer Gegenwart den alten Diener beauftragt halte, eie Reise unverzüglich anzutrete«. Der alle Manu reiste ab.

I» den Tagen bis zu seiner Rückkehr leistete ich dem Baron, so fi.l meine Zeir rS e>laubte, Gesell Ichasr, ich mchte schon jetzt ihn und die Baronin auf die Hiobspost vorzubereiten, die ich mit Sicherheit erwärme. Das war eine ebenso schwierige, als un angenehme Ausgabe; daß es mir nichl gelang, sie zu löle», mußte ich vorausfehrn Sie tammenen sich ja Beide mit all' ihren Hosinungen und Wünschen an das Leden dieses Mannes, dessen Tod ihr Glück für immer vernia ten mußte. An dem Tage, an welchem wir die Rückkehr des KammerdKner« mit Sicherheit, aber vergeblich, nwartet halten, kehrte ich Abeiios ip.it von meinem Besuch bei dem Badon heim. Ich fand oe» alten Mann in meiner Wohnung, er Haire wich gier schon sei, einer Stande eiwaitet In dem B ick, in t welchem er mir e. t >egen trat, laS ich de Nach nchi, die er brachie. Er. ist toet! sagte ich. Toot, wieverholre er. gefallen auf dem Felde der Ehre . . . I t der Schlacht bei Solferino? Ja. Sie haben feine Leiche gefunden? Das Grab, in welch m er ruht, ist bezeichnet. Die diplomatische Sendung war nur ein Bo wand, er reifte in der Absicht nah Italien, an dem Kruge gegen Oesterdeich Theil zu -ehmen. S ine Tapferkeit ist über alle» Lob erhaben mehrere seiner Ka npfgenoffen, mit denen ich met, ia (ten mir, er fei der Tapierile der Tapferen g w sen. Unv wie starb er? ftasie ich. In der Schlacht b i Solferino stürzte er sich in's dichte sie Handgemenge, Alles vor sich »ieoeriversend Seine Kameraden wollen

behaupten, er habe den Tod gesucht. Das hat er. Ich w es. Ein österreichischer Jäger-Oificier nahm den Kampf mit ihm auf, nach kurzem Zwei­kampf sank derielbe durchbohrt nieder; in demselhest Augenblick' aber traf ein Bajoniietstoß Vie Brust de» Barons. Er siel? Ja, das Herz war durch­bohrt. Das war die Vergeltung Gotte», sagte ich nach einer langen Pause. Auch Baron Eduard ruht im Grabe mit durchbohrtem Herzen. Der alte Mann nickte. In der Nähe des Schlachtselkes haben sie ihn mit kriegei ischen Ehren beerdigt, versetzte er, die schwere Schuld ist gesühnt. Sie, Herr Doctor, müsien meinen Herrn vorbereil.n, ich vermag eS nicht. Wie gerne häne ich mich dieser Aufgabe entzogen I Ich konnte und durfte es nicht, der alte Herr besaß außer mir k inen Freund, der mit ihm fühlte und durch seine Theilnahme die schwere Last ihm erleichterte.

Was ich Alles am nächsten Tage ihm und der Gattin des Gefallenen gesagt habe, weiß ich heute nicht mehr, -aber ich entsinne mich deutlich, daß sie beide die Hiobspost aumahmen, wie ich vermuthet hatte. Sie reifte» einige Tage später ab nach Italien, um die theure Leiche zu holen. Als der Kammerdiener auf dem Perron des Bahnhofes zum Abfchi oe mir die H uib reichte, flüsterte er mit zu, nun fei das Ge- heimiiiß gut bewahrt und der alte Herr könne einst ruhig die Augen schließen. Ich nickte und bald da- rsuf fah ich den Zug in der Ferne v.rschw nd.n. Ein Jahr darauf starb der Baron uns abermals ein Jahr lpäler erhielt ich die Nachricht, daß die schöne, junge Baronin v. L. st h in ein ita.ienifcheS K oster zurück­gezogen und den Schleier genomm n habe.

Der alle Kammerdiener wohnt jetzt in einem kleinen Lanbstädtchen. Er lebt dort von den Zinsen deS Le­gats, welches der Baron von B. in seinem Testamente ihm auSgrsetzt hat. Die Leute, welche in nähere Be­rührung mit ihm kommen, nennen ihn einen Men- lchenseino wer die Leidenschaften der Menschen so sies in ihrer wilden, verzehrenden Gluth, ihren ent­setzlichen Folge» und ihrer ganzen despotischen Herr-

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Ur. 2SS r Marburg) Sonnabend, den 14. Dezember. * ' M 1872.

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«^scheint lSqlich außer den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für da» Quartal der Obrrhtsiische« Zeitung mit AretSblatt durch die Expedition (Koch'sche Buchdruckerei) bezogen 2tj ®gt., durch die Postämter 27 ®gr. tt Psg. (excl. Bestellgebühr und inet- Stempelsteuer), rür daS Ausland excl Stempel tS ®gr. Jnsertionsgrbühr für die gespaltene Zeile I Sgr. Sämmrliche Annoncen-Büreaus nehmen Inserate an.

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Deutsches Reich.

* Berlin, 11. Dec. In einzelnen Blättern ^rd der in der Schwebe bifindlichen partiellen Mi- Meikrisis eine weitere Ausdehnung gegeben, als sie Miklich besteht. Das Gerücht, daß Graf Eulenburg, unmittelbar nach seinem errungenen Siege seine Ent stsfuiig gefordert habe, scheint denn doch etwas zu jbereilifl, des Ministers Zukunft zu sichern. Es ist überhaupt nach politischen Rücksicht«! undenkbar, daß nn Minister sein durch Mühe und Kämpfe zu Stanoe gebrachte« Werk sofort im Stiche lassen sollte. Das Gerücht über den Austritt deS Grafen Eulenburg

H ßvoj. solhe- heil, feiten

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mag wohl dadurch einigen Anhalt gefunden haben, big Graf Eulenburg sich dahin ausgesprochen hat, daß er an seinem Posten nicht hafte, wenn er gleich pehl es für seine Aufgabe halte, die Durchführung M Reformwerks zu bewerkstelligen. Die gejammte Situation der MmisterkrisiS, mag sie nun so eng «der so Weit wie möglich gesteckt werden, dürfte wohl irft nach bet Rückkehr des Fürsten Bismarck eine be­stimmtere Gestalt annehmen, da, wie man hört, als bann Erwägungen statlfinoeit werten, in welche Be­ziehungen Preußen zum deutschen Reiche treten solle, d. h e» wird die Frage des preußilchen MinisteriuniS und die eines eventuellen Neichoininisteriums erwogen

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»erben. Die Kr-isorbnuiig liegt nunmehr ber llllerhöchsten Sanetio» vor unb ist ber Druck beb Gesetzes bereits für bie Gesetzsammlung angeorbttet, so daß dessen Publikation in nächster Zukunft zu er- »arten st ht Wenn in einigen Correfpondenzen bereits en gegeben wird, daß zum Zweck der Aussühiung des Gesetzes besondere Commiifionen für die einzelnen Lanrestheile berwien werten solle«, so ist daraus zu

i dem sklky. lanv- terter wie itsbe- Alt-

trwibern, daß diese Sache wohl in Erwägung ge­nommen ist, jedoch noch teilten festen Boden ange »oniMk» hat. Die Bedeutung dieses Reformwerkes »ird in d-r Presse allgemein hervorgehoben, ebenso die Wichtigkeit des erfochtenen Sieges im H rren Hause, d-ssen Verdienst wohl Gras Eulenburg gebührt, dem die Poesie volle Gerechtigkeit wiederfahren läßt

und namentlich ber letzten Rede des Ministers großen Beifall spendet. Daß einzelne Organe hiervon eine Ausnahme mache», kann nicht wundern, so z. B. die rabicaleVoss. Ztg.", dieKreuzztg ", bie mit ber Germania" jetzt in voller Uebereinftimmung sich bie Hänbe reicht Wenn bieBoss. Ztg." sagt, daß Graf Eulenburg erst jetzt den inneren Zusammenbang ber äußeren Politik mit ber inneren anerkannt habe, so ist bas eine durchaus unrichtige Behauptung. Graf Eulenburg hat fett 1866 dielen Zusammenhang nie in Abrede gestellt, man darf nur die Reden des Mi Nisters seil jener Zeit durchlesen und die Auslasiungen derProv. Corresp." ansehen, so wirb man die letztere Attnahme bestätigt finden.

Das ans Herrenhauskreisen von derKreuz­zeitung" gern trete Gerücht, wonach der Minister des Jirner» ein EntlasiungSgesuch an den Kaiser einge­reicht batte, wird von berNordb. Allg. Ztg." als grunblos bezeichnet. DerReichs-Anzeiger" meldet rett gestern Nacht erfolgten Tob bes Oberpräfidenten a. D. v. Duesberg Der Ennvurf eines Reichs - Münz- Geietz s ist jetzt im Reichskanzleramte vollenbet unb bem Staatsministerium zur gutachtlichen Aeußerung mitgetheilt worden. Derselbe enthält dem Vernrhmeri »ach keinerlei Bestimmnngen über baS Staatspapier gelb," sondern beschäftigt sich lediglich mit ben ReichS- Silbermürizen und Scheidemünzen.

Dresden, 11. Dec. Die zweite Kammer hielt in ber heutigen Sitzung bei ber fortgesetzten Berathung bes VolkssvulgeietzeS bei allen übrigen Punkten beS Gesetzes, insbesondere bei ber Wahl der Lehrer,burch bie Gemeinde und bei der Ons - Schulaufsicht durch einen von der Regierung ernannten Jnsp ctor ihre näheren Beschlüsse, gegenüber ^en abwei4cuhen Be stintmungen der ersten Kammeroufrecht.

Ltnttgart, 12 Dee. D i« Abgeordnetenkammer bewilligte heuie unter Zustimmung der Regierung zu Eisenbahn- und belegtepbenbauten 11,800.000 fl., w.lche soweit die disponibel» Mitteln nicht zuieichen, durch Staatsanlehen beschafft werden sollen. Die Re­

gierung hatte 20 Millionen verlangt. Die Abgeord­netenkammer nahm heute die ttamentliche Schlußab­stimmung über das neue Sleuergesetz vor. Es er­folgte Annahme mit 64 gegen 17 Stimmen.

München, 12. Decbr. Der Abgeordnete und Oftbahn VeiwaltungSrath Stenglein, welcher anläßlich oes Verbots der Betheiligung von Staatsdienern au Industrie - Uitternehmungen feine Appellationsrath»-" St.lle nieberlegte, ist zum Advokaten am Bezirksgericht München ernannt worden. :

ÄHlUrt. ^äi; .

Wie«, 12. Dec. Das AbgeordnetmhauS «ahnt heute leine Sitzungen wieder auf. Die Abgeordneten vott Tyrol unb Vorarlberg waren abwesend. Die Regierung legte Gesetzentwürfe vor, betreffend bie Fort- erhebiing ber Stemm für bas erste Quartal 1873 unb bie RekrutenanShebung für 1873, sowie einen Postvertrag mit Deutschlanb. Der nach Schluß ber Sitzung zusammengetretene Finanzausschuß genehmigte die Forterhebung ber Steuern wobei ber Finanzmi- nister erklärte, daß demnächst ein Ges tzentwurf be­treffs der definitiven Regelung der Beamtengehalte vorgelegt Werden soll.

Graz, 9. Dec. Gestern um Mitternacht fand hier ein großartiger Exceß slawischer Studenten statt. Die Polizei mußte von den Waffen Gebrauch machen. Einnnddreißig Studenten wurden verhaftet.

Paris, 11. Dccbr. Das gestern von derUnion Rspublicaine", der äußersten Linken der Nationalver­sammlung, erlassene Manifest lautet: Theure Mit­bürger! Seit drei Wochen ist Frankreich in Aufregung, die Arbeit nimmt ab, bie Geschäfte ft ben still, bie Un­ruhe ergreift alle Gemüther, bas nationale Leben ist wie unterbrochen. Dieses Unbehagen kommt von dem Zustanbe der Spaltung, aus welchem die Versammlung nicht heraustreten zu können scheint, der die Regierung der Republik in bie Machtlosigkeit versetzt unb j»be Hoffnung auf Stabilität im K ime erstickt. Ehren­hafte, aber furchtiame Gemüiher buiften bis jetzt glauben, baß Umsicht, Klugheit und Zögern hinreichen

erner allen

Ei» Duell.

Aus ben Eriiinerungen eines Arztes-

ßeren

(Schluß.)

dilion

vtein-

hemselben mit, baß er in höherem Au'trage die Reise

Pmacht habe, von ber er halb zurückzukehren hoffe Cie Baronin äußerte ernste Beiorgntsie. Sie fürdi-

ge

nd

reffen nebst

«'s. Her igi- dcs

Worte mit mir zu wechseln. Ich bat ihn, zu schweigen, tt sagte eS zu mit bem Bemerken, daß, wenn der alte Herr die Angen geschlossen habe, er seinen Entschluß

AIS ich am nächsten Morgen den Baron besuchte, klagte er mir, fern Sehn habe noch im Lause der Nacht t deS eine Depesche erha len, durch die er schleunig in die rey- Residenz juiürfberufeii weiden sei. Mich überraschte Zeile bee nicht, ich vermuthele, er habe mir ausweichen ' UvUen, und diese Vermnthung äußerte auch berKamrnee- 2744 Heiter, ber mich am Nachmittage besuchte, um einige

zchrenb unb vernichtend empotlooern mußte.

Ungefähr acht Tage waren verstiichen, als ans Italien ein Brief eintraf. Baron Fran; theilte in

iete, ihi Gatte werte sich durch s ine Sympathie» für Italien verleiten lusin, an bem Kriege gegen Oester- vich Theil zu nehmen. Der Baron bernhigte sie, i» bem er sie vorauf aufm rksam machte, daß die ©en-- htng es LegationsratheS einen diplomatischen Zweck Wbe unb schon beßhalb Baron Franz an bem Kriege nicht theil nehmen bürfe. I u errieth bie Absicht d.s schuld­beladenen Mannes u >v sch oteg. M i fi derhasier Spannung sah ich ben nächsten Nachichten entgegen. Rod) ein Brief traf ei i, er enchie.t nur wenige Z.ile», « unterlag kein m Zweifel, baß er flüchtig, in g-oßer Wie geichrieben worven war. Wieber ve> striche» zwei teoeben, bie Schlicht bei Solierino war geschlagen, Pon bem B trott k m keine Kunde De Baroniit ließ Ach nicht m hr beruhigen, vergeblich machte der alte fcerr sie auf die Unsicherheit ber Postverbindungen pifmei fjam , umsonst suchte er sie mit der Hoffnung uösten, daß ber Baron vielleicht schon auf der

t auf

'^6$fen Baron Franz beö Brudermordes anzuklagen, aus

. iithren werde. So fand ich auch hier wieder Hoß, dnen liefen, glühenden Haß, der einst ebenfalls brr-

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