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Regierung habe nicht gewußt, daß Prinzessin Clotilde sich bei dem Prinzen Napoleon besunden Habs, als gegen letzteren das Äusweijungsdekret ertasten wurde. Auch stehe der Rückkchr der Prinzessin nach Frank-

KatferSlauter«, 4. Nov. Der Abgeordnete des deutschen Reichstags und des baierischen Landtags für den Wahlbezirk KaiserSlautern-Kirchheimbolanden, Golfen, ist heute früh in Mannheini plötzlich ge­storben.

Straßburg, 2. Nov. DieStraßb. Ztg." tritt der Nachricht entgegen, daß die Wahl der elsaß- lothringischen Generalräthe schon im December dieses Jahres bevorstehe. Allerdings sei die Wiederherstellung dieser Körperschaften im Princip beschlossen, aber der Zeitpunkt noch nicht bestimmt. Jedenfalls dürfte der­selbe erst in das nächste Jahr fallen, zumal es zweck­mäßig erscheine, der Bevölkerung des Reichslandes noch einige Zeit zu lasten, um die letzten Nachwehen der Option zu überwinden und sich in die Verfassung zu setzen, mit ruhiger Ueberlegung und alleiniger Rück­sicht auf die Landesinteresten zu jenem wichtigen Acte zu schreiten. Gestern Morgen fand im Lesesaale deS kaiserlichen Schlosses die erste akademische Feier des Rectoratwechjels statt. Der neue Rector de Bary erstattete den Bericht über die Zustände und die Ent Wickelung der neugestalteten Hochschule. Die Frequenz der Universität ist eine recht befriedigende. Die Zahl der Studirenven in diesem Wintersemester wird wahr­scheinlich nahe an 400 kommen.

Ausland.'

Wien, 2. Nov. Die österreichischen Delegirten zu der Berliner Eonferenz über die focialistische Frage sind heute Abend nach Berlin abgereist. Auch die offiziöseMontagsrevue" erklärt das von Neuem wieder austauchende Gerücht von der Demission des Kriegsministers Freiherrn v. Kuhn für vüllig unbe­gründet. Die neu ernannte persische Gesandtschaft am hiesigen Hofe wird Mitte December mit großem Gefolge hier eintreffen. DieWiener Zeitung" meldet in ihrem amtlichen Theile, daß der kaiserliche Gesandte in Brüssel, Graf Vitzthum v. Eckstädt, zum Gesandte» in Madrid und der bisherige bevollmäch­tigte Minister beim königlich spanischen Hofe, Graf Chotek, zum Gesandten in Brüssel ernannt ist.

Zürich, 3 Nov. .Netschajeff ist in den Händen der russischen Behörden und geht 15- bis 20jähriger Zwangsarbeit in den Bergwerken, lebenslänglicher Verbannung nach Sibirien, einem vollständigen bürger­lichen Tode entgegen! Unzweifelhaft ein entsetzliches Loos; die Landsleute des Mörders suchten ihn dem­selben auf alle möglichen A,ten zu entziehen, erließen Proclamationcnan das schweizerische Volk" und unternahmen es sclbff zuletzt im Bahnhof auf toll­kühne Weise der Polizei ihn zu entreißen; vergeblich! Auch jetzt wirft der peinliche Handel noch immer Staub aus. Am 1, November interpellirte Professor Gustav Vogt, Bruder Carl Vogt'S, die Regierung im CantonSralh wegen der Auslieferung Netschajeff'S; die Sitzung war ziemlich erregt. Prof. Vogt suchte den politischen Charakter deS Mordes zu erweisen, schil bette das schreckliche Geschick, welches Netschajeff er warte, führte an, wie der jetzige Minister Gras von

Flüchtling, obgleich der nun gelöste Cartellvertrag ylit Rußland noch galt, als Rußland die Auslieferung verlangte, einen Wink gab, so daß er sich in Sicher heit bringen konnte, und schloß mit der schwungvollen Phrase:Es wäre der demokratischen Regierung deS Canione Zürich wohl angestanden, sich von dem Grafen von Eulenbmg nicht übertreffen zu lassen!" Regierungsrath Pfenninger antwortete auf diese Jn- vective ganz schlagend, Graf Eulenburg habe einen politischen Verbrecher vor sich gehabt; wenn man sich der Mitleidspolitik hingebe, könne man am Ende Alles als politisches Verbrechen betrachten, Raub, Mord, Fälschung rc.; auch seien die russischen Zustände nicht mehr so barbarisch; man habe sich auch nicht genirt, mit Frankreich Auslieferungsverträge abzuschließen. Cayenne sei auch nicht ohne rc. Staatsanwalt Forrer beklagt es, daß man dem Netschajeff nicht ein­mal Gelegenheit zum Selbstmord gegeben habe! Das heißt doch noch ein sentimentaler Staatsanwalt! Ex-Bundesrath Dubs, der, beiläufig gesagt, im Canton Zürich, I. Wahlkreis, bei der Nationalrathsmahl glänzend durchfiel, wurde sogar poetisch und declamirte auö Wilhelm Teil:Fort, fort von hier! Und ihr, schaut diesem Mann nicht nach!" DerMann" ist natürlich Netschajeff. Die Regierung scheint indessen ganz richtig gehandelt zu haben; ein feiger hinterlistiger Mord lag vor; Netschajeff lockte das Opfer in «ine Höhle, wollte es zuerst erdrosseln, erschoß dann aber, weil das Erdrosseln nicht gelang. Bald darauf floh der Mörder feig, während die Helfershelfer muthig in Moskau aushielten. Ferner besteht nun einmal ein Vertrag mit Rußland; will man ihn nicht halten, warum ihn dann überhaupt eingehen? Uebri gens scheint es, als ob die Regierung doch im Sinne der Mehrheit der Bevölkerung gehandelt habe. (D. Pr.)

Paris, 3. Nov. Ein Tagesbefehl des Generals Chanzy an das 7. Armeecorps in Tours sagt: Frankreich will seine Rolle in der Welt behaupten. Die Armee muß das Beispiel der nothwendigen Tu­genden geben; sie muß den Parteien fremd bleiben. Ihr werdet der Regierung mit Selbstverleugnung und gänzlicher Hingebung dienen, die Ordnuirg im Innern vertheidigen und, wenn es nöthig ist, das Banner Frankreichs draußen'geachtet machen." Folgendes wäre nach den soeben ausgegebenen Acten- stücken der Bestand des französischen Heeres für das Jahr 1873: Gesammteffectiv: 454,170 Mann unc zwar: Infanterie 282,044, Cavallerie 60,044, Ar­tillerie 51,308, Genie 9000, Train 8000, Gendar mene 29,170, Diverse Truppen 14,604.

Rom, 1. Novbr. Die plötzliche Rückkehr des französischen Gesandten, Herrn Fournier, dessen Ur taub erst am 10. d. M. abläuft, bildet das politische Tagesgespräch- Herr Fournier soll noch einmal die Erllärung Remusalö wiederholt haben, die französische

Eulenburg als Regierungspräsident an oer Spitze der .... . .. ... . _

Provinz Ostpreußen einst einem .politischen russischen^ reich Nichts im Wege. Weiter soll Fournier dem

Räthsel, wenn gleich ein sehr liebliches. Mit hoher Schönheit ausgestattet und einem seltenen Ebenmaß der Züge verband Aiabella eine solch wechselnde Slim mung, ein solch launenhaftes Abstößen und Anziehen aller, die sie umgaben, daß viel Nachsicht dazu gehörte, um sie nicht zu fliehen, ein großes Maß von blinder Liebe, um nicht jeden Augenblick von ihr gekränkt zu sein.

Arthur, dessen Charakter eftt ernster, dessen Wesen ein ruhiges und sicheres war, fand sich von ArabellenS ungleicher Stimmung vielfach gepeinigt und zog sich von ihr zurück, wo es nur möglich.

Arabella, die dieses wohl bemerken mußte, hatte gerade für die ernste und abstoßende Art ihres neuen Verwandten eine Vorliebe und suchte ihrerseits seine Gesellschaft möglichst auf; sie verflocht ihn, so oft ihr sonst sehr frauenhaftes Wesen es nur erlaubte, in eine ernsthafte Unterhaltung, wobei freilich einem jeden von ihnen die Gelegenheit geboten wurde, sich gegenseitig zu achten und zu ehren. Nicht lange währte es auch, al« Arthur seine Abneigung völlig überwunden zu haben schien; er suchte sogar jetzt gegen seine seitherige Gewohnheit die Nähe der Frauen auf, deren Liebling er schon vorher gewesen war , selbst da, als er kein Geheimniß daraus machte, daß er die Gesellschaft der Männer der ihren vorzog.

Nun war eS Arabella, die sich von Arthur ent fernte, doch that sie eS mit mehr zarter Rücksicht, als man sie sonst in solchen Fällen hatte nehmen sehen. Dennoch schien es ihr eifriges Bestreben zu fein, Ar­thur möglichst zu mißfallen. Ob sie hierzu das rechte Mittel gewählt, darüber wollen wir die uriheilen laffen, welche es oft schmerzlich beklagen möchten, sehen sie daö Bestrebe» der Frauen, welche um jeden Preis gefallen wollen, dadurch jedoch etwas ganz Entgegen­gesetztes erzielen.

Arthurs Wunsch, die Welt zu sehen, war schon lange nicht mehr erwähnt, weder von seiner Seite, »och von der der ©einigen, die ihrerseits zu froh waren, ihn in ihre Nähe zu fesseln. Davison war zwar hie und da für die Gesundheit seines Sohnes bange, die ihm minder fest erschien, als er wünschen mochte, doch er war ein ängstlicher Vater und konnte sich täuschen. . 4

Eines Tages war Arthur nach dem Wohnsitze seiner Geschwister geritten, wo jetzt Anna als liebliche Haus­frau eingezogen war. Die Geschwister waren ebenfalls an jenem £age nach W. gekommen, hatten aber einen anderen Weg eingeschlagen, Dennoch war Arthur spät nach Hause gekommen, den Grpnd dafür in einem weiten Umwege angebend, den er durch den Wald ge­macht, wodurch er auch so ermüdet sei, daß er sich sogleich auf sein Zimmer zurückziehen müsse. Doch nicht der Herr allein schien tovtmüde, auch das Pferd, von Schaum bedeckt, zitterte und bebte von allzugroßer Anstrengung.

Als wenige Tage später Lothar mit seiner jungen Frau wiedergekommen, sanden sie des Vaters Wahr­nehmung bestätigt, daß Auxthurs Aussehen ein aus­fallend leidendes sei.

Armer Arthur", hatte Anna gesagt,Du siehst krank auS und mußt den Arzt zu Rath ziehen, und wir, die wir kamen, uns ein wenig von der Einsam feit des Hauses zu erholen, haben es auch heute hier nicht gut geu offen. Arabella ist nämlich plötzlichweg­gereist , um ihre Freundin in O. zu besuchen, weg gereist, ohne uns vorher von diesem Plane zu unter­richten , damit wir uns mit dem Gedanken vertraut machen könnten, sie auf längere Zeit zu vermissen.

Arthur mußte wirklich leidender sein, als er es vorher zugestehen wollte, denn sehr bald begab er sich

italienischen Minister des Auswärtigen bezüglich bfl ft' Zwischenfalls des Paters Secchi bei der Meterco» 1873

Mission, Italien müsse sich mit der Auskunft, welch Herr Remusat dem Ritter Nigra gegeben habe, bt gnügen «ud mit dem förmlichen Verspreche», daß bf leidige Vorfall in den künftigen Verhandlungen übet die Meterbestimmung diplomatisch al« gar nicht vor gefallen angesehen werden solle; aber darüber hina« glaube die französische Negierung der italienischell teig weitere Genugthuung schuldig zu fein, und bitte des halb von der in dasJournal osficiel" einzurückei ben Note s» wie von der Depesche, deren Copie t« italienischen Regierung zu belassen sei, abstehen $ wollen. Die Unterhandlungen über den französisch italienischen Handelsvertrag fangen erst nächsten M nat an; nachdem die industrielle Untersuchungscoi Mission ihren, Bericht erstattet hat. DieGaz^t usfiziale" enthält die veränderte Eintheilung der Ä richlssprengel der italienischen Consulate in Deuts, land, das Consulat zu Frankfurt hat demnach die C richtsbarkeit für die preußische Provinz Hessen-Nassa, das Großherzoglhum Hessen, und über die Fürstemhümi Hohenzollern, Lippe und Lippe-Schaumburg. (Fr. Pr

Der amtlichen Zeitung zufolge hat der Köni sobald er das Unglück vernahm, welches die Provii Mantua betroffen hatte und die Provinzen Cremon Rovigo uno Ferrara bedrohte, dem Hülfscomite s Mantua sofort 40,000 Franken auö seiner Privo casse überwiesen, auch, den Präsidenten deS Ministn raths und den Minister der öffentlichen Arbeiten teil graphisch beauftragt, der unglücklichen Bevölkerung z Hülse zu kommen, und das technische Personal i seinem Namen zu ermahnen, daß es alle Kraft « strenge, um größeres Unglück zu verhüten. Der Z« halt dieser königlichen Depesche wurde den Jnspecto« und Civilingenieuren und den zu den Arbeiten coa manbirtcn Osfizieren mitgelheilt. Nach ben letz« Nachrichten ist Hoffnung vorhanden, daß die Ueba Ichwemmung von ben am meisten bedrängten Orte Casalmaggiore und Ostiglia abgewehrt werden kam

£pnbim, 4. November. Die erwartete groj Demonstration im Hybepark, welche auf die Regier»» einen Druck auSüben sollte, damit sie sich zur Fn lassung der noch eingekerkerten Fenier entschließe, h< gestern Nachmittag Statt gesunden. Die Poliz mischte sich nicht ei». In Devonshire ist eine äh« liche Epidemie unter ben Pferden ausgebrochen, wi sie in New-Aork geherrscht hat.

Konstantinopel, 1. November. Gestern fai eine diplomatische Soiree beim österreichischen Bo schafler Grafe» Ludolf Statt, welcher Khalil Pascht die Botschafter von Frankreich, Rußland und M neue Gesandte Deutschlands mit ihrem Gesaudtschaslt Personale beiwohnten. Morgen wird der engliss Botschafter uno am Montag der russische vom Suite in Audienz empfangen werden. Aus Teheran wii gemeldet, daß der Schah bei Gelegenheit ti Vermählung seiner Tochter einen neuen Damen-Ordt gründete, welcherSonnen - Orden" genannt wirt Die Mutter des Schahs wurde zuerst damit decoril

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auf sein Zimmer, um ,eF .an jenem Tage nicht wird, zu verlassen. Auch überraschte er am nächsten Tt die Seinigen mit dem Entschluß, jetzt endlich di längst projektiere Reise ausführen zu wollen. Da bf Plan hierzu ein sehr umfassender war, Arthur bei halb voraussichtlich lange Zeit nicht wieder in bi väterliche HauS zurückkehre» würde, so waren alle 6 der Aussicht auf eine so lange Trennung recht trauri Bald sollten jedoch diese Empfindungen einen anbei Grund erhalten, denn Arthur wurde von einem schlt chenden Nervenfieber befallen, eine Krankheit, die dur ihre Tücke, mit der sie sich einschmuggelt und festsesf die Pein der Äerzte ist, da ße alle» Mitteln der Ku« so leicht Trotz bietet.

Davison's Hausarzt und langbewährter Fretti theilte die Betrübniß der Famile, als sei er selbst 6 Glied derselben, und konnte deshalb um so wenig seine Besorgniß verbergen, daß Arthurs Wiederhs stellung eine sehr zweifelhafte sei.. Noch stand b Doctor in ernster Berathuag von der bestürzten F milie umgeben, als Arabella anlangte. Die Nachr« von Arthur« Krankheit war ihr nicht fremd geblieb« von ihrem Bruder hatte sie öfters Kunde erhalt« und war von der Sorge unterrichtet, in welche ih> Verwandten versetzt waren.

Arabella hatte alsbald den Arzt gefragt, ob Arthur besuche» dürfe. Doctor -Momsen, ein flei» alter Herr, richtete seinen durchdringenden Blick H Arabella, ben er burch eine ihm eigenthümliche @ «ohnheit zu scharfen schien, indem er den Kops et® nach der Seite beugte und daS eine Auge zudrück» Gewiß, mein schönes Fräulein, Sie dürfen nicht w Sie müssen meinen Patienten besuchen," hatte er « geantwortet und war bann gegangen.

(Fortsetzung folgte

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