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Marburg, Freitag, Ben 11. October.

>r. 240.

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1872.

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außer den Werktagen nach Sann- und Feiertagen. Preis für das Quartal bei Oberhesfische» Settuug mit «reiSblatt durch d,e Srp-diti°n (Koch'!che d^rucker "it bezogen 88l Lar., durch dir Postämter 87 Lgr. « Pf, (excl. Bestellgebühr und incl- Stempelsteuer), sür daS ÄuSla,w ex-t- Ltsmprt 81 «gr. - Jmertionsgebüd für die gespaltene Zeile t Tor- Eämmtliche Annoneen-BüreanS nehmen Inserate an. . ,j.

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Oberhessisihe Zeitung.

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banden. Am Ufer angekou>men, warf man ihr einen

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Rede des Prof. Schmoller, die dieser aus dem Con- greß in Eisenach gehalten, ohne jedoch ein principiellcS Urtheil über die dortigen Verhandlungen zu fällen, knüpft aber die Bemerkung an, daß in wenigen Wochen die Beraihungen zwischen den Commissionen der österreichischen und prerchischen Regierung über die sociale Frage stattfinden werden. BemerkenSwcrth ist die Erklärung derPrev.-Corresp.", welche sie, indem sie der Kreisordnung und der Pflicht des Herrenhauses erwähnt, »acht, daß die StaatSregie- rung in ihrer Gcsammtheit den entschiedensten Werth auf die Durchführung der Krcisordnungsreform legt. Im Hotel des Handelsministeriums findet heute eine Conferenz zwischen dem Handelsminister, Minister des Innern, Polizei-Präsidenten v. Madai und Ober- bürgermeister Hobrecht statt, um eine Berathung über die Frage wegen Ueberlassung der baupolizeilichen Be­fugnisse an die Stadt vorzunehmen.

Am 21. Oktober, schreibt die neuesteProv.- Corresp.", erreicht die Vertagung des Landtages ihr Ende, und beide Häuser werden unverweilt ihre Ar­beiten wieder ausnehmen können. Im Herrenhause wird den sachlichen Beraihungen nur die Wahl eines neuen ersten Präsidenten vorhergehen müßen, welche auf den 22. Oktober angesetzt ist. Wenn es unter allen Umständen schwer sein würde, dem früheren Präsidenten, dem verewigten Grasen Eberhardt zu Stolberg-Wernigerode, einen ebenbürtigen Nachfolger zu geben, so wird gerade unter den jetzigen Verhält­nissen, wo das Herrenhaus vor Entscheidungen von der größten Bedeutung steht und wo dem vermittelten Einflüsse eines tüchtigen und allseitig in Ansehen stehenden Präsidenten eine große Aufgabe zufallen wird, die Wahl von besonderer'Wichtigkeit sein. Un­mittelbar nach der Präsidentenwahl wird das Herren­haus in die Berathung der Kreisordnung eintreten können, da der Bericht der Commission sich schon seit Monaten in den Händen aller Mitglieder befindet. Es wird eine Ehrenpflicht für das Herrenhaus und für alle Parteien in demselben sei», die Beraihungen, für deren Fortführung so außergewöhnliche parla mentarische Veranstaltungen getrosten worven sind, jetzt derart zu fördern, daß für die schließliche Ver­einbarung zwischen beiden Häusern volle Zeit bleibt.

Die StaatSregierung legt in ihrer Gesammtheit den entschiedensten Werth auf die nunmehrige Durchfüh­rung der bedeutsamen Reform, in welcher zugleich die Grundlagen für eine wahrhafte kommunale Selbst­verwaltung enthalten sind. Sie wird, Dank der günstigen Finanzlage, im Staude sein, der selbständigen provinziellen Verwaltung jetzt weitere finanzielle Grund­lagen darzubieteu. Um so entschiedener darf sie darauf rechnen, daß alle Mitglieder des Herrenhauses, welche sie in der Erfüllung ihr;r großen Gesammtaufgabe zu unterstützen Willen« sind, unverweilt zum Beginn der wichtigen und entscheidenden Session Eintreffen.

DaS Ergebniß der von dem Finanzmmister berufenen Commission zur Regelung der Steuerver- hältnisse läßt sich, nach derN. «. Ztg", kurz in jolgenbetn präcisiren: Zusammengesetzt war die nun­mehr wieder auseinander getretene Commisston aus Departements - Chefs , Ressort-Regierungsräthen und Landräthen. Die wesentliche und präcise Unterscheidung läßt sich dahin fvrmuliren, daß in den unteren Klassen- steuerabschätzungeil die besonderen Verhäliniste mit in Betracht gezogen werden, also daß Beispielsweise ein Familienvater mit vier Kindern bei gleicher Einnahme geringer belastet wird, als ein Unverheiratheter und daß der Gegensatz: die Höhere Abschätzung, von dieser Rücksicht abstrahirt. Die Einschätzung erfolgt ferner statt vom 16. erst vom 18. Lebensjahre und beginnt, wenn eine jährliche Einnahme von 120 Thlr. als Minimal- oder Maximalsatz nachweisbar ist. In den Münzstätten, welche mit Ausprägung der ReichS- goldmünzen beauftragt sind, herrscht andauernd eine sehr lebhafte Thätigkeit. Für die volle Durchführung der Goldwährung ist die Ausprägung einer Menge von Goldmünzen im Betrage von 500 Millionen Thalern erforderlich. Davon sind seit Beginn der Ausprägung, also in etwa dreiviertel Z ihren 100 Mil­lionen Thaler gefertigt. Es sind dazu 3,600,000 Stück Rapolcond'ors, daS Uebrige in Barren erforderlich ge­wesen. Monatlich werden für 13 Millionen Thaler Goldstücke geprägt, wozu 2 Millionen Pfund Gold erforderlich sind. Wie der Bezug des erforderlichen Materials erheischt, soll einer störenden Einwirkung auf die Goldverhältnisse entgegengearbeitet werden, ein nach jeder Richtung hin vorsichtiges Verfahren.

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KönigSmantel auf die Schultern; bann bestieg sie eine offene Sänfte, bie mit weißem Atlas ausgefchlagen war, unb zu beiben Seiten gingen der Kronfeldherr und der Großkanzler; hinter ihr folgten die ersten Damen des englischen Adels, die Gesandten von Frank­reich und von Venedig, unb drei hundert Edelleute zu Pferde, um sie in den Palast von Whitehall zu be­gleiten, wo sic der König erwartete."

Ethelword sah sie mit starren, erstaunten Blicken an.

Drei Jahre später", sagte er eintönig vor sich hin,drei Jahre später schritt sie in schwarzen Trauer­kleidern, und nur von einem einzigen Priester begleitet, durch dieselbe Thüre, um sich in den Tower zu beg«- ben, wo der Scharfrichter ihrer harrte."

Sie hatte ihr LooS verdient, indem st« den König betrog", fiel ihm Katharina hastig in da- 5®ort; beim auf dem Turnier zu Greenwich warf fie in Gegenwart des ganzen Hofes einem Ritter ihren Blu­menstrauß zu."

Du bist ja gewaltig gelehrt in allen diesen Dingen", sagte er lächelnd und küßte ihr die Hand; dabei be­rührte er aber mit den Lippen den Ring, den ihr der König an den Finge, gesteckt hatte; et bebte, «nd nach einigem Zögern faßte er den Muth, diesen Ring alS ein Opfer von ihr zu fordern, das ste auf den Altar feiner Ruhe nieberlegen sollte.

Katharina machte Ausflüchte; sie sagt«, ein Ring, der von einem König komme, sei eine merkwürdige Sache, die wohl verdiene, aufbewahrt zu weiden, unb spottete feiner thörichten Eifersucht. Er gestand diese Eifersucht zu, nannte sich selbst einen Thoren, einen Narren, aber er warf sich doch zu ihren Füßen, Und beschwor sie um di« Herausgabe des ihm so verhaßten Ringes,

Morgennebel erblickte.

Ist das London, Liebling meiner (Seele?* fragte sie.

Ja." '

Kann man den Palast von Whitehall hier sehen?"

DaS Gebäude dort ist er."

Dort wohnt der König, nicht wahr?"

Im Winter; im Sommer bewohnt er Greenwich."

Ward nicht Anna Boleyn in diesen Palast ge­führt, als sie den Thron bestieg?"

So ist eS."

Anna Boleyn war von geringem Adel, glaub ich; machte sie nicht der König zur Marquisin von Pembroke, als sie noch Hoffräulein bei Katharina von Aragonien war?"

Warum thust Tu diese Fragen?"

Weil", erwiederte ste lebhaft,weil man mir cT zählte, daß sie ein königliches G-folge gehabt, als ste sich aus dem Palast von Greenwich nach London be­gab. Sie fuhr in einem mit dem englischen Wappen verzierten Schiffe die Themse hinauf, und hundert Gondeln folgten ihr nach mit allen Herren und Da-

IV.

Am folgenden Tage glühten die schönsten Rosen auf Katharinens Wangen, und ihre Augen strahlten im feurigsten Glanze, denn sie hatte Ethelword das versprechen abgenommen, England nicht mit ihr zu »erlassen. Er sah darin nur einen Beweis ihrer Liebe, Mi sie ihren Titeln, dem Hose von Frankreich und

auf das vierte Quartal werden von allen Post- anstalten noch fortwährend angenommen.

Ist das weit von London?"

Etwa eine Viertelstunde."

Kann ich da nicht gesehen werden?"

Du wirst Dich vor allen Augen verbergen."

Ach!" seufzte sie,das heißt ja nur ein Grab mit dem andern vertauschen."

Nachdem er sich überzeugt hatte, daß im Schlöffe Alles sicher sei, folgte sie ihm aus den unterirdischen Räumen wieder in die Oberwelt.

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M @6 t bat termij Nist IHttajl ibara rtheili 1871 im.

Gerächt.

Historisch-romantische Erzählung von H. Z.

(Fortsetzung.)

Was bei dieser Erzählung in Katharina'« Seele dorging, vermag keine Feder zu beschreiben; alle ihre ehrgeizigen Träume wurden auf einmal wieder. wach in ihr, unb erhoben sich zu einer schwindelnden Höhe, als sie den Besuch des Königs in der Gruft erfuhr, und den Verlobungsring erblickte, den er ihr an den Finger gesteckt hatte. Dabei war ihr der Gedanke entsetzlich, zu leben, indeß Jedermann ste für lobt hielt. Ethelword versprach ihr, England so bald als möglich zu verlaffen, sie nach Frankreich zu bringe», wo sie an dem königlichen Hof den ihr gebührenden Platz kinnehmen und ein Leben der Freude und stets wechselnder Zerstreuungen leben sollte.

Aber", fragte sie,wo werden wir bis dahin bleiben?"

Auf Schloß Dierham, in deffen Gruft wir uns befinden."

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.. Berlin, 9. Oft. DieGermania" veröffent­lich, heute einen Theil der Denkschrift, welche die jüngst in Fulda versammelten Bischöfe über die gegen artige Lage im deutschen Reiche als Ergebniß ihrer Berathungen der Welt vorzulegen in Aussicht gestellt haben; dieGermania" bemerkt, daß diese Denkschrift ip Paderborn erschienen ist. Im Wesentliche» bestätigt diese Kundgebung der Bischöfe das, was vor einiger üxit bereits von der osficiösen Presse in Aussicht ge­stellt wurde, daß nämlich die Bischöfe eine gemeiusame Kundgebung erlösten würde». Nach dem Umfange der Arbeit zu urteilen, hat die Abfassung deS Aktenstückes den Bischöfen viel Zeit und Mühe gekostet, jedenfalls wirb dieselbe auch in Regierungskreisen vielfach be­achtet werden, die entschiedene und scharfe Sprache bet Denkschrift deS EpiScopatS, überhaupt alle die Lundgebungen, welche während deS ConflictS der StaatSregierung mit der katholischen Kirche an die Oeffentlichkeit getreten sind, um Auflehnung gegen die StäatSobrigkeit zu verbreiten. Wenn die Denkschrift »ochzuweisen versucht, daß der Kampf gegen die katho­lische Kirche vom Staate begonnen sei, so ist dieses au« dem einsachen Grunde eine Unwahrheit, weil es erwiesen ist, daß die Agitation der katholischen Partei zu der Bildwig der CentrumSfraction sühne, denn in « dieser trat Tenvenz und Ergebniß der Agitation hand- < greiflich zur Erscheinung. Die Denkschrift ist eine ; offene Kriegserklärung gegen die in Deutschland be- ! stehende Regierung, gegen alle Maßregeln derselben, «im gegen die legislativen Acte zur Bekämpfung hierar- chjzcher Uebergriffe. Was die Behauptung in der Schrift betrifft, daß die geistliche Excommunication keine Beeinträchtkhung der bürgerlichen Ehre in sich faste, so nimmt sich diese Ansicht doch etwa» komisch aus, da kürzlich erst der Erzbischof von Köln, welcher diese Denkschrift unterzeichnet, erklärt hat, daß die bürgerliche Ehre geschädigt werde. Die heutige .Prov.-Corresp" widmet der Einführung der Wehr P* Pfliau in den RcichSlauden eine längere Betrachtung, M in einem ihrer weiteren Artikel einen Auszug der

dem Vergnügen entsagen wollte, aus Aller Mund dass men de« königlichen Hofstaats und mit viele» Musik- Lob ihrer Schönheit zu höre», und, in tiefer Einsam- L '..... £ iU"

teil zurückgezogen, sich einzig mit seiner Huldigung zu begnügen. Ach! der Kurzsichtige vermochte dieses ehr­geizige Herz nicht zu durchschauen.

Er hatte ihr einige abgelegene Gemächer ange­wiesen , die mit seinem Zimmer durch eine geheime Thüre verbunden waren, denn nur ein einziger ver­trauter Diener wußte, waS ste seinem Herrn war, den Übrigen mußte ihr Dasein so lange als möglich ver­borgen bleiben. Trotz seines Verbotes suchte fie ihn jetzt in seinem Gemache auf, dessen Fenster einen wei­ten Ueberblitf über die Heerstraße gewährten, unb sich auf seine Schulter stützend, denn er saß am Fenster, Deutete sie auf die fernen Thürme, die man durch den