Marburg, Sonnabend, den 28. September
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1, * ' Historisch - romantische Erzählung von K. Z.
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ier liebreizenden Venus wenig erbaut, desto mehr Ler inreressirte ihn, wie er mir vertraulich gestand,
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Gs war eine recht heitere Situation. Sie werden dielleicht AehnlicheS erlebt haben und wissen, waS es
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tt9\. den hinten fortwährend „PstS", welche den altbaie- d.80<r? difchcn Landbewohner zur Ruhe riefen. __
zur Einlösung gegen Baarzahlung des KapitalbctrageS am 1. Januar 1873 hiermit gekündigt. Die durch diese Schuldverschreibungen verbrieften Kapitalbeträge sind vom 1. Januar 1873 ab täglich, mit Ausschluß der Sonn- und Festtage und der KassenrevisionStage, von 9 Uhr Vormittags bis 1 Uhr Nachmittags bei der Preußischen Staalsschulden-TiigungSkasse in Berlin gegen Quittung und Rückgabe der Schuldverschreibungen nebst den dazu gehörigen, erst nach dem 2. Januar 1873 fällig werdenden ZinScouponS Ser. 1 Nr. 6 bis 8 und Talons baar in Empfang zu nehmen. Die Einlösung der Schuldverschreibungen kann auch bei sämmtlichen Kaiserlichen Ober-Postkassen, bei den Königlichen preußischen Regierung-- und Bezirks Haupt- kasseu sowie bei der Kreiskasse zu Frankfurt a. M. rc. bewirkt werden. Zu diesem Zwecke sind die Schuldverschreibungen nebst Coupons und Talons einer dieser Kassen einzureichcn, welche sie der preußischen Staats- schulden-TilgungSkaffe zur Prüfung vorlegen und nach erfolgter Feststellung die Auszahlung besorgen wird. Der Geldbetrag der etwa fehlenden, unentgeltlich mitabzuliefernden Zinscoupons wird von dem zu zahlenden Kapital zurückbehalten. Die Schuldverschreibungen sind den Kassen mittels doppelter Verzeichnisie, welche gehörig geordnet, ausgerechnet, unterschrieben und mit Wohnungsangabe versehen sein müssen, einzureichen. Formulare zu den Verzeichnisse» und Quittungen werben von den gedachten Kassen unentgeltlich verabreicht. Tie Staatsjchulden-Tilgungskasse kann sich in einen Schristwechsel mit den Inhabern der Schuldverschreibungen über die Zahlungsleistung nicht einlassen.
—Im Finanzministerium ist man mit der Ausarbeitung eines umfassend-» Finanzplaneö beschäftigt, den der Finanzminister Camphaujen dem Landtage vorlegeu wird. Derselbe stützt sich einerseits auf die durch die jetzigen blühenden Verhältnisse gegebenen Thalsachen, andererseits saßt er die Voraussetzung in bas Auge, daß im Reiche die Salzsteuer ausgehoben wird. Eine Reihe von Sieuererleichterungen in der Richtung des vorjährigen Entwurfes werden als die Haupterfolge des Planes zunächst hervortreten.
Wiesbaden, 26. Sept. Bei der heutigen
das rasche Auf und Abgehen der „Fidelbogen" der Geiger, die ihre Sache noch bester verständen, als bei ihm daheim der Cantor, der doch auch „spülle", daß einem Hören und Sehen verginge. Als der Zug der Pilger austrat, verwunderte er sich höchlichst, daß sich bie geistlichen Herren dazu hergeben, das „Thcaterspüll" Kitzumachen und glaubte auch den Pfarrer seines Hei wathsortes unter ihnen zu erkennen. Während er mir bies ziemlich vernehmlich zuraunte und ich ihm nolh- ßedrungen antwortete, warf mir meine rechtsseitige Nach bann immer durchbohrende Blicke zu und ertönten
heißt, zwischen solchen Nachbarn^ als harmloser Fremdling, der so gern in Ruhe die Schönheiten eines fremden Theaters genießt, eingekeilt zu sein. Ich schwitzte förmlich vor Verlegenheit, um so mehr, als der gute Mann äußerst gemüthlicher Natur war und Alles so unschuldig hervorbrachle, daß ihm gar nicht grob zu begegnen war.
Endlich begehrte Tannhäuser stürmisch, zu Elisabeth geführt werden und der Vorhang fiel, um ihm die dazu nöthige Zeit zu gönnen.
Ah--Gott sei Dank! Der Akt hatte mir keine
große Freude gemacht, das weiß der Himmel. Ich wäre jo gerne hinauSgegangen, um wenigstens den Zwischen akt in Frieden zu genießen, allein so gut sollte ich es nicht haben. Meine ominöse Nachbarin machte sich so breit, daß ich mich ordentlich fürchtete, sie zu ersuchen, mich passiren zu lassen, mein Nachbar aber verwickelte mich in eine tiefgelehrte Abhandlung über die Wirkung der Musik auf seine zarten Nerven, welche darin bestand, daß er stets eine Anwandlung von Schlafsucht empfinde, so oft er eine Oper besuche, was jedes Jahr einmal geschehe, wenn er sein Korn nach München zu Markte bringe. Er müsse daher immer „a wenig schwatzen", wenn er nicht der Macht des mohnstrcuen- ven Gottes verfallen wolle — eine Aussicht, die mir für den nächsten Akt außerordentlich erbaulich erschien.
Einen kleinen Trost gewährte mir ein betreßter Jüngling, welcher Eis zum Verkauf anbot und mit Vergnügen bemächtigte ich mich einer Portion, die mich, hoch aufgehäust aus einem kleinen Tellerchen, freund lich anlachte. Einen Augenblick hatte ich die Jgee, meine Nachbarin zur Richten durch das galante Angebot von EiS freundlicher zu stimmen, allein der Ge danke, daß bei dieser Gelegenheit der wahrscheinlich im Must verborgene Mops entspringen könnte, machte mich schaudern und ich unterließ den eisigen Besänfti gungS-Versuch.
Gerade wollte ich den ersten Löffel zu Munde
Verwaltung, (Bundes-Gesetzblatt S. 491) auSgegebcnen Schuldverschreibungen der fünsprozentigen Anleihe des bin maligen Norddeutschen Bundes vom Jahre 1870
Meine Nachbarschaft zur Rechten bestand in einer steinalten Dame, die, in eine heilige Kunstandacht versunken, ihren Schwanenhals beständig nach dem Takte btt Musik hin und her wiegte und mich bei der lei-
sühren, da gab der Kapellmeister das Zeichen, die kurze Introduktion brauste durch das Haus, und ehe ich zum Genuß meiner ersehnten Delikatesse kommen konnte, rauschte der Vorhang empor.
Gnen Augenblick schwankte ich zwischen meinem Eis und Sophie Stehle, aber die baierische Nachtigall siegte, und als die wunderbaren Töne ihres „Dich lheure Halle grüß' ich wieder" au mein Ohr schlugen, als die liebreizende Gestalt, die verkörperte Poesie, in den Vordergrund trat, da stand mein Tellerchen auf dem Rande meines HuteS, de» ich wegen Platzmangel- unter meinen Sitzplatz auf den Boden gestellt hatte, wo er allerdings mit den Füßen der hinter mir Sitzenden in höchst unangenehme Collisionen gerieth, dafür aber auch Niemanden oben genirte.
Der Akt ging etwas erträglicher vorüber. Mein ländlicher Nachbar verschlief glücklich das große LiebeS- vuett und erwachte erst, als dir mächtigen Tön^ der Trompeten und Pauken, den Eintritt der Gäste verkündigten, deren glanzvolle Costüme ihm so viel Vergnügen bereiteten, daß er mit offenem Munde aus die Herrlichkeiten starrte und seine gewohnte Redes-Agkeit über ihnen vergaß.
DaS Finale des Aktes berauschte mich förmlich und ich ärgerte mich wüthend, als ich hinter mir das Geklapper eines Löffels hörte und im Umdrehen einen alten Herrn gewahrte, der in aller GemülhSruhe eine Portion EiS verzehrte, während Elisabeth in erschütternden Tönen ihren Schmerz auöhauchte und Tannhäuser in dumpfer Zerknirschung an der Erde kniete.
Verächtlich brehtezch dem Allen, der so wenig Kunstsinn documenlirte, den Rücken zu und schwelgte in dem Reiche der Töne weiter, selbst unbeirrt von den immer wüthenderen Gesichtern des Tubabläsers vor mir, der immer krampfhafter den Bogen seine- Instrumente- hin- und herzerrte.
Unterdestcn war die Hitze im Hause unerträglich geworden, und al- endlich unter dem Applaus der
Abonnements-Erneuerung!
Auf das mit dem 1. Oetster beginnende neue Quartal ersuchen wir die Bestellungen auf die
Oberhefsische Zeitung
seltsamen Kontrast mit den eleganten Toiletten seiner Umgebung bildete. Er schien von der Sehnsucht DtannhäujerS nach der Oberwelt und dem Jammer
„Kellner, eine Portio» EiS!"
Humoreske aus dem Leben eines Junggesellen F9 von Fritz Brentano.
(Fortsetzung.)
fefAcint ttlalick außer den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal der Oberhesstschr» Leitung mtt KretSblatt durch die Srpedüion («och'sch« "»u» druck er ei) bezogen Mi «ar., durch die Postämter 27 «gr. 6 Pfg. (excl. Bestellgebühr und incl- Stempelsteuer), für da- Ausland excl. Stempel M «ge. - „.
Jnsertionsgebühr für die gespalten« Zeile 1 Egr. Sämmtliche Annoncen-Büreaüs nehmen Inserate an- -
cherd km 1. Oktober gemacht wird.
Für da- nächste Quartal sind in das Feuilleton der „Oberhessischen Zeitung" folgende OritztNal-Er« J jjhltUtgrrt zur Ausnahme bestimmt:
Durch Kamps $um Frieden.
Vv"V- Erzählung von S- von der Horst.
X «-rächt!
öblirt« konnte, |i< yave Darin iyr ineoiingeinvpvu^ii alsval brrborgen, von dem sie sich zu Hause nicht trennen P225 Flinte. Links von mir saß ein schlichter, aber an- ___ scheinlich sehr wohlhabender Landbewohner, um dessen sanft gerundetes Bäuchlein sich eine gefüllte Geldkatze liebend schmiegte und der in seinem Habitus einen
Dam ki den Pvstanstalten rechtzeitig machen zu wollen, da mir auf vollständige Lieferung der Zeitung gerechnet lotrbtn kann, wenn die Bestellung bei der Post vor
Ersatzwahl für daS Abgeordnetenhaus wurde Appel laiionsrath Petri (liberal) von den Wahlmännern einstimmig gewählt.
Dresden, 25. Sept. Bei der heutigen Eröffnung des Handwerkertages waren anwesend 288 Delegirte, welche 61,344 Stimmen vertreten. Der Minister Nostiz Wallwitz wohnte den Verhandlungen bei. Man beschloß die Gründung eines Verbände- sämmtlicher Arbeitgeber Deutschlands mit einem analogen Organe. Eine Resolution, welche die Errichtung von Schiedsgerichten für unbedingt erforderlich hält, wird angenommen.
Darmstadt, 26. Sept. Ein Artikel der „Darmst. Zeitung" fordert, indem er den seitherigen heftigen Parteikampf auf politischem und kirchlichem Gebiete und daS hieraus entspringende häufige Vorkommen einer durchaus verneinenden unfruchtbaren Kritik con- stalirt, die Bevölkerung auf, die Reformarbeit der Regierung nicht allein zu überlassen und in der au- Sachkennlniß und gewissenhafter Prüfung entspringenden Sicherheit des Unheils größere Befriedigung zu finden, als incher Gefühlserregung des Parteikampfe-.
Mainz, 26. Sept. In der gestrigen Sitzung des hiesigen Gemeinderaths ist der am 21. d. M. zwischen dem Gouvernement der Festung Mainz und der Stadt Mainz vereinbarte Vertrag über die Er» Weiterung der Siadt genehmigt worden. Im Anschluß daran beschloß auf den Antrag der für den Stadterweiterungsplan niedergesetzten Commission der Ge- meinderalh ferner, Schritte bei der Staatsregiernng zu thun, damit außer den der Stadt bereits aus der Staatskasse verwilliglen IV2 Millionen Gulden derselben auch noch der in 31/’ Millionen bestehende Rest de- Bedarfs gu- Staatsmittel» leihweise vorgo- streckt werde.
Heidelberg, 25. September. Die „Badische Landesztg." behauptet, daS eS sich nur noch um die letzten Formalien der Berufung deS Herrn Geheimen Raths Herrmann an die bezeichnete Stelle in Berlin handelt, derselbe aber nach eigenem Wunsch seine für daS Winterhalbjahr angekündigten Vorlesungen au hiesiger Universität noch abhalten wird, bevor er den
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Oterhessische ZeitnngI
Novelle von M. Berger-
Alle Postanstalten, auf dem Lande auch die Land- ostboten, nehmen Bestellungen aus die „Oberhessische itung" entgegen.
Neuzugehende hiefige Abonnenten erhalten vom ^ige der Bestellung dis zum 1. Oktober die Zeitung ratiS.
Die Expetzitis» der Oberhesfische» Zntunz.
lsungi BerU», 27. Septbr. Der gestrige „ReichSanz." Nthält solgende Bekanntmachung, betreffend die Kün- igung der Anleihe des Norddeutschen Bundes vom jähre 1870 zur Rückzahlung am 1. Januar 1873. [ der auf Grund deS Gejctzes vom 28. (Reich- Gesetzblatt Seite 343), über ie Zurückzahlung der nach dem Gesetze vom 21. Juli 1870 aufgenommenen fünsprozentigen Anleihe deS welch Norddeutschen Bundes getroffenen Anordnung des ckan- Herrn Reichskanzlers vom 23. d. M. werden die zu- r Sg, folge Gesetzes vom 21. Juli 1870 ,. betreffend den > urtti außerordentlichen Geldbedarf der Militär- und Marine-
1872.
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Wen Bewegung, die ich machte, mit einem wüthenden Llicke anschaute. Dabei hielt sie ihre Hände, trotz der Hitze im Theater, so krampfhaft in einen riesigen Muff versteckt, daß ich mich des stillen Verdachtes nicht enthalten konnte, sie habe darin ihr Lieblingsmöpschan