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mühle.
Gestorbene.
Lerehelichte.
Lelegraphische Cours» und Marktberichte.
Frankfurt a. M, 9. Decbr. (Schluß der Börse). Staatsbahn - Actien 363s,, Elisabetb 267 J. Galizier 248, Lombarden 212z, Nordwestbahn 23iz, Creditactien 362;, Jilbcrrente 64-g, Papierrente —, 1860t Loose 95j, Nationalbank 1036, Spanier 28^, 1882t Amerikaner —, Darmstädter Bank —, Effectenbank —. Still.
Berlin, 9 Decbr. (Anfangscourse). Grebitactien 207^, Staatsbahn 208, Lombarden 121%, Amerik. 97.
Die Bvrsenwoche.
Der Versuch, die günstigere Lage am englischen Geldmärkte zu einer künstlich in Scene gesetzten Hauffecampagne an den deutschen Börsen auszubeuten, darf heute schon als entschieden gescheitert angesehen werden. Die Börsen erkannten, zeitig genug gewarnt, den gewaltigen Unterschied zwischen den englischen und deutschen Verhältnissen. Sie erblickten auf der einen Seite eine natürgemäße Entwickelung des Handels und einen keineswegs überladenen Effectenmarkt, auf der anderen eine fieberhaft aufgeregte Thätigkeit in den verschiedenen Industriezweigen, ein ungesundes Uederwuchern des Gründungswesens und eine über Hals und Kopf engagirte Speculation. Dazu kommt noch, daß der laufende Monat, sowie der Januar in einer so überaus bedeutenden Weise mit Einzahlungen junger Actien und dergleichen belastet ist, daß alle Capitalien, welche im günstigsten Falle dem 'Markte zuströmen können, bereits doppelt und dreifach absorbirt sind. Die Bankausweise, welche im Laufe der Woche erschienen sind, zeigen die Fortdauer einer äußerst gespannten Situation. Nichtsdestoweniger scheuen sich einige Gründerinstitute, fortwährend neues Material an den Markt zu bringen Daß dieses Treiben nicht mehr lange gut gehen kann, ist vorauszusehen und muß zu sehr folgenschweren Ereignissen führen, da der geringste Anlaß eine Krisis einbringen kann. An der heutigen (Sonntags-) Börse war man recht matt auf die Nachricht von der Zahlungseinstellung einer bedeutenden Firma in Brüssel- Ob dieser Fall vielleicht schon schlimme Folgen haben wird, oder ob er ohne solche vorübergeht und ihn sich die Börse zum warnenden Beispiel sein läßt, wird man im Laufe dieser Woche sehen. Von den Einzelnheiten des dieswöchentlichen Verkehrs ist wenig zu berichten, da das Geschäft im Allgemeinen ziemlich beschränkt war, die Tendenz war bald matt, bald fest; die Speculation leidet eben an Wechselfieber. Von den leitenden Speculations- papieren dielten sich Staatsbahn recht fest; Credit- actien waren vernachlässigt bis gestern, wo dieselben auf — bis jetzt unbestätigt gebliebene — Gerüchte 3 fl. getrieben wurden, schließen jedoch wieder matter. Für Lombarden sehlt der Speculation jede Anregung, und wurden solche von der jeweiligen Tendenz in's Schlepptau genommen. Prämiengeschäfte in diesem Papier kommen nur noch selten vor. Auf Wiener Bankaktien wirkte der ungarische Ministetwechscl und der langsame Fortgang der Verhandlungen nachtheilig ein. Sie gingen von 1060 auf 1040 zurück. — Von Eisenbahnen waren deutsche fest, während österreichische und ungarische flau waren, fast sämmtliche Gattungen wiesen mehr oher minder erhebliche Rückgänge aus, ebenso wie Bankactien, welche die schwachen Speculanten realisiren, da sie die Hoffnung auf einen ernstlichen Aufschwung der Course verloren haben und die hohen Reports nicht vergebens zahlen wollen. — In Staatsfonds, Prioritäten und Anlehensloosen ist das Geschäft andauernd leblos, und find daher keine nennens- wetthen Veränderungen in deren Course zu verzeichnen. — Pfandbriefe ganz ohne Umsätze. — Von den amerikanischen Prioritäten besserten sich Joaqnin Valley um l|°/o, Cairo und Vincennes um 1°/o, Lexingtion um IV/«. Sehr offerirt um IV/« niedriger waren South Missouri. '
Telegraphische Depeschen der Ober« hessischen Zeitung.
München, 8. December. Der Staatsvertrag zwischen Bayern und Württemberg, wegen Herstellung einer Eisenbahnverbindung zwischen Heidenheim und Ulm mit Benutzung des bayrischen Gebietes ist heute dahier unterzeichnet worden.
Paris, 6. Decbr. Die Abendblätter besprechen die Modificationen im Ministerium und bezeichnen dieselben als ein Pfand der Beruhigung der Gemüther nnd als eine Garantie für die Lösung der Constitutionsfrage ohne neue Krisis.
D a nk s a g u » g.
In Folge des Btandunglücks, von welchem unsere Stadt am 16. October d. I. heimgesucht wurde, sind uns von so vielen Seiten Gaben und Unterstützungen für die Beschädigten zugegangen oder zugesagt worden, daß wir uns verpflichtet fühlen, allen unseren Woblthätern den herzlichsten Dank für ihre thätige Hilfe auch öffentlich auszusprechen.
Dieser unser Dank gebührt zunächst denen, welche noch «ährend des Brandes zur Bewältigung des Feuers beitrugen und größeren Schaden von unserer Stadt abwehten halfen; sodann aber eben so seht den sämmtlichen Gemeinden und einzelnen Wohlthätcrn, die es uns durch die eingesandten ober zugesagten Gaben an Geld, Frucht, Stroh und Viehfutter ermöglichen, die Abgebrannten während des Winters mit ihrem Haus - und Viehstande zu erhalten und vor drückender Noth zu schützen.
So wünschen wir denn allen lieben Wohltbätern Gottes Segen, und werden die unseren Mitbürgern erwiesene Liebe in dankbarem Andenken bewahren.
Schweins berg, am 3. December 1872.
Im Namen der Unterstützungs-Commission:
Der Bürgermeister: Der Pfarrer:
Fleischhauer. C-Sippell.
die geraubten Kleidungsstücke waren sämmtlich bereits nm- gearbeitet und kaum als der rc. Hartung gehörend wieder zu erkennen. — Die rc. Prietzel leugnet noch immer hartnäckig , ebenso bereit jüngere Tochter, welche das Geld auf Geheiß ihrer Mutter von der Gewerbebank erhoben. Selbst eine Konfrontation der Beiden hat ein Geständniß nicht hervorgebracht, obwohl die Mutter ausgesagt hat, daß ihre Tochter das Geld von der Bank geholt habe. So leugnet die Mutter die Theilnahrne am Morde und die Tochter die Mitwiffenschaft. Man weiß aber nun, daß man sich der richtigen Personen versichert hat. Daß Frauenspersonen allein im Stande sind, ein so scheußliches Verbrechen auszuführen, steht gewiß in der Geschichte der Criminaljnstiz sehr vereinzelt da.
München, 4. Dec. Die große Brauerei von Math. Pschorr „zum Hacker" ist von einem schweren Unfälle gestern heimgesucht worden, indem der große Lagerbierkeller an der Bayerstraße, der in sechs Etagen gegen 5000 Eimer Bier enthielt, eingestürzt und wohl sein ganzer Inhalt vernichtet Der Schaden soll zwischen 60 — 80,000 Fl. betragen, bet weitaus größere wird aber durch die Beeinträchtigung des großen Geschäftsbetriebes entstehen, denn wie will jetzt mitten in der Sudzeit dem Mangel eines solchen kolossalen Kellers abgeholsen werden? Der Unfall, bei dem glücklicher Weise Menschenleben nicht zu beklagen sind, soll durch unvorsichtiges Anbauen des Kellernachbars, der gleichfalls einen solchen Keller an die bestehende Gommunemauer anlegen wollte, wobei letztere zu viel bloßgelegt worden sein soll, entstanden sein, denn diese Gommunemauer barst und brachte das ganze kolossale Gewölbe zum Einsturz. Der Anblick, der sich dem Beschauer darbietet, ist grausig; Überden Trümmern wogt eine Fluth von Bier von solch guter Qualität, daß diesen Verlust auch jeder Trinker bedauern muß.
Nürnberg, 5. Decbr. Gestern Nachmittag stürzte das um den Deutschen Hof aufgestellte Baugerüst ein, mehrere Arbeiter unter feinen Trümmern begrabend, lieber den Unglücksfall theilt heute der „Nürnb. Correspondent" nachstehende Details mit: Es sollte ein drittes Stockwerk in einzelnen Theilen aufgesetzt werden, und eben waren sechs Arbeiter mit der Bedachung des bereits der Vollendung nahen Theiles beschäftigt, als das ganze Gebälke zusammenbrach und die Arbeiter niederschmetterte. Ein Arbeiter wurde am Kopfe derart verletzt, daß seiner Auflösung stündlich ent» gegenzesehen wird, ein zweiter erhielt gefährliche Verletzungen an der Brust und am Fuße, zwei blieben unbeschädigt, während die Verletzungen der übrigen minder erheblich sind. Die sofort vorgenommene baupolizeiliche Untersuchung ergab keine Befürchtung einer weiteren Gefahr für die unteren Stockwerke.
— Die Journalistik in Amerika Ein Katalog über die amerikanische Presse constatirt, daß dis zum 15. September d. I. in den Vereinigten Staaten 507 Tagesblätter, 105 dreimal, 110 zweimas, und 4750 einmal in der Woche erscheinende, ferner 81 Blätter, die jede dritte Woche, 91, die von vierzehn zu vierzehn Tagen, 685, die monatlich, 4, die jeden zweiten Monat, 55, die vierteljährlich erscheinen, aiso im Ganzen 6328 Zeitungen, um 449 mehr als im Vorjahre, ausgegeben werden. In Florida allein erscheint kein Lagesblatt. 663 von sämmtlichen Zeitungen haben mehr als 5000 Abonnenten. Die Zahl der landwirthschaftlichen Zeitungen ist 105, der religiösen 302, der für den Lebr- und Lernstand bestimmten 95, der Handels- und Finanzblätter 76. 282 von der Gesainintsumme dieser Zeitungen erscheinen in deutscher, 23 in französischer, 12 in skandinavischer, 6 in holländischer, 5, in italienischer, 6 in böhmischer, 1 in portugiesischer Sprache.
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Verehelichte, Geborene und Gestorbene in der Stadt
Kirchhai»
vom 26. November bis 3 December 1872.
Ev.-luth. Gern.: 1> Der Junggeselle Heinrich Prediger, 21 I., 6 M. und 1 T. alt. 2j Der Bürger, Sattler und Ackermann Franz Gramer, 37 I., 10 M. und 26 T. alt. 3) Der Junggeselle Johann Heinrich Gläser, 27 I., 6 M. und 26 T- alt..
er indeß nicht eintraf. Montag früh sand man die Leiche I Johannes Hartmann und Jungfrau Elise Garoline Auster- des Solinski in einem Wassergraben bei Malankowo, des niiibt».
Geldes beraubt. Am Halse der Leiche befanden sich 9 Schnittwunden, von denen eine den Kehlkopf und zwei seitliche die großen Halsgefäße durchschnitten hatten, also jede einzelne riefet 3 Wunden tödtlich war. Den Mördern (nach den Ermittelungen an Ott und Stelle ist festgestellt, daß mehrere Personen am Raube betheiligt sind) soll man auf der Spur sein.
Dessau, 4. Dec. Gestern endlich ist Licht in die dunkle, vor einigen Tagen gemeldete Mordgeschichte gekommen. Eine Frau Rupert in Köthen war der Theilnahme am Morde dringend verdächtig und gestern früh auf Requi- ition des Untersuchungsrichters daselbst verhaftet worden. Dieselbe legte hier gestern Nachmittag folgendes Geständniß ab: Auf Ersuchen der Witwe Prietzel Hierselbst habe sie sich am Freitag, den 22. November, nach Dessau begeben und habe, von der rc. Prietzel in den Mordplan eingeweiht, ihr Einverständniß erklärt, am selbigen Abend das Verbrechen mit ihr auszuführen. Die rc. Prietzel sei deshalb erst allein zu bet Louise Hartung gegangen und habe ihr gesagt, daß eine Äartensegerin aus Köthen bei ihr sich aufhalte und dieselbe, wenn sie (die rc. Hartung) es wünsche, bereit sei, auch ihr die Karten zu legen. Die rc. Hartung war einverstanden und ersuchte die rc. Prietzel, die Frau zu ihr in die Stube zu führen. Wenige Augenblicke später sind die beiden Frauen zu der rc- Hartung gekommen und hat die Kartenlegerin Rupert sofort sich an den Tisch gesetzt und das Kartenlegen begonnen. Am anderen Ende des Tisches hat die rc. Hartung Platz genommen und die Witwe Prietzel, hinter dem Stuhle der rc. Hartung stehend, dem Kartenlegen zngeschaut. Plötzlich aber hat die Witwe Prietzel der Louise Hartung einen Strick um den Hals gelegt und beide Frauen, die rc. Prietzel und Rupert, jede ein Ende des Strickes erfaßt und die Schlinge zugezogen und zwar so schnell, daß das arme Opfer, ohne einen Laut von sich zu geben, erdrosselt ist. Hiernach haben sie mit schweren eisernen Uhrgewichten der Hartung noch mehrere Schläge auf den Kopf gegeben. Nachdem sie sich überzeugt, daß die Hartung zu (eben auf- gebött, haben die beiden Mörderinnen sich des bewußten Sparkassenbuches, des Geldes, Kleidungsstücke rc. bemächtigt und sich hiernach aus der Stube entfernt. In der Wohnung der rc. Prietzel, die neben der der rc. Hartung liegt, haben sich die Scheusale dann nach der anstrengenden Arbeit einen stärkenden Kaffee gekocht und sich an dem erquickenden Saft gelabt. — Die rc. Rupert bat sich mit einem Gewinnantheile von 100 Thlrn. an dem Raube nach Köthen zurückbegeben,
hier überzählte et fein Geld in Gegenwart von Anderen und Verehelichte.
begeb sich sodann auf den Weg nach Malankowo, woselbst| Ev.-res. Gern-: Der Junggeselle und Mützenmacher
in Staatscarosien umgaben den Leichenwagen. Der Präsident Grant, der gewählte Vice Präsident Wilson, Herr Colfox und General Babcock in einem offenen Mgen. — Herr Washburne, den Frau Fama bereits .gut amerikanischen Premier - Minister gemacht halte, „acht bekannt, daß er weder Lust habe, inS Cabinei ,och in den Senat zu treten, und daß er vielmehr im xecember auf seinen Gesandtschaftsposten in Paris zurückkehren werde._______________________________________
Kassel, 7. Dec. Wie der „N. K. Anz." vernimmt, wurde in letzter Stadtrathssihung Archiv- fecretar Carl Altmüller zum Bibliothekar der Mur- hardt'fchen Stiftung definitiv ernannt.
Bsm Landtage.
Berlin, 7. December.
Das Herrenhaus setzte heute die Vorberathung der Areisordnung fort, nachdem das neu eingetretene Mitglied, General Herwarth von Bittenfeld, auf die Verfassung vereidigt worden war. In der Specialdebatte erhob nun Herr von Senfft bei einigen der ersten Paragraphen seine Kassandrastimme, meist ohne Er- mderung zu finden. Erst bei §. 8, welcher eine Geld strafe für unmotivirte Ablehnung eines Kreisamtes statuirt, entstand eine längere Debatte, an der sich ungefähr zehn Redner für und wider beteiligten; die ultiaconservative Partei beantragte die Geldstrafe zu streichen. Auch der Minister deS Inner« griff zwei mal in die Debatte ein und erklärte, so unerheblich die Bestimmung dieses Paragraphen sei, so dürfe doch derselbe nicht amendirl werden, wenn nicht die Annahme des ganzen Gesetzes gefährdet werden solle. Für die RegicrungS-Vorlage trat unter Anderem auch einer der früheren Gegner des Gesetzes, der Graf von Seheir» Thoß, aus höheren politischen Rücksichten ein. Die von Herrn Gobbin beantragte nameniliche Abstimmung haue das Resultat, daß die betreffende Bestimmung der Regierungsvorlage unverändert mit 114 gegen 87 Stimmen angenommen wurde. Damil ist die Annahme der Vorlage entschieden. Bei den solgenden Paragraphen entsteht keine Debatte mehr; sämmtliche Amendements des Herrn v. Tettau und Genossen werden abgelehnt. Bei § 36 erklärte der Antragsteller, daß er seine übrigen Anträge bei der Aussicbtslvsigkeit ihrer Annahme zurückziehe, was mit lebhaftem Beifall begrüßt wurde. Hr. v. Below nahm jedoch bei §. 85, welcher von der Bildung der Wahlverbände handelt, das Amendement der Ultraconfer vativen wieder auf, wonach ein besonderer Wahlver band der meiftbegüterten ländlichen Grundbesitzer gebildet werden soll. Doch auch dieser Versuch, die Vorlage zu amendiren, mißglückte, ohne daß er von einem Mitglied auö der Majorität bekämpft wurde. Schließlich wurden auch noch die übrigen Paragraphen ohne Debatte unverändert genehmigt Am Montag findet die Schlußberathung statt.
»ex■ li.iii.i.i-iii«wi>' iwiiiiiM'iitTir' - ■ mutirnr• i-roviiirw—t——■« mnnu>M»v .v* Vermischtes.
sUniv.-Nachr.j Die theologische Fakultät der Universität München bat sich, nachdem Prof. Hempel die Berufung ablehnte, neuerdings mit Majorität für die Berufung des Prof. Grimm in Regensburg erklärt; die Minorität wünschte die Berufung des Privat-Docenten Dr. Schönfelder.
— Kronprinz und Pfälzer. Im „H. G “ lesen wir: Als der deutsche Kronprinz im August 1870 als deutscher Heerführer von Speyer aus vorwärts gegen den Feind ziehend, im Dorfe Zeiskam Rast machte, hatte ein dortiger Bauer, Namens Philipp Heinrich Günther, dem feine Fran eben ein Söhnlein geboren, den patriotischen Einfall: „Der Herr Kronprinz muß Pathe bei meinem Buben werden." Der Drang der Ereignisse ließ es damals nicht geschehen. Erst als sich der Kronprinz in Versailles befand, kam es zur Ausführung; der Bauer bat schrifilich den Königlichen Henn um die Vollziehung der ihm zugesagten Huld und erhielt alsbald durch den Adjutanten die Antwort, daß es geschehen solle. Der Kleine erhielt hierauf den Namen Friedrich Wilhelm und entwickelte sich auf das Beste. Da vernahm der Vater, haß der königl. Pathe seines Kindes in Karlsruhe krank darniederliege, und er machte sich mit Frau und Kind auf den Weg, um ihn zu besuchen. Nach Hindernissen aller Att, nach meiern Parlamentiren mit den Schildwachen, den Hof dienern und fiammerberren, gelang es dieser kleinen, (jamilie zur Audienz bei dem hohen Patienten vorgelassen tu werden. Der Kronprinz erkannte den Bauer, in dessen Haus er damals abgestiegen war, sogleich wieder. Er nahm den kleinen Pathen auf den Arm. küßte ibn, erkundigte sich bei Günther über feine Verhältnisse, fragte ihn, ob Leute aus seinem Orte geblieben seien, und unterbiet! sich mit ihm in der leutseligsten Weise. Den Kleinen fragte der Kronprinz lächelnd: „Wie beißt du denn?" woraus dieser die Antwort gab: „Friedrich Wilhelm Günther." „Und was willst du werden?" — „Soldat, wie mein Herr Pathe Der Kronprinz lachte herzlich, und auch die inzwischen hinzugetretene Frau Kronprinzessin freute sich sehr über den kleinen Pathen ihres Gatten. Nachdem Philipp Günther mit Familie im Schlosse übernachtet, kehrte erreich beschenkt wieder nach Zeiskam zurück.
Kulm, 1. Decbr. Ein schrecklicher Raubmord wurde am letzten Sonnabend an dem Einwohner Andreas Solinski aus Malankowo verübt. Derselbe war vom Kulmer Wochen- martt, auf dem er Vieh verkauft hatte, mit einer Baarschast von etwa 70 Thlrn. im Kruge zu Krajenczyn eingekehrt.