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Deutschland die vielfach verbreitete Ansicht, als habe Österreich nur durch seine mangelhafte militärische Vorbereitung sich im Jahre 1870 von einer Partei- als roi lahme für Frankreich habe abhalten laffen, in Berlin eigen ü licht getheilt werde, wo er vielmehr der vollsten Au­

wel« «in von Seiten einer Nachbar-Regierung an ihn ein unter is Infinnen herangetreten wäre Er könne aber ver

ütgen, daß etwas dergleichen von keiner Seite her en, stre mb in keiner Weise geschehen. Auf das von Dr. Giskra egen die Höhe des Dispositionsfonds angeführte Ar- oill keil »ment, daß Oesterreich nach den Erklärungen des )ruch i Ministers selbst mit allen Nachbarstaaten gut stehe, Cathari ltgegnete Graf Andrassy mit folgendem picanlen »eichnisse: „Wenn ich kurzsichtig bin, und mein Nach- schen d er, der eS auch ist, trägt eine Brille, so werde ich

bedurft P?ss, 30. Septbr. Trotz der Modifikationen, • • d" »eiche» der Ausschuß der deutschen Delegation das en Nor ricgsbudgct unterworfen, scheint es doch, daß die Re iigehors erung in letzter Linie mit dem Wesentlichen ihrer vfvrderungen durchdringen wird. Als bas Wesent- 1 he darf man eben die erhöhte Präsenzzeit betrachten. Green» raktisch genommen, wird Alles auf btc Entscheidung

uid jen« icht ihm zumulhcn, für mich zu sehen, sondern mir llbst eine Brille anschaffen."

bedurft

h erb« rkennung für die Haltung Oesterreichs begegnete." S Gras Zon der Türkei gebrauchte Andrassy folgendes Bild: aus, s Sie gleiche einem dreifach verwickelten Knoten. Für , tief Österreich Ungarn habe sie aber eine dreifache Be- >unkte d eutung: als verläßlichsten Freund, als der beschei fordern enfte Nachbar und als der bedeutendste Faktor

Zukunft. Ihre auf Consolidirung und Pro tnäckigsHerität gerichteten Bestrebungen nach Thunlich

ls Deleg eit zu unterstützen sei Aufgabe unseres Staates, lieb Ki er zumal neuestens durch viele vitale, materielle iewilligl vtereffen mit diesem Nachbar eng verbunden sei." arität d ur Jesuitenfrage endlich erklärte Graf Andrassy, er.

»be von jeher der Ueberzeugung gehuldigt, daß zwischen > Jea» ie berufenen Räthe der Krone und diese selbst ein 'er Köi rittet nicht treten dürfe. Die Zulassung oder Ber- cke auf itifung der Angehörigen dieses Ordens im Bereiche er Monarchie sei Sache ver beiden Landesgesetzgebungen; >am all b die Landesregierungen die inneren Schwierigkeiten .. Reichshälften noch um eine Frage vermehren

Äen, das entziehe sich seiner Einflußnahme, und da- i habe er sich so wenig gemischt, als er jemals die »in den Mund gelegten Worte: „er schieße nicht nem H mf Spatzen mit Kanonen" gesprochen. Als Minister eiten, u es Acußem käme seine Thätigkeit nur ins Spiel,

Z auch, ihrem Ministerium zu begegnen. Während die Hj Ungarn die Landes - Minister citiren, um von ihnen Aufschlüsse über die Finanzlage zu begehren, thun die n Elsa Oesterreicher nichts dergleichen, und da überdies der Frs. « tatfer nicht, wie ehedem, in Ofen weilt, so entfällt lents b str die diesseitigen Minister jeder Anlaß, sich nach Pest hner ai ju begebe». — Die „Bohemia" gibt von der Rede -llten tz trf Grafen Andrasiy vor der Budget-Commission der in Fel österreichischen Delegation eine Darstellung, welche in »rch ein »glichen Theilen eine Abweichung von den seitherigen i, ziemlj oriltheilungen enthält. Da man annimmt, daß die lrschiedn^Bohemia" aus osficiiser Quelle geschöpft hat, so . ' ' rscheinen ihre Ergänzungen in jeder Hinsicht beach-

abreichlßungSwerth. Bezüglich des Verhältnisses zu Deulsch- lksklassi^nd hat Andrassy nach diesem Blatte gesagt: „Es >be ihn besonders gefreut, wahrzunehmen, daß in

Festpla „et Regierungen würde es sich dämm handeln, ob r. We ^fer Punkt ein solcher ist, wo diese Solidarität Platz >ll, un ^ift. Nun wird versichert und klingt es auch recht riger ch glaubwürdig, daß sich die Minister dem Kaiser dafür lt war^bürgt hätten, diese Position, von welcher die erhöhte das Schlagfertigkeit de» Heeres abhängt, durchzubringen, -ins n^gh in der Thal hört man auch aus Pest, daß An- Feste z brgjfy sowohl als Lonyay dem Kriegs-Minister, „der ges. Z «ch nicht zu helfen weiß", bereits beisprangen. Graf Staats« -ndrasty kann von seinen Landsleuten verlangen, was das T gg will, eS wird ihm gewährt, wenn auch vielleicht u. s. i mit wehmüthigem Herzen. Bei der reichSräthlichen ung b Delegation dürfte ihm die« nicht so gelingen, zumal gene Ti gch die Bereitwilligkeit derselben mit der Bewilligung usikcoy Dispositionsfonds erschöpft zu haben scheint. Von ere Co, tjncr Einflußnahme des cisleithanischen Ministeriums dann ( bisher nichts zu bemerken, trotzdem dieselbe von in- er Prei fpirirter Seite in Aussicht gestellt wurde. Vcrmuthlich ferde ui jyart man die Kräfte bis zum mtscheidenden Augen- ise au 1 hjiA. Die Reichsraths - Delegirten hüten sich aber

urste

. a Plenum ankommen, und eS werden von beiden 1 festen große Anstrengungen gemacht, die Majorität Tode i erlangen. Uebel stände es allerdings um den Stand- >»kt der Regiemng, wenn auch der ungarische Aus urste, Huß sich zur Verwerfung der betreffenden Positionen zu laj itschtzffg. Da aber letzterer den Ministerpräsidenten v» den Finanzminister vorgeladen hat, um die nölhig mit ein scheinenden Erklärungen abzugeben, und da sowohl >r bie < taf Lonyay als Herr v. Kerkapoly mit Wärme für . . u» t Vorlage des gemeinsamen Ministeriums eintreten

5 rrden, ist dies als ein günstiges Zeichm immerhin '! huschen. »

Bern, 1. Octbr. Mermillob hat gegen die Be­schlüsse des Genfer Slaatsraths, betreffend seine Amis entsetzung, als ungesetzlich protestirt und erklärt, nicht zu weichen.

Paris, 30. Sept. Die „Republique Franxaise" bringt heute noch nicht den bestätigten Wortlaut der Grenobler Rede Gambetta's. Dieser hat dem radikalen Grenobler Blatt, dem „Reveille du Dauphine," die Ehre zu Theil werden laffen, den Text zuerst und zwar heute zu veröffentlichen. Derselbe unterscheidet sich jedoch nur in unwesentlichen Punkten von dem im „Corsaire" veröffentlichten. Mit Ausnahme der royalistischen Blätter, die voll Wuth sind, daß Gam- betta die Führer der monarchischen Partei in die Acht erklärt, erkennen die übrigen an, daß die Gambetta- sche Rede keineswegs so furchtbare Dinge enthalte, als man nach den ersten Nachrichten glauben mußte. „Bien Public", das Thiers'sche Leiborgan, scheint dieser Ansicht jetzt ebenfalls zu sein, spricht jedoch noch nicht seine endgültige Meinung aus, da es warten will, bis die Rede in der „Republique frantzaise" steht. Die ganze Sache würde übrigens ohne den Lärm, den der „Soir" geschlagen, nur sehr wenig Aufsehen gemacht haben. Jenes Blatt, das von der Depesche der „Daily News" Kenntniß erhalten hatte, mochte die Gelegenheit nicht vorübergehen lassen, über Gambetta herzufallen, zumal da Gras Keratry, der persönliche Feind des Exdictators, jetzt mit in der Redaction sitzt. Gambetta befindet sich seit gestern in Thonon am Genfer See. Fünf Dampfschiffe hatten eine Masse von Schweizern und Savoyarden dorthin gebracht Die Deputationen, die sich eingefunden, zogen mit Musik ein, und auf dem Place des Arts, wo Gambetta, dem dort der Ehrenwein angeboten wurde, mehrere Reden hielt und auf die Eintracht der fran­zösischen Republik und des Schweizerbundes ein Hoch ausbrachte. Er sprach von Frankreichs Dankbarkeit gegen die Schweiz wegen der von ihr den französischen Soldaten gewährten Gastfreundschaft, und drückte die Hoffnung aus, daß Frankreich sich die edlen republi­kanischen Tugenden der Schweiz aneignen werde. Der Präsident der Elsaß Lo hringer Gesellschaft ant­wortete, worauf man die Elsässer, Gambetta, die Re publik und die Schweiz leben ließ. Der Generalrath des Seine-Drpartemenls hielt heute seine erste Sitzung — Wie der Corsaire meldet, sind Samstag Abend 1100 Elsässer und Lothringer in Paris angenommen, während man für Sonntag 3000 erwartete. Dem­selben Blaite zufolge befinden sich gegenwärtig 950 Elsässer in Marseille, die auf dem Punkte sind, sich nach Montevideo und Buenos - AyreS einzuschiffen. Unter ihnen sind etwa 50, welche auS Algerien kommen und die Amerika den Vorzug geben.

Madrid, 29. Sept. Wie der Pariser Correspon dent der „Times" erfahren haben will, soll die spanische Regierung beschlossen haben, den Mächten ihre Ansprüche gegen Amerika zu unterbreiten, welche dieselbe in Bezug auf den Schaden glaubt erheben zu können, der durch die Expedition der amerikanischen Flibustiers gegen Cuba Spanien verursacht wurde.

Ragusa, 1. Octbr. Hier eingegangene Nach­richten melden einen Zusammenstoß zwischen Türken und Montenegrinern unweit Lipova Kolasching, wobei es auf beiden Seiten viele Todte und Verwundete ge- geben hat._______________________________

Marburg, 4. Oct. Nachdem ein der' Tollwuth ver­dächtiger Hund dahier eingefangen und getvdtet, ist das Einsperren der Hunde in hiesiger Stadt polizeilich angeordnet und eine Strafe bis 5 Thlr. für jede Uebertretung angedroht worden.

Kassel, 30. Septbr. In der heutigen Sitzung des CommunallandlagcS schritt man zur Bildung des Bureaus und wählte Rudolph (Marburg) und Rang (Fulda) zu Schriftführern und Cassian (Hanau) und Stamm '(Steinau) zu deren Stellvertretern. Man beschloß ferner die früheren Mitglieder deS Legitima­tions-Ausschusses, auS 7 Personen bestehend, wieder als gewählt zu erklären, wogegen man die Wahl des Eingaben Ausschusses, ebenfalls 7 Personen, durch' geheime Abstimmung bewirkte. Man beschloß alsdann einen HauptauSschuß, aus 20 Mitgliedern bestehend, zu wählen, dem schließlich auch die Prüfung der Grund­buch-Ordnung überwiesen werde. Der Gesetzentwurf über die Verwerthung der Forstnutzungeii auS den Staatswaldungen ward demselben Ausschuß übergeben.

/-Kassel, 1. Oct. Die Familie des Herzogs Wilhelm von Mecklenburg, Gouverneurs der XXII. Division, trifft dieser Tage hier ein und bezieht einen Flügel des Wilhclmshöher SchloffeS, welcher auf Befehl Sr. Majestät des Königs besonders zu diesem Zweck eingerichtet wurde. — Gestern wurde der erste und leichteste Fall der diesjährigen Schwur­gerichts-Periode abgehandelt. Die angetlagte Dienst- magb, Elise Paul aus Hombreffen, welche in Folge früherer Veruriheilung bereits seit 13 Monaten Muse hat innerhalb ber stillen Klause über ihr vergangenes Leben nachzubenken, erhielt wegen neuer Diebstähle

| bei ihrer Dienstherrschaft, Bierbrauer Losch dahier, eine Zusatzstrafe von 1V< Jahr, welche die Bestohlene, Frau Losch, ihr dadurch etwas zu versüßen suchte, daß sie ihr die gestohlenen Bekleidungs-Gegenstände, welche vor Gericht vorlagen, schenkte.

Hanau, 30. Septbr. In der kgl. Zeichenaka­demie sind dermalen die bei den neuesten Ausgrabungen auf den Rückinger Grabstätten zu Tage geförderten Gegenstände ausgestellt. Es ist eine ansehnliche Zahl von Urnen, Schalen, Krügen und anderen den Be­statteten mit in das Grabmal gegebenen Gegenständen; besonders fallen einem zwei GlaSfläschchen auf, welche an die Fläschchen unserer Schönen für wohlriechende Essenzen erinnern. In einer der Urnen fand man den ganzen verbrannten Knochenrest des Bestatteten mit einer aufgestülpten Schale von feinerem Thon. Der Director der Akademie interessirt sich vorzugsweise für die Ausgrabungen, die er noch fortsetzen wird. Pfarrer Rullmann von Kesselstadt fordert als Vorstand des hiesigen Bezirksvereins für hessische Geschichte zu Bei­trägen für Errichtung eines Alterthums-Museums am hiesigen Orte auf. (D. Pr.)

Vermischtes.

jUniv^-Nachr.j Zu ordentlichen Profefforen an der Universität Straßburg sind ernannt worden: in der medici- nischen Fakultät bie Professoren DDr. Wieg er und Strohl zu Straßburg, in der philosophischen und natur- wissenschaftlichen Fakultät Dr. 28 inne de zu Karlsruhe. In der letzteren Fakultät tft der Privatdocent Dr. Emil Warburg zu Berlin zum außerordentlichen Proseffor ernannt worden.

— Die Potsdamer Oberrechnungskammer — so schreibt man der „N. Fr. Pr." — hat alle Hände voll zu thun, um die sämmtlichen Rechnungen zu prüfen, die der deutsch- französische Krieg in die Welt geworfen hat. Ihrer Aecura- teste bei der Prüfung ist oft gedacht worden, seltener ihrer großen Unbefangenheit, womit sie jeden kleinsten Posten in den Bereich ihrer Kritik zieht. Da sie mit richterlichen Functionen ausgestattet ist, so verfährt sie ohne Ansehen der Person. Unlängst wurde in Officierskreisen erzählt, auch dem Grafen Moltke wäre von der Oberrechnungskammer eiu Monitum zugestellt worden. Dem Chef des General­stabs war nämlich während des Feldzugs ein Pfund Schnupf­tabak geliefert worden und der Betrag dafür mit 1 Thlr. 10 Sgr. in Rechnung gestellt. Die Ober-Rechnungskammer rügte dies Verfahren mit dem Bemerken, es könnte die Reichskaffe schlechterdings nicht mit einer Ausgabe belastet werden, die sich auf die Privatbedürfniffe eines Einzelnen bezöge. Demzufolge ist der Feldmarschall angehalten worden, den Betrag zurückzuzahlen, den, beiläufig bemerkt, nur irr- thümlich die Militärverwaltung als einen amtlichen Posten angesehen hatte. Es kommen die allerkleinsten Irregulari­täten zur Sprache und die Einziehung der Beträge geht mit peinlicher Strenge vor sich. Wer die Monita der Ober- Rechnungskammer nicht überlebt, für den haben eventuell seine Erben zu zahlen.

Karlsruhe, 28.Sept. Ferd. Mack von Spöck (Land­amts Karlsruhe!, der in Hast sich befindende Diener des vor­gestern hier ermordeten Partikuliers v. Reiff, eines nahezu 80 Jahre alten russischen Schriftstellers, hat gestern Abenktz das Geständniß abgelegt, daß er sich in das Schlafzimmer seines Herrn geschlichen, ihn nach heftigem Kamps erwürgt und dann die Leiche frisch angezogen und auf die Straße gelegt habe, um glauben zu machen, dort sei der Mord vor­gefallen. Er hatte sich aus dem Secretür 220 ff. angeeignet, den Kaffaschrank hatte er, da er den Verschluß nicht kannte, nicht öffnen können.

Ernennungen, Verleihungen rc.

Der 2Lahl des Gymnasial - Oberlehrers Dr. Kießler in Stendal zum Director der Realschule in Efchwege ist die Allerhöchste Bestätigung ertheilt worden.

Verloosuugen.

Wien, 1. Octbr. Bei der heute stattgehabten Ziehung der Creditloose fielen uf Serie 2093 Nr. 58 200,uOO fl., auf Serie 1033 Nr. 53 40,000 fl., auf Serie 2356 Nr. 8 20,000 fl. Es wurden ferner gezogen die Serien: 463 560 2052 2111 2634 2915 2999 3374 3422 3859 4001 4064.

Telegraphische Tours- und Marktberichte.

Frankfurt a. M-, 2 Octbr. lSchluß ber Börse). Staatsbahn-Aktien 347, Elisabeth 267, Galizier 251$, Lombarben 223, Nordwestbahn 2281, Creditactien 354, Silberrente 64%, Papierrente —, 1860r Loose 94, National­bank 937, Spanier 29$, 1882t Amerikaner —, Französische Rente —, Neue Russen 1871 —, Oberhessen —.

Berlin, 2. Octbr. (Ansangscourfe). Creditactien 202, Staatsbahn 198, Lombarden 127, Amerik. 96V

Wien, 2. Octbr. (Ansangscourfe). Creditactien 331.20, Lombarden 206.00, Napoleons 8.74.

Hamburg, 30. Sept. Das Hamburg - New - Dotier Post-Dampfschiff Westphalia, Capttain Schwefe», am 19. d. M. von New-Dock abgegangen, ist nach einer Reise von 9 Tagen 18 Stunden am 28. d. M. 8j Uhr Abends in Plymouth angekommen, und bat, nachdem es daselbst die Verein. Staate» - Poft, so wie die für England bestimmten Passagiere gelandet, um 9j Uhr die Reise via Cherbourg nach Hamburg fottgesetzt- Daffelbe überbringt: 163 Pas­sagiere, 86 Briefsäcke, 1250 Tons Ladung, 16580 Dollar Contanten.

5°lo RorddcutschcBuiidcsanlciht ist per 1. Januar 1873 gekündigt. Diejenigen, welche dieselben schon jetzt abgeben, erhalten ö/j2 o/o Aufgeld. Die Einlösung bezw. den Umtausch besorge ich vorn heute ab. [2240'

Menke Eichelberg