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benden Conflict mit dem Bischof von Errnland er­innert wird.

— Die „D. R.-C." stellt hen pecuniären 3tafy theii zusammen, welcher dem Staat aus dem Schluß des Landtages erwächst. Da alle Vorlagen — auch der Etat - dem Landlage wieder vorzulegen sind, müssen sämmtliche Drucksachen neu angefertigt werden. Rechnet man zu den Reisekosten, welche auf 15,000 Thlr. veranschlagt werden können, noch die seit dem 22 October an die Abgeordneten gezahlten Diäie-i, die doch auch fetzt zum größten Theil nutzlos ver- wendet sind, so wird man gewiß nicht zu hoch greifen, wenn man diejenigen Unkosten, welche den Herren v. Kleist und Genossen auf das Conto geschrieben werden können, — namentlich, wenn man berücksich­tigt, wie lange Zeit schon in diesem Frühjahr auf die Berathung der Kreisordnungs-Vorlage verwendet worden ist — auf 80,000 Thlr. veranschlagt.

— 3. Novbr Es bestätigt sich, daß im Laufe dieser Woche Verhandlungen stattfinden werden zwischen der Regierung und den Führern derjenigen Parteien, welche für das Zustandekommen der Kreisordnung im Abgeordnetenhause thätig waren, namentlich mit den Mitgliedern der früheren Commission deS Abgeord­netenhauses. Man schließt daraus auf den ernstlichen Wunsch der Regierung, zu einer Verständigung mit * dem Abgeordnetenhause zu gelangen, wodurch auch die vorgängige Vorlage des Gesetzes im Abgeordnetenhause erklärlich wird. — Auf eine Anfrage Bancroft'S, des norbamerikanischen Gesandten, an das hiesige auswär­tige Amt, betreffend die Kosten und Auslagen der diesseitigen Regierung in der Schiedsspruchfrage, er­ging gestern die Antwort an die amerikanische Ge sandtschaft, worin unter Dank für das Anerbieten der Rückerstattung erklärt wurde, daß diesseits keine Kosten oder Auslagen zu liquidiren sind.

Schleswig, 1. November. Die Agitation der Deutschen Nordschleswiger gegen den Art. V. des Prager Friedens hat bei der dänischen Bevölkerung dieses Grenzdiftricles große Aufregung hervorgerufen. Das Organ der letzteren, das Haderslebener „Dane- virke", droht den deutschen Sladtbürgcrn mit einem Kausstrike ihrer bäuerlichen Kunden. Gleichzeitig setzt die Kopenhagener Presse ihre Bekämpfung der eventuellen deutschen Garantiesorderungen zu Gunsten der eventuell mit abzutretenden deutschen Nordschles­wiger fort. Wie weit die Erbitterung dieser Organe gediehen ist, ergibt sich z. B. daraus, daß „Fädre- landet" meint, wenn in der Zeil von 1850—54 eine Unterdrückung und ein Sprachzwang stattfanden, sie gegen die Dänen ausgeübt wurden. Das andere tonangebende Organ der dänischen Nationalpartei „Dagbladet", beschäftigt sich nach wie vor in besonders gehässige;» Geiste mit den socialen Verhältnissen der deutschen Hauptstadt und hat sogar zu einem schaden­frohen Artikel über den Lütticher Scandal den Raum gefunden.

Kreis der Ihren, thaten dies aber in so liebenswür« diger, ich möchte sagen geistvoller Weise, verbreiteten so viel Anmuth um sich her, daß man in ihrer Nähe leicht die Welt vermissen konnte mit ihren mannig­fachen Zerstreuungen, um sich dennoch von einem Tag auf den andern zu freuen. Lothar, Davison's Schwieger­sohn, war ein glücklicher Gatte und hatte in der Thar auch alle Ursache, es zu sein; daher wurde ihm denn auch die tiefe Trauer, welche die ganze Familie um­fing, nicht lästig, ja er fand solche natürlich. Den Wunsch, den ich anfangs hegte, meinen Aufenthalt in Ostfriesland dazu zu benutzen, um das Land selbst näher kennen zu lernen und mich wo möglich dabei zu unterrichten, halte ich längst wieder aufgegeben und ein jeder Augenblick, in welchem ich mich des Glückes entschlagen hätte, in Davison's Familie zu verweilen, wäre mir wie die Verschleuderung eines kostbaren Gute» erschienenen; freilich erschien es mir auch wie­der wie Pflicht, die Gelegenheit nicht unbenutzt vor­übergehen zu lassen, in der ich so vieles sehen und beobachten konnte, was, unterliefe ich es, mir stlber ein Arrnuthszeugniß ausstellen hieß. Wie sehenswenh waren nicht schon die kostbaren Dämme und Schleußen, die dort gebaut sind, um die Ueberfluthung des Meeres zu verhindern. Wer konnte wisien, zu welcher ein­flußreichen Stellung ich einstens im Staate gelangen werde, wie gut konnte ich dann meine mir gesammel­ten Kenntnisse verwerthen. Wie konnte ich in der Anschauung der Betriebsamkeit de« Lande- manchen Fingerzeig finden für eignes Handeln, manche Idee für spätere Verwirklichung. Alles, alles das halte aber zu jener Zeit keinen Werth für mich, und ganz andere Interessen waren es, die mich beherrschlen. Dennoch konnte ich der Aufforderung Lothars mich nicht entziehen, ihn nach Aurich zu begleiten, wo er den Pferdemarkt besuchen wollte.

„Sie werden dort, denke ich, stch recht gut unter­halten", sagte er zu mir; „die Pferdemärkte Aurichs

Dresden, 2. Novbr. Das „Dresdener Jour­nal" veröffentlicht das officielle Programm zu de» Hofsestlichkeiten bei Gelegenheit des goldenen Eheju biläums des sächsischen Königspaares: Am 7. und 8. November Empfang der Hofstaaten, der Minister, der Landtagspräsidien, der Gesandten und der Depu tationen zur Beglückwünschung; am 9. November keinerlei Empfang; am 10. November Vormittags kirchliche Einsegnung deS Jupelpaares im Parade saale des Schlosses, dann Zug in die katholische Kirche, in welcher unter Glockengeläute und Geschütz­salven das Tedeum gesungen und eine kleine Messe gelesen wird. Um 4 Uhr königliche Tafel im Banket saale, wozu die höchsten Herrschaften sich in den Gemächern der deutschen Kaiserin versammeln. Abends Festvorstellung im Hoftheater. Den Schluß der Fest lichkeiten bildet am 11. November ein großer Hofball. — Der „Dresd. Anzeiger", das amtliche Organ des Dresdener Stadtraths, enthält folgende, jedenfalls aus zuverlässiger Quelle geflossene Mittheilung: Der be­vorstehende Besuch Sr. Majestät des deutschen Kaisers legte der Stadt die Verpflichtung nahe, den hohen Gast unseres Königshauses feierlich zu begrüßen, und es waren auch hierzu bereits die erforderlichen Ein­leitungen getroffen. Wie indessen verlautet, haben Se. Majestät der Kaiser sich mit Entschiedenheit gegen besondere Ehrenbezeigungen für Allerhöchstihre Person ausgesprochen, da bei dem gedachten festlichen Anlaß sich Alles um das goldene Jubelpaar gruppiren müsse. Hiernach wird stch die Stadt auf die Erbauung einer Ehrenpforte auf dem Kaiser-Wilhelmsplatze und aus Ausschmückung der Augustusbrücke beschränken, während von Seiten der hiesigen Einwohnerschaft gewiß nicht Unterlasten werden wird, dem hohen kaiserlichen Gaste welcher an der Seite unseres hochverehrten Königs in die sächsische Haupt- und Residenzstadt einzieht, einen herzlichen Empfang zu bereiten.

Stuttgart, 2. Nov. Abgeordnetenkammer. Es wird von einem königlichen Rescripte Mittheilung ge geben, durch welches Hölder zum Vicepräsidenten er nannt wird. Derselbe versichert, das in ihn gesetzte Vertrauen des Königs rechtfertigen zu wollen. Die Kammer beginnt sodann die Berathung des neuen Grund- und Gewerbesteuergesetzes.

München, 2. Novbr. Eine k. Entschließung vereinigt das Appellationsgericht zu Amberg mit dem zu Nürnberg, das zu Aschaffenburg mit dem zu Bam­berg vom 1. Octbr. 1873 an

Metz, 31. Oct. In hiesiger Stadt stellten sich bei der Recrulirung 50 Pflichtige, von denen jedoch nur 3 als tauglich erkannt, die übrigen zurückgestellt werden mußten. Günstiger verlief die Aushebung im Kreise Diedenhofen. Dort wurden, so berichtet die „Ztg. für D. L ", in Hüningen von 81 Erschienenen 45 für tauglich befunden, davon einige sogar für die Gardedragoner; in den Kantonen Busendorf, Dolchen und Falkcnbcrg stellten sich 326 junge Leute, von sind bekanntlich sehr bedeutend und werden von nah und fern besucht und man kann dort neben dem Ver­gnügen, die edelsten Thiere zu bewundern, auch eitie.i schönen Schlag Menschen zu sehen die Gelegenheit haben."

Wirklich war auch dieser Ausflug ein sehr in­teressanter für mich. Ich durchreiste einen großen Theil des Landes und erfreute mich seines unverkenn­baren Wohlstandes, seiner ungemein blühenden Land wirlhschaft. Freilich ein Freund von romantischen Gegenden muß einen andern Weg einschlagen, um für seine Vorliebe Nahrung zu finden. Ein ganzes Land, das nur eine Ebene bildet, kann keine pittoresken, keine malerischen Scenerien bieten und die Polter, wie die fruchtbare Anschwemmung des Meeres genannt wird, sind nur für das Auge des LandwirtheS erfreulich. Doch auch dem leidenschafilichsten Freund von Natur- jchönheiten wird es nicht all zu viel Mühe kosten, sich für eine Zeit schadlos zu halten an den kostbaren Pro Butten, welche das fruchtbare Land erzeugt, die der blühende Seehandel vervollständigt.

Die alle Erfahrung, wie rasch oft eine nähere Be­ziehung auf der Reise sich bildet, bewahrheitete sich auch zwischen Lothar und mir, und bald besprachen wir uns so rückhaltlos, als es nur das Vertrauen der Freundschaft rechtfertigen kann. In einer solchen Stunde nun theilte mir Lothar das Schicksal seines Schwagers mit, da« mich mit tiefem Mitgefühl er­füllte. Außergewöhnliches, etwas besonders Unerhörtes lag zwar nicht in der Lebensgeschichte meines armen Freundes,, es war im Gegentheile das alte Lied, das alte Leid, das unsere Großmütter schon erfuhren und unfern Enkeln nicht vorenthalten sein wird, jenes Leid, das deS Einen Herz wie ein Wurm zernagt, während es da« des Andern wie ein Tiger zerreißt.

„Die Engel nennen es Himmelsfreud', Die Teufel nennen es Höllenleid, Die Menschen nennen es Liebe."

welchen 105 als militärtüchtig erkannt wurden, j, daß der Bezirk Diedenhofen jetzt deren 149 zähl

Ausland.

Wien, 2. Novbr. Die Nachricht, daß der Kriegt Minister Kuhn sein Temissionsgesuch eingereicht hab, wird trotz aller Dementis auf das Entschiedenste auf recht erhalten.

Bern, 2. Nov. Der VerwaltungSrath der Co, tralbahn verwarf den eventuell zwischen der Aargat«, Regierung und der Nordostbahn abgeschlossenen Bo trag, nach welchem die Aargauer Westbahnen ein seh ständiges Actienunteritehmen mit 5 Millionen Actio, capital bilden sollten, von denen die Nordoslbahn uni die Centralbahn 3^2 Millionen zu übernehmen g, habt hätten. — Aus der Bundesrathssitzung vo, 30. October wird gemeldet: Die deutsche Gesaudtschas hat vor einiger Zeit um Auskunst über die in bi Schweiz geltenden gesetzlichen Bestimmungen betreffet, die Civilehe und über Die Folgen dieser Gesetzgebui ersucht Es werden ihr in Erledigung dieses Beges rens die bezüglichen Berichterstattungen der Reg« rungen von Zürich, Glarus, Thurgau, Tessin, Waadi Neuenburg und Genf mitgetheilt.

Paris, 2. Nov. Der Postvertrag mit Ruhla» ist gestern unterzeichnet worden. — In Besssg, (Dep. Gard) wurde das Octroigebäude von eim 150 Mann starken Bande angegriffen. Die Gendarmei von denen zwei verwundet, wurden, feuerten aus bi Angreifer; zwei de,selben wurden getödtet, ein Ander« verwundet. Es sind Truppen abgesandt. - Genen Rivera reist in der Angelegenheit des Bazaine'sch« Prozesses heute nach Metz, um Den Thatdestand voi militärischen Standpunkt zu untersuchen. — Thies ist Der Vicepräsibeitschast ungünstig gestimmt. E soll seinen Vertrauten gegenüber geäußert haben: Di Republik braucht keinen muthmaßlichen Erben. - Die bereits gemeldete Monarchisten Demonstration d Bordeaux beschäftigt die meisten Blätter, Die R« pubtique Frantzaise nennt diese Leute „des factieux“ die Dedats meinen, das dürfte doch zu stark sein, si seien bloß „Utopier"; die „Province", ein Fustoniste« blatt in Bordeaux, bezeichnet dieses Banket als ein« „Act der Energie und Ergebenheit", wogegen ti France nur einen Act der Partei, einer zur Ohnmats verdammten Partei darin erblickt; mit Ohnmacht p sie geschlagen, sowohl ihrer unheilbaren Zerfahrenhei wegen, wie in Folge des Umstandes, daß sie fiel Schritte lhue, die mit der wirklichen Strömung De öffentlichen Meinung in Widerspruch ständen. I»desto ist die Kundgebung der Noyalisten in Bordeaux mi ein Vorspiel; das neueste Bien Public meldet: „De Graf de Damas d'Hautefort, Kammerherr, Ralh uni Freund des Grafen Chambord, befindet stch seil einig« Tagen in Paris. Er soll, wie man unS versichert beauftragt sein, der legitimistischen Partei ihr Vck halten vorzuschreiben. Eine Versammlung würde zi diesem Zwecke vor Eröffnung der Nalioital-Versamm

Soll ich mich nun genau an die Mittheilungei Lothars halten, so gehört ein Theil ans seines Valeri Leben dazu, um Arthurs Schicksal in ein klares Lich zu stellen,-da dasjenige des Vaters und des Sohnei in eigenthümlichen Wechselbeziehungen stand.

Davison hatte stch erst spät verheirathet, indem e seine Jugend und einen Theil seines Mannesalteri dem Andenken einer unglücklichen Jugendliebe weihte die dennoch später ihr Ziel finden sollte. Verhältnis^ die man nie genau kennen gelernt, zwangen Davison'i spätere Gattin, dem Manne ihrer Wahl zu entsage» und einem andern ihre Hand zu reichen, welchen st iveber lieben noch achten konnte.

Während einiger Jahre, in der sie dessen Gatti» war, mußte sie zu dem WermuthSbecher der Entsaguitz auch jenen häuslicher Widerwärtigkeiten bis auf de» Grund leeren, war dann Witwe geworden und lebt« mit ihrem kleinen Sohne in tiefer Zurückgezogenheit auf einem Landsitze, der ihr nach dem Tode ihrei Mannes nebst einem bedeutenden Vermöge» zugk fallen war.

Nach einem Zeitraum von ungefähr acht Jahre« war Davison avS Mexico, wo er sich ansehnlich« Bergwerke erworben, zurückgekehrt, weil er die Seh«' sucht nach der Heimath nicht mehr zu bekämpfen vev mochte. Hier wollte er nur eine kurze Zeit und u» bekannt vetweilen, bann seinem Vaterlande wiebel Valet sagen und nach Mexico zurückkehren. ES würbi ihn jedoch keine Mühe gekostet haben, selbst in feind Vaterstadt unbekannt zu bleiben: der Einfluß bei Klima's, »erbunben mit dem tiefen Ernst seiner Zügh hatten ihn gänzlich umgewandelt. Doch das Auge bd Liebe hatte ihn dennoch zu erkennen vermocht und ball auch umfing ihn der Zauber des häuslichen Glückei und die Geliebte seiner Jugend durfte in der Heimach seine Gattin werden.

(Fortsetzung folgt.) ' j

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