Einzelbild herunterladen
 

Marburg, Freitag, den 25. October

1859

Nir. 932-

Oberhessische Zeitung

t

stell»

t. 7',

-83,.r

und trifft eS dennoch.

;en.

n

n

Hierauf narb die Sitzung aufgehoben, Den Tower zurückgeführt; doch ward nach belieben mit ihrem Kämpfer zu

Gottesgericht war nachtheilig für Ra«

esaß essen über dem sich und

'n te eines 'n te

senk- I an

*369

*tbr.i e

chaft. [2403

al- >on oct da­

scheinen würde, die Königin in ihr vergönnt, verkehren.

Doch das

leien mit der he» >ig- tiir-

tharina ausgefallen: der Graf von Sussex war im Kampfe für sie geblieben, denn alle Dämonen des Hasses und der Rache hatten den Arm seines Geg ners geleitet Die Königin kniete trostlos auf ihrem Beijchemel in dem ihr angewiesenen Kerkergemache deö TowerS, besten auf die Siadt gehende Fenster mit schwarzen Vorhängen verhangen waren. Sie schlug den Blick hülfeflehend zu dem Kruzifix auf, das ihrem Betstuhl gegenüber hing, aber d-r Gekreuzigte hatte keinen Trost für sie. Ihre Hinrichtung war auf die sechste Abendstunde bestimmt, und schon schlug es fünf Uhr. Nur noch eine Stunde hatte sie zu leben, bann war Alles vorüber, und die nächste" Morgen­sonne ging über ihrem Grabe auf. Sie war noch jung und schon stand sie an der Schwelle der Ewig­keit. Der Tod, an den sie fast noch nie gedacht hatte, war ihr entsetzlich; wie sehnte sie sich jetzt nach ihrer Alrune, nach ihrem kleinen Häuschen in Richmond, nach den schönen Träumen 'hrer Jugend zurück. O, wenn ihr der König vergeben hätte, wie würde sie seine Hände geküßt, seine Kniee umfaßt haben. Wenn sie nur zu ihm gelangen könnte, so würde er sich vielleicht durch ihre Thränen rühren lasten. Aber die Zeit verging, di- Stunden flohen ihre Adern pulsirten mit solcher Heftigkeit, daß sie ihr den Kopf zu zersprengen drohten. Sie war aus ihrer knieeiiden nach und nach in eine sitzende Stellung gerathen, stützte die Ellnbogen auf ihren Schooß und drückte ihre Schläfe fest mit beiden Händen. Aber während

Aber plötzlich fiel ihr Blick auf einen reichen Brillantring, der an ihrem Finger funkelte; der Ge­danke durchblitzte sie, daß er ihr zum leuchtenden Rettungssterne werden könnte.

Sagt doch, guter Mann," hob sie endlich an, «findet Ihr nicht, daß Euer Stand ein entsetzliches Handwerk ist?"

«Wohl ist es da-/ erwiderte er mit einem tiefen Seufzer.

Warum habt Ihr H denn erwählt?

Weil mein Großvater es meinem Vater und' dieser wiederum eS mir vererbt hat. ES gab eine Zeit, wo ich mein halbes Leben darum gegeben hätte, einen andern Stand erwählen zu können."

Und seitdem?" forschte Katharina in ängstlicher' Erwartung.

gen so entgegen kommen können, als gerade Hr. Camp­hausen. Auch die Verhandlung im Abgeocdneten- hause über den Sittenzustand der Hauptstadt gewährt eine Befriedigung; man unterließ alle bitteren, sonst wohl gebräuchlichen Bemerkungen und prüfte den Ge­genstand in sachlicher Weise. Was die Verhandlungen des Herrenhauses anbelangt, so gibt die heutigeProv - Cvrresp." dem Hause die Direktive für die Behänd lung der Kreisordnung, und es ist wohl zu erwarten, daß die heutigen Erklärungen des halbamtlichen Blattes nicht ohne Eindruck bleiben werden, sowenig als die ge­strige Rede deS Miitisters des Innern, der gewiß allsei­tiger Beifall sicher ist. Das halbamtliche Blatt gibt in einemDer Bischof von Mainz und die Prov.-Corresp." überschriebenen Artikel eint Replik auf die Ausfüh­rungen des Bischofs Ketteler, welche dieser über die Beleuchtung derProvinzial-Correspond." über die Denkschrift gegeben hatte. Da dieProv. Corresp." neue« Material in Bezug auf diesen Gegenstand her-

lge- ist

Seitdem habe ich mich daran gewöhnt." Ihr seid der einzige Scharfrichter in London s

.Der einzige."

Deutsches »eich.

** Berlin, 23. Oct. Die Verhandlungen des Herrenhauses sowohl als auch Vie im Abgeordneten­hause am gestrigen Tage haben nicht allein in parla­mentarischen Kreisen, sondern auch außerhalb diesen, einen durchaus günstigen Eindruck hervorgerusen. Im Abgeordnetenhause mußte die Rede des Finanzministers über die Verwaltung des Staatsvermögens selbst den oppositionellsten Kritikern Befriedigung gewähren unb diese günstige Lage ist keineswegs ein Ergebniß der Milliarden, benn diese haben Preußen« Staatsbudget wenig berührt, nein, es ist diese glückliche Finanzlage eine Folge der umsichtigen Verwaltung und des Wohl­standes des Landes, und mit Recht kann daher die Nat.-Ztg." darauf Hinweisen, daß die so günstigen und erfreulichen Ueberschüsse mit dem Umstande gleichen Schritt halten, in welchen der Gewerbefleiß Preußens, der Verkehr und Handel gestiegen ist. Es ist dieses Ergebniß, welches der Finanzminister gestern dem preußischen Volke mittheilte, um so erfreulicher, als bekanntlich der jetzige Finanzminister unter schwierigen Verhältnissen sein Amt übernahm, aber das von dem­selben eingesührte System der Staatsschuldentilgung H ließ erkennen, daß das Portefeuille für Preußens Fi- | nanzen in sichere Hände gelegt worden. Selten hat | ein Finanzminister den einzelnen Ressorts Anforderun-

Geriicht.

Historisch-romantische Erzählung von H. Z.

(Fortsetzung.)

Derjenige, der das sagt, hebe diesen Handschuh af," sprach Sussex, indem er seinen Handschuh zu Boden warf.

Augenblicklich machte sich ein völlig geharnischter Sitter mit hcrabgettfsenem Visir Platz durch das Volk, ging langsam auf den Grafen zu und hob den Handschuh auf.

Katharina hatte auf den ersten Blick Ethelword "i ihm erkannt.

Ich, Mylord", hob der Ritter an,ich beant »orte die Herausforderung des Grafen von Sufiex damit, daß ich bei der Ehre meines Blutes und meines Samens schwöre, daß das durch das Parlament aus gesprochene Urtheil ein gerechtes ist. Ich bestätige, daß die Königin Katharina einem Andern angehörte, bevor sie sich bem König zu eigen gab, baß sie sich ihm vern'.ählte, ohne bieseS Gestäubniß abgelegt, unb Mj fte seit ihrer Vermählung ihren ehemaligen Ge- »eoten in ihrem Schlafzimmer empfing. In Folge dessen, was ich behaupte, hebe ich ben Hanbschuh bes «rb8 von Sussex auf, nehme seine Heraussorberung »n, unb bitte seine Gnaden, den Tag deS Kampfes zu bestimmen."

Einen Augenblick herrschte ein allgemeines Schwei­ft in der Versammlung, bann nahm ber König das <cort, unb bestimmte schon ben folgenben Morgen ä»tm Gottesgerichtskampf; im Lause bes Tages sollte unter Trompetenschall ber Ort, ben er zum Kamps- Sutz, so wie die Waffen, die er wählen wurde, ber= nbet werden. Die Nacht sollte ben Kämpfern bleiben, | ihre Christenpflichten zu erfüllen, ba aller Wahr- Hrinlichkeit nach, bevor vier unb zwanzig Stnnben

Sie ahnte eS wohl, aber sie vermochte das' Wort nicht auszusprechen, benn eS war in ber That ber Scharfrichter, ber gekommen war, sie dem Gebrauche gemäß um Verzeihung zu bitten.

O, Spott!" rief sie bitter

fcr.

zj-sst 2-44 3-55 6-57 3-84, 49-5* 3-45 5j-26t

.ber Henker bittet sein Schlachtopfer um Verzeihung, baß er es trifft,

Erscheint täglich außer den Werktagen nach Sonn- unb Feiertagen. Preis für das Quartal de» Oderhefstscheu Heituug mit KreiSblatt durch die Sxoeditiou («och'ich« Buchdruckerei) bezogen 22; durch die Postämter 27 Ggr. 0 Pfg. (excl. Bestellgebühr und inet- stenqrelsteuer), >üc das Auslans excl. Stempel 21 9at. Inlertionsgedül?' für die gespaltene Peile 1 Sgr. Sämmttiche Annoncen-BüreaaS nehmen Inserate an.

nicht fehlen, zumal das Leben in Geisenheim billig, ßesunb unb angenehm ist. (D.Pr.)

Dresden, 20. Oct. Nach einer bemLeipz. Tagbl." ausbeachtenswerther" Quelle zugehenben Mittheilung wirb ber Bericht ber außerorbentliche» Deputation bet sächsischen ersten Kammer über bä­ume Volksschulgesetz sehr ungünstig für bie Ätiforde- rungen ber freisinnigen, die Loslösung der Schule von ber Kirche erstrebenden Partei auSfallen. Die Deputation sei in manchen wesentlichen Punkten noch hinter den Regierungsentwurf zurückgegangen. Die Constit. Zlg." schreibt:Die ultramoiitantn Ueber- griffe in der Herrschaft Schönburg Wechselburg haben bas Cultusminifterium wiederholt zut Absendung eine« Commiffars veranlaßt. Hoffentlich geht man bei ben diesmaligen Erörterungen etwas energisch zu Werke."

A»Sla«d.

Ber», 23. Oct. Der Fcstprcdigt de« Reform- Pfarrers Kirchenrath Lang auö Zürich wohnten gestern Abend über 3000 Personen bei. Abend« tagten btt Delegirten. Heute findet im Saale bes großen Rathes die Hauptversammlung statt. Um 2 Uhr Festbankek im Museum.

Basel, 23. Oct. DieBaSler Nachrichten" brin­gen folgenbeö Telegramm aus Genf vom heutigen Tage: Gestern Abend wurde an den Straßenecken eine Proklamation des Staatsrathes angeschlagen, welche besagt: Der Staatsrath hat erklärt, daß den Befehlen des Bischofs Mermillod keine Folge zu geben sei- Die Pfarrer von Genf weigern sich indeß, bem Verbot nachzukommen, unb ber Bischof Morilley von Freiburg will für die Pfarrvacanzen keine Vorschläge machen, ba er bie biesfallstgen Reebte im Jahre 1865 an Mermillod übertragen habe. Der StaatSrath hat sich daher für competent erklärt, bie protestirenben Pfarrer abzusetzeii. Da er aber den Schein von Feind­seligkeiten gegen den KatholicismuS nicht auf sich laben, vielmehr bloß dem Gesetze Achtung verschaffen will, jo macht er folgende Gesetzentwürfe: 1) Die Pfarrer werben bnrch bie Gemeinden ernannt 2) Kein Würdenträger darf Pfarrer fein. 3) Der Eid der Pfarrer soll so rebigirt werden, daß keine Zweifel über den Sinn möglich sinb. 4) In Folge ber Er klärung ber Pfarrer sollen in allen Pfarreien Neu­wahlen stattfinden.

sie die Augen fest auf bie Thüre geheftet hielt, öffnete sich biese, unb ein großer Mann trat herein, ber ein Knie zur Erve beugte, sobalb er bie Schwelle über­schritten hatte. Katharina erhob sich bei seinem Anblick; ihre Hänbe streckten sich unwillkürlich nach bem Kru­zifix aus, ohne daß sich ihre Blicke von btm Manne abwenbeten.

Ihr wißt, wer ich bin?" hob dieser endlich b£ müthig an.

beiführl, um bie Grundlosigkeit ber bischöflichen Be­hauptungen klar barzuthun, würde es gewiß ganz in teressant sein, wenn diese Polemik fortgeführt würde, um weiteren Grund zu haben, durch fernere sachge mäße Darstellung ber Sachverhältniffe Aufklärung zn geben. Der Urlaub bes Grasen Arnim ist abge­laufen unb wirb sich betreibe unmittelbar auf fein# Posten nach Paris begeben.

Gumbinnen, 23 Oct. Amtlicher Mittheiluikg zufolge ist bie Cholera auch in der russischen Stabt Bralystok (Gouvernement Grobno) ausgebrochen.

Frankfurt, 23. Oct. Regierungsrath v. Hergen­hahn in Wiesbaben ist zum Polizei-Prästbenten bes Stabtkreises Frankfurt ernannt worben. Dem gegen­über meldet bieFranks. Presse" : Von einer (in hie­sigen Blättern genulbetcn) Ernennung des Herrn Re- gierungsraths Hergenhahn in Wiesbaden zum hiesigen Polizeipräsidenten ist in unterrichteten Kreisen nichts bekannt. Am allerwenigsten kann von einem Dienst­antritt in dieser Woche die Rede sein.

Geisenheim, 21. Oct. Die königliche Lehran statt für Obst- und Weinbau Tn Geisenheim ist vor gestern durch ben Geh. Ober Regierungörath Heyber, als Stellvertreter bes Ministers für bie lanbwirth- schaftlichen Angelegenheiten im Beisein ber Spitzen ber Behörden und vieler Notabeln aus Nassau feier­lich eröffnet worben. In seiner Anrebe an bie Ver­sammelten sprach er baö Vertrauen seines Ministers in bas von biejem ernannte Kuratorium unb in bie Lehrer ber Anstatt auö, bankte der Gemeinde für ihren opferwilligen Beistand unb bem Generalkonsul Lato, btm eigentlichen Schöpfer ber Anstalt, für seine großeit Verbienste um dieselbe. Es war ein wahrer Festtag für Geisenheim, vom schönsten Wetter begün­stigt. Die großartigen Gärten und stattlichen Gebäude deö Instituts gewähren eine prachtvolle Aussicht auf ben unteren Rheingau. Da bie Lehranstalt jungen 1 Leuten Gelegenheit bietet, in verhältnißmäßig kurzer Zeit (in einem zwei- oder selbst einjährigen Lehrcursus) das Wesentlichste ber ganzen Nutzgärtnerei zu erlernen, während bieses ganzen ersten Wintersemesters Auf­nahmen stattfinben können, auch bie Anforderungen an bie Vorbildung der Zöglinge in bett ersten Jahren möglichst ermäßigt werben fallen, so wirb es der An statt an zahlreichem Zuspruch in ber nächsten Zeit

vergingen, einer von beiden vor Gottes Thron er