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der nächsten Reviere waren, einzeladen zum Schon Vormittags ging eS sehr munter her;
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sei, und daß ich allein vor allen die Süßigkeit von Röjels Lippen zu kosten ganz werth wäre. Der Alle
schäft vor der Laube saß und dem Schüßen zusah. Hohe Röche flog über ihr Gesicht, als sie mich kommen sah , sie sprang auf, mir entgegen und drückte
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Marburg, Mittwoch, den 25. September. ,
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im höchsten Maß war ja mein Theil r';;-
„Sowie der Jubel verklungen, lehnte ich rasch mein Gewehr au die nächste Bank- und stürzte auf
schoß. Tie Kugel hatte den äußersten Rand des „Schwarzen" berührt; er war bekannt als der erste Schütze weit und breit. Nun galt es, mich al« etwas Rechtes zu zeigen, ich mußte meiner Braut besondere Ehre machen. Blieb ja nach der üblichen Sitte dem Feftgeber noch ein Schuß, der „allerletzte". So war vir Möglichkeit da, daß der Alte mich oennoch besiegte, wenn ich nicht „mitten in's Schwarze" traf. Schau sah ich, wie er gutmüchig und doch triumphirend lächelnd aus's neue feine Büchse lud.
Besitzern wäre freigestellt, schon vom f. October 1872 an die Stücke zur Einlösung vorzulegen, wobei eine halbprocentige Vergütung gewährt würde. — Nach Mittheilungen auswärtiger Blatter hat die Beschluß- faffung der preußischen Regierung über den Entwurf des ReichspreßgesetzeS in der Sitzung des StaatS- ministeriums vom 16. d. stallgefunden und zwar auf Grund der Gegenvorschläge und Bedenken der em- zelnen Bundesregierungen gegen den ursprünglichen Entwurf. Bekanntlich hatte bet erste Entwurf bereit» sie Cäutionspstichligkeit der politischen Zeiluitgen beseitigt; neuerdings soll auch auf das Recht der vorläufigen Beschlagnahme von Zeitungen verzichtet »or$. den sein — Der „A. A.-Zlg." zufolge steht es nunmehr fest, daß dem Reichstag in der nächsten Session auch der Entwurf eines Reichsvereinsgesetzes vorgelegt werden soll. —Zu den Anordnungen, welche der Füist Reichskanzler während seines Aufenthaltes in den letzten Wochen in Berlin getroffen hat, soll auch die Einleitung von Vorarbeiten bezüglich der Errichtung eines Reichsamtes für die öffentliche Gesundheitspflege gehören. Es dürfte sich zunächst um die Einholung von Gutachten und Feststellung des Bedürfnisses, sowie der Wünsche der einzelnen Bundesstaaten handeln, woran sich fernere dieffeilige Vorschläge einer Zusammensetzung und Wirksamkeit des Gesundheitspflege- amteS zu reihen hätten. Bon fachwisienschaitlicheit Autoritäten, deren Ansicht hierbei zu Rache gezogen werden soll, hört man einstweilen nennen: Varren- trapp in Frankfurt ». M, Reclam in Leipzig, Prof. Hirsch in Berlin. Der Bundesrath soll bald nach der Wiederaufnahme seiner Thätigkeit mit der Angelegenheit befaßt werden.
AuS Thüringen, 21. Septbr. Bekanntlich hat in Weimar ein Comite dafür gewirkt, daß die Sy- nodal-Verfassung von der Regierung eingeführt werde, und zwar unter Beseitigung der dem Landtage com- petirehben und von bemfelben beanstandeten Punkte. Wie die „Weim. Ztg." berichtet, Hal die betreffende Petition 1388 Unterschriften aus 138 Gemeinden gefunden. — Zn Gocha ist die Ausführmigs-Berorb« nung zum neuen Schulgesetz erschienen. Es wird durch dasselbe das Verfahren bei Schulversäumniffen, bei Aufnahme ins Seminar, bet Disciplinarvergehen der Lehrer und anderen dergleichen Angelegenheiten geordnet. Auch wird bestimmt, daß der Schulvorstand
schmucken neuen Gewehre, staunten die Bursche und Jäger, da sie auch den Förster mit dem feinen, ganz gleichen, kommen sahen, sehr und beneideten mich im Stillen -um die prächtige Waffe. Indessen begann das Schießen und es läßt sich denken, daß Jeder sein Bestes that, um den Kuß von der jchönen Rösel zu bekommen. Daß mich Liebe und ein wenig Eifersucht; falls ein Anderer den Kuß von ihr bekäme, stark ausregten, brauche ich wohl nicht erst zu sagen. Schon war sehr gut geschossen worden und immer stieg meint Aufregung. Zwar hatte noch keiner der Burschen „in', Schwarze" getroffen, ober wenn einer vom Scheiben- ftano abtrat und der andere anlegte, pochte mir doch immer das Herz und stürzte ich dann jedesmal ein Glas Wem hinunter, indem ich meinte, bas könne mich beruhigen. So hatten endlich alle nacheinander geschossen und alle „bas Schwarze" gefehlt, beim die Distanz war gar zu weit, selbst für so geübte Schützen.
Der Förster und ich sollten zuletzt fchießen Mir war bange, beim selbst ihm hätte ich biefen Kuß Rösels heule nicht gegönnt, beim eS schien mir Ehren-
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Ich legte an, fest unb sicher, obwohl mein Herz gewaltig pochte. Rasch drückte ich los. Ein paar Augenblicke war eS still. Dann erscholl allgemeiner Jubel: ich hatte „mitten ins Schwarze" geschossen. Es war ein Meisterschuß wie alle sagten; so elwaS sei noch nicht dagewesen, auf eine so große Entfernung „mitten inS Schwarze" zu treffen. Obwohl jeder der Bursche gerne den Preis, einen Kuß von Rösels Lippen gewonnen hätte, so freueten sie sich doch über m.inen Schuß. Es that ihnen wohl, wenn sie selbst es nicht vermochten, wenigstens einen Jagdgenoffen in ihrer Mitte zu haben, der solchen unerhörten Meisteischuß gethan. ' Und dann war da» auch ein Triumph für sie gegenüber den Altm, die immer behaupteten, so treffliche Schützen, wie zu ihrer Jugendzeit-, gebe eS heutzutage gar nicht mehr.
Ich war wie berauicht -bbr Freude. Mein Glück war nun ganz vollkommen, Liebe und Ehre zugleich
tür alte Förster liefe den besten Tyroler aus seinem teilet fließen. Nach dem Mittagessen sollte ein Preis- Thießen nach der Scheibe fein, die auf dem freien Platze hinter dem Garten.in fast doppelt so weiter tmferming von dem Schießstanve aufgestellt wurde, « sonst üblich, denn der Preis war auch ein sehr toftbarcr — ein ,Kuß von RöselS frischen Lippen für Sieget.
Al» ich hetausttat au» dem Hause mit meinem
Betrachtungen geknüpft, ähnlich denen, welche gemacht wurden, alS der Minister die westlichen Provinzen besuchte, wohin er bekanntlich gereist sein sollte, um Studien der socialen Frage zu uitternchmen. Der ver längcrte Aufenthalt be« Ministers des Innern in Ostpreußen soll nun zusammenhängen mit der lieber. nähme de» Oberpräsidiums der Provinz Preußen Seitens be« Ministers, ba Herr v. Horn zum Ober- präiibentcn von Schlesien ernannt werben solle. Dem gegenüber ist barauf hinzuweisen, daß e« zu den Befugnissen bcS Ministers des Innern gehört, durch persönliche Anschauungen die Zustände der Provinzen näher kennen zu lernen, was demselben wegen über häuften Arbeiten und speciell von legislativen, nicht «ft möglich ist. Es find deshalb alle Gerüchte über die Veränderung in dem Posten eines Oberpräsidenten
mir einen frischen, kräftigen Kuß auf die Lippen, iribein sie mich mit den Armen umschlang und vor h.ger Freude lantauf iBeinle. Da kicherten die Mädchen hinter ihr, und vor Scham, ihre« Herzens Gefühl so vor den Leuten preisgegeben zu haben, riß sie sich plötzlich von iflir los. Und um ihre Verlegenheit über ihr hingehend es Wesen zu verbergen, stellte sie sich stolz unb trotzig al« Maske für ihre Weichheit und überhuellenbe Liebe zu miß ------ -a
der Provinz Preußen auS der Luft gegriffen. — In Betreff der Katastrophe an bet Schloßfreiheit am 7. Sept, ist vielfach ber Wunsch ausgesprochen, baß die Untersuchung von der Justiz geführt werden möge. Dieser Wunsch ist in Verwaltungskreisen ebenso ge iheilt worden und hat daher baS Polizei Prä- sibium nicht unterlassen, ber Staatsanwaltschaft Mit- theilungen zu machen, bamit biefe im Staube sei, Er- Mittelungen eintreten zu lassen über die Ursache des Todes ber Verunglückten. Zu diesem Zwecke ist ber Staatsanwaltschaft das Material ber polizeilichen Ermittelungen zur Verfügung gestellt unb wirb biejelbe alsdann zu entscheiben haben, ob ein strafrechtlich zu ahnbeubes Verfchulben ber Polizei vorliegt. Neben dieser gerichtlichen Untersuchung wird das polizeiliche Verfahren fortgesetzt, um immer mehr Details für die Untersuchung zu liefern. — Nach Allerhöchster Bestimmung soll auf Vortrag des General-Commando's des 9. Armeecorps die Einweihung ber Denkmäler in Düppel unb auf Alsen am 30. b. M. ftaitfinben Der Feierlichkeit soll Gottesbienst vorangehen unb nach ber Enthüllung werden von den Befestigungen von Düppel und auf Alsen je 60 Kanonenschüsse gelöst werden. An dieser Feier nehmen alle Offiziere und Mannschaften des 9. Armeecorps Theil, welche baS Düppel- und Alsenkreuz besitzen. Wahrscheinlich werden der Kronprinz und Prinz Friedrich Karl sich an der Feier betheiligen. .— Der wirkt. Geh. Ober- Regierungsrath Wehrmann, dessen Gesundheitszustand sich nicht gebessert hat, ist um seinen Aoschitt) ringe" kommen.
Berlin l 23. Sept. Dem Vernehmen nach ist der Gesandte bei den Hansestädten uno Mecklenburg, Herr v. MagnuS, für den Stuttgarter Gesandlschafto- poften bestimmt. Vermuthlich ersetzt Frhr. v. Rosenberg (bisher in Stuttgart) Hrn. v. MagnuS in Hamburg. ^Noch andere Veränderungen in ber bipjo matischen Vertretung liegen bem Kaiser zur Bestäti gung vor. Wie bie „Kreuzzeitung" wissen will, ist die Mittheilung belgischer Blatter, der deutsche Gesandte in Paris, Graf Arnim, habe um seine Entlassung nach gesucht, völlig grundlos. — Die „Börsen Zeitung"! erwähnt die auf heutiger Börse conrsirenve Miltheilung: ; über die Kündigung der 5proc. Bundesanleihe und bemerkt: SicheremVernehmen nach stehe die Kündigung dieser Anleihe für den t Januar 1873 bevor. Den
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Die Expedition der Oberhrfstsche« Zeit»«-.
Deutsches Reich.
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Hier »achte der Pfarrer «ne Panse in feiner Erzählung und mir tarn rt vor, als würde es ihm schwer, fortzufahren. Er sah recht traft, ja fast trau rig aus.
Lange schwieg er so. Sein Antlitz war nach mir gewandt und doch sahen mich feine Augen nicht an, ste waren nach innen gerichtet. Ein leises Beben zuckt- Itter sein Gesicht. Mir ahnte, daß er einen Gottesdienst heiliger Erinnerung begehe in seiner Seele. Earum verhielt ich mich ganz stille, nm ihn nicht zu fUrtn.
Endlich erwachte er an« tiefet Selbstverfenkung und fuhr in seiner Erzählung fort Aber ber Ton seiner Stimme war ein anderer geworben; hohl unb
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*» Berlin, 23. Sept. An die Reise des Grafen Eulenburg von Marienburg auS in die Provinz > Preußen haben die Conjecturalpolitiker sofort ihre
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tief blloete er die passende Begleitung für den schmerz Üchen Inhalt feiner Worte.
»Es war — so erzählte er weiter — am Sonntag, btt auf meinen 22. Geburtstag folgte, da sollte 2211 öffentliche Versprach sein zwischen mit und bet; IM ^nb die Nachbarn des Otts, sowie einige mbev