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Mtarßurg, Sonntag, den 6. October.
Ur. 236
1872t
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Auf schroffem Felsenpfade Der König einst erschaut Mit einem Blick der Gnade Des Bogenschützen Braut. Er folget ihr behende: »Will Dein Begleiter sein Bis an des Waldpfads Ende. — Nein.
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Sie schwieg, und endigte mit eilte« lebhaften Nachspiel.
„So endigte also die Liebe der schönen Elfriede?" fragte Ethelword endlich.
„Ist das Ende nicht schön? wird sie nicht Königin?« * „Mer der Bogenschütze?"
»Die Ballade sagt nichts mehr *en ihm."
»Also lebte kein Andenken an den armen Verlas fenen in der Seele seines Liebchens, noch in den Versen des Dichters!" rief der junge Mann in wilder und doch angsthafter Aufregung. „Ich will minder undankbar sein als beide, und auf sein Gedächtnih trinken."
Er ergriff den Becher, ohne ihn jedoch an den Mund zu führen. Katharina sah ihm gedankenlos zu.
„Vergesiene!" rief er ihr nach einigen Augenblicken zu, „gedenkst Du unserer Gewohnheit nicht mehr? Habe ich jemals einen Becher zum Munde geführt, ohne daß Tu mir ihn erst zugetrunken hättest, auf daß ich an feinem Rande die Stelle suchen konnte, welche
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Gerächt.
Historisch-romantische Erzählung von H. Z. ' “ (Fortsetzung.)
Sie wand sich los von ihm, ohne sich seine un- gewöhnliche Trauer erklären zu können. Um ihn zu zerstreuen, griff sie nach der Zither, die sie meisterhaft spielte und fragte, ob sie ihm die Ballade von dem englischen König Edgar singen solle, der sich mit seiner Safoßin, der schönen Elfrwde, vermählt hatte.
Jedes Wort, das sie sprach, ward zu einer neuen Folterqual für ihn. Er nickte stumm, und sie begann:
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„Du mir leibeigne Dirne, i'11
Sei mir ein wenig hold, • r.
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So sei denn Königin, . i .. ni ’&jo,. Denn wiff', ich bin der König, .
. Und gab mein Herz Dir hin.
Dir huldigend zu schwören U! Sind meine Ritter da;
> i! i Willst Du mir nun gehören?' — Ja
auf das vierte Quartal örfl^uungvn werde« von alle« Pvst- «nstalten noch fortwährend angenommen.
Politische W-chrn-Urberficht.
An politischen Ereignissen war auch die »tgelau fene Woche arm. Kaiser Wilhelm hat sich am Sonntag auf 14 Tage mach Baden-Baden begeben, wo am Montag der Geburtstag der dort weilenden Kaiserin Augusta gefeiert wurde. In Elsaß-Lothringen hat am 1. October die Optionsfrist ihren Abschluß erreicht, innerhalb der Reichslande waltet fortan das deutsche Gesetz und die deutsche Regierung über deutsche Bürger, die hoffentlich von nun an mit beschleunigter Bewegung, wie die „Prov.-Corresp." sagt, in die volle Le bensgemeinschaft mit dem deutschen Reiche zurücktreten »erben. — In Halle und in Osnabrück tagten gleichzeitig zwei kirchliche Versammlungen. J„ ersterer Stadt tagte der evangelische Kirchentag und in letz lerer der Protestantentag. Der evangelische Kirchentag repräsentitt gleichsam das rechte Centrum (denn die Rechte, die eonsessionalistischen Lutheraner halten sich auch vom Kirchentag fern), dagegen der Protestantentag die Linke innerhalb der evangelischen Kirche. Von den Resolutionen des Kirchentages halten wir für die wich tigste die, welche den Altkatholiken die brüderliche Theil- nahme der Evangelischen bezeugt und sich entschieden auf Seiten des Staates -in seinem Kampf gegen den JesuitiSmuS stellt. Dagegen hat die Resolution über die Kirchenverfasiung deshalb weniger Werths fügt ein anerkannt liberales Blatt hinzu, weil die jetzigen Führer deS Kirchentages seit mehr als einem Jahrzehnt mit PreSbyterial- und Synodalordnungen expe- rimenkirt haben, ohne daß irgend ein haltbares Re jultai herausgekommen wäre. — Der Protestanten- derein hat über die Lehrfreiheit verhandelt und fordert, daß an Stelle der eidlichen Verpflichtung auf die Be kennlnißschiiflen das einfache Gelödniß der Treue gegen evangelische Grundsätze gesetzt werde. — Das baierische Ministerium ist durch die Ernennung deS Ministerial- raths und BundeSrathSbevoümächtigten Berr zum Finanzmiinfter wieder vollständig ergänzt. — In Darm- Iladt verspricht das neue Ministerium allseitige Reformen.
Erscheint täglich außer den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für daS Quartal de, vberhesfische« Settung mit KretSblatt durch die Expedition («och'sche Buchdrucker«») bergen it, Egr., durch die Postämter 87 ®gr. 6 Psg. (excl. Bestellgebühr und incl- Stempelsteuer), für daS Ausland erd. Stempel tt «ar —
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l orbnungen ftattgefunben. Die Pilger wurden verhöhnt i und einige selbst thärlich mißhandelt Das Comite ver Pilger, an dessen Spitze der Bischof von Nantes : steht, hat wegen diese, Unordnungen eine Beschwerde bei der Permanenz-Commission bei National-Versamm- lung eingereicht und die Regierung hat eine Untersuchung angeordnei.
Italien ist augenblicklich arm an positive» That» fachen der inneren Politik, und die Presse des Lande« ergeht sich in Folge dessen in Vermuthungen über innere Zwistigkeiten im Ministerium bezüglich der römischen Klosterfrage und über deren wahrscheinliche Folgen, zu deren Lösung der alessandrinische Advokat Rattazzi die Erbschaft des Cabinets Lanza-Sella an- treten soll.
Zn Spanien haben die Cortes rascher als sonst ihre Wahlprüfungen erledigt. Eine große Zahl von Gesetzen ist denselben vorgelegt worden. Die Carlisten haben wieder einmal einiges Aussehen erregt, und Zwar durch eine größere Niederlage, die der General Baldrich einer von Saballs geführten Lande am pberen Ter beibrachte.
Während die zum Unterhause gehörenden englischen Minister sich augenblicklich meist redenhalber in ihre verschiedenen Wahlkreise verfügt haben, ist in dem übrigen Theile des englischen Cabinets eine bedeutende Veränderung, freilich nur ein Personenwechsel, fein Umschlag in der Politik, vor sich gegangen. Lord Hatherley, dessen Sehkraft dem andrängenden Alter erliegt, hat seine Entlassung »achgesucht, und von ihm ist die Lordkanzlerschaft au Sir Roundell Palmer übergegangen, einen bewährten Rechlsgelehrten, der schon zwei höhere Staatsämter bekleidet hat und zuletzt Englands Sachwalter vor dem Genfer SchiedS gerichtShose war.
Die Wahle» zum dänischen Reichstage sind be-. endet und soll derselbe am 7. d. M. durch den König eröffnet werden, um dann noch auf 2 Monate »erlagt ZU werden, da die Gesetzeutwürse noch nicht vorgelegt werden können. ..
König Oscar von Schweden hat „das Wohl der Brudervölker" als Wahlspruch angenommen, wir sein verstorbener Bruder, König Karl, die Devise führte: Deine Lippen berührt hatten. Wohlan denn, meine schöne Elfriede.. . nicht doch, meine Katharina, wollte ich sagen — . .. . Einen tüchtigen Zug zum Angedenken deS armen Bogenschützen "
Katharina tränt mit sorgloser Unbefangenheit; hochaufathmend folgte ihr Ethelword in tödtlicher Angst mit den Augen, im Begriffe, ihr den Becher von den Lippen wegzureißen, dann warf er sich vor ihr nieder und rief außer sich:
„O Katharina, KatharinaI vergib mir!"
»Was denn?" fragte sie erstapnz. •)
»Zch ntußte eS ja thun, es blieb ja nur dieses Mittel übrig . . . nur dieser einzige Ausweg blieb mir offen .... Wir waren sonst verloren.... auf ewig getrennt.
Sie verstand ihn nicht, aber er sah, wie sie erblich; ein plötzlicher Schwindel ergriff sie, es funkelte ihr vor den Augen, in ihrer Brust brannte eS wie Feuer und ihre Stirn ward mit kaltem Schweiß bedeckt.
Ethelword ward von allen Qualen der Hölle zer- riffen; ihr namenloses Leiden zu sehen, ging über seine Kräfte; verzweifinugsvoll umklammerte er ihre Knie und bereute jetzt, was er gethan; er hätte sie in diesem Augenblicke säst lieber in den Armen deS Königs, denn als Schlachtopfer solcher Qualen gesehen. .
»Laß mich, laß mich!" stöhnte sie endlich. „Wasser.... Wasser!-----ich ersticke. Gnade!.„
Mitleid .... mein Ethel. ... Ich sterbe. .., zu Hülfe!.... " '
Der Herzog »ahm sie in die Arme und beschwor sie, keinen Schrei auszustoßen, betheuemd, daß sie nicht sterben würde. Sie sträubte und wand sich aber in seinen Armen und jammerte um ihr junges Leben, bis sie endlich, immer mehr ermattend, mit dem letzte» Aufwand ihrer Kräfte den Herzog von sich stieß und lautlos zu Boden sank, Dieser warf sich Mtt einem unterdrückten Jammerruf auf sie nieder, um
- Ich schmücke Dir di« Stirpe JLiiMsiMi Mit Edelstein und Gold. t. Will Dich zur Dam' erheben, Magst Du den Ritter stei'n, “■ tthb schmücken ihm sein Leben. — - Rein.
„Sollst höh're Würden tragen; Den Falken auf der Faust, Sollst Du durch Forste jagen. Wo Ur und Eber haus't.
Nimm, was Du willst, an Gaben, Du sollst Baronin sein, Und sollst ein Wappen habe«. - ' — Nein.
<Jgib Liebt mir zum Lohne, Weil ich Dich lieben muß,
. Und nimm die Grafenkrone Gleich für den ersten Kuß. Neun Petten auf den Spitzen
Oterhessische ZeitunM
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Während der Präsident des österreichischen Gesammt Ministeriums, Graf Andrassy, seine Stellung durch die mit Beifall aufgenommenen Erklärungen über die auswärtige Politik des Reiches, welche eine Willkommeile Ergänzung zu dem sehr lückenhaften Roth- buch bildeten, wo möglich noch mehr befestigt hat, sieht sich der Kriegs-Minister, Freiherr v. Kuhn, in einer minder beneidenswerthen Lage. Der Ausschuß der österreichischen ReichSraths-Delegation hat ihm sehr erhebliche Posten seines Budgets gestrichen, so daß er feine Absicht, die dreijährige Präfenzzeit einzuführen, nicht erreichen könnte, wenn er nicht bei den Vertretern der andere» Reichshälfte eine Stütze fände.
In der katholischen Schweiz veranlaßt der Genfer Bischofs-Conflict einige Bewegung; die übrigen Bischöfe haben Adressen an Herrn Mermillod erlassen, und dieser seiber hat bereits erklärt, dem Genfer Staatsrathsbeschlusse, seine Amtssperre betreffend, nicht nachgeben zu wollen.
Für Frankreich war das wichtigste Ereigniß der Woche die Rundreise des Herrn Gambetta, welcher überall von den Republikanern mit großem En lhusiasmuS empfangen worben ist. In Grenoble hielt Gambetta eine längere Rede, deren wesentlicher Inhalt gegen die bestehende Nationalversammlung und die Führer der monarchischen Parteien gerichtet war, welche bei den nächsten Wahlen ausgeschloffen werde» müßten, selbst wenn sie sich der definitive» Republik anschließen würden. Gambetta will die Republik nicht mit der jetzigen Nationalversammlung gründen, und verlangt die Auflösung derselben. Die Rede hat in Paris großes Aufsehen erregt; sämmtliche Organe der monarchischen Parteien hgbAt sie heftig angegriffen und ebenfalls das officiöse Organ deS Herrn Thiers, daS „Bien Public", welches behauptet, Gambetta bringe die Republik in Mißkredit Nud habe derselben in Wenigen Tagen mehr Schaden zugefügt, als ihre erklärten Feinde eS hätten thun können. Am 29. Sept, war Gambetta zu Thonon am Genfersee, wo er von einer Deputation von Schweizern begrüßt wurde und ein Hoch auf die Eintracht Frankreichs unv der Schweiz ausbrachte. Zu Nantes haben bei Gelegenheit der Rückkehr der Pilger von LourdeS einige Un-
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. ~ Will ich Dir stattlich reih'», । asTyos&"• Sollst mir zur Seite sitzen. —• "'4' ,' |
i -ius 75'j!'~ — Nein. . . .. :n>.
»Sollst Dein Geschlecht verdunkeln, Und wen« Du willst, soll gar Die Herzogskrone funkeln In Deinem goldnen Haar. Sollst unter allen Frauen
Fortan die Erste sein, ,J''M ‘
Gebietend auf sie schaue». —iVrnk-
— Nein. .
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