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vor der Hand sich der Agitation zu Gunsten der Auf löfung fern halte und dieselbe nicht vor die Kammer b.lnge. Als Gründe giben sie an, daß man am Jahresschlüsse ankomme, und daß die KrisiS, welche man durchgemacht, alle Geschäfte lahm geleit und die Industrie in Verzweiflung gesetzt habe. DaS Land lege die Verantwortlichkeit für b'e Krisis der Rechten der Versammlung zur Last. Die KrisiS muffe zum wenigsten vertagt werden. Ein gewisses Vertrauen würde entstehen und der Verfallzeit des Monaiö Dc- cember, welche die wichtigste vom ganzen Jahre sei, zu Statten kommen. ES sei daher gut, nichts zu thun, was den momentanen Waffenstillstand, aus welchem ras Land Nutzen ziehen werde, brechen könnte. Ohne der Bewegung zu Gunsten der Auflösung ent gegenzutrcten, müsse man sich hüten, sie hervorzurufen, weil sonst das Land der Linken die Vorwürfe machen werde, die es jetzt der Rechten mache. Außerdem sei eS gut, das Resultat der Arbeiten der DufaureCom- Mission abzuwarteu.
Versailles, 10. Dec. Die Nationalversamm lung berielh gestern das Budget des Unterrichts ministenumS Der Unterrichtsminister sagte eine weitere Untersuchung betreffs eines angeblich atheistischen Schul Znspeetors, wegen dessen mehrere Redner, darunter Dupanloup, die Regierung angegriffen hatten, zu. — Der „Agence Havas" zufolge bemüht sich Oesterreich, die schiedsrichterliche Ausgleichung deö Laurion-HandelS herbeizusühren, um den nachtheiligen Folgen eines ConflicteS für den adrialifchen Handel vorzubeugen. — Die in der gestrigen Commissionssitzung über den Antrag Dufaurc erfolgte Annahme des Antrages des Deputirlen Fournier, wonach die Regierung auf. gefordert wird, einen Gesetzentwurf über Versafsungs- reformen vorzulegen, wird nach der „Agence Havas" als ein ausgezeichnetes Terrain zur Versöhnung betrachtet. Dieser Antrag wild ohne Zweifel heule der Gegenstand sehr wichtiger Berathung in dem Minister- ralh sein.
London, 10. Dec. Das Themse-Polizeigeri.cht verurlheiltc gestern vier Heizer einer Gaöfabrik wegen Verlafsung ihres Dienstes ohne Kündigung zu sechs Wochen Gesäugniß mit harter Arbeit.
Petersburg, 10. Dec. Bei dem Festmahl an läßlich der Feier des GeorgS-Ordens brachte der Kaiser Alexander einen Toast auf den den deutschen Kaiser als den ältesten Ordensritter, aus.
Athen, 10. Dec In Regierungskreisen werden! die Eiktärungen ViScontt's-Veiiosta's in der Laurion Frage als ungenüguib und den Thatsachen nicht entsprechend angesehen. Ter in Aussicht gestellte Abbruch der biplomatischen Beziehungen wird als ungerechtfertigt betrachtet, da der italienische Miinster die Rechtsfrage une> örtert gelaffen, die Thatsachen nur ungenau wiedergegeben und die ersten. Vorschläge Griechenlands mit Stillschweigen übergangen habe, wodurch dem Minengesetz keine rechtsverbindliche Kraft zugemessen würde.
Newyork, 9. Dec. Der StaatSsecretär des Innern, Delano, ist nach Cuba gegangen, um Grant über die Zustände der Insel genau zu berichten, bevor er dem Congreß Maßregeln unterbreite.
telbaren Staatsbeamten umfaßt, wie die „Spen. Ztg." miltheilt, außer diesen Setzieren auch die Lehrer und Beamten der Universitäten und derjenigen Unterrichts- und sonstigen Anstalten, bei welchen die Gewährung der erforderlichen Unterhaltungszuschnsse ausschließlich dem Staate obliegt. Die verschiedenen Sätze deö WohnungSgeldzuschuffeS sind in dem d m Geictzent- wurf anliegenden Tons, nach dem Dienstrang abge- Ituft Es ist aber nicht für jede einzelne der verschie denen Rangkiassen eine besondere Abtheilung gebildet, sondern die Beamten sind in fünf Abtheilungcn grnp Pirt, ähnlich wie es auch in Ansehung-der militä rischen Charge.i für den Servis geschieht. Die Abstufungen der Sätze nach den Abtheilnngen und den verschiedenen Ortsklassen lehnt sich gleichfalls an den für die Armee geltenden Servistarif an. Die Motive gehen davon aus, daß die Gehaliöverbeffernngen, welche zuletzt den Beamten gewährt worden sind, der Steigerung der Lebensbedürfnisse in den größeren Siäoten nicht entsprechen und daher eine Zulage er folgen müsse Der Gesetzentwurf umfaßt sieben Paragraphen und bestimmt u. A , daß eine Versetzung den Anspruch auf die bis dahin gewährte Wohnungs- zulage aushebt Die Zulage tritt vom L Januar 1873 ab in Kraft. Auf die Pensiouirung findet das Gesetz keine Anwendung Ein beigegebener Tarif unterscheidet die fünf Kategorien von Beamten und sechs Se,vis- klaffen der Städte. Beamten der ersten Rangklaff beziehen einen jährlichen Zuschuß, in Berlin von 250 Thlrn. und in den übrigen Serviskiasfen von 200, 150, 120 und 100 Thlrn. Beamte der zweiten und dritten Rangkiassen, Ober Regierungsräthe und Gleich- rangirte 200, 150, 120, 100 und 90 Thlr. Beamte der vierten und fünften Raugklafse 150, 110, 90, 80, ,70, 60 Thlr. (Subalternbeamte 90, 72, 60, 50, 36, 30 Thlr. Endlich Unterbeamte 40, 30, 24, 18, 12 und 10 Thalcr.
Marburg, 10. Dec. Unter denStudirenden der Medici» ist es, wie dies ihre Abgangszeugnisse von der Uuivcifiiät erweisen, leider üblich geworden, unmittelbar nach Ablegung des Tentamen physicum sofort zum klinischen Unterricht überzugehen, ohne theoretische Vorlesungen über Chirurgie und M.dici» zu hören. Tie nachtheiligen Folgen dieses irraticneUen Verfahrens zeigen sich vielfach bei den Staatsprüfungen durch einen auffallenden Mangel au gründlicher wissen schädlicher Vorbildung der (Sanbitaten in den betreffenden DiSciplinen. Nur auf die am häufigsten vor kommenden clinischen Krankheitsfälle ober fläch ich eingeschult und mit den Remiiiiscenzen aus der Be- handlungsweise ihrer jeweiligen cliinschen Lehrer dürslia ausgerüstet, geialhen die angehenden Äerzte auf diesem Wege ui die Vage, ihre praktische Laufbahn ohne sicheren wisseuschaftlichen Anhalt lediglich als Routiniers be ginnen zu müssen. Diese Migstände haben zu einem Erlaß des Culius-MinisterS an die mecicinscheu Fa- cultäten Veranlassung gegeben, in weichem es u. A. heißt: „Zwangsmittel zur Aiinahme bestimmter Vor lesungen besitzt die Universität nicht, sie darf aber ten totubirenben nicht die Gelegenheit vorenthaltin, Vorträge über die wichtigsten Disciplinen zu hören, oder durch eine stiefmütterliche Behandlung derselbe» auch ihrerseits als überflüffig erscheinen lassen. Die medicinischen Facultäien haben daher die unabweiöliche Verpflichtung, in jev^ Semester für einen theoreti
in Ruhe. Die constrvativ, wenn auch nicht dynastisch Gesinnten, dagegen waren traurig, sehr besorgt und holten sich Rath bei erfahreneren Collegen wegen dieses gefährlichen Abenteuers. Als ich ihnen sagte die Handlungsweise der Regierung sei eine tolle, gaben sie mir Recht, schütteten sie mir ihr Herz aus, und einige, die noch nie zu mir gesprochen halten, schüttelten mir die Hand mit de» Worte»: „Herr Thiers, ver- iheidige» Sie den Frieden, und wir werde» sie unterstützen." Herr Ollivier, den ich täglich sah war ängstlich geworden und fragte mich immer, ob ich wirklich glaube, daß man Preußen werde vermögen können, die Candidatur zurückzuzühen. Ich wiederholte, daß ich nicht daran zweifelte und hierbei namentlich auf England und Rußland zählte, daß Preußen, da es im Unrecht fei, unfehlbar ziuückweichen werde, daß aber! dann die Gefahr erst beginne, wofern man sich mit diesem Zugeständnisse nicht begnügte. Und nun bestand ich darauf, daß man äußerst vorsichtig zu Werke gehen solle; denn ich war überzeugt, daß wir in so wenigen Tagen nicht hatten nachholen könne-:, ua6 in Folge des mexikanischen Unternehmens versäumt worden war. lieber den letzten Punkt, meinte Hr. Ollivier, könne er sich nur auf den Kriegsminisler beziehen, welcher gesagt habe, daß wir bereit feien; im Utbrigeit veriprach er bestimmt, sich mit jenem Zugc- ftändniffe Preußens zu begnügen. Ich bin überzeugt, daß er dies damals in'gutem Glauben sagte und sich nur aus Mangel an Festigkeit einige Tage später von dem Hofe zu verhängnißvollen Entschließungen sortreißen ließ.
Während dieser drei oder vier angstvollen Tas geschah in Europa, was nur zu leicht'vorherzusehi war. Hr. v. Bismarck war zu dem Könige, feinti Herrn, herbeigeeilt, welcher sehr erstaun, war über d-
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*** ftöffel, 10. Decbr. lieber das gestern g jung uns kurz gemeldete Brandunglück in unserer Nachb, wick Habt Melsungen, können wir heule aus eigen roim Anschauung folgendes Nähere berichten: Das Fen rerb entstand zwischen viertel und halb zwölf Uhr in di Zeit von achl Familien bewohnten und in der Rosenstw Hai gelegenen Hause des Stellmachers Justus Tisch möglicherweise auch in der, demselben Eigcnthümer wär hörig ii Scheune. Um 11 Uhr war der Sohn t und Discher noch in der letzteren gewesen und hatte in H« Alle und Scheune Nichts Verdächtiges bemerkt. Tic Ftai tlct men griffen bei dem scharfen Südwesiwind mit rast aus, der Schnelligkeit um sich, und es dauerte nicht (au, ..... Jo stand ter ganze Häusercomplex zwischen der Ros, bürf ftraße und Notenburger Straße in Flammen. W- renb die IDielfunger Löschmannschaften von den übrig Einwohner» auf das Kräftigste unterstützt, sich uni d'-r energischen und umsichtigen Leitung des Her sein Landrath von Richthofen an die Bekämpfung d rasenden Elementes machte, flogen Bolen um Hü nach allen Richtungen in die durch den weiihinleu lende» Feuerschein aufgeschreckle Umgegend und traf denn auch nach und nach über 20 Spritzen nebst I dienungsmaniischaft ein. Aus die hieihergelangten, I höchste Gefahr verkündenden Depeschen, fuhren fofi ein Theil der Turnerfeuerwehr mit zwei Sprst (eine dritte wurde am Bahnhofe zurückgelasfen) um Führung oes Coiiimantanlen Koch, sowie 50 Ma, Militär mit zwei Offizieren per Exirazug nach Mi luygen, wo sie gerate eintrafen, als das Feuer seini Höhepunkt erreicht halte und zwanzig brennende Haus
Ungeheuern Lärm, den seine Zustimmung zu der Cai ’ didatur Hoheuzollern erregt halte. Mil seinem gl wohnten Scharfblick erkannte Herr v. Bismarck, ba ’ der Boden schleckt gewählt war, sich mit Frankrei i Xas« zu messen, wenn man dazu Lust gehabt hätte (un man hatte damals keine Lust dazu); er rieth, b Hoheuzollern fallen zu lassen, was der König' vo i Preußen auf der Stelle beschloß. Die Urheber dies« „ unglückseligen Krieges suchen sich heule damit zu enl Wa, schuldigen, daß sie sagen, Preußen habe den Krieg gl , wollt, ihn sckon lange vorder,itet und alles dies NI als Gelege- heit benutzt, den Kampf zu eröffnen. I Ba erkläre, nachdem ich in der Sage gewesen bin, mi( über diesen Gegenstand vollkommen zu unterrichtei daß dies reine Lüge ist. Es ist vollkommen richtis daß Preußen, überzeugt, Frankreich werde früher ovl später seine Fehler von 1866 wieder gut zu mach» suchen, für diesen Fall ohne Unterlaß seine Dorfes rungen getroffen habt; aber es fürchtete diese gew-l tige Prülung und wollte sie lieber verzögern, als be schleunigen. Es war in der That nock mehr, als wi> selbst und als alle Welt über die raschen Erfolge tt staunt, welche e« .dem Leichtsinn und der gründliche« Unfähigkeit der kaiserlichen Verwaltung zu danken hallt
(Fortsetzung folgt)
Marburg, 11. Dec. Das Gesetz über die Gewährung von WohnungSgeldzuschüffen an die unmit- Herr Thiers über den Ursprung des Krieges von 1870.
(Forlfetzung.)
„Alles kann noch wieder gut gemacht werden", sagte ich, „wenn man nur will. Preußen ist im Unrecht und wird eine solche Herausforderung vor dem unzufriedenen und strengen Unheile Europas nicht aufrecht erhalten. Uebrigens werden zwei bedeutende Mächte, welche innigst den Frieden wünschen, England und Rußland, sich ins Mittel legen und Preußen von seinem Vorhaben abbringen." — Glauben Sie? fragte Herr Ollivier, in dem frohen Tone eines Mannes, welcher einen Fehler, den er begangen, wieder gut machen kann. — „Ich bin davon überzeugt", sagte ich, „aber wenn Sie Ihren Fehler erst wieder gut gemacht haben, müssen Sic auch nicht zu viel von Preußen verlangen, fönst schneiden Sie ihm de» Rückzug ab, und dann würde der Krieg wirklich unvermeidlich." Herr Ollivier schien über die Perspective, welche ich ihm öffnete, sehr erfreut und versprach mir keinen neuen Fehler zu begehe». In der Kammer herrschte einige Tage lang unsägliche Verminung; die eigentlichen Bonapanisten redeten in ihrer Unwissen- beit dem Marschall Leboeuf nach, daß wir bereit seien und daß die Preußen es nicht seien, daß man mit einer anmaßenden und unersättlichen Maat ein Ende machen müsse (die Thoren hatten sie selbst im Jahre 1866 geschaffen), daß es sich im Grunde nur um einen sechSwöcheutlichen Feldzug handle; sie liefen um her, lärmten, schwatzten, bezeigten Jedem,.der anderer Meinung war, ihre Verachtung und ließen Niemand
schen Vortrag über Chirurgie und Medicin zu sorg, berei Aus de» meisten Universitäten wird der Ansorberi« Str in Betreff der Chirurgie "schon jetzt dadurch in beit nebe eigenber Weise entsprochen, daß der ordentliche P. j^Z. leffor des Fachs für den unter Umständen auch, Flai außerordentlicher Professor eintreten mag , in ein takt, Semester allgemeine Chirurgie, in dem andern Akiuri " ober OperativnSlehre vorirägt. Dagegen kann , Operatiouscursus, der ohnehin unenibehrlich ist, tiii als ein Ersatz für einen systematischen Vortrag üi Akiurgie angesehen werddn. Auch für ben Vortrag ü| allgemeine Pathologie, sowie über specielle Paiholo und Therapie, wirb zwar auf ben meisten Union täten gesorgt, doch ilt dies nicht überall der Fall. I Faculläte» haben daher bei Fchttellung des Sechen Plans auch diesen Punkt im Auge zu behalten " Z, AU Schluß spricht der Minister daS Vertrauen aus, d weis die Facultäten dem unbestreitbar vorliegenden Bedü ?ur »iß gebührende Rechnung tragen und auch die Si sah, oirenden ber Meblcin auf die Nolhwendigkeit auinui dgei sam machen werden, eine strengere wiffenschastli Ausbildung durch ben Besuch theoretischer Vorleiun- gu erwerben.
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unb 6-7 Scheunen em wogendes Flammenmeer b ceten. Mit übermenschlicker Anftreimuna ndntn ...k-
ceten. Mit übermenschlicher Anstrengung gelang lu||l een Löschmannschaften, jetzt dem Weitersckreilen b i jsoi< Feuers em Ziel zu setzen, während freilich an ei Retten der brennenden Gebäude, die noch heute Mc gen 11 Uhr in Flammen standen, nicht z» denki war. Allerdings war damit schon wahrhaft Groß! geleistet, denn wer die Lage der Brandstätte kennt ui vtu ben furchtbaren Feuerrege» mit anschaute, ber von ij «n ausging, ber wird begreiflich finden, welch großer G Dar fahr die Stadt entgangen ist. So braiiute unter Al bie