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Marburg, Mittwoch, den 9. October.

Nr. 238.

' 1872.

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iRichmngen scheiterte vollständig, und seitdem stehen stich die Parteien schärfer als jemals gegenüber. Die Angelegenheit ist an sich unerheblich, gewinnt aber einige politische Bedeutung durch die in. ihxeyl Ver- laus hervvrgetretene politische Verkommenheit eines Theiles der schleswig - holsteinischen Particularisten. Auf der betreffenden Versammlung erklärte der Führer dieser Richtung, und Redacteur derJtzehoer Nach­richten", Herr Endrulat es für unverständlich, wie man Restitutionsbestrebungen gegen die Annexion ohne Wei steres als undeulsch bezeichnen könne. Dex Redner fügte noch hinzu, der Kronprinz habe kürzlich in Augs­burg erklärt, man könne zugleichgut deutsch" und

Ntttirwifftnschastliche Skizze».'

Von Dr. L.

in

Deutsches Mich.

## Berlin, 7. Okt. DaS Gerücht über den Rück­tritt des Justizministers aus dem Staatsdienst wird in der Presse noch lehhaft colportirt, wenngleich von nnlernchteter Seite darauf hingewiesen ist, daß dem­selben durchaus keine Glaubwürdigkeit beiwohnt. Die Mitlheilung schien deshalb einigen Glauben zu haben, teil dieselbe in verschiedenen Blättern zu gleicher Zeil auftrat, was jedoch in mit der Publicistik vertrauten Kreisen auch keine Aufmerksamkeit erregen konnte, da auf den ersten Blick ersichtlich war, daß alle diese, wenn auch verschieden abgefaßte Correspondcnzen von einem Korrespondenten herrührten. Der Rückzug, den dieser Korrespondent nun selbst antritt, ist nur dazu geeignet, mehr Verwirrung anzuregen, als Aufklärung. Dem gegenüber ist zu constatircn, daß seit der Rückkehr des Justizminifters von einer Absiche desselben, sein Portefeuille niederzulegen, nichts bekannt ist, daß ferner der Gesundheitszustand des Dr. Leonhardt zu einem derartigen Schritte keinen Anlaß bietet, daß auch der Beschluß des Juristentages in Betreff der Schöffen­gerichte durchaus für deu Minister keinen so gcwich- ligm Einfluß Men könne, um ihm sein Amt zu ver­leiden. ÄuH'Alles das, was über die Differenz des Cultusministers mit dem Fürsten Bismarck in der Presse Verbreitung findet, besteht nur in der Phantasie schrciblustiger Korrespondenten, eS besteht im Staatsministerium weder eine acute, noch sonst

diesen Ring, den Du nicht auf dem Throne tragen konntest--Könnte ich Dein Leben erkaufen, ich

würde ein königliches Lösegeld dafür gebest! O mein Gott! was verlangst Du, um zum zweiter^ Male über diese Seele zu hauchen?" .

O Entsetzen! Ethel mord bemerkte, jetzt, wie Ka- tharina's Herz leise unter seiner Hand zu schlagen begann. Er horchte hin --- sie athmete schon.

Sire!" rief er in der fürchterlichsten Angst,Ihr könnt nicht länger hier verweilen. Euer Schmerz, ist Entheiligung, Eure Worte sind Blasphemien, um Gottes Allmacht zu versuchen."

Heinrich wollte sich entfernen, eS schien ihm fast unmöglich, sich von dem Sarge zu reißen--abk

schon drohte sie zu erwachen, Ethelword erwartete jeden Augenblick, daß sie sich in dem Sarge ausrich­ten würde, und nur fast gewaltsam war er im Stande, den König mit sich aus dem Grabgewölbe zu ziehen, dessen Thüre er sorgfältig hinter sich verschloß.

ES war die höchste Zeit gewesen, denn gleich da­rauf erhob Katharina einen Arm, der aber sogleich wieder nieder fiel, denn ihre Glieder waren schwer wie Blei, und cs schien ihr, als sei sie an das Lager an­gefesselt. Endlich gelang es ihr, sich aufzurichten, aber ihr Kopf war schwer und die Augenlider wollten ihr immer wieder zufallen. Sie war erstaunt, daß es noch Nacht sei; sie fror, uiw da sie sich fürchtete, so rief sie mehrmals nach ihrer Amme. Jetzt versuchte sie, ihrem Lager zu entsteigen, glitt aber dabei auf die erhöhten Stufen, woraus der Sarg stand; sie berührte das nächste Grabmal, und mit Entsetzen zurückschau­dernd , erkannte sie bei dem schwachen Schein der Lampe, an welchem Orte sie sich befand. Das Lei

Gerächt.

Historisch-romantische Erzählen^ von H. Z.

t Fortsetzung.)

Der König sah sie lange starr an, dann schlug <t die Augen zu dem Himmel aus, und rief im <Se; W des tiefsten Schmerzes:

gleichgut deutsch" undgut schleSwig holsteinisch" sein können. Die Dreistigkeit einer Sophistik, die eS einfach unterschlägt, daß der Kronprinz den Baiern nur als künftiges Bundesoberhaupt, de» Schleswig- Holsteinern aber als künftiger Landesherr gegenüber- steht, fällt bei dieser Partei schon fast nicht mehr auf. Mit Recht entgegnet darauf die.Kielep Zeitung": wir halten eS für ein frevelndes Beginnen, dem Volke glauben zu machen, daß ohne ernste Gefahren für Gefammt-Deutschland die Annexion rückgängig zu machen sei."

Eisenach, 6. Oct. Die Versammlung der Katheder - Socialisten" ist weit über Erwarten be­sucht; alle Gasthöfe wimmeln von Fremden. Eine Menge der hervorragendsten Theilnehmer des volkswirthschaftlichen Congresscs und ähnlicher Ver­sammlungen sind eingetroffen. Unter ben anwesenden Nichlunterzeichnern der Einladung bemerken wir auch Hrn. v. Roggenbach. Der gestrigen vorbereitenden Sitzung präsidirte Hildebrand; für das Präsidium der Versammlung ist Gneist, für das Vice-Präsidium Hildebrand in Aussicht genommen. Heute um 10 Uhr fand die erste Sitzung statt; Gegenstand derselben ist die Fabrikgesetzgebung. Heute stbend 7 Uhr ist die zweite Sitzung; Gegenstand: die Gewerkvereine. Morgen kommt die Wohnungsfrage und die Organi­sationsfrage daran; über letzteren Punkt scheinen noch igar keine bestimmten Ideen vorhanden zu sei». Der erste Gegenstand der Tagesordnung der heutigen Vor­mittagssitzung war eine Rede des Profeffors Brentany. über Ausführung und Weiterbildung der deutschen Fabrikgesetzgebung An der sich hieran reihenden Debatte, welche sehr lebhaft war, beteiligten sich Holtzendorff, Duncker, Hirsch, Nordeck zur Rabenau, Wagner, Schönburg Von einer Abstimmung über die beantragte Resolution wurde abgesehen.' Der Schluß der Sitzung erfolgte nach 3 Uhr; um 7 Uhr fand eine Abeudsitzung stat:, in derselben wurde zunächst die Debatte über die Fabrikgesetzgebung fortgesetzt. Es wurde sodann eine Commission gewählt, welche im Anschlüsse an den Debattenverlauf in der Morgen- uud Abendsitzung gewisse Resolutionen entwerfen soll, welche morgen zur Beschlußfassung vorgelegt werden sollen. Hieran schloß sich eine dreistündige Verhand­lung über die Gewerkvereine, worüber Schmoller

3.

i.

- mir der König die Hand

^Ner Gemahlin in der feinen hielt, denn noch war

Hand kalt und tobt. Heinrich streifte jetzt einen Waren Ring ab, und ihn an Katharina'S Finger Wenb, fügte er wehmüthig:

»Meine holde Braut, so trage denn im Grabe

lisitr.'

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Situ

(Schluß.) , 'i-n-Ls

So verwendet der Mensch immer zweckmäßiger die großartigen Kräfte der Natur und macht so gewißer- maßcn die Probe, daß seine Rechnung richtig, ftjnx Anschauung der Dinge wahr sei. Und stets hat mau riesige Naturerscheinungen erkläre», verstehe» müssen, ehe man sie sich dienstbar gemacht. Der Anblick eine! Gletscherfeldes mit seiner weiten Ausdehnung, der lieb­lichen Mannichfaltigkeit seiner Zacken und Riffe und Höhlen, mit dem eigenartigen, blauen Zauberglanz, der

Erscheint täglich außer den Werktagen nach Sonn- und' Feiertagen. Preis für das Quartal bei OberheMchen Leitung mit KreiSblatt durch die Expedition (Ao»'!che Buch druck er ei) bezogen 22, Egr., turch die Postämter 17 Egr. tt Pfg. (excl. Bestellgebühr und incl- Stempelsteuer), iür saS Aaslanr- excl. stempel 12 Egr. v Jmertionogrdtwc jiti vv gespaltene Zeile > Sgr. Sammtliche Annoncen-BüreauS nehmen Inserate an.

auf das vierte Quartal werden von alle» Post- »uftalten noch fortwährend angenommen.

Hegel, ihre Hochzeit mit dem Regierungs - Assessor Bitter begeht. Der Landdrost in Hannover, Herr v. Leipziger, ist dem Vernehmen nach zum Regierungs­präsidenten in Aachen designirt. In Bezug auf die Auswanderungen ist de» königl. Regierungen ei» 'älterer Erlaß in Erinnerung gebracht worden, dem zufolge von all den Fällen, in welchen die Regie­rungen den Inländern Concessionen ertheilt haben oder auch künftig ertheilen mögen, dem Hanbelsminister Anzeige zu machen.

i Kiel, 4. Octbr. In Schleswig-Holstein be­schäftigt man sich neben den Beschwerden der Provinz über Vernachlässigung und der leidigen nordschlcswig- schen Angelegenheit noch immer mit der sogenannten Denkmalsfrage." Bekanntlich wollen die SchleSwig- Holsteincr am 24. März 1873, als am 25jährige» .'Gedenktage ihrer Erhebung gegen Dänemark ein Denk mal errichten, können sich aber über die auf demselben anzubringende» Inschriften nicht einigen. Die roth- laugustenbiirgische oder Jtzehoer Partei will auf dem Denkmal nur der Erhebung von 1848, nicht aber der Jahre 1864 ober 1870 gedacht wissen, da eine Be­rücksichtigung dieser Jahreszahlen eine schweigend« An- etkennnng der Annexion in sich schließen würde, die fgemäßigte oder Kieler Richtung wünscht auch diese beiden letzteren Jahreszahlen auf dem Denkmal ange- ibracht, um dadurch zum Ausdruck zu bringen, daß die Provinz sich seit den glorreiche» Thaten des deutsch französischen Krieges und. dem hervorragenden Ancheil ihrer tapferen Söhne an denselben mit der Annexion versöhnt fühlt, vorbehaltlich natürlich eine Reihe in­

chentuch nach sich ziehend, in welches sie eingehüllt war, flüchtete sie sich bis an die Marmorsäule, worauf der Engel stand, den sie mit ihreni Arm umschlang, und die Hand in den Weihwasserkessel tauchend, ries sie verzweifelnd aus: Engel des GrabeS! schützender Engel der Todten! beschütze mich!" Nach einer Weile strengte sie ihr Gedächniß au, um sich zu erinnern, auf welche Weise sie an diesen Ort gekommen fei; nach und nach fiel ihr Alles n ieder ein; sie erinnerte sich, daß Ethelword gekommen war, daß sie ohnmächtig geworden...Und", rief sie jetzt trostlos aus,sie haben mich für lobt gehalten . . . mich lebenbig be­graben . . . lebenbig ..." Sie eilte an die Thüre, und da sic keinen Schlüssel in dem Schlöffe sand, so versuchte sie daran zu rütteln. Sie mußte aber bald wieder ablassen von ihrem Beginnen, stürzte die Stufen wieder herab und sank, Gottes Barmherzigkeit an­flehend, auf die Kniee, worauf sie, in sich selbst ver­sinkend, in halber Ohnmacht liegen blieb.

(Fortsetzung folgt.) -.im.-k.«

»ls er in der Lage war, sich aus ben besten Quellen Informale zu holen. In einzelnen liberalen Or­ganen wird vielfach über die Arbeiten im Cultns- »inifterium gesprochen unb werden eine Menge Ent­würfe genannt, deren Bearbeitung im Kultusministerium jur Vorlage für den Landtag erfolge; so werden z. B. über den Entwurfder Mißbrauch der geistlichen Amtsgewalt" verschiedene Details angegeben, die durch aus keine Begründung haben. Die Anwesenheit de» Herrn v. Flottwell in Berlin wird dahin gedeutet, daß derselbe sich hier Rath erholen wolle, weil seine Sage si, Lippe sehr schwankend geworden sei. Herr d. Floitwell ist in Familienangelegenheiten hier ein» getroffen, da seine Nichte, die Tochter des Prästdente»

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referirte. Sämmtliche Sitzungen waren öffentlich und gut bairisch" fein, also werde man wohl auch zn-^von etwa 200 Mitgliedern besucht; außer bereits

Todt! tobt! todtl ----Ich muß Gott sehr be-

fcbigt haben. Ein Stern war über England und mir aufgegangen der Tod hauchte darüber itb er erlosch. Durch dieses Weib würde ich viel tkg- leicht besser und gerechter geworden sein I Elende, Menschliche Macht, so gewaltig im Zerstören, und so «hnmächiig, um in das Leben zurück zu rufen."

Ethelword beschwor ihn, im Namen des Himmels wh zu beruhigen, aber der König hörte nicht auf ibn.

£>!" fuhr er ingrimmig fort,Heinrich V1IL eifeen, König von England sein, eben so grofe wie '"Z I-, eben so reich wie Karl V.; nur auf eine Jette hauchen zu dürfen, um fie von einem Welttheil ® ben andern zu treiben, nur mit der Lanze an den bchild schlagen zu dürfen, um ganze Heere aufstehen iu lassen, und sich hier vor diesem Sarge so schwach, st ohnmächtig zu fühlen, wie das letzte der erschaffenen «escn in der großen Lebenskette.--O! diese

tanb in meinen königlichen Händen zu drücken, und * nicht erwärmen zu können I*

Der Herzog ergriff Katharinens 7 'S fast ohne Eifersucht, wie de

eine Krisis. Es ist um so unbegreiflicher, daß dieser, imitr Desiderien. Ein vor einigen Tagen zu Neu- tzorrespondent solche Nachrichten in die Welt setzte. 'Münster gemachter Versuch zur Euiigung zwischen de»

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