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Marburg, Sonntag, den 20. October.

1872

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ob das Gesetz den Mitschuldigen nicht zu derselben Todesstrafe verdamme, wie die Verbrecherin.

Freilich," versetzte der Herzog mit der größten Kaltblütigkeit; aber was ist der Tod für einen eifer­süchtigen Menschen, besonders wenn ihn der Tob an einem Weibe rächt, das ihn alle Folterqualen der Hölle erleiden ließ. Also da Richard Büchsen­spanner des Königs war, so wohnte er im Palafte konnte in den Gemächern aus- und eingehen, und so­gar durch eine Thüre, deren Schlüstel er sich ver­schafft halte, bis zu der Königin dringen Richard fürchtete den Tod nicht, denn er war eifersüchtig und wollte sich rächen. Vier Tage nach ihrer Vermählung erblickte ihn die Königin auf der Jagd; den folgenden Tag fand sie ihn auf der Themse, und einen Tag später streifte er in einem der Gänge ihre Gewänder. Sic hatte ihn diese drei Male erkannt, denn sie war erblaßt, und als sie in ihre Gemächer zurückgekehrt war, dachte sie ohne Zweifel auf Mittel, sich seiner auf immer zu entledigen." ... ..,,>

(Fortsetzung folgt.)

6 Uhr Morgens an diesem Tage verhaftet und in das Gefängniß von Mazas gebracht, am 6. December um 6 Uhr. Abends aber nach Kehl an die Grenze geführt hier überreichte er dem ihn begleitenden Agenten einen Protest. Heute mir, morgen dir, heißt eS mm ein mal in Frankreich, einerlei ob Republik oder Kaiserreich.

Italien war in den letzten Tagen wieder von einem schlimmen Naturereigniffe heimgesucht, indem die meisten Gewässer Oberitalienö über ihre gewohnte Einfriedigung getreten sind, durch große Ueberschwem mungen eine fast totale Störung des Verkehrs her­beigeführt und außerdem wahrscheinlich auch große Verwüstungen an Feldern und Gebäuden angerichlet haben. Der Papst hat am 14. d. M. eine Deputa uon aus Trasteverc empfangen, welche dieses Stadk viertel, das bis jetzt als unbedingt papstfreundlich an­gesehen wurde, von dem Vorwurfe der Untreue gegen Pius IX. reinigen wollte. Vor einigen Tagen näm­lich war Victor Emanuel, als er zum ersten Mal in jenem Theile Roms erschien, dort enthusiastisch gefeiert worden. Pius scheint jenes Ereigniß besonders bitter empfunden zu haben, da er in seiner Anrede an jene Deputation sich in Anzüglichkeiten über die Regierung Victor Emanuel'S erging, welche wirklich ein nnge- messencs Vertrauen de« Papste« in die Geduld seiner angeblichen Kerkermeister voraussctzen.

Die Antwortsadresse auf die Thronrede des Königs Amadeus ist vom spä'nischem Congresse in der Form angenommen worden, wie sie von dem Aus­schüsse der radicalen Mehrheit entworfen worden war. Es wurden einige glänzende Reden hierbei gehalten Die Debatten erhielten indeffen ein sehr unerfreuliches Accompagnement durch die Nächtigten, welche aus Galizien eintrafen und von den Ministern in den Cortes mitgetheilt wurden. Einer jener unsinnigen Ausstände, von denen man beim ersten Blick sagen kann, daß sie zum Scheitern bestimmt sind, war in Ferrol ausgebrochen, wo etwa tausend Meuterer, meist Arsenalarbeiier, die rothe Fahne auspflanzten. Die republikanische Partei erkennt dir Meuterer übrigens nicht an. Der Bischof von Almeria ist gestorben, ein sehr geachteter Mann und einer der wenigen Prä­laten, die den Eid auf die Verfaffung von 1869 ab­gelegt haben.

Das englische Ministerium hat mehrere Be- rathungen abgehalten, in welchen der Handelsvertrag mit Frankreich die Hauptrolle spielte. Dem Vernehmen

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erkannte, und um ihr keinen Foltergrad zu ersparen, begann er, trotz ihrem Flehen, daß er schweigen möge, den testen' VerS zu singen; dann warf er die Zither unwillig zur Erde und jagte:

Es ist da« Echo auS einer andern Epoche Deines Lebens. Zudem, der König hat Deine Antwort ge­hört, die Vasallin trägt eine Krone."

Zu ihrem Unglücke", flüsterte Katharina dumpf.

Ethelword war indeffen aufgestanden, hatte einen Schemel herbeigezogen, und sich zu den Füßen der Königin niedergesetzt, nachdem er sein Baret auf das Ruhebett geworfen.

Als ich von Dir wiffen wollte", ^hob er darauf an,welche Folge die Liebe des Königs zu der schönen Elfriede gehabt, gabst Du vor, es nicht zu wiffen Soll ich Dir jetzt dos Ende erzählen?"

Wozu das?" sagte sie mit einer^abwehrenden Bewegung.

Ei", fuhr er mit grausamem Hohne fort,das Abenteuer hat vielleicht Aehnlichkeit genug mit unserm eigenen, um Dir einiges Interesse einzuflößen. Die schöne Elfriede sagte also ja, und ward Königin. Aber sie hatte vergeffcn, ihrem königlichen Gemahl ihre Liebe zu dem Büchsenspanner Richard zu gestehen. In jener Zeit bestand aber ein sonderbar Gesetz, dem ähnlich, welches Heinrich VIIL in England erlassen hat, und daS jedes Mädchen zum Tode verurtheilte, welches nach einem solchen Verhältniß den König heirathen würde, ohne ihft davon in Kenntniß zu setzen. Freilich war dieses Geheimniß außer ihr nur Richard bekannt, der ihr Mitjchulciger war."

Katharina war todteubleich auf ihr Ruhebett ge­sunken ; endlich stammelte sie jedoch die Frage hervor,

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Pslitische Wocheu-Ukberficht.

Am Montag Abend der abgelaufenen Woche ver­schied der Bruder des Kaisers, Prinz Albrecht, in Folge des Schlaganfalls, der ihn in den Tagen der Kaijerbegegnung gerührt hatte. Näheres au« dem Leben deS Dahingeschiedenen brachten wir in der Nr. 246 unseres Blattes Se. Majestät der Kaiser hat sich von Baden-Baden am 18., um dem Leichenbegängniß beizu- wohnen, nach Berlin zurückbegeben.-^-Ein von dem Bischof von Rottcnburg unlerm 30. Novbr. 1870 geschriebener Brief, in dem sich derselbe aufS Bitterste gegen die vaticanischen Decrete ausspricht, ist jetzt in die Oeffent- lichkeit gekommen und macht großes Aufsehen. Die zwischen dem baierischen und würtembergischen Justiz­minister in Nürnberg geführten Verhandlungen über den Lasker'schen Antrag, die Erweiterung der Reichs cowpetenz auf dem Gebiete der Civilgesetzgebung be- treffend, sollen ein günstiges Resultat gehabt haben. In der hessischen Kammer ist dem Ministerpräsident Hofmann wegen seines reichsfreundlichen und liberalen Programms vom Präsidenten der Kammer die Zu stimmung derselben ausgesprochen worden.

Die weiteren Verhandlungen der Delegationen der österreichisch-ungarischen Lande, nachdem dem. Kriegs- Minister die Erhöhung deS Friedenspräsenzstandes der Armee um 28,000 Mann genehmigt war, sind ohne weiteres Interesse gewesen. Die ungarische Delegation hat ohne Schwierigkeit das Budget der Finanzen und des auswärtigen Ministeriums angenommen, und da­mit dem Staatsmanne, dessen Einfluß jetzt überwie­gend ist, dem Grasen Andrassy, ein glänzendes Ver­trauensvotum ertheilt. Der kaiserliche Hof hat eine vierzehntägige Trauer, in Folge des Ablebens des Prinzen Albrecht von Preußen, angelegt.

Nachdem Thiers in der letzten Sitzung der Per- waneuz-Commijsion sich für seinecvtffcrvative Repu Mit" mit etwas mehr Energie, als sonst, ausgesprochen hat, und namentlich dem Herzog von La Rochefoucauld- Lisaccia sagte:Man spricht viel von Prätendenten. .. Was mich betrifft, so glaube ich, daß es Ihnen schwer werden wird, mir zu beweisen, daß man dahin ge langen werde, in diesem Lande eine andere Regierung als die der Republik zu gründen", hat er seinen Worten die That der Ausweisung des Prinzen Na­poleon folgen lassen. Ob sich Thiers seiner eignen Ausweisung in Folge des Staatsstreiches vom 2. De- cnnber hierbei erinnerte? Er wurde bekanntlich um

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nach sollen die Unterhandlungen schon so weit gediehen sein, daß Harcourt jeden Augenblick in London er­wartet würde, um den Vertrag zu unterzeichen. Der Unterstaats Secretär des Auswärtigen hat den Gene­ral Kirkham als Abgesandten des Fürsten Kaffa von Tigre, oder, wie dieser Potentat sich jetzt lieber nennen bört, des Königs Johannes von Aethiopien, empfangen. Letzterer klagt bei den europäischen Großmächten den Viceköiiig von Aegypten an, der ihm den BogoSbezirk abannectirt habe. Der belgische Gesandte am Hofe von St. James, Baron Beaulieu, ist gestorben. Am Freitag; voriger Woche ist der anglicainsche Kirchcn- congreß in Leeds geschloffen worden, ohne daß man sich viel um ihn bekümmert hätte.

Der König von Schweden hat den ausländischen Würdenträgern, welche an der Leichenfeier am 9 d. M. Theil genommen, hohe Ordensauszeichiiungen ver­liehen. Arn 14. hielt er eine große Cour, womit die öffentlichen Trauer-Ceremonien ihren Abschluß gefunden haben. Die ReichstagSwahlen sind beendet, die Zweite Kammer, die aus 190 Mitgliedern besteht, hat deren 75 ganz neue erhalten Auf die Beileivsadreffc der norwegischen Regierung hat König Oscar II. erwie- dert, es sei ihm ein sicherer Trost, in seinem norwegischen Rache erleuchtete und vaterländisch gesinnte Männer zu finden, die das verfassungsmäßige Königlhum, diese beste Schutzw.hr gesetzlicher Voltsfreiheit und allge­meinen Wohles, zu unterstützen stetig bcfliffen seien.

Das russische Kaiserpaar befindet sich noch in Livadia auf der Krim. Der Gesundheitszustand der Kaiserin hat sich sehr gebessert. Der Kaiser empfing am 8. den schwedischen General Björnstern, welcher die Tronbesteigung des Königs OSkar II. zu melden hatte.

Der Pforte scheint die Thronrede, mit welcher Fürst Milan die serbische Skuptschina eröffnet hat, kein besonderes Vergnügen gemacht zu haben. DaS officiöse BlattBassiret" hat es dem Vasallenstaat in Erinnerung bringen müssen, daß der Wohlstand und das Heil des Landes nicht von der immerhin weisen Regierung der Obrenowicz, sondern von dem Suzcrain abhange, der da ist der Sultan. Auch den Montene­grinern wird es von demselben Blatte vorgehalten, daß sie zunächst Untertanen des Großherrn seien, der sich wegen der Bestrafung der Blutschuldigen von Lipova keineswegs erst mit den fremden Bolschaftern zu benehmen habe. Bei jener Uebclthat am 27. Sept.

Gerächt.

Historisch-romantische Erzählung von H. Z.

(Fortsetzung.)

Ach! sie würde dieses Glück kaum dem Mörder ihrer Mutter gewünscht haben. Sie konnte ihm nicht verhehlen, daß sie des Tages bet dem geringsten Ge­räusche zitterte, welches das Rohr deS Teiches, die Säume im Park, die Wände im Palafte verursachten; vnd ihre nächtlichen Träume hatte er ihr nur so wahr prophezeiht, daß sie versucht war, ihn für den bösen Geist zu halten, der ihr dieselben zuschickte. Sie gestand [hm, daß er gerächt, daß sie unglücklich sei, und bat ihn endlich, Mitleid mit ihr zu haben.

Mitleid mit Euch I" rief er mit einem Höhnischen Gelächter aus.DaS wäre ein sonderbares Gefühl, das eine Königin einflößte. Mitleid mit Euch! Habt Ihr denn nicht, wa« Ihr so sehr gewünscht habt? Diensteifrige Pagen, einen zahlreichen Hofstaat, köstliche Gewänder, prachtvolle Gemächer?"

Ach!" seujzte Katharina,hätte ich meine gute Amme noch ein Mal, mein einfaches weißes Gewand, mein Stübchen zu Richmond, und Dich, mein Ethel- »orb, der mich so sehr liebte.

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Ja, damals", erwieberte dieser, indem er sich halb auf einen Tisch setzte,damals war ich betrübt, i Uab Du voll heiterer Luft. Da fragtest Du mich: ! Was ist Dir, mein Ethelword? Deine Stirne ist kraus. - Dann nahmst Du die Zither und sagtest: Ich will Dir Wie Ballade singen."

Bei diesen Worten ergriff er die Zither bet Königin >mb begann ein Vorspiel, in welchem diese mit Schrecken tie Melodie vom König Edgar und der schönen Elfriede

NaturwtflenschasM^eSkizzr».

Kaum sind sie verhallt, die Gebete, welche Un­wissenheit und Aberglauben zum 12. August herauf­beschworen hatten, kaum die eingebildeten Kvmeten- schmetzen geheilt, da zeigt man un« schon wieder dräuende Gefahr. Diesmal kommt der Warner aus dem nüch­ternen Amerika, und je kürzer die Notiz, je sachge­mäßer ihre Form, um so größeren Eindruck wird sie machen. In der Thal macht die Miltheilung bet:

*) Aus derPost'. - -- I

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