gierung so wie geschehen gehandelt hat, ist bis heute von keinem Mitgliede der Familie Bonaparte ein Widerspruch erhoben worden. Der Prinz Napoleon selbst hat zu wiederholten Malen anerkannt, daß er den Eintritt oder Aufenthalt in Frankreich ohne die
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ischt, bringt eine längere Darlegung und Rechtfertigung des Vorgehens der Regierung gegen den Prinzen Napoleon: lieber die Frage nach dem Recht, mit welchem die Re-
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Zustimmung der Regierung nicht beanspruchen könnte. In Folge seiner Erwählung zum Generalrath in Cor- sika hatte der Prinz begriffen, daß er eine specielle Er laubniß bedürfe, um sich nach der Insel zu begeben. Diese Erlaubniß wurde ihm in Ausdrücken gewährt, welche in aller Form das Recht vorbehielten, ihm, wenn dieS nothwendig schiene, das französische Gebiet
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zu untersagen; und eS war wohl verstanden, daß der Paß, der ihm durch unfern Genfer Consul verabfolgt wurde, lediglich für die specielle Reise, die er nach Corstka zu machen hatte, giltig sein würde, und dies würbe in einer dem Prinzen durch den Consul zuge stellten Note ausdrücklich bemerkt. Seitdem wünschte der Prinz zweimal, als er sich in Ostende befand und nach England reisen wollte, einen Theil des französischen Gebiets per Eisenbahn zu pasfiren, um über Calais seine Seefahrt abzukürzen. JedeSmal bat er um Erlaubniß. die ihm stets ohne irgend welche Schwierigkeit ertheilt wurde. Endlich, als vor zwei oder, drei Monaten die Prin zessin Clotilde an einer französischen Küste Seebäder zu nehmen beabsichtigte, beauftragte der Prinz Napoleon einen seiner Freunde, für ihn die Erlaubniß nachzu suchen,* mit der Prinzessin'in der Stadt, welche sie als Badeort wählen würde, zu verweilen. Die Antwort der Regierung war, daß der Prinz seine Frau hin- degleiten und besuchen dürfe, daß aber unter ben gegenwärtigen, Umständen nur der Prinzessin der Aufenthalt im Lande gestattet sei. Die Regierung hatte also Anlaß , sehr erstaunt zu sein, als sie vernahm, daß der Prinz Napoleon in der Nacht von.
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Mittwoch auf den Donnerstag ohne vorherige Anzeige ohne irgend eine Erlaubniß, Frankreich unter Vor- zeigung des Passes, der ihm im Oktober 1871 zur Reise nach Corsica ausgefertigt worden war, betreten hatte und daß er, nachdem er ein Eisenbahnbillet nach Paris genommen, in Melun auSgestiegen war und sich nach dem Schloß Millemout zu Herrn Maurice Richard begeben hatte. Die Regierung beschloß, gegenüber dem Prinzen die Grundsätze aufrecht zu erhalten, denen gu unterwerfen er sich das erstemal gezeigt hatte, und entschied, daß der Prinz unverzüglich das französische Gebiet zu verlassen habe. Der Cabinetschef des Herrn Polizeipräfcctcn wurde beauftragt, dem Prinzen die Befehle der Regierung, mit bet größten Höflichkeit in der Form, aber mit voller Entschiedenheit in der Sache, kund zu thun. Die Prinzessin Clotilde, die ihren Galten begleitet hatte und sich mit ihm in Millemont befand, war völlig außerhalb der durch die Regierung getroffenen Entscheidung belassen worden, «ud dem Prinzen wurde in bestimmten Ausdrücken "»gezeigt, daß sich die Prinzessin, so lange es ihr irgend beliebte, in Frankreich aufhalten könne. Es »erstand sich, daß der Prinz, wenn er sich unterwarf, nnfach durch den Cabinetschef des Polizeipräfetten bis an die Grenze begleitet würde. Nachdem der Prinz sich geweigert halte, zu gehorchen, und nicht abzureife», rrtlärte, als bis die öffentliche Gewalt sich einstelle, st »ar man genöthigt, einen Polizeicommiffar und einige Gendarmen einschreiten zu lassen, wobei jedoch immer die dem Namen des Prinzen und der früher dvn ihm in Frankreich eingenommenen Stellung schuldigen Rücksichten beobachtet wurden. Da die Prin zessin Clotilde sich nicht von ihrem Gatten trennen und denselben begleiten wollte, so wurden alle male riellen Erleichterungen vereinigt, um die Reise unter ben für die Prinzessin am wenigsten peinlichen Umständen vor sich gehen zu lassen. Die öffentliche Mei- u«ng, schließt die Darlegung, werde in dem Vorgehen bet Regierung einen neuen Beweis ihrer Festigkeit und Mäßigung erblicken.
Loudon, 16. Octbr. „Daily News" wird aus Rom gemeldet, daß die italienische Regierung hn Be griff sei, mit Thiers wegen eines Arrangements in der Laurivnsrage zu unterhandeln, nach welchem die Vermittelung Rußlands oder die Uebernahme eines SchiedS üchtcramteS seitens der russischen Regierung uachgesucht werden sollte.
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Madrid, 15. Octbr. Der Angriff auf die Insurgenten in Ferrol sollte heute sowohl zu Lande als auch vom Meere aus beginnen. — Die Cortes haben bie Adresse mit 205 gegen 68 Stimmen angenommen
Ueber die in Ferrol ausgebrochene Meuterei treffen filzende Nachrichten ein; 50 Arsenalwächter, 50 Arbeiter und 900 Matrosen und in der Marine an- gesteUte Tagelöhner erhoben sich unter der Führung »wes Obersten Pozas und eines abgedankten Fregattenkapitäns Claudio Moittojo. Pozas ist gewissermaßen
trieb die Arbeiter. Von einem größeren Gefecht war
Bewegung in der Garde Theil, wurde von einem Kriegsgerichte zum Tode vemrtheilt, aber vorläufig erst in's Gefängniß gesteckt und dann von der provisorischen Regierung begnadigt. Letztere, war unklug genug, ihn wieder in seinen Oberstenräng einzusetzen; man hat jetzt den Dank dafür, indem der Mensch sich als Republikaner aufthut und einen Ausstand anzeltelt, der, wie unschwer er auch zu ersticken sein wird, doch wahrscheinlich unnützes Blutvergießen und jedenfalls eine wenig wünschenswerthe Aufregung des ruhebedürf-
nicht die Rede. Auch standen nach den zuletzt eingelaufenen Nachrichten die Montenegriner noch in Li» powa. Sie sind also nicht zurückgeschlagen worben, und andererseits ist die Nachricht, daß sie bis nach Kotaschin vorgedrungen, unbegründet, Lipowa ist nun unzweifelhaft ein türkisches Dorf, und es heißt, daß die Montenegriner diese Eigenschaft des Ortes auch nicht in Abrede stellen, da das Grenzberichtigungs- Prototoll von 1859, an dessen Abfassung Commissare der Czernogora tfeeilgenommen haben, dasselbe der
ein berufsmäßiger Meuterer; 1849 war er Carlist j errichtet hatten, zerstörte diese Befestigungen und ver- uiuer Cabrera, später nahm er an einer aufrührerischen t'! £ *' ' 11 ' ' ■*** *•
tigen Landes im Gefolge hat. Die Aufrührer bernäch tigten sich des Dampfers Cadiz, eines Schleppschiffes und einiger kleinen Schaluppen; sie zogen durch die Straßeit mit dem Ruse: Es lebe die bundesstaatliche Republik! fanden aber unter der Einwohnerschaft keinen Anhang, der sich ihnen anschloß. Der Commandant der Festung, Sanckez BarcLiztegui, besetzte mit den 200 Mann Marine Infanterie, über welche er verfügte, das Gefängnißgebäude und einige andere feste Punkte, insbesondere aber das Castell San Felipe, welches die Mündung des schmalen Meerbusens bestreicht^ an dessen Endpunkt Ferrol liegt. Die von den Meuterern genommenen Schiffe finden daher keinen Ausweg auf die hohe See, um etwa die Bewegung an andere Küsteupunkte zu verpflanzen. Der General - Capitän von Galizien, Sanchez Bregua, ist von Corunna aufgebrochen, und es sind außerdem von verschiedenen anderen Seiten her Truppen gegen Ferrol im Anmarsch, um den Aufstand zu unterdrücken. Hier in der Hauptstadt beschuldigte man anfangs die Alfonsisten, daß sie die Meuterei veranlaßt hätten; vielleicht dachte man daran, daff ihr Ausbruch mit dem GebnrtSfeste der- Exkönigin Isabella zusammenfiel. In den CorteS dagegen, denen die Minister die ihnen zugegangenen Mittheilungen bekannt machten, erklärte der Graf von Torenv im Namen seiner Partei jene Anklage für albernen Unsinn. Der Graf hat Reckt; wenn man auch dem Zusatze, daß die Alfonsisten sich nie in Verschwörungen eintaffen würden, nicht die gleiche Glaubwürdigkeit zugestchen wird. Noch mehr zu beachten aber war, daß die republikanischen Abgeordneten jede Gemeinschaft mit dem, wenn auch die Fahne der bundesstaatlichen Republik schwingenden Aufruhr von sich abwiesen. Freilich würde sich keine Partei dazu bekennen, mit einer Bewegung im Einverständnisse zu sein, welche als eine reine Tollheit in die Welt tritt.
Rom, 12. Oct. In verschiedenen Blättern war die Nachricht verbreitet, das Ministerium habe einen neuen Versöhnungsversuch dem Vatikan gegenüber gemacht und dem Cardinal Antonelli durch den Prä- iccten Gadda Rententitel im Betrag von 3 Millionen übersandt; dem widerspricht der valieanische Chronist der „Gazzetta d'Italia". Er behauptet, das Ministe- num, weit davon entfernt, dem Papst entgegenzukommen , nehme in Bezug auf das Gesetz über die Unterdrückung der geistlichen Genoffenschaften gerade in letzterer Zeil eine entschiedene Haltung an; eS habe den Passus des Entwurfes, welcher die Verwaliung der Capitalien, die aus den Einkünften der Kirchen guter gebildet werden, dem Papst überweist, gestrichen und dic Zahl der OrdenShäuser, welche eine Aus nähme bilden sollten, von hundert auf zweiundsünfzig herabgesetzt. Aber auch diese zweiundfünfzig wolle Herr Sclla beseitigen. Andererseits ist es aber auch zweifelhaft, ob die Erhaltung dieser Anzahl Ordens Häuser drn Papst bewegen würde, in Rom zu verbleiben, wenn das Gesetz angenommen wird. Es herrsche demnach im Ministerium sehr wenig Neigung zum Nachgeben, und glaubt der vatikanische Chronist mit Bestimmtheit erklären zu können, daß dem Cardinal Antonelli jene Summe von 3 Millionen nicht angeboten wurde. Was die Ungnade des Cardinal-Staals- Secrelärs bei Sr. Heiligkeit anbelangt, so soll dieselbe schon seit sechs Monaten auf Antonelli lasten, und der Grund, weshalb er in seinem Amte nicht durch einen anderen Kirchenfürsten bereits ersetzt wurde, einfach darin liegen, daß keiner der Purpurträger in diesen mißlichen Zeiten die Erbschaft antreten will.
Florenz 16. Oct. Die „Nazione" meldet: In Folge der guten Dienste befreundeter Mächte ist die Laurionfrage beigelegt. Vooritis wird demnächst in Rom zur definitiven Abmachung ein treffen.
Konstantinopel, 10. Oft. lieber ben Zusammenstoß an der türkisch-montenegriiiifchen Grenze haben Die hiesigen so wie die fremden Blätter Nachrichten gebracht, die großentheils der Berichtigung bedürfen. Nach Mittheilungen aus guter Quelle war der Vorgang, kurz erzählt, folgender: In der Nacht znm 28. September überschritt ein Haufe von etwa 500 Czernagorzen in der Richtung nach Südosten die herzegowinische Grenze, Überrumpelte daS Dors Lipowa, das etwa eine Stunde Wegs weit von derselben entfernt liegt und wo die Türken in den letzten Monaten ein Blockhaus und verschiedene Schanzen
Herzegowina zulheilt. Nun wirp vom Fürsten Nikolaus, wie man hört, behauptet, jene Abmachung sei so lange nicht als perfect zu betrachten und zu behandeln, als die ihm damals zugesprochene Entschädigungssumme von einer Million Piastern nicht erlegt sei. Wie man freilich damit den Ueberfall Lipowas und die Zerstörung der dortigen Schanzen rechtfertigen will, ist nicht abzusehen. Zndeß wirb hier nicht angenommen, daß eS deshalb zum Kriege kommen wird, vielmehr denkt man, daß der Zwischenfall wieder durch qine CouunissioG die aus Abgeordneten beider-Theile zu sammengescht ist, zu friedlichem Äustrage gebracht werden wird. .... ....^ .
Rew-Uork, 16. Oct. Die Mexikaner haben die fortgeschleppte Beute zurückerstattet und auch versprochen, die Urheber der an der Gränze begangenen Unthaten suszuliefern. Die verloren gegebenen Kähne des untergegangenen Dampfers „SaclabeUe" sind aufgeßflnden worden. — Das Deficit des kubanischen Budgets beträgt 13 Millionen Dollars; man schlägt vor, eine Steuer auf die Sklaven und anderes coloniale Eigenthum zu legen, aber die Zölle, unverändert zu lassen. , ... .. .. .. ,'
Marburg, 17. Oct. Gestern gegen Abend traf eine Depesche.hier ein, daß in unserer Nachbarstadt Schweinsberg ein großer Brand auSgebrochen sei. Die freiwillige Feuerwehr wurde sofort'allarmirt und eilte eine Abiheilung derselben mit 2 Spritzen nach dem Branbort. Auch ein Coinmando Jäger von 80 Mann marschirte dorthin ab. Nach heute hier eingetroffenen Nachrichten ist das Feuer in der Scheune des Gastwirth Kraft ausgebrochen und sind im Ganzen 18 Gebäulichkeiten, darunter 4 Wohnhäuser und die Synagoge abgebrannt. Hülse war zahlreich vorhanden und namentlich fehlte es nicht an Spritzen, es solle« 26 anwesend gewesen sein. Die gefüllten Scheunen gaben indessen dem Feuer fortwährend neue Nahrung und ließen es so große Dimensionen annehmen. Nur 2 der Beschädigten haben ihre Mobilien versichert.
— Die Ausdauer der Pferde in der Entbehrung von Waffer und Nahrungsmitteln ist erstaunlich. Man bat Versuche angestellt, zu erfahren, wie lange Pferde unter besonderen Umständen, k B. in. belagerten Festungen-, ohne Futter würden leben können, und dadurch folgende Resultate erlangt: Ein Pferd kann 25 Tage ohne Nahrung leben, wenn es nichts als Wasser trinkt- Es kann nur 5 Tage leben, wenn es feste Nahrung, aber nichts zu trinken bekommt. Hat es 10 Tage lang festes Futter, aber ungenügend Wasser erhalten, so ist der Magen abgenützt. Diese Facta zeigen die Wichtigkeit des Wassers in der Erhaltung der Pferde und wie sie danach verlanget müssen. Ein Pferde,"ckem man drei Tage lang kein.Wasser gegeben hatte, trank gegen 90 Liter in drei Minuten. ;
Telegraphische Depeschen der Ober-
hessischen Zeitung.
Berlin, 16. Ott. Die Subskription auf vfr neue Emission der russischen Bodeneredit-Pfandtnwfe ist heute bei dem Bankhause Bleichröder gleich nach der Eröffnung geschlossen worden. Der Andrang war ein sehr bedeutender.
Berlin, 16. Oct. Die bei der Discontogefell-- schafl gestern und heute angefiinbigte Subskription aus bie öprocentigen Bergisch-Märkischen Prioritäten ist heute früh nach bedeutender Ueberzeichnung geschlost fen wordcn. ________________
Telegraphische TourS- und Marktberichte.
Frankfurt a. M-, 17. Octbr. 1 Schlug der Börse!. Staatsbahn-Actien 359}, Elisabeth 271, iSalizier 259, Lombarden 219}, Nordwestbahn —, Credit actien :3595p Silberrente 65, Papierrente —, 1860t Loose 941, Nationalbank 1017, Spanier 29}, 1882r Amerikaner 96, Darmstädter Bank —, Effectenbank 137}. Still.
Berlin, 17. Octbr. (Ansangscourse). Crebitactien 205, Staatsbahn 203}, Lombarden 125}, Amerik. 96}. Fest.
Wien, 17 Octbr. (Ansangscourse). Crebitactien 333.40, Lombarden 203.80, Napoleons 8.69}.
’Äj uf dem Wege von der Restauration Höfner durch die Untergaffe, Barfüßcrlhor, Schützenpfuhl, am Grün bis zur obigen Restauration zurück, wurde gestern Abend zwischen 7 uns 8 Uhr ein Portemonnaie mit 10 Thlr. Caflcnscheine verloren. Der redliche Finder wird gebeten, solches gegen gute Belohnung bei Herrn Höfner (Weiden- hanfen) abzugeben. [2413 £&rifd)e Schellfische soeben angekommen bei ö 2414] Jopn Schneider in Weidcnhausen.