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London, 18. Oct. DieTimes"

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inbige engljschr Text deS neuen englischen Handels- ienrages ist von Frankreich mündlich gebilligt worden «nb wird nach erfolgter Uebersetzung ins Französische mgland zugehen. Der Vertrag dürfte vor Ende des Monats unterzeichnet werden.

Meisen Herrn, 12. Oct.'" Das heutzutage seltene Alter von 120 Jahren, erzählt die C. Z-, erreichte bereits Bernhard Mayer von hier, und obgleich derselbe nie auf Rosen gebettet war, so erfreut er sich dennoch zur Stunde eines rüstigen Körpers und einer seltenen Geistesfrische. Fußtouren von 3 bis 4 Meilen per Tag werden von ihm ohne Anstrengung zurückgelegt, und stundenlang beim Solo­spiel den vierten Mann abzugeden, gehört noch heute zu seinem Hauptvcrgnügen.

Konstantinopel, 18. Oct. In diplomatischen *rnsen geht das Gerücht, daß Essad Pascha Groß- -rjir werden soll. Der polnische Dichter Czay- ^sky, unter dem türkischen Namen Sadik Pascha, 7-bercommandant der ottomanischen Kosaken, wurde 8,6 Rußland amnestirt.

Newyork, 17. Oct. Zum Gouverneur von ^dkaroltna wurde ein Mitglied der republikanischen «ttei gewählt; von der demokratischen Partei war

Wahlkandidat nicht ausgestellt worden.

Inständiger Berathung zurück, und verkündet der Obmann, daß Frage 1 und 3 (bezüglich des gegen seitig bewußten Einvetständnisseö) bejaht, Frage 2 und 4 (die Ueberlegung bei der Ausführung) verneint worden ist. Damit ist die Thal als Todtschlag quali- ficirt, und beantragt der Staats Anwalt für Beide eine Zuchthausstrafe von fünfzehn Jahren. Der Gerichtshof zieht sich zur Berathung zurück; während besten protestiren beide Angeklagte lebhaft gegen den Straf-Antrag und erklären in heftiger Werfe ihre Unschuld. Namentlich Manegold erklärt unter heftigem Weinen, er sei es nicht gewesen, sein Bruder Franz, der jetzt in Amerika sei, könne es wohl gewesen sein. Diese letzte Behauptung wiederholt er zu verschiedenen Malen. Sein Bruder müsse her, der habe es wahr­scheinlich in der Dummheit gethan. Benedix nimmt die Sache ruhiger und hat sogar nach einigen Minuten seine gewöhnliche Heiterkeit wieder gewonnen. Nach kurzer Berathung verkündigt der Gerichtshof das Urtheil, demgemäß Joseph Benedix in eine Zuchthausstrafe von 10 Jahren, Georg Manegold in eine solche von 12 Jahren, beide Angeklagte zum Verlust der Ehren- rechte aus 5 Jahre und solidarisch in die Kosten des Verfahrens verurtheilt werden.

Schlüchtern, 17. Oct. Bei der kürzlichen Jnspieirung des Terrains um Schlüchtern durch den königlichen Stab des 11. Armeecorps erregte die An läge der Bebra Hanauer Eisenbahn um den Distelrasen herum dessen besondere Aufmerksamkeit. Sein Unheil soll keineswegs zu Gunsten dieser Anlage ausgefallen, vielmehr die Ansicht dahin au-gesprochen worden sein, daß die diesseits des Distelrasens mit der unteren parallel laufende obere Bahnlinie ganz in Wegfall 'ommen und mittelst eines Tunnels durch den Distel rasen direct auf die untere Linie geführt werden muffe. Es scheint diese Ausführung um so wahr- cheinlicher, als sich der projectirten Anlage des Bahn­hofes bei Elm fortwährend Erdschwierigkeiten in den Weg legen. Statt bei Elm würde dann der Haupt­bahnhof nach der unteren Bahnlinie an der Leipziger Straße der Stadt Schlüchtern gegenüber angelegt werden und der jetzige Bahnhof Schlüchtern in Weg- all kommen. (D. Pr.)

Bern, 18. Oct. Dem Züricher Reformpfarrer Lang wurde die hiesige Münsterkirche von deren Vor­stand für die Abhaltung der Festpredigt bei der am 23. b. M. stattfindenden Jahresversammlung des schweizerischen Reformvereins verweigert, weil derselbe nicht auf dem positiven Boden des wahren Christen- thumS stände. Das Reform - Concil hat eine Ver­sammlung aller Liberalen ausgeschrieben, um hiergegen Protest zu erheben.

Pari-, 17. Oct. Thiers begibt sich am nächsten Sotmabend nach Paris zurück. Die gestern vom Gourrier de France" gebrachte Nachricht, die Regie- nmg werde Maßregeln gegen die religiösen Körper­schaften ergreifen, wird von derAgentur Havas" wi­derlegt. Dem clericalenFrantzais" zufolge hat der Cardinal be Bonnechose jetzt auch eine Unterredung mit dem Minister deS Auswärtigen gehabt und au die Unmöglichkeit des Zusammenbestehens der beide: Regierungen hingewiesen. Gontaut-Biron, franzö- stscher Botschafter in Berlin, der sich seit einigen Tagen in Paris befindet, kehrt morgen auf seinen Posten zurück. Ozeane ist ans London mit dem definitiven Handelsverträge hier angekommen. Es fehlen nur noch die Unterschriften. DerTenips" bestätigt heute, daß die Regierung keine constitutionellen Anträge vor die Kammer bringen wird. Dieselben werden von einer Gruppe AeS linken Centrums gleich nach Wiedereröff- nnng der Session eingereicht werden. Ter Protest Maurice Richard's hat im Elysee großen Unmuth er­regt. DasBitn Public" sagt, ThierS werde daraus |är nicht antworten. Der Herzog von Aurnale »at dem Ober Kriegsrath einen Plan zur Reorgani- ation der Territorial-Armee eingereicht. Das osfi- ciöseBien Public" enthält folgende Mittheilung be­treffs der Räumungs-Angelegenheit: Die Räumung der Marne unv Ober-Marne hat begonnen und wird o schnell beendet werden, als es die materiellen Schwie­rigkeiten gestatten. Alle Gerüchte, .die man betreffs der Böswilligkeit der deutschen Behörden in Umlauf gesetzt hat, sind ohne Begründung. An den festgesetzten Tagen stellten sich diese Behörden zur Verfügung unserer Regierung Der Verzug rührt allein von den Arbeiten her, welche für die Baracken ausgesührt Verben. Die natürlichen Schwierigkeiten einer solchen Arbeit wurden durch das schlechte Wetter und den Steile der Zimmerleute vermehrt; man mußte Hafen­arbeiter kommet: lassen Wir begreifen den lebhaften Wunsch unserer Landsleute der Marne und Ober- Marne, ihre Freiheit wieder zu erlangen; aber konnte «on den vier andern Departements, welche die Occu- 'utioit länger zu ertragen haben, ohne ungerecht zu M, zumuthen, die deutschen Truppen bei den Be Muern einjuquartieren? Die Regie:ung wollte dieses nicht. Alle Kraftanstrengungen wurden und werden gemacht. Was die deutschen Behörden anbelangt, so rechtfertigt nichts die Gerüchte, daß die von ihnen erhobenen Schwierigkeiten die Räumung verzögern.

Nom, 17. Oct. Wie die Zeitungen melden,! hat der Papst eine allgemeine Bußübuug der Geist- «chkeit angeordnet. Auch jeder Weltpriester müffe acht im Kloster bleiben und strenge Bußüdungen alten.

Madrid, 17. Oct. Die Insurgenten von Fer- r»l haben heute, ohne den Angriff der Truppen ab- uwarien, die Flucht ergriffen. Die Truppen haben das Arsenal besetzt und 500 Gefangene gemacht.

sich diese sonderbare Auffaffung völkerrechtlicher Ver­hältnisse haben? Wir können und wollen heute nur annehmen, daß Herr Scheurer - Kestner sich getäuscht mtb den Minister mißverstanden hat. Aber es scheint uns ein bedenkliches Zeichen, daß die Regierung des Herrn Thiers eines solchen Schrittes überhaupt für fähig gehalten wird. Fast will uns dünken, alö neige sich die Zeit, in welcher Deutschland an der Erhal­tung des augenblicklichen Regiments in Frankreich ein Interesse halte und haben konnte, ihrem Ende zu.

Ausland.

Neu- preu- Ver- näch. liühl- I de­utsch! h Ut e Ait t De stadt, n iz Ruh« allein chieri n her Bril­le die t auf it er n die wieset 6 8<- inber, hläge

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Marburg, 19. Oct. Die von Herrn Rector,! Professor Dr. Arnold gelegentlich der Ueberitahme des Rectorats gehaltene Rede ist im Druck erschienen. Bei dem speciellen Interesse dieses ausgezeichneten Vor- f

Vermischtes.

Wie bedeutend der Handel mit Menschenhaaren gegenwärtig ist, erhellt aus einer Anzeige der Berlin-Ham­burger Bahn, der kürzlich ein Ballen Menschenbaare von 133 Pfd. gestohlen wurde. Die meisten dieser Haare, die dre Köpfe unserer Damen zieren (?/, kommen aus Jrren- I Häusern, Strafanstalten und Arbeitshäusern.

>enig «, ~ouvptt, 18. Oct. DieTimes" bmiyi ivigcuoto Per- «rijer Telegramm vom heutigen Tage: Der voll-

namentlich für Marburg und Hessen.überhaupt, wer­den wir in einer der nächsten Nummern unseres Blatt,s ausführlicher über denselben berichten. Zunächst möch. ten wir denselben aber allen Betheiligten auf's Wärmste empfehlen.

ß Kassel, 18 Oct. (Schwürgericht.j (Verhand­lung gegen Manegold und Benedix wegen Mord. Schluß.) Nachdem noch die Sachverständigen ver­nommen, welche bekunden, daß sie an einem der ihnen zur Untersuchung übergebenen Kittel an mehreren Stellen Blut gefunden haben, während solches an dem zweiten Kittel und an dem Stock des Benedix nicht nachzuweiset: war, wird der Rest der Zeugen abgehört, deren Aussagen jedoch so unwesentlich sind, daß wir sic füglich übergehen können. Die Beweisaufnahme wird für geschlossen erklärt. Vor Beginn deS Plai doyers zieht sich der Gerichtshof zur vorläufigen Fragestellung zurück, auf deren Resultat wir an geeig­neter Stelle zurückkommen werden. Nachdem der Staats-Anwalt Baumgard in l'/zstündiger Rede die Anklage begründet und die Vettheiber, Rechts-An­walt Gervinus und Justizrath Hupfeld, in mehr denn zweistündigem Plaidoyer in eingehendster, scharf­sinniger Weise das Jntercffe ihrer beiderseitigen Clienten gewahrt haben, tritt eine Pause bis 3 Uhr ein. Bei Wiedereröffnung der Sitzung gibt der Vorsitzende, Kreisgerichts - Rath Bernhardt, ein umfassendes Resume der nun bereits 5 Tage dauernden Verhand tungeu, und werden den Geschworenen vier Fragen vorgelegt Frage 1: Ist der Angeklagte Joseph Benedix von Kella schuldig in der Nacht vom 27. Dezember 1869 seinen Schwiegervater, den AckerSmann Nikolaus Manegold aus Kella, auf dem Wege von Neuerode nach Kella in gemeinschaftlicher Ausführung, und zwar: a) nach vorheriger Verabredung, oder doch b) in gegenseitig bewußtem Einverständniß mit dem Georg Manegold vorsätzlich getödtet zu haben? Frage 2 (für den Fall der Bejahung der ersten Frage): Hat Der Angeklagte Benedix die in Frage 1 erwähnte That mit Ueberlegung ausgeführt? Frage 3 und 4 sind analog den Fragen 1 und 2 für den Angeklagten Manegold gestellt. Die Geschworenen kehren nach

Verehelichte, Geborene u. Gestorbene in hiesiger Stadt

vom 12. bis zum 18. Oktober 1872.

Verehelichte.

Evang.-ref. Gem: 1) Der Junggesell Philipp Wlegand, Eisenbahn-Secretär zu Gaffel und Jungfrau Julie Georgine Emma Huhn dahier. 2) Der Junggesell Georg Konrad Schaberick, Sergeant im Heff. Jägerbataillon Nr. 11 dahier und Jungfrau Elise Henriette Ernst dahier. 3) Der Buchdrucker Anton Konrad Constantin und Martha Christine Küneweg, beide dahier.

Evang.-luth. Gem.: Der Junggesell Rudolph Her­mann Friedrich Müller, Oekonom und Mühlenbesitzer zu Dorf-Itter und Jungfrau Anna Katharina Elise Wilhelmine Römheld.

Geborene.

Evang.-res. Gem.: Konrad Karl Friedrich Leopold, des prakt. Arztes Dr. med. Karl Abse S

Ev.-luth. Gem.: 1) Maria, des hiesigen Bürgers und Schreiners Georg Heinrich Schädla T. 2) Wilhelm, bes hiesigen Bürgers und Schuhmachermeisters Johann Jacob Becker S. 3) Katharine, des Einwohners zu Ockers­hausen Caspar Haferkorn T 4) Anna Katharine, des Lackirers Heinrich Karl Herwig dahier T.

St. Elisab.-Gem.: Andreas, des Taglöhners Wik- heim Christoph Bernhard Sälzer S.

Gestorbene.

Evang.-res. Gem.: Johann Heinrich, des verstarb, hiesigen Bürgers, Mefferschmiedes und Instrumentenmachers Gottfried August Holzhauer S., 2 M u. 12 T. alt.

Evang.-luth. Gem.: 1) Jungfrau Marie Sophie Briel, des dahier verstorbenen Bürgers und Metzgermeisters Jmanuel Briel hinterlassene Tochter, 68 I., 8 M. u. 20 T- alt. 2- Frau Elisabeth geb. Schnell, hinterlassene 2. Ehe- fta^des verstorbenen,Bürgers und Dachdeckers Georg Schmidt, St. 61 tfab. Gem.: Der Witwe, hiesiger Bürger und Billeteur a D. Johannes Schmidt, 62 I., 8M. u. 6 T. alt.

Kathol. Gem.: Jacob Laurentius, des Fuß-Gens- darmen I. Weber S., 1 I., 2 M. u. 19 T alt

Verehelichte, Geborene und Gestorbene in der Stadt Kirchhain

vom 8. bis zum 15. Ocrober 1872.

Geborene.

Evang.-ref. Gem.: 1) Peter Eberhard Eduard, des Bürgers und Schreiners Johannes Korell S. 2i Anton Conrad, des Bürgers und Lohgerbers Franz Johann Knöpfet S.

Evang -luth. Gem.: 1) Hermann, des Zimmermanns . )e:nr:ch Erlemann S- 2) Georg, des Tazlöhners Paulus Perger S. 3) Maria Katharina, des Schlossers Johannes Pfeffer S.

Gestorbene.

Evang.-luth. Gem.: Ein ungetaufter Sohn des Blechschmieds Amon Pasbach, 29 T. alt,

Telegraphische Depeschen -er v-er« hessische« Zeitung.

Berlin, 18. Oct. Heute Abend um 9 Uhr fand die Trauerseierlichkeit für den Prinzen Albrecht in dessen Palais im engsten Familienkreise statt. Es wohnten derselben der Kaiser, die königlichen Prinzen, Prinz Albrecht Sohn, die Schwiegerlöhne deS Verstor­benen, Baron Hohenau unv das prinzliche Haus­personal bei. General-Superintendent Hoffmann hielt vor dem aufgebahrten, mit einer Krone geschmückten Sarge die Leichenrede. Um 111/2 Uhr erfolgte auf einem offenen Leichenwagen die Ueberführung der Leiche nach dem königlichen Schlöffe in größter Stille. Dem sechsspännigen Leichenwagen folgten die Söhne, Schwie­gersöhne und das Hospersonal des Verstorbenen. Die Beisetzung im Dome ist auf Sonnabend um 11 Uhr festgesetzt.

Berlin, 19. Oct. Nachdem gestern Abend im Palais des Prinzen Die Trauerseierlichkeit im engsten Familienkreise im Beisein des Kaisers und fämmtlidjer Prinzen und die Ueberführung der Leiche nachdem Schloß gegen Mitternacht stattgefunden, erfolgte heute um 11 Uhr die Trauerfeierlichkeit im Dom, wohin die Leiche vom Schloß in feierlichem Zuge gebracht wurde. Vier Obersten hielten die Zipfel des Leichentuchs, 16 Ma­jors hoben den Sarg, welchem zunächst der Sohn und Die Schwiegersöhne des Verstorbenen unter Führung deS Kaisers und deS Prinzen Karl, alsdann die übrigen Prinzen des königlichen Hauses, sowie die eingetroffenen >eutschen Fürsten folgten. Bei der Einsegnung der Reiche wurden 36 Kanonenschüsse und ein dreimaliges Kewehrfeuer gegeben. Generalsuperintendent Hoffmann sielt die Einsegnungsrede.

Telegraphische Cour»- und Marktberichte.

Frankfurt a. M., 19 Octbr. (Schluß der Börse). Staatsbahn - Aktien 358J, Elisabeth 273). Galizier, Lombarden 220|, Nordwestbahn 232 Z, Grebitacticn 360 Silbertente 65fc, Papierrente, 1860t Loose 94), National- Kant 1047, Spanier 29h, 1882r Amerikaner 96j, Darmstädter Bank, Effectenbank 139j.

Berlin, 19 Octbr. (Anfangscourse). Creditactien205, Staatsbahn 204z, Lombarden 126i, Amerik. 96|.

Wien, 19 Octbr. (Anfangscourse). Creditactien 334.50 Lombarde» 205.00, Napoleons 8.70. '