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AfAeint täglich «über den Werktagen »ach Son»- und Feiertagen. Preis für das Quartal der Oberhrsfischen Leitung mit »reisblatt durch dte Expedttion (Koch'sche - Rn »druck er ei) bezogen Mi »ar., durch die Postämter 87 Lgr. « Vfg. (excl. Bestellgebühr und incl. Stempelsteuer), rüt üa8 Ausland excl. stempel 18 ®gt.-

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#• Berlin, 30. Srptbr. Es ist schon bemerkt worben, baß die Dreikaiser Zusammenkunft eine große Eutwulhigung hervorgerufen. Man fühlt dort, daß eine Verständigung zwischen den drei Theilungsmächten alle» Jntriguen auf lange Zeit die Spitze abbrichl. Speciell war eS ja der Antagonismus zwischen Oester- reich und Rußland, auf den die Polen ihre Hoffnung setzten. Wenn nun Graf Andrassy der Volksvertretung gegenüber erklärt, daß zwischen Oesterreich und Ruß­land auf der Dreikaiser-Zusammenkunft eine größere Uebereiichimmung erzielt sei, indem man sich überzeugt habe, daß die panslavistischen Bestrebungen in den maßgebenden Kreisen Rußlands keine Unterstützung sänven, so darf man wohl annehmen, daß auch Sei­lens Oesterreich Bürgschaften gegeben wurden und daß überhaupt alle Tendenzen, welche eine Aenderung be« gegenwärtigen Besitzstandes bezwecken, nicht nur keine Unterstützung erfahren, sondern im Gegeiitheil niebergehalten werden. — Die Flugschrift des Herrn 6. Gerlach „Kaiser und Papst" erregt eine gewisse Sensation. Die Bedeutung derselben wird dadurch ine. grellste Licht gestellt, daß sämmtliche ultramontane Blätter nicht nur in der anerkennendsten Weise von ihr Notiz nehmen, sondern sogar ganze Stellen daraus auch als Leitartikel bringen. — Auch in bet liberalen Presse bricht sich jetzt immer mehr eine der Regierung günstige Stimmung betreffs ber beiden zu vereinigenden Sessionen des Landtages Bahn. Zu regiftriren ist, daß die „Magdeb. Ztg", eins der angeseheudsten nationaUiberalen Blätter, sich jüngst ebenfalls in diesem Sinne ausgesprochen hat. — Wie bereits mitgetheill, ist jetzt am hiesigen Stadt- zeucht die Untersuchung über die Ursachen der Un- glücksfälle an der Schloßfreiheit eingeleitet In Folge dessen sind alle ZeilungSredactionen aufgefordert, die­jenigen Personen namhaft zu machen, welche ihnen als Augenzeugen jener Ereignisse bekannt sind. Die »VvlkSztg." fragt, indem sie mittheilt, weßhalb die Zeitungen durch Nennung ihre Berichterstatter diese allerhand Scheerereien auSsetzen sollten Man sollte denken, daß die Zeitungen, bereit Pflicht es ist, Uebel stände hervorzuheben und so deren Abänderung her

Gerächt.

Historisch-romantische Erzählung van H, Z.

< Fortsetzung.)

Der Schotte neigte sich mit stolzer Würde vor

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bem König und sagte:

Besonders wenn eS sich um die Ehre meines Königs und meines Vaterlandes handelt, bin ich stolz, ihn zu führen, und ehrgeizig, seiner würdig zu fein."

„Nun", rief bet König, „unser Neffe schickt uns einen Gesandten, und verlangt eine öffentliche Audienz Ist er endlich gewillt, die reformirte Religion anzu nehmen, die Klöster in seinem Reick,e aufzuheben, und den Papst nur alS Bischof von Rom zu betrauten?"

„Sire", erwiderte John von Thirlstane ehrerbietig, „Schottland und sein König sind seit dem brüten Jahrhundert mit Leib und Seele katholisch; für sie wirb der Nachfolger de» heiligen Petrus stets ber Statthalter Christi sein, und Volk und Monarch wer­den dem Glauben wie der Tapferkeit ihrer Väter treu bleiben." _ »

„Gut," sagte Heinrich, „die Verbindung des Königs Jakob mit der fanatischen Familie ber Guisen ließ »ich diese Antwort auf meine erste Frage erwarten. Ich werbe fpäter entscheiden, welche» Gewicht sie in der Wage des Krieges und deS Friedens hoben soll."

„Wir hoffen, baß Euer Gnaden sie mir einer Hand halten-wird, die eben so gerecht sein wird, alS fie mächtig -ist, enb daß weder der Hauch de« Fana­tismus noch die Rathschläge de» persönlichen In­teresses ihre Wagschale niederziehen werden.",

„Der Entschluß, d?u ich fassen «erbe, Sir John, hängt weniger von ber Antwort ab, die Zhr mir gegeben habt, al« von ber, die Zhr mir geben werdet."

Der schottische Edelmann neigte sich ehrfurchts­voll vor dem König, der ihn nun fragte, ob Jakob V. einwillige, ihm wegen ber Krone Schottlands zu hul- bigen, wie seine Vorfahren seit dem Jahre 900 den

beizuführen, keinen Anstand nehmen dürsten, ihr Ma­terial — und dazu gehören doch Augenzeugen — den Behörden zur Verfügung zu stellen. Noch mehr aber wäre dies wohl angemessen, nachdem man derartige Anklagen angebracht und sich dabei stets mit dem größten Nachdruck atff „Augenzeugen" berufen hat.

Gms, 29. Sept. Gestern wurde die Spielbank geschloffen, die erste in Deutschland, welche in Folge des; Aushebungsgesetzes nunmehr aufgehört hat zu existiren. Der im letzte» Sommer erzielte Gewinn beträgt über 400,000 fl.

Aus Thüringen, 26. Sept. Dem beurlaubten Soldaten Winkel vom 1. Bataillon des 95. Regiments, einem unbemittelten BötlchergeseUeir in Gotha, ward jetzt die angenehme Ueberrajchung zu Theil (wie be­reits in Nr. 226 d. Bl. gemeldet), die Belohnung von 1700 Thlrn. und einer silbernen Ankeruhr, welche verschiedene Patrioten für die Eroberung der ersten französischen Fahne im Feldzuge von 1870 ausgesetzt, hatten, in Empfang zu nehmen. Es hat sehr sorgfäl tiger Untersuchungen von Seiten des großen General­stabes in Berlin bedurft, um mit Sicherheit festzu stellen, welche Fahne wirklich zuerst erobert wurde und von welchem Soldaten dies- geschehen Jet, da verschie­dene Truppentheile hierauf Anspruch machten. Diese Fahne, welche den ersten Preis erhielt, ist eine Com­pagniesahne eines Turkö.Regiments, besteht aus einer nicht sehr großen, blutrothen dreieckigen Flagge mit einem weißett Halbmond in der Mitte, nnv ward von dem Musketier Winkel in der Schlacht bei Wörth ihrem Träger nach persönlichem Kampfe entrissen. Man hatte anfänglich im 95. Regiment dieser kleinen Fahne keine besondere Bedeutung beigelegt, sie für einen bloßen Wimpel zum Richten der Compagnie gehalten und unbeachtet bei Seite gelegt, bis sich jetzt, zur unerwarteten Freude ihres glücklichen Eroberers, ihr wahrer Werth hcrausgestellt hat. — Alle thüringischen Regimenter, welche zum 11. Armeecorps gehören, er warten zu Anfang Oetober Rekruten aus Elsaß-Lothrin gen, deren Zahl sich auf 120 Mann zum Infanterie- Regiment der Bestimmung nach belaufen soll, wahr­scheinlich solche aber nicht erreichen wird.

Darmstadt, 29. Septbr. Den Ständen ist von

ber Regierung eine in liberalem Sinne gehaltene Vor­lage betreffs des Wahlgesetzes zugegangen.

München, 28. Septbr. Ueber den neuernannten Finanzminister G. Berr theilt der „N. C." Nachstehen­des mit. Herr Berr war Beamter im Zollwesen und als solcher auch seit mehreren Jahren baierischer Be­vollmächtigter beim Zollbundesrath und dann beim Bunvesrath des deutschen Reiches, in welchem er, wie wir wissen, wegen seiner umfassenden Kenntnisse in allen breiinenden Finanzfragen und wegen der gedie­genen und energischen Vertretung seiner Anschauungen sich des größten Ansehens erfreute. Ueber seine Er­nennung zum Minister weiß das genannte Blatt weiter zu berichten: Alsbald nach der Ernennung des Herrn v. Pfretzschner zum Minister des Aeußern war als dessen Nachfolger im Finanzministerium Herr Mini- sterialrath G. Berr, Bevollmächtigter- beim BnndeS- rath, in Aussicht genommen worden. Derselbe wurde von Berlin hieher berufen, ist gestern Morgens hier eingetroffen und soll schon am Mittag von dem König in Schloß Berg empfangen worden sein. Durch k. Entschließung vom Heutige» ist nun Herr Berr vom 1. October an zum Staatsrath im ordentliche» Dienste und zum Finanzminister ernannt worden. Hiermit ist die Ministerkrisis zum Abschluß gelangt und das Ge- sammtministerium wieder vollständig, was seit dem vor 4 Monaten erfolgten Tod« be» Grafen Hegnenberg nicht der Fall war.

Metz, 29. Sept Wie zu erwarten war, hat die Zahl der Optirenden hier ganz enorme Dimensionen angenommen. Ueber ein Drittheil der Bevölkerung hat sich für die französische Nationalität erklärt (man spricht von 18 bis 20,000) und wen» auch wohl die meisten derselbe» nicht daran denke», Metz für immer de» Rücke» zu kehre», so ist doch die wirkliche Aus­wanderung immerhin eine ganz beträchtliche. Unsere Bahnen sind nicht int Stande, die Masse Abziehender zu befördern, vielweniger ihre Möbel und Güter so­fort zu verladen. (D. Pr.)

Ausland.

Bern, 30. Septbr. Der Bundesrath bewilligte Herrn Mercier, dem ersten Sekretär der schweizerischen Gesandtschaft in Berlin, welcher er wiederholt als

Vorfahren Heinrichs gehuldigt hätten; wie Erich Eduard I.; Malcolm Eduard dem Beichtiger, Wilhelm dem Eroberer, und Wilhelm dem Rothen; wie Edgar, Malcolms Bruder, Heinrich I ; David, der Nachfolger

seinem König, der schottische König dem König von England, und der König vv» England Gott zur Hul­digung verpflichtet.

Dieser DJleiuung war aber die deS Sir von Thirl»

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staue gerade entgegengesetzt, denn er behauptete, die Huldigung, welche die alten Könige von Schottland den Königen von England dargebracht, habe sich nur aus die Grundstücke bezogen, welche jene in England besaßen, so wie auch die Könige von England denen von Frankreich wegen der Herzogthümer Guyenne und Der Normandie huldigten. Der König besaß Ge- schichtökeiintniß genug, um die Huldigung wegen der Grafschaft Huntington nicht mit der Huldigung deS Reichs und die der besonder» Könige von Northumber- land nicht mit der der Könige von Schottland zu verwechseln. AuS Dem , was unter der Regierung Bailiols vorgegangen war, konnte England keine an­dere Schlußfolgerung ziehen,' da der schottische Adel ftetS gegen diese» Verfahren protestirt halte. Johann von Bailiol hatte Eduard L allerdings aus Dankbar­keit gehuldigt, weil ihm dieser behülflich gewesen, den -Thron zu erlangen; aber er verlor deswegen die Ach­tung seines AvetS und die Freundschaft seine« Volks; Jakob V. war ober zu geachtet von vem einen und zu geliebt von bem andern, um sich jemals einem

EdzardS, ber Kaiserin Mathilbe; Davids Sohn, Stephan,, dessen Bruder Wilhelm, nebst dem ganzen Adel Heinrich II, Richard 1 und dem König Johann gehuldigt hatten, welche letzte Huldigung, um ihr einen feierlicheren Charakter zu geben, öffentlich auf bem Lincolmsberg gehalten, unb auf baS Crucifix beS Er; bifchofs von Canterbury beschworen ward. Diese Huldigung, welche Johann von Bailiol Eduard III. »och geleistet hatte, war unter der Herrschaft Richards 11. unb Heinrichs IV. unterbrochen worben wegen ber Bürgerkriege, welche bamals England verheerten; als aber ihr Nachfolger, Heinrich, dem König von Schott­land gebot, ihn als Vasall aus seinem überseeischen KriegSzuge zu begleiten, da gehorchte ihm der König von Schottland. Unter Richard IIL erlitt diese Hul­digung abermals eine Unterbrechung; aber Richard ivar ein Usurpator, unb hatte mithin keinen Anspruch bar auf. Heinrich V1L, der Vater des herrschenden KönigS, war zu sehr mit politische» und religiösen Faktionen beschäftigt, welche das Reich in feinem Zunern bewegten, um die Blicke nach Außen zu wen- oen, unb hatte daher diese Huldigung von Jakob IV. nicht verlangt; aber Heinrich VHL der, sich al« Voll­strecker der göttlichen Rache betrachtend, die Rebellen in ihrem Blut ertränkt, die Ketzer in dm Flammen erstickt, und die feindlichen Heere auf den Schlacht­feldern vertilgt hatte, er, der das alte England seit vier Jahrhuncertm von den Stößen der Bürgerkrieg« untereinander gerüttelt unb seit taujenb Jahren in ber Nacht be« JrrthumS versunken sah, er wollte va« nicht länger bulben; wollte, baß bie Dinge ihren unterbrochei,en Gang wieder gehen sollten. Nach seiner Ansicht war ba» schottische Voll seinem Abel, 'ber schottische Avftl

Nachbem am 20. d. M die Eröffnung der hier neu ins Leben getretenen Gewerbehalle stattgefunden hat, bei welcher Gelegenheit auch bie Wauder-Aus- fteöuug be« deutschen Gewerbe-Museums zu Berlin dem Publikum zugänglich gemacht wurde, wollen wir

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wichen Unglück auszusetzen.

s Dl--,! .it:. (Fortsetzung folgt.)

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