schon erwähnte Anstellung eines zweiten ^Chemikers, und zwar für organische Chemie, in der Person deS Prof. Dr. Ladenburg, und eines Botanikers, für welches Fach als Ordinarius der Prof. Eichler in Graz be> rufen worden ist, der zu Ostern sein Amt antreten wird.
Gouderburg, 30. Sept. Die Einweihung der Denkmäler in Düppel und Arnkiel, welche genau dem ausgestellten Programm entsprechend verlief, hat in feierlichster Weise stattgefunden. Der commandirende General des IX. Armeekorps, General v. Manstein, hielt eine Ansprache, in welcher er der von den schleswig-holsteinischen Regimentern bewiesenen Tapferkeit mit warmer Anerkennung gedachte, und der festen Hoffnung Ausdruck gab, dah die Zusammengehörigkeit Schleswig Holsteins mit Preußen und Deutschland immer mehr und mehr erstarken werde. In das Hoch auf den Kaiser, mit welchem die Feier schloß, stimmten alle Anwesenden mit größter Begeisterung ein.
Halle, 1. Octbr. Der Kirchentag nahm in seiner heutigen Hauptversammlung eine Resolution an des Inhalts, daß die Kirche auf dem Boden der reformatorischen Bekenntnißschriften stehe und Allen, welche sich den Inhalt dieser Glaubensartikel noch nicht voll ständig angeeignet hätten, die Hand biete. Die Kirche solle als Organ der Selbstverwaltung erzeugen: neben dem Psarramie stehende Laienälteste, die Kreissynode, die Provinzialsynode, die Landessynode und den Oberkirchenrath. Den Altkatholiken wird die Hoffnung der Verständigung auf Grund der reformatorischen Be kenntnißschristen und die Erwartung ihrer Theilnahme in dem Kampfe gegen die Jesuiten auf's Wärmste auS- gedrückt.
Magdeburg, 30 Sept.. Als Vertreter des alten und befestigten Grundbesitzes im Herrenhause ist heute hier Graf Schulenburg-Beetzendorf mit allen gegen eine Stimme zur Präsentation gewählt worden.
Osnabrück, 30. Sept. Zu dem morgen hier tagenden 6. allgemeinen deutschen Protestantenkag sind bereits 100 fremde Theilnehmer angcmeldet. Einge troffen sind bereits u. A. Prof. Dluntschli (Heidelberg), Fresenius (Wiesbaden), Ohly (Darmstadt), Schröder (Freinachdorf), Haase (Bielitz), Glittermann (Leerhafe), Schwalb (Bremen). — Der von hier nach Berlin entsandten Deputation des geistlichen Stadtministeriums und des Kirchcnvorstandes von St. Catha rincn hat, laut „K. O. 31." der Cabinetsrath des Kaisers und Königs in dessen Auftrag persönlich die Eröffnung gemacht, daß der Monarch in Angelegenheiten, welche einer reiflichen Erwägung bedürften, und wo eine Entscheidung oder Meinungsäußerung sich füglich nicht sofort abgeben lasse, überhaupt keine Deputationen zu ewpsangen pflege und aus diesem
Grunde auch der Osnabrück'schen Deputation Audienz zu gewähren Anstand nehme. Die Sache selbst werde einer weiteren Prüfung unterliegen und eine Entscheidung demnächst erfolgen Daß dieselbe jedoch noch vor Eröffnung des ProtestanlentageS erfolgen werde, war wohl jedenfalls nicht zu erwarten, und ist aus diesem Grunde auch für den Gottesdienst die Aula der Realschule in's Auge gefaßt.
Dresden, 30. Sept. Der goldnen Hochzeits- feier unseres Königspaares wird auch der König Ludwig von Baiern beiwohnen. Die Beglückwünschungen von Stadt und Land, welche am 8. November statt finden, werden eine große Ausdehnung gewinnen, selbst Sonderkreise, wie die sich um den Pestalozzi-Verein grnppirende Lehrerwelt, werden sich daran betheiligen. — Gestern ist der erste allgemeine deutsche Handwerkertag nach fünftägigen Verhandlungen geschlossen worden Man hat annehmen zu muffen geglaubt, daß er keinen zünftlerischcn Bestrebungen gehuldigt habe, allein schon die beschlossene Wiedereinführung der Anfertigung eines Probestücks bei beendigter Lehrlingszeit zeigt, daß die Mehrzahl der Versammelte» sich engeren Anschauungen des Gewerbslebens noch nicht entwunden hat. Uebrigens konnte sich der Handwerkertag diesmal einer Aufmerksamkeit von Seilen unserer k. Behörden, mit den Ministern v. Rostitz Wallwitz und Abecken an der Spitze, rühmen, welche dem 1868 hier versammelt gewesenen norddeutschen Handwerkertag nicht zu Theil geworden.
Darmstadt, 30. Sept. Trotz des Widerspruchs verschiedener Blätter, wird dem „Franks. Journ." geschrieben, können wir unsere frühere Mittheilung wegen Verkaufs der Nauheimer Saline nur wiederholen, müssen jedoch berichtigen, daß es sich nicht allein um einen Berkaus der Saline, sondern auch um einen solchen der gesammten Bade-Anlagen rc. handelt. Ob die Regierung auf das ihr gemachte Angebot eingehen wird, ob sie überhaupt zu einem Verkaufe der fraglichen Objecte geneigt, ist ebensowenig bekannt, als die Höhe des Angebots selbst. Wir können jedoch mit theilen, daß Seitens der Negierung anläßlich jenes Angebots eine Werthbestimmung jämmtlicher in Rede stehender Objecte theils schon stattgefunden hat, theils in Kürze vorgenommen werden wird; daß also eine Veräußerung derselben in der That nicht unmöglich wäre.
München, 29. Sept. Die Zahl der Fremden, welche zu dem heute beginnenden Oktoberfest, dem Centrallandwirthschaftsfeste, aus allen Theilen des Landes hierher kamen, ist eine außerordentlich große, eine fast größere, als es schon in den Vorjahren der Fall war. Nach dem kalten, unfreundlichen Wetter der letzten Wochen hatten wir heut einen sehr schönen,
warmen Herbsttag, so daß denn auch der Festpla rttt schon Vormittags sehr zahlreich besucht war. Wr^se mehr war das natürlich Nachmittags der Fall, uh „xjf man kann annehmen, daß kaum viel weniger oj Lu] 100,000 Menschen bei dem „Feste" versammelt war^hj obwohl es gegen die früheren Jahre nicht das ringste Neue bot. Durch die wegen Unwohlseins nii^ erfolgte Hierherkunft des Königs fehlte dem Feste ji traß dem der Glanz des Hofes und seines Gefolges. I m Königszelte brachte man nur die Herren Staats« nister, die Bürgermeister der Residenzstadt, das @ er tt neralcomits des landwirthschaftlichen Vereins u. s. i m,t unter. Für die Mitglieder der Versammlung d Dele deutsche» Land- und Forstwirthe war eine eigene T büne erbaut worden. Von be» vereinten Musikcoq 5 der hiesigen Garnison wurden mehrere größere Co, tjnct Positionen in meisterhafter Weise ejecutirt, dann r H g folgte der Umzug der costümirten Krieger, der Prei sahne, die Vorführung der preisgekrönten Pferde ui ^arf anderer Thiere und die Vertheilung der Preise au t Landwirthe, welche der Herr Staatsminister deS Z nern, v. Pfeufer vollzog. Hierauf folgte unter allj meinfter Spannung das übliche Pferderennen. Kufs
Strastburg. Der Oberpräsident von Elsa Oest Lothringen hat die Summe von 350,000 FrS. « tatff Unterstützung der während deS Bombardements i Ht t
Stadt schwer verletzten Landesfonds angewiesen.
unbemittelten Einwohner ai ju b Nach den angestellten 6 m
Hebungen ist die Zahl der Personen, welche in Foi ifter der Beschießung beschädigt wurden und hierdurch ein yan< bleibenden Nachtheil an ihrem Körper erlitten, ziemij Niti
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hauptsächlich in Folge deS Bombardement — beste )eu1
)e]t lorl
zur Versöhnung der Gemüther viel beitragen.
Ausland.
groß. Schon viele Bedürftigen, denen verschied«, Gliedmaßen fehlen ober die erblindet find, haben si »tsch zur Unterstützung gemeldet, ünd die ihnen verabreich« uug Geschenke weroen grabe in ben untern Volksklasj« and bei denen noch eine unverkennbare Erbitterung ■ abe
ob die reichSräthliche Delegation Lust hätte, lief
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Wien, 29. Septbr. ES scheint nicht, als roi mhn man hier in Regierungkreisen von dem bisherigen ü ii$t lauf der Verhandlungen in Pest sonderlich erbai rtcn Trotz des Erfolges, dessen sich die Rede des Gras )o» Andrassy rühmen darf, sieht es nicht danach aus, 1 Sn
den Seckel zu greifen. Namentlich gewisse Punkte bbeuti Kriegsbudgets, darunter besonders die MehrforderiPnft für die Verlängerung der Präsenzdienstzeit bei der Z«r fanterie und den Jägern, stoßen auf den hartnäckigst m Widerstand deS Ausschusses der Reichsraths Deleg tit tion, während die Ungarn Miene machen, lieb Ki er zu sein und gerade diese Positionen zu bewillig, fntei Nach der offiziösen Theorie von der Solidarität d für
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nicht mehr genügte. — Aber das war es nicht — ein gut gebautes Schiff wird nicht durch den Zorn der Elemente zum Scheitern gebracht, wohl aber durch die unter dem Meere verborgenen Klippen; die Wunde wirb töbtlich, weil sie unsichtbar ist. Heinrich war groß und mächtig, aber obgleich ihn jeder seiner Un- terthanen beneidete, so bendbete er hingegen oft auch wieder den geringsten seiner Untertanen, denn Krone und Szepter allein sind nicht hinreichend zum Glücke. Der König bedurfte eines weichen Pfühls, worauf er von ihrer Last ausruhen konnte; neben der Größe des Palastes sehnte er sich nach dem Glücke der HäuS lichkeit, das ihm feine vier Gemahlin«! nicht gegeben hatten. Kaiharina von Aragonien war mit seinem Bruder verlobt gewesen, ehe sie seine Gattin ward, woraus er später solche Gewissensskrupel schöpfte, baß er sich gezwungen fühlte, sie zu verstoßen. Anna Boleyn hatte wegen angeblicher Untreue das Schaffet besteigen müssen. Den vom Himmel herabgestiegenen Engel, Jeanne Seymour, hatte der eifersüchtige Himmel wieder zu sich zurückberufen. Anna von Cleve hatte er nur im Bilde gesehen, sich mit ihr vermählt doch als sie nun in England ankam, fand er sie so wenig seiner Erwartung entsprechend, daß sie sich mit Schwefterrechten begnügen mußte. Was war ihm also von seinen vier Ehen geblieben? Die Erinnerung au einige glückliche Tage, zwanzigjährige Reue, Scham und Kummer — zwei Töchter, welche das Gesetz zur Regierung unfähig erklärt hatte, und ein Sohn, dessen schwächlicher Lebensfaden keine lange Dauer versprach.
Noch war der Monarch jung, darum wollte er das Eheglück versuchen; aber dieses Mal wollte er seine Lebensgefährtin nicht an fürstlichen Höfen suchen, denn er war es müde, daß sich Europa in seine HäuS lichen Streitigkeiten einmischte; seine Scheidung von Katharina von Aragonien hatte ihm einen Krieg mit Spanien, den Niederlanden und dem deutschen Reiche zugezogen. Es stand zu erwarten, daß die Verstoßung Anna'S von Cleve Hennegau, Flandern, vielleicht sogar Frankreich gegen ihn in Aufstand bringen würde. Jfolirt, wie er im Schooß des Meeres war, konnte kein BÜNbfliß seine Macht verstärken. Seine Stärke
war in ihm selbst, darum wollte er ein Weid, das jung sein sollte, auf daß er sie lieben könne; schön, auf daß sie ihm gefalle, und tugendhaft, auf daß er sich auf sie verlassen könne: ihre Geburt war ihm gleichgültig, hatte er doch zwei Staatöminister, den einen auS einem Metzger, den anbei n aus einem Grobschmied gemacht, warum sollte er nicht einen königlichen Prinzen aus dem Schooße einer Vasallin ziehen.
Und er hatte gefunden, was er suchte — eine junge Waise, die in Ermangelung von einer Amme auferzogen war, und die, drei Meilen von London entfernt, ein kleines Landhaus am Ufer der Themse bewohnte. Sie hieß Catharina Howard .... ein jo unbekannter Name, daß nichts weniger dazu gehört hatte, als das Auge des Alchyinisten Flemming, um sie unter ben zwölf Millionen Untertanen des englischen Königs heraus zu finben. Er halte dazu weder Zauberei noch Hexenkünste bedurft; denn als er eines Tages in oer Umgegend von London nach irgend einer Pflanze suchte, die er für sein Laboratorium bedurfte, war er vom Regen überrascht worden, und hatte Obdach in dem einsamen Häuschen gefunden, das Catharina mit ihrer Pflegerin bewohnte. Dieser wunderbare Schatz fiel ihm auf; da er allein um die Absicht deS Königs wußte, so erzählte er ihm von dem Mädchen, und später las er in ben Sternen sowohl, als in den Zahlen seiner kabalistischen Berechnungen, daß dieses das Weib sei, wie eS der König bedurfte. Doch dieser, durch Anna von Cleve vorsichtig gemacht, wollte seine königliche Liebe nicht eher verpfänden, bis er sich mit eigenen Augen überzeugt hätte, ob das Mädchen, welchem er sie anbieten wollte, ihrer auch wohl würdig sei, . . . daher hatte er sich auf ben Rath bes Alchy- miften am vorigen Tage verkleidet, mit diesem eine gewöhnliche Barke bestiegen und war mit ihm die Themse hinauf gefahren dis an ben Ort, wo die Dame seiner Gedanken wohnte. Dort sah er sie, auf den Arm ihrer Amme gestützt, am Ufer lustwandeln, me lancholisch und träumerisch, als ob sie ihr hohes Geschick im voraus ahnte . . . Aber Flemming war weit hinter der Wahrheit zurückgeblieben, denn sie
vereinigte Anna Boleyn'S Schönheit und Jean ie 1 Seymour's Amnuth in ihrer Person. Der Köi ritti
war entzückt; als sie aber sah, daß die Barke auf leiff
zuruderte, entfernte sie sich eilig. er 2
Als Heinrich dem Herzog von Dierham all 6 b dieses mitgetheilt hatte, ohne zu sehen, wie er erbla tibe
bei Catharina Howarb'S Name, und gezwungen, n» »vlli sich an einem Lehnstuhl festzuhalten, um nicht umz in 1 ffnten, ertheilte er ihm den Auftrag, am folgen«« Tag mit einem beliebigen Gefolge von seinem H mf in die Wohnung deS jungen Mädchens zu eilen, u «6 ! sie zu der Prinzessin Margarethe zu geleiten, weh tenti sie auf seine brüderliche Empfehlung hin unter is Inf» Edeldamen aufnehmen würde iütg
Von den schmerzlichsten Gefühlen zerrissen, ftrel mb । Ethelword mühsam nach Fassung. tger
„Ew. Gnaden", stammelte er endlich, „will feil um< längeren Zwischenraum zwischen Ihrem Bruch > Hin
Anna von Cleve und Ihrer Vermählung mit Cathari Mge Howard stattfinden lassen?" fleü
„Vetter, wie viel Tage vergingen zwischen b et, Augenblick, wo Anna Boleyn das Schaffst, und jen< icht wo Jeanne Seymour den Thron bestieg? Übst „Gerade so viele, als die iebtengräber bedurft s um ben Leichnam in das Grab zu betten . . . btt >elch
„Unb wie viel Stunden vergingen zwischen Nor net Ungehorsam und meinem Befehle, diesen Ungehors ttu
zu bestrafen?" 8fo
„So viele, als der Lord Kanzler bedurfte, 1 he sich auS dem Tower nach dem Palast von Green» tat
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legt sie wohl."
(Fortsetzung folgt.)
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„Und wie viel Minuten entschwanden zwift -eit, der Signification dieses UrtheilS und dem Tode i 1 tv Schuldigen?".— «,kl
„Nicht mehr, als der Scharfrichter bedurfte, ffig sein Beil zu erheben und wieder fallen zu laf ttj* . . . . eine." #b
„Sehr wohl, Mylord", sagte der König mit ein [fy tiielbebeutenbeu Lächeln, „ich sehe, daß Ihr bie. < taf schichte meiner Regierung gtünblich kennt ... üb ie 3