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Berlin, 9. December.
setzen wollten. Ich widerlegte den Jrrihum derer, die sich immer beklagten, daß man 400,000 Mann habe, um nichts damit auzufaugen, und welche dieses den „bewaffneten Frieden" nannten. Weit entfernt, rief ich, es ist im Gegencheil der waffenlose Friede. Dann wandle ich mich an den Marschall Leboeuf selbst. Wie, sagte ich, Ihre Infanterie-Regimenter haben 11—1200 Mann. In das erlaubt? selbst in Friedenözeiten? Der Marschall bestritt nicht meine Angabe. Ich er wähne das, um zu zeigen, mit wie beklagenswerthem Leichtsinn man mit der Kriegserklärung zu Werke ging; denn schon einige Tage später glaubte derselbe Marschall Leboeuf, ein sehr braver Soldat, aber schwacher Politiker und von dem Hofe fortgerissen, er sei wirklich bereit, überredete in Folge dessen den Kaiser selbst und stürzte im Verein mit seinem noch viel strafbareren Kollegen Grammont die Dynastie und, was noch tausendmal schlimmer war, Frankreich selbst in einen Abgrund.
Plötzlich traten Ereignisse ein, denen ich nicht per sönlich nahe stand, die ich aber eben so genau kenne, als wenn ich sie mit eigenen Augen gesehen hätte; denn einige derselben habe ich selbst erlebt, und andere wurden mir später von den höchsten Personen Europas, Fürsten ovvi Ministern erzählt, die bei mir Aufklärung juchten und mir selbst solche gewährten Der Chef der Familie Hohenzollern (ich meine jetzt nicht die in Preußen herrschenve Linie, sondern diejenige, welche in ^Rumänien herrscht und zu unserem Unglück auch in Spanien herrschen wollte), der Ches dieser Familie gilt für einen reichen, in den Staatsgeschäftcn bewanderten Fürsten, der seine Söhne gerne mit schönen Kronen und großem Vermögen ausgestattet sehen möchte. Diesmal bot mau ihm die spanische Krone, । welche durch den Sturz der Bourbons erledigt war, i und für die der General Prim einen europäischen s Prinzen suchte. Man war damals in Madrid gegen , die französische Regierung sehr verstimmt, weil dieselbe i
Petersburg, 8. Deebr. Prinz Karl von Preuße» ist gestern zum Chef der ersten GrenadierArtillerie- Brigade ernannt worden. — Die Kaiserin ist am 5. Deeember von der Krim in Petersburg wieder ein- getroffen. Die Polizei hatte in einer amtlichen Bekanntmachung „den Einwohnern der Hauptstadt frei- gestellt, aus diesem Anlaß ihre Häuser mit Flagge» und Teppichen zu schmücken."
dem Parlament nicht fertig werden und kein Ministerium bilden konnte, was seinen geheimen Planen entsprochen und zugleich der Majorität gefallen haben würde, bildete am genannten Tage ein Cabinet, das ohne alle besondere politische Färbung nur aus Fachmännern bestand. Er that dies, weil er noch nicht bereit war, seine Plane auszusühren, und mit Recht — die Tatsachen Haden es bewiesen — glaubte, daß, wenn er nur unbedeutende Männer in sein Cabinet berufe, seine Gegner ruhiger sein würden. Aehnlich operirt heute Thiers, der allerdings nicht die Absicht hat, einen „Staatsstreich" auszuführen, dem aber daran liegt, der Krisis momentan ein Ende zu machen oder ihr doch den acuten Charakter zu nehmen. Zu dem Zwecke war er genölhigt, die geeigneten Maßregeln zu ergreifen und sein Mtnisterium so zu vervoUslän- digen, daß die Rechte gewisse Garantieen zu haben glaubt. Thiers wünscht zunächst, der Krisis ihre Heftigkeit beim Schlüsse des Jahres zu benehmen, damit die Geschäfte nicht zu sehr leiben. Natürlich wird er zugleich die Dinge so einzurichten verstehen, daß, wenn es endlich zum definitiven Bruche mit der Rechten kommt, er sich auf die von ihm gemachten Coneesstonen berufen kann, um darzuthun, daß er Alles aufgeboteu, um dem Lande die neue Heimsuchung zu ersparen. Die Miiglieder des linken Ceiitiums
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ihr Veto gegen die Familie Orleans eingelegt halte, welche am natürlichsten zur Nachfolge der Königin Isabella berufen war. Der General Prim rächte sich dafür an den Bonapartisten, indem er eine deutsche Candidatur aufwarf. Alle Welt wuncerte sich damals, warum Prim seine Augen nicht auf den ihm so nahe liegenden Herzog Montpensier warf; der Wahre Grund war eben das von dem Oberhaupt der kaiserlichen Dynastie in Paris erlassene Verbot. So hatten wir also dem Hause Bonaparte nicht blos einen unheil schwangeren Krieg, sondern auch die Ursache dieses Krieges zu verdanken; denn indem es aus dynastischem Interesse die Candidatur Montpensier verwarf, gab es unbedachter Weise der Candidatur Hohenzollern ihren Ursprung.
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von unserer Promenade aus sichtbare Feuersäule lodert weit abwärts vom Negoi hinter Ärpasch gegen Fogarasch. Zur Nachtzeit gewährt der riesige Wald brand einen schauerlich erhabenen Anblick Der hierdurch verursachte volkswirthschaftliche Schaden ist im Hinblick auf die in den nächsten Jahren zu gewärtigenden verheerenden Ueberschwemmungen der Thalgebiete, ungerechnet die unermeßlichen Verluste an Brenn und Baumaterial Werihen, unberechenbar. Gestern war in Folge dieser Katastrophe der Rauch in unierev Stadt nicht nur sichtbar, sondern für die Geruchsor gatte auch fühlbar, obgleich die geringste Eiitsernung vom Brandplatze in gerader Luftrichtung mindestens l1/2 Meilen beträgt. — Vor einiger Zeit hatte ein Referent des Kronstädter Gerichtshofes, der in Folge eines ministeriellen Ukases magyarisirt worben ist, von Amtswegen an eine Behörde in Leipzig zu schreiben und verfaßte das diesbezügliche Schriftstück, obwohl er der deutschen Sprache mindestens ebenso mächtig ist, als der magyarischen, doch in der magy arischen Sprache ab. Die Leipziger verstehen aber keinen Spaß, ließen sich dasselbe übersetzen und verlangen nun hierfür 9 Thlr. an Expensen I — (D. Pr.)
Paris, 7. Dee. Obgleich die Neubildung des Ministeriums im Sinne der Rechten stattgefunben hat, ist doch nicht anzunehmen, daß Thiers der „gehorsame Diener der royalistischen Majorität" werde. Er Han bette einfach bei biejer Gelegenheit wie Louis Napoleon am 31 October 1851, als bieser das sogenannte „CornmiS - Ministerium", in welchem auch Magne figurirte, ernannte. Louiö Napoleon, der damals mit
scheinen aber zu glauben, daß der Präsident sich wirklich mit der Rechten abfinden wolle. Sie haben beschlossen, fest zur Linken zu halten, und 90 Mitglieder dieses parlamentarischen Vereins mit General Chanzy art der Spitze geben bereits heute an die Vorstände der beiden anderen republikanischen Vereine die Er- klärung ab, daß sie weiter mit ihnen gehen und die „neue Politik" des Präsidenten der Republik nicht unterstützen werden. Die Bewegung zu Gunsten der Auflösung, die nach der Abstimmung vom letzten Donnerstag auch von dem größten Theil des linken Ceutrums erwünscht ist, wird der Regierung schwerlich Hindernisse in den Weg legen, aber sich in dieser Hinsicht streng an das Gesetz halten, welches dem Petitioniren der Privaten an die National-Versamm lung nicht die geringste Schranke setzt. Für diese Bewegung werden von jetzt an nicht mehr die radikalen Blätter allein, sondern auch alle republikanischen Journale und die Organe des linken Cenirums eintreten. Das Ministerium, wie es j tzt zusammengesetzt ist, unterscheidet sich von dem bisherigen übrigens nur sehr wenig. Die beiden neuen Mitglieder desselben, Leon San und Fourtou, sind keine Persönlichkeiten, die dem Cabinet eine besondere Färbung geben. Leon Say war bisher Seine - Peäieet, und Fourtou, der früher zum rechten Centrum gehörte und bann zum linken Centrum überging, hat sich nur baburch einen Namen gern cht, baß er Berichterstatter über den deutsche,, Postvertrag war; de Goulard, btSher Finanz- Minister und nun Minister des Innern, gehörte zum rechten Centrum, ist aber bem Präsidenten vollstäukia ergeben. Wie schon bemerkt, sind die Mitglieber bee linken Ceutrums, bie eine anberc Wenbung der Dinge erwartet halten, sehr entrüstet. Ihr Hauptorgan, ber „Sotr", verheimlicht dies übrigens nicht. „Das neue Cabinet des Herrn Thiers", sagt derselbe, „wird in der Geschichte den Namen „Ministerium der Sackgasse" führen. Vielleicht irren wir uns, aber wenn wir uns irren, so geschieht es in großer Gesellschaft".
Rom, 8. Dee. Die auf die Einladung des Ministerpräsidenten zur Berathung deS Ges-tzentwurfeS über die religiösen Körperschaften versammelte Majorität der Deputirtenkammer Hal sich im Principe für die Annahme des Regieruligsentwurfes ausgesprochen. — Der hier versammelte Congreß italienischer Juristen hat heute feine Sitzungen geschlossen; als Veriamm- luugsort für das nächste Jahr ist Turin gewählt.— Unttv den hiesigen Buchdruckergehilfen ist ein allgemeiner Steife auSgebrochen.
Madrid, 7. Deebr. Der König ist wieder vollständig hergestellt und hat seine gewöhnlichen Arbeiten wieder aufgenommen. Alle Municipalitäten haben ihre Functionen wieder ausgenommen und scheint hierdurch die Herstellung der Ordnung gesichert. — Eine sogenannte republikanische Baude, ungefähr 150 Manu stark, welche in ber toierra be DeSpenaperros umher- ftieifte, hat eine vollstänbige Niederlage erlitten. —
I" heutiger Sitzung des H e r r e II h a n f e s fragt zu. "üchst. Fürst Putbus an, ob bie Regierung Grundsätze für bie Entschädigung ber Heimgesuchten an ber Ost- jeeküste frstgestellt habe, unb bebaue« bie Verzögerung oer Staatshilfe Angesichts ber glänzenden Finanzlage. Der Minister des Innern erwidert: Die Jnterpella- rioir sei nach seiner Erklärung im Abgeordnetenhause überraschenddie Regierung habe Unierstützungeir er- tbetit, wo Hülfe nölhig gewesen, nach allen Berichten lei allen augenblicklichen Bedürfnissen völlig abgeholfen. Er wiederhole, daß der Staat überall eintrete, wo ber Schaben nicht bauernb reparirt werben könne. Die Regierung verfahre hierbei nach Grundsätzen analog dem früheren Nothstanve, der Schade sei momentan nicht übersehbar. Fürst Putbus bedauert, baß ber
Der Vater bes jungen Prinzen, welchem ber spa Nische Thron einen Augenblick zugebachi war, wandte sich an das Oberhaupt seiner Familie, den König von Preußen, ber seitdem in Folge dieser wunderbaren Ereignisse Kaiser von Deutschland geworden ist, und bat ihn wegen dieses Anerbietens der spanischen Krone um Rath, worauf ihm der König von Preußen eine ziemlich bedeutungslose Antwort gab, indem er ihm ganz freistellte, anzunehmen ober abzulehnen, nameitt- lich aber keine Gewähr für die Folge seines Entschlusses übernahm. Diese Nachricht verbreitete sich mit Blitzesschnelle über die ganze Welt. Der Tui lerienhof war davon bestürzt, empört zugleich. „Da hätten wir ja", riefen die Schmeichler, „die so ersehnte Gelegenheit, uns für Sadowa zu rächen. Preußen *ft_ im Unrecht, und Frankreich wird gewiß für ein so offenbares und nationales Jntercffe Feuer fangen." Di-je Herren fragten sich nicht, ob man auch bereit, ob bie Gelegenheit auch wirklich so günstig unb ob es nicht eine bessere und namentlich gefahrlosere Waffe sei, wenn man Preußen vor Europa zwinge, zurück zuweichen. Aber die Regierung dachte nur noch daran , Preußen mit der Degenjpitze zurückzudrängen.
sie begann gleich mit einem Schritte, für den es gar keinen Namen gibt. Sie forderte Preußen kurzweg und ohne weitere Erklärung auf, die Candidaiur Hohenzollern fallen zu lassen, gerade wie man Jemand, Den man zu einem Duell zwingen will, den Handschuh ins Gesicht wirft. Nichts war toller, als dieses 33er» fahren, se.bst wenn man so gerüstet geweie» wäre, wie mau eS nicht war; beim auch bann mußte man alle« formelle Unrecht bem Gegner zuschieben. Die Wirkung war eine erstaunliche Ich kam in bie Kammer; bie Sitzung hatte begonnen. Alle Welt kam auf mich zu: Sie wissen doch, was vorgebt? - Nun was? erwieberte ich. — Der Krieg! - Wie so ber Ärieg? — Ganz gewiß, ber Krieg! lautete es allgemein. Ich konnte Augen unb Ohren nicht trauen, io sicher, so unanfechtbar war mir noch wenige stunden zuvor ber europäische Friede erschienen, tban erzählte mir den Zwischenfall, und ich war eben so Überrascht wie beitürzt; denn der Krieg schien mir in bem Zustande, in welchem uns die Expedition von Mexico gelassen hatte, der sichere Ruin. Herr OUivier kam auf mich zu; zu aller Welt sehr erregt, war er mir gegenüber etwas verlegen. Er kannte in der That meine Ansicht über die allgemeine Frage unb wußte bestimmt, baß ich diesen wahnwitzigen Act tadeln würde. Er sagte mir zu seiner Entschuldigung, man könne einen solchen Anschlag Preußens in unserem Rückn nicht dulden. Er hätte sich damals dessen erinnern sollen, was er selbst ein Jahr zuvor gjagt hatte, um unS mit ber gewachsenen Größe Preußens zu befreunben. Ich wollte nicht recrimittiren, uttö da ich das Unabsichliche der Candibatur Hohenzollern nicht kannte, sagte ich, man bürfe sich dieselbe in der That nicht gefallen lassen; aber es werbe andere mittel geben, sie zu verhindern: dasjenige, welches man gewählt habe, sei unvernünftig.
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Palloch, ber Führer ber föderativen Insurgenten v« Mini Alcoy, ist im Kampfe gegen die Truppen gefalle» aereij eetne Bande sowie die des Madrazo sind zerstre» u»zu worden.— Drei kleine carlistische Banden, welche üdn nein, di« Grenze gekommen sind, werben lebhaft verfolgt.
Loudou, 9. Dec. Seit gestern wird Englai» seine von einem orkanartigen Sturm heimgesucht. Aus de, der l Häfen werden zablreiche Unfälle gemeldet. Viel, Fort, Schornsteine sind umgeworfen, viele Fenster zertrümmert ~ Personen werden in den Straßen, auch in Londo» v'elfach umg.werfen unb zum Theil schwer beschädigt Ter Orkan hat noch nicht nachgelaffeii. — Von bei Wirkungen beS Strikes ber Gasheizer verspürt ba| Publikum nichts mehr. GaS wirb in hinreichende, Menge geliefert, um wenigstens die Straßenlaternen wie früher zu speisen, unb auch in ben Privaiwoh. innigen unb Geschäftshäusern nimmt allmälig Met Das frühere Ansehen an. Nur Die Gasheizer selb» sind übel baran. Die neuen Arbeiter zeigen sich an« Iteflig unb werden in kürzester Zeit baS nicht schwer , zu erlernende Geschäft völlig begriffen haben. Unter regel, wichen Umständen ist an eine Wieder, instellring d« ber . frieren Arbeiter nicht zu denken, Die, ohne Symp»- tbie deS Publikums, sich gar bald nach den Fleisch, röpfen Aegyprens zurücksehnen werden. Das nahe Weih, nachtsfest wird die Arbeitslosen nicht freudiger stimmen und es ist zu hoffen, daß die Kaffe des Gewerkver- eins, dessen Comin.inbo sie so thöricht befolgten, groß aenug ist, um die 2500—3000-2hbeiter nebst ihre» Familien zu ernähren, bis sie eine andere Beschäftigung