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schulen beschäftigt. ES hat sich herausgestellt, daß über den gegenwärtigen Stand dieser Schulen im Allgemeinen ganz unrichtige Vorstellungen herrschen. Wie der „Voff. Ztg." mitgetheilt wird, bestehen gegen­wärtig Fortbildungsschulen nur da, wo ein besonderes locales Bedürfniß zu ihrer Begründung Veranlassung gegeben hat und ist ihre Einrichtung fast durchgängig auf Einrichtung und Kosten der Gemeinden, Eorpora- tionen, freien Vereine und Einzelner erfolgt, Ihrer Bestimmung nach unterscheiden sich diese Fortbildungs­schulen in Nachhilfeschulen zur Wiederholung und Be­festigung des Elementar - Unterrichtsstoffes und in Handwerker - und gewerbliche Fortbildungsschulen. In Betreff der beiden letzten Kategorien wird daran festgehalten, daß sie nicht speciell technische Fachschulen sind, sondern daß in ihren Unterrichtskreis auch Dis- ciplinen der gehobenen Elementarschule, namentlich, so­weit sie ethischen und vaterländischen Inhalts sind, ge­hören. Für den Besuch der Fortbildungsschulen kann nach den bestehenden gesetzliche» Bestimmungen kein Zwang geltend gemacht werden. Ebensowenig können Commune» oder sonstige Corporationen zwangsweise zur Errichtung und Unterhaltung solcher Schulen ge- nöhigt werden.

Wiesbaden, 15. October. Zn der heutigen Generalversammlung der Actionärc der Gesellschaft zum Betrieb des Kur Etablissements in Wiesbaden und Ems wurde die Dividende für die noch nicht amortistrten Actien auf 53 st., für die bereits amorlisirten auf 50 st. festgesetzt. Das abgelaufene Somnierhalbjahr war die glänzendste Geschäftszeit seit dem Bestehen der Gesellschaft. Der Gesammtgcwinn beträgt 2,100,000 st., wovon auf Wiesbaden 1,705,000 st,, auf EmS über 400,000 st. mtsallen. Die Ausgaben betragen 645,000 st , der Reingewinn 1,400,000 st. Als Gralification für die Bankangestellte» wurden von der Versammlung 45,000 st. bewilligt und deren Vertheilung dem Er messen der Direction anheimgestellt. , ;

Mecklenburg-Schwerin, 13. Octbr. Die in den nächsten Tagen beginnenden commissarisch- deputatischeu Verhandlungen wegen Reform der Ver­fassung haben seilens der Regierung, wie man der „W. Z." schreibt, die Absicht zur Grundlage, das Dominium in ben Ständen zu einer Art Vertretung zu bringen, was allerdings den schneidendsten Wider­spruch gegen das Feudalsystem in sich schließt; es würden dadurch nur Halbheiten und fortlaufende Miß stände erzeugt werden. Das Dominium, weitaus der wichtigste Thcil des Landes, hier für uns 104% geogr. Ouadratmeilen von den 214*/io Quadratmeilen des ganzen Großherzoglhums, ist rechtlich dem absoluten

Gesetzgcbungs- und DesteuerungsrLchte deS Landesherrn unterworfen wenn auch faktisch ein weit anderes Ver hältniß besteht und der Wirklichkeit nach die regierende Adelsaristokratie auch hier gebietet. — Die Entvölke­rung unseres Landes scheint abermals zuzunehmen. Es wird die diesjährige Herbstauswaiiderung in den öffent­lichen Blättern auf 8000 Seelen berechnet; fie beruht wesentlich auf 2 Punkten, der Unmöglichkeit, zu kleinem Grundbesitz zu gelangt», welche die etwas wohlhaben­deren Taglöhnersamilien forttreibt, und dem Patri- monialgerichtswestn.

Weimar, 15. Oct. Die großherzogliche sächsische Regierung wird auf den Schulkonferenzen, die heute aus Anlaß der Regierung des Deutschen Reichs in Dresden beginnen, durch den Oberschutrath Dr. Lauk- hardt vertreten sein. ..

Meiningen, 14. Oct. Der Landtag hat eine Nachforderung von 52,000 Fl. für das Militärlyza- reth bewilligt, nachdem er bereits im Jahre 1868 be trächtliche Summen zum selben Zweck bestimmt hatte, Conventionsmäßig ist bekanntlich den Partikularstaaten die Beschaffung der ersten Einrichtung auferlegt. In seinem letzten Beschluß hat der Landtag den Satz ausgenommen, daß „weitere Militärbewilligungen aus der Landeskaffe in keiner Weise mehr geleistet werden können." V;

Gera, 15. Oct. Der Landtag hat in seiner vor letzten Sitzung eine lOprocentige Gehaltsaufbesserung für alle Beamten beschlossen, die weniger als 550 Thlr. Besoldung haben, und diese Maßregel auch auf die Lehrer ausgedehnt. Für erstere erwächst der HauptstaatSkasse eine Mehrausgabe von 2000 Thlr., für letztere von 4000 Thlr. Ferner ertheilte der Landtag seine Genehmigung der HauptstaatSkaffeurechi nung für die Finanzperiode 1869 bis 71 und erle­digte durch Enblocnahme die Vorlage über ein G-setz betreffend die kirchlichen Dissidenten, welches sich haupt­sächlich auf die diesbezügliche Gesetzgebung im König reich und im Großherzoglhum Sachsen stützt.

Ausland.

Wie», 14. Oct Der Umstand, daß der Kriegs- Minister sich mit der Bewilligung deS erhöhten Prä senzstandes zufriedengebcnd, die weiteren immerhin nam haften Abstriche der österreichischen Delegation ruhig über sich ergehen ließ, ohne den Versuch zu machen, für seine Anträge einzustehen, wird von officiösen Mittheilungen ungarischer Journale mit.dem letzten Ministerralhe unter dem Vorsitze des Kaisers, in welchem die Erklärung bezüglich des Normal-Friedens- Budgets formulirt wurde, in Zusammenhang gebracht. Der Resolution, welche die österreichische Delegation

herrschenden Gebrauch mit dem 10. Geburtstage als Seconde-Lieutenant in das 1. Garde-Regiment zu Fuß getreten war, von seinem 14. Lebensjahre an den Oberst Lieutenant v. Stockhausen. Der Prinz machte seine erste Dienstzeit in der Infanterie durch und wurde erst am 4. Oktober 1828 ä la suite des da­maligen 1. Garde-Landwehr-Regiments, jetzigen 1. Garde-Ulanen -Regiments, gestellt. Auf seine Bitte wurde er au seinem nächsten Geburtstage aus dem 1. Garde-Regiment zu Fuß entlassen und gänzlich dem Cavalleriedienst überwiesen, für den er von früh an besondere Neigung und Verständniß gezeigt hatte. Fortan verwendete der Prinz seinen hervorragenden Einfluß als Mitglied des königlichen Hauses,^zur Hebung der preußischen Reiterei. Auf seinen zahlupMen Reisen im Orient, nach Rußland und Galizien wandte der Prinz stets der Reiterwaffe und der Pferdezucht eine besondere Aufmerksamkeit zu, wie er auch die Wettrennen als Mittel zum Zwecke besonders hoch hielt und mehrere Steeplechascs in Person mitgcritten ist. In seiner militärischen (Saniere war er am 30. März 1836 Commandeur der 2. Garde-Cavallerie Brigade, am 7. Sept. 1840 Commandeur der 5. Division, am 7. April 1844 Gencrallieulenant und am 23 März 4852 General der Cavallerie geworden. Während der Mobilmachung von 1859 führte er das Commando der 6. Cavallerie-Division. Im Jahre 1862 trat er eine große Reise nach dem Kaukasus an und machte bei dieser Gelegenheit eine Expedition von Stawropol durch die noch ununterworfenen Berg- distrikle. Da sich auf derselben der commandirende General Jevdokimoff durch einen Sturz mit dem Pferde gefährlich verletzte, ging das Commando der Expedition an den Prinzen als den ältesten anwesen­den russischen General über. Der Prinz führte die selbe glücklich durch, erzwang, obgleich selbst durch einen Sturz mit dem Wagen erheblich verletzt, unter dem Feuer des Feindes den Uebergang über das Flüßchen Pschecha und bestand aus dem Rückmarsch siegreich einen Ueberfall der Tscherkessen. Für diese erste Waffenthat erhielt er den russischen St. Georgsorden 4. Klaffe und die Schwerter zum Rothen Adlerorden.

Im Jahre 1864 machte ort Prinz ohne beson­deres Commando den Feldzug nach Dänemark mit

und war wiederholt im Feuer. Im Juli pflanzte er auf dem Skagener Riff die preußische und die öster­reichische Fahne auf. Zum Andenken an diesen Feldzug wurde er zum Ches des 7. brandenburgischen Infan­terie-Regiments Nr. 60 ernannt; schon früher war er Chef des litthauischen Dragonerregiments Nr. 1 und des kaiserlich russischen Dragonerregiments „Klein­rußland" Nr. 7 geworden. Im Jahre 1865 wurde der Prinz zum Inspekteur der II. Armeeabtheilung er­nannt und commandirte im Jahre 1866 die Reserve- Cavallerie der 1. Armee. In dieser Eigenschaft nahm er an den Schlachten bei Müuchengrätz, Grischin und Königgrätz Antheil. In letzterer führte er die eine Hälfte seines durch ein Mißverständniß in zwei Theile getrennten Reserve Cavalleriecorps persönlich in das Feuer und formirte mit großer Kaltblütigkeit mehrere in Unordnung geratene Regimenter zu erneuertem Angriffe. Im Jahre 1870 war der Prinz während der entscheidenden Emser Ereignisse an der Seite seines königlichen Bruders, blieb aber auf den Wunsch desselben zur Beruhigung der aufgeregten Gemüther bis zum 16. Juli in dem Badeorte. Nach geschehener Kriegserklärung übernahm er das Commando der 4. Cavalleriedivision, welche der von dem Kronprinzen befehligten III. Armee zugewiesen wurde. Die Division beteiligte sich an der Verfolgung nach den Siegen bei Weißenburg und Wörth und besetzte am 24. August das Lager von ChalonS. Es war das zu dieser Division gehörende rheinische Dragonerregiment Nr. 5, das zuerst die Richtung deS Mac-Mahon'schcn Teitenmarsches aus Montmedy in Erfahrung brachte. In den Tagen vor Sedan erstürmten die Reiterregi­menter des Prinzen abgesessen verschiedene verschanzte Dörfer und schlugen am Schlachttage selbst einen Durchbruchsversuch französischer Kürassiere zurück. Am 16. September erreichten seine Reiter Fontainebleau und tränkten als die ersten Deutschen chre Roffe in der Seine. Am 5. Oktober bestand der Prinz ein hartnäckiges Gefecht gegen überlegene französische In­fanterie und hielt dabei mehrere Stunden lang im heftigsten Feuer in der Tirailleurkette. In Folge dieses Gefechtes, das die Anwesenheit bedeutender franzö­sischer Maffe» um Orleans feststellte, wurde bekannt­lich aus dem 1. baterischen Armeecorps und der 22

in Bezug auf die Zusammensetzung einer gemischt Commission zur Festsetzung eines Normal - Frieden, Budgets gefaßt Hal, wird, wie die Pesther Blättz heute versichern, sich die ungarische Delegation nst anschließen. Nach der „Montags - Revue" sollen dj Landtage, falls die Delegationen am 19 ihre Arbeit, beenden, am 28 October und der ReichSrath am; Dezember zusammentrelen. Sind die Delegationen , dein bezeichneten Tage nicht fertig, jo ist der Zus», mentritt der Landtage für den 7. November in Aut sicht genommen.

Paris, 15. Octbr. Die Räumung des Ma«! und Obeimarne-Departemeiits hat begonnen. Hm Morgens verließ nämlich das 2. Bataillon des 4 deutschen Regiments Saint Diziers, mm sich m

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Epinal zu begeben. Der Abmarsch gab zu keinen D monstrationen Anlaß. — Der vorgestern aus R« zurückgekehrte Cardinal de Bonnechose war gestern 6, Thiers und Barthelemy Saint Hilaire. Laut „Tempi hat er beiden mitgetheilt, der Papst beklage sich zwi bitter über die ihm von der italienischen Regierw bereitete Sage, denke jedoch durchaus nicht daran, SRoi zu verlassen, — Die Gerichte von Saint Client, haben die 40 Personen, welche der Theilnahme an d, Gesellschaft Alliance Republicaine angeklagt war« freigesprochen. Die Untersuchung in diesem Procesj hatte ein ganzes Jahr gedauert. — Die Fälschung be Briefes von Picard > worin deffen Entlassung Hn ThierS gemeldet wurde, hat zu einer gerichtlichen Untei suchung Anlaß gegeben. — Der Advokat Lachaud i vom Prinzen Napoleon beauftragt worden, seine Sa<s vor die Gerichte zu bringen. Andererseits erfährt moi daß Rouher beim Slaatsrathe den Antrag stellen sei das Ausweisungsdecret zu annulliren. Der Prinz ui die Prinzessin Napoleon Haden die Schweiz verlass, und werden i» Mailand erwartet. — Der legitimistish Präfect von NimeS (Gard), Guignes be Champvani hat die Gesellschaft Cercle republicaine von Beaucai,

zu ur Paß, wurd« Corsi w«rd, stellte der P nach < Gebie feine ( die il nurbi zefsin nehtw einen suche, als 2 der 9 deglei gegen Aufei hatte verna

kund zu geben. Uebrigens klagt man in der letzte Mau

Mit» ohne zeig»! Reise hatte nach und

das der zu i Poltz

über Elsaß Lothringen nehmen, lange unterwegs bli den. Viele Kaufleute senden deßhalb jetzt ihre fi Süddeutschland bestimmten Dinge über Köln.

— DaS Organ des Herrn Thiers, „Bien Publik

aufgelöst. — Die französische AusstellungScommisfu, für Wien hat in der öfterreichischeit Hauptstadt a ganzes Haus gemiethet. Daffelbe wird mit Parisi Möbeln versehen , die aber nicht über Deutsch laut sondern über Italien versandt werden. Die Commisfic wählt fast für alle Dinge, die sie nach Wien send« den italienischen Weg, um dadurch ihren Pairiotism

Zeil vielfach darüber, daß die Waaren, die ihren Wß beschl aufre

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Feuer, zuges an der mation machte

Infanteriedivision nebst der 2. und 4. Cavalletiediki sion die Armeeabtheilung des baierischen General Frhrn. v. d. Tann gebildet. Es muß dem Prinzo besonders hoch angerechnet werden, daß er trotz feind höheren Ranges und Dietiftalters sich dem tapfere baierischen Führer bereitwillig untervrdnete. Der S« von Artenay am 10. Oktober war im Wesentlich« das Werk der von dem Prinzen befehligten 4 C« vallerie-Division, die eine Reihe der glänzendst« Attaken ausführte. Der Prinz machte dann den ganz« schweren Loirefeldzug vom November bis 11. Decemlf in Erfolg und Mißerfolg mit, wiederholt im stärkst«

mit. An dem Tage des letztere» ernannte ihn & Majestät zum Generalobersten der Cavallerie mit dck Range eines Feldmarschall». “ v.

Der Prinz war zweimal vermählt; zmn erst« Male am 14. September 1830 mit der Prinzess!« Marianne der Niederlande. Aus dieser Ehe warbt« drei Kinder geboren, Prinz Albrecht (Sohn) am & Mai 1837, die verstorbene Erbprinzesfin von Sachse» Meiningen, erste Gemahlin des jetzigen.regierende« Herzogs Georg, am 21. Juni 1831, und die Herzog'« Alxandrine von Mecklenburg-Schwerin am 1. FebriB 1842 Am 28. März 1849 wurde diese Ehe geschis den, worauf sich der Prinz am 13 Juni 1853 ®6 der Gräfin Rosalie von Hohenau, einer Tochter dck verstorbenen Generals von Rauch vermählte. N dieser Ehe stammen die Grafen Wilhelm und Friedriä von Hohenau, geboren 1854 resp. 1857.

Der verewigte Prinz war ein Herr von gewinnende«

Die außerordentlichen Strapazen dieses Fel» zogen ihm eine Augenentzündung zu, die il)' Theilnahme an der berühmten Kaiserprocl« vom 18. Januar 1871 verhinderte. Dagegtt

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er sowohl die Parade von Longchamps ün> den Einzug in Paris, wie den Siegeseinzug in Berli«

Leutseligkeit und großer Wohlthätigkeit, Eigenschaftc« die ihm auch in nichtmilitärischen Kreisen viele Herzt« gewannen. S.ine hervorragende und selbstverleugneod' Pflichttreue in der ihm von der Geburt angewiesen* hohe» Stellung und kriegerischen Laufbahn wird ih* in den Annalen deS preußischen Königshauses, der deutschen Kriegsgeschichte ein ehrenvolles GedächUÄ eines sichern. (Sp. Zlg,)