1872
Marburg, Sonntag, den 13. October.
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- etwas mehr Energie unter die Arme greifen, nicht 235g allein, daß er die Theorien, welche der Exdictator auf :____feiner südlichen Reise in zahlreichen Versammlungen
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Schwert legte.
„Nehmt Euch in Acht, Vetter", rief ihm der König
fortlaufenden Berichte über daS gute Einvernehmen Italiens zu Frankreich und umgekehrt w.urden durch die Nachricht vermehrt, der Handelsvertrag zwischen beiden Staaten sei durch wichtige Zugeständnisse dem Abschlüsse nahe. In der Bevölkerung Italien« herrscht trotzdem nicht geringes Mißtrauen gegen Frankreich, da man dessen Einmischung in die bevorstehende Lösung der Klosterfrage fürchtet.
Im spanischen Congresie findet die Berathung der Antwort-Adresse auf die Thronrede statt, die Annahme des Entwurfs der radicalen Parthei ist zweifellos.
AuS England find neben den interefielosen Ferienreden der im Lande Herumreisenden Parlaments Mitglieder leider einige erhebliche Unglücksfälle zu verzeichnen. Bei Earlisle rannte ein Schnellzug in einen langirenden Güterzug, wodurch 17 Passagiere ums Leben kamen, in einer Kohlengrube bei Morley raffte eine Explosion 25 Menschenleben hin und auf hohrr See ist der britische Dampfer Hilda, von Archangel nach Liverpool fahrend mit der ganzen Mannschaft zu Grunde gegangen.
Der am 7. d. M. eröffnete dänische Reichstag ist bi« zum 2. Dezember vertagt worden.
Die Leichenfeier des verstorbenen Königs von Schweden, auf dessen ausdrücklichen Wunsch dir übrigens sonst allgemeine Landestrauer ausfällt, hat am 9. d. M. stattgefunden.
In der russischen Armee hat die Beurlaubung der Unteroffiziere und Gemeinen, deren Dienstzeit am 1. Januar 1873 abläuft, bereits schon jetzt statige- funben. DaS Marine-Budget ist für da« nächste Jahr um 6,762,000 S -Rb. erhöht worden.
Die Pforte hat wegen des Blutbades an der montenegrinischen Grenze eine Drohnote nach Cettinje gesandt und der Senat von Montenegro hat die strengste Bestrafung der Schuldigen zugesichert. Der Bruder des Kaisers von Rußland, Großfürst Nikolaus, ist in Begleitung de« Herzogs von Leuchtenberg und der Prinzen von Oldenburg am 5. d. M. in Konstantinopel eingetroffen. Gleichzeitig auf demselben Schiffe von Varna kam auch der neue Minister des Auswärtigen , Khalit Pascha, aus Wien an. Derselbe ist keineswegs so franzosenfreundlich gesinnt, wie die Pa
ierathen, aber schließlich verworfen.
Der „Republik" Frankreich will Thiers mit
Politische Wocheu-Ueli erficht.
Unter den Ereignissen der vergangenen Woche nimmt im Deutschen Reiche die nunmehr ver öffentlichte Denkschrift der in Fulda versammelt gewese- nen Bischöfe den ersten Platz ein. In schärfster Weise erklärt sich dieselbe gegen dir deutsche Politik und gegen das deutsche Staatswesen, und wird somit der Gegensatz der katholischen Kirche zu dem Rechtsstaat unserer Zeit aus das Entschiedenste in ihr dargelegt. Eicher wird der Friede durch diese Demschrift nicht zsrückgeführt, wohl aber der Kampf zwischen Staat mir Kirche verschärft. Die in diesem Herbst so zahlreichen Fachversammlungen haben noch einen neuen imd hervorragenden Zuwachs durch die s. g. „Katheder- Socialiften-Versammlung* in Eisenach am 6. und 7. d, M. erhalten.
Die österreichische Reichsraths-Delegation hat nunmehr nach einer glänzenden Rede Andrassy's den Antrag der dreijährigen Friedenspräsenzzeit und die Bermehrung der Infanterie- und Jägertruppen angenommen ; und hat damit das Cabinet Auersperg wohl eine neue Befestigung erhalten.
Der Große Rath in Genf hat einen Antrag auf weitere Trennung des Staates von der Kirche
Schaden bringen, hat er sich ebenso mißbilligend gegen die Angriffe auf die Nationalversammlung ausgesprochen «d erklärt, daß er derselben „Achtung zu verschaffen" »iffen werde. Auch hat er in der letzten Sitzung der Permanenz Commission mitgecheilt, Prinz Napoleon, der ohne ministerielle Erlaubniß nach Frankreich zurück gekehrt sei, und der wahrscheinlich bei den bevorstehenden Ersatzwahlen etwas in „Napoleons" zu machen gedenkt, werde sofort ausgewiesen werden.
Die in den italienischen Blättern osficiös
auf das vierte Quartal werden von alle» Post- eastaltrn noch fortwährend angenommen.
königliches Wort, daß es das letzte Mal wäre, daß er ihm diese Ehre vergönne, und sprengte dann in großer Hast nach London zurück.
Katharina hatte jetzt den König gesehen, der sie liebte, den Mann, der in ihr Grabgewölbe gestiegen war, de» Verlobungsring an ihren Finger gesteckt hatte, und eine Krone auf ihr Haupt gesetzt haben würde. Sie hatte ihn schön gefunden. Er erschien ihr groß und mächtig mitten in seiner Umgebung, und alle Grasen und Herzoge, die das Sternengcfolge der Sonne Englands bildeten, kamen ihr klein und schwach neben ihm vor. Sie wagte es, auf den Fußzehen an das Fenster zu schleichen und hinab in den Hof zu fehm, wo Alle lief gebückt und mit entblößten Häuptern standen, indessen der König stolz und mit bedecktem Kopfe an ihnen vorüber schritt. Als sie aber sah, wie Ethelword jetzt das Knie beugte, und dem König den Steigbügel hielt, da erröthete sie für ihn, der ein ein Mann, ein Adliger, der ihr Gemahl war. Sie sah dem König nach, wie er dahin brauste, von seinen Höflinge» gefolgt, und eS däuchte ihr, daß er um so größer sei, je mehr Menschen er unter den Staub seiner Füße träte, und um so größer sei auch Diejenige, welche seinen Thron mit ihm theile. Sie dachte an die Möglichkeit, Wittwe zu werden.
Nach einer Weile trat Ethelword bleich und in großer Bewegung bei ihr ein. Er setzte sich sogleich nieder, nahm Feder und Pergament und begann eifrig zu schreiben.
„Wo warst Du, während der König hier war?" fragte er nach einer Weile.
Sie gestand ihm, daß sic hinter dem Vorhang gelauscht habe.
„Du hast also Alles gehört?" fragte er, noch immer schreibend. L ; <-
„Alles,"
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in bitlerm Hohne zu. „Ihr habt in Gegenwart Eures Monarchen die Hand an das Schwert gelegt; das ist Hochverrathi . . . Ihr seid Marquis von Derbi, Herzog von Dierham, Pair von England; Ihr besitzt dreihundert Dörfer, welche von zehntausend Vasallen bewohnt werden; Ihr seid reich und mächtig unter den Fürsten. Ich kann Euch Alles nehmen, und Euch so arm und nackt in die Welt hinaus stoßen, wie den ärmsten Bettler, der an den Thoren meines Palastes sitzt.
„Das könnt Ihr, Sire!" antwortete Echelword mit festen Blicken.
„Zch kann Euch vor die Pairskammer laden, worin Ihr noch Euer» Sitz habt; kann Euch deö Hochver raths anklagen, ja, des Hochverraths, Mylord, denn Ihr habt in unserer königlichen Gegenwart die Hand an Euer Schwert gelegt."
„Ich werde e« nicht läugnen."
„Und wenn Euer Todesurtheil ausgesprochen ist, kann ich Euch mit dem Finger da« Blutgerüst zeigen, auf welchem Dudley, Empson und Cromwell gestorben sind."
„Ich werde eS besteigen.".
DaS war zu viel für dm König; diesen Trotz war er nicht gewohnt, und er beschloß, zu sehen, wer von ihnen beiden nachgeben würde. Er entfernte sich, und gebot dem ihn begleitenden Herzog zu bleiben. Aber noch war dieser im Besitz aller seiner Titel und Gerechtsame; der König befand sich in seinem Schlosse, noch war er durch kein Unheil der Pairskammer als Hochverräther erklärt, und als Unterthan und Lehensmann des Königs war es sein Recht, diesen bis an das Thor zu begleiten, wo ihn sein Gefolge erwartete, und ihm den Steigbügel zu halten, bannt er sein Pferd bequem besteigen konnte.
Heinrich ließ es geschehen, aber er gab ihm sein
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riser Blätter ihm lobend nachsagen, er sieht das Heil der Türkei im engsten Anschlüsse an das mit Deutschland verbündete Oesterreich. Zum Gesandten in Rom ist an Photiades' Stelle SerkiS Esendi ernannt worden. Der französische Botschafter Vogus, der eine Urlaubsreife in die Heimath gemacht, ist wieder auf seinem Posten.
Fürst Milan von Serbien hat am 7. d. in Ära: gujevacz, der alten Landeshauptstadt, die Skuptschina eröffnet und Tags darauf vor der Volksvertretung feierlich die Verfassung beschworen. Die gesetzgebende Versammlung besteht aus 113 freigewählten Volksvertretern und 28 (gesetzlich dürfen es 36 sein) vom Fürsten ernannten Mitgliedern. Die Landwehr soll zu Herbstübungen einberufen werden.
Die rumänische Armee hält seit dem 2. d. unter dem Commando des Fürsten Karl bei Bukarest große Manöver.
In den Vereinigten Staaten Nordamerikas berechtigen die bekannt gewordenen Senatswahlen zu einem Schluffe auf die Novemberwahlen, und stellen die Wiederwahl Grants in ziemlich sichere Aussicht.
Deutsches «eich.
•• Berlin, 11. Okt. Ein Berliner Correspon- dent verbreitet in auswärtigen Blättern Vic Nachricht, daß die Eröffnung des Reichstages im Januar bevorstehe, als Beweis hierfür, meint der Corrcspondent, sei anzusehen, daß im Reichskanzleramt die Aufstellung des Etats so gefördert werde, daß bis zum Termin Januar derselbe fertig werden müsse. Wenn es auch richtig sein mag, daß im Reichskanzleramt die Vorbereitungen für den Etat im Laufe dieses Jahres zum Abschluß gebracht werden, so ist doch die hieraus von dem Correspondenten gegebene Folgerung unrichtig, der Reichstag wird schwerlich vor Februar zufammen- treten; ebenso ist die Nachricht der „Spen. Ztg." über die Vorlagen für den Reichstag durchaus den Verhältnissen nicht nachkommend und namentlich ist die Mittheilung, daß daS Preß- und Vereinsgesetz dem Reichstage nicht vorgelegt werden wird, unbegründet; die Vorarbeiten für Feststellung eines Preßgesetzes haben keineswegs geruht, das Vereinsgefetz in der nächsten Session zur Berachung gelangen zu
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Gerächt.
Historisch-romantische Erzählung von H. Z.
^Fortsetzung.)
Heinrich glaubte nicht recht gehört zu haben.
„Was soll das heißen, Mylo^" rief er auffallend aus; „mich däucht, Ihr werdet verrückt".
„Sire", entgegnete Ethelword' würdevoll, „ich dezreife, wie thöricht und undankbar ich auch scheinen nnch. . . . aber, ich kann nicht, Sire! nein, ich schwöre Euch, daß ich nicht kann".
„Mylord, Ihr werdet Euch bedenken", rief der König im drohenden Tone.
„Sire, ich habe Alles bedacht", sagte der Herzog stolz erhobenem Haupte.
„Ihr schlagt die Regentschaft des Reichs aus?" „Ich erkenne dankbar die Ehre, welche mir Ew. Suaden erzeigen wollen, aber ich kann sie nicht an- dchmm "
„Ihr schlagt die Hand der Prinzefstn Margaretha
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„Ich konnte das Anerbieten einer solchen Verbin- buttg nicht erwarten .... Auch lasse ich mir Gerech- llgkeit widerfahren, indem ich mich ihrer unwürdig erkläre."
„Bedenkt, daß nach dem Freunde der König, nach btt Bitte der Befehl kommt", sagte Heinrich mit
idrnglühendem Gesicht. (
Ethelword beschwor ihn, Mitleid mit ihm zu foben; feine Bitte hatte ihn zum Undankbaren gemacht, kitt Befehl mußte ihn zum Rebellen machen. Er >wg auf den König zu und wollte dessen Hand er= Steifen, um sie zu küssen, aber dieser stieß ihn so Nftig zurück, daß der Herzog in der ersten Aufwallung
Strafft ausgesprochen hat, streng verurtheilt und namentlich feilet hervorhebt, daß dieselben nach Jnuen und nach Außen
OberhesslscheZeltmlg.