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»vischem Joch. Die Sitten der deutschen Bevölke- Ung verwilderten und näherten sich sarmalischer Art; ftmuth und Roth brach über das Land herein, die
K> Marien b» r g, 12. September.
Die ehrwürdige, altdeutsche Stadt Marienburg an r Nogat, die der deutsche Ritterorden im Jahre 276, 21 Jahre nach der Begründung Königsbergs, cka«ir, Vie also in 4 Jahren ihr 600jähriges Zu- ÜLum feiern kann, begeht morgen daß Erinnerungs-
der Wiedervereinigung mit dem preußischen Staate, ■it Deutschland. Ursprünglich hatten die alten deutschen Atter, die in streitbarem GlaubenSeifer Kreuz und kchwert zugleich trugen, nur die Erbauung eines ürdenShauses geplant; hier residirten die Hochmeister
Höne Marienburg wurde die Wohnstätte der Jesuiten, «t Sitz von Slarosten, zuweilen das Hofleger der klnischm Könige. Aber wie nach langer trüber Nacht «ch wieder der goldige Morgen durchbricht, so mußte die „polnische Wirthschast" wieder einmal auf- Aren, ein leichter Stoß knickte den scheinbar riesen- Mm, jedoch innerlich abgestorbmen Baum, am 5.
Dir »rstpreußischc Säcularfrier.
Deutsche- Reich.
•• Berlin, 14. Septbr. Die Unglücksfälle während de» große« Zapfenstreich« beschäftigen noch immer lebhaft b« Presse und eS ist nicht zu verwundern, »aß bei der dadurch hervorgeeufeiren Aufregung vielfache Entstellungen Mit unterlaufe». AlS thatsächlich ist Folgendes zu «nstatiren: Herr v. Madai hat, sobald dir Gk«i-»ffe zu seiner Kruntmß kamen, eine Msafsende Untersuchung auf dir Ursachen derselben «it Berücksichtigung aller öffentlichen und privaten Mtthellungen von Augenzeugen angeordnet. Dieselben
königliche Kosten gestuft ttitzd unKr das draußen ver- sammekze Volk 2000 Thaler* in Hcrschiedenen Münz- förten geworfen. z *
Die Erinnerung an jene große Zeit feiert die alte, ewig junge und schöne Marienburg heute und morgen in dankbarster, erhebendster Weise. Die Feste Marienburg erkennt man kaum wicder in dein Festes schmuck um sie herum, die Stadt sieht wie neu ver jungt aus. Die meisten Häuser an der Straße vom Bahnhofe zur Stadt und in der Marktt'traße mit den in historischer wie baulicher Hinsicht hoch interessanten Laudengängen sind frisch getüncht, Blumen- und Fahnen- schmuck fehlt an keinem Hause, selbst in den Seitengäßchen nicht. Der FreindenzuM ist feit gestern ein ganz enormer, jeder EisenbahntraW^ingt neue Schaaren, und eS wäre absolut unmöglich gewesen, Jedem ein Unter-
Ach alle Ermittelungen Mitgctheilt als auch zur öffent- Üchen Kenntniß gebracht werden sollen. Rach Allem, bisher bekannt geworden, ist nicht im Mindesten
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—r deutschen Ordens, und namentlich unter Dietrich
uff ben Altenburg wurde die Marienburg die festeste der ,ein ömdert LandeSburgen, an Pracht kam ihr auch schon m”' stütz er keine gleich. .Bald nach der Erbauung des sochschtvsseS, das noch heute den Namen deS Ritter- —■ »use« führt, siedelten sich die Eolonisten aus allen Baurn «res alten deutschen Reiche« am Fuße desselben entrissen das Land der Wildniß, lichteten die
*• Kälber, entlockten dem Boden dir Schätze des Acker taues, verbreiteten emsige Gewerbthätigkett, deutsche lultnr überall im Osten.
Mit dem Beginn der neuen Zeit kam auch das st»de de« tapfere« Ordens. Auf Tannenbergs Gefilden • ihn di»« Geschick, die.Blüshe der Ritterschaft gl- Iflgrr wir chrem Blute die Haide, und l^^ deririeb Des « Pole den Hochmeister Ulrich von KrlingShSufcN H dem «cken Ordenssitz, der von da ab seine Re- drnz Schlofie von Königsberg nahck.
. Drei lang« Jahrhundert« blieb Weftpreußett unter
aUj, «chaiten und sind alle anderen Versionen, wonach der !)ac;i stttc durch dritte Personen benachrichtigt sei und einen 31 k)ffizier zur Erkundigung abgcsandt habe, falsch. Es !15! st richtig, daß der Minister des Innern noch vor
Appellationsgerichtsräthe 2 Obergerichts- und LanbkS- gerichtsräthe 9, Stadtgerichtspräfikenten 2, Stadt- richter 3, Gerichlsdirectoren 5, KreiSgerichtsrättzr, Kreisrichter und Amtsrichter 117, Friedensrichter (Köln) 25. Die Gesammtzahl der unbesetzten Richterstellen beläuft sich demnach auf 174, abgesehen von den Ba- canzen bei der Staatsanwaltschaft. — Assessoren sind im Ganzen 287, während im vorigen Jahre 417 waren, so daß eine Abnahme von 130 erfolgt ist. Im Jahre 1869 gab es noch an Assesioren 671 und im Jahre 1867 allein in den alten Provinzen 834. Der Abgang von Assessoren im Jahre 1872; d. h. seit dem Erscheinen des Termin-Kalenders von 1872 betrug im Ganzen 304. Die Zunahme von Referen- darien war dagegen ganz unbedeutend; die Zahl derselben betrug im Jahre 1871: 1466, 1872: 1494 und beträgt 1873: 1528. Im Jahre 1870 war der Zugang 326, im Jahre 1871 dagegen nur 168. Ber- theilt man di« Anzahl der gesammten Reserenbarien auf 5 Jahre, in welcher Zett durchschnittlich ein Referendar zur Staatsprüfung herankommt', so beträgt die Zahl pro Jahr ungefähr 300, wodurch der oben erwähnte jährliche Abgang in dem Falle gedeckt wäre, wenn sämmtliche Referendarien ihr Assessor - Examen machten. Die Statistik zeigt abe^ daß kaum 3/4 so weil kommen, indem die übrigen in andere Stellungen übergehen. Wetin man nuit bedenkt, daß der Abgang von Assessoren in den nächsten Jahren die Zahl 300 noch bedeutend übersteigen wird, so liegt eS klar auf oer Hand, daß der Mangel an Richtern noch bedeutend fühlbarer werden wird, als dies schon bi« jetzt der Fall gewesen ist. Die obige Bchauptung,-daß^dsr Abgang au Afiessoren noch größer werden dürfte, beruht darauf, einmal daß andere Fächer, wie Actiest- gcsellschasten, Eisenbahn- und Communckkserwaltungen, in Zukunft mehr absorbiren werden, sodann daß dke Reichsjalchk ihr ganze« Contingent aus den alten Ländern wegen fast gänzlichen Mangels an jüngey,
kommen zu schaff.», wenn fich nicht Opferwilligkeit ttnb Gastfreundschaft der Marienburger Bürger in großartigster Weise beihätiglen. Nicht ein HauS gibt «s, das fich den Gästen verschlossen hätte. Die Arbeiten der El- binzer Aktiengesellschaften und der Danziger Geweht- sabrik kamen heute Morgen in corpore an, mehrere Tausend Mann stark; letztere werden für die beiden Festtage im Zeughaus« einquartirt, erstere brachten ein _ Zeltlager mit, unter welchem sie im Freien quartieren wollen. , Hoffentlich wird sich das sprichwörtliche Wetterglück Kaiser Wilhelms auch diesmal bewähren und dem seit gestern Abend in Strömen herahfließen- den Regen Einhalt gebieten, sonst möchte nicht nur den wacker» Eibingern das Zeltlager vrtteidet werden, sondern auch das ganze Fest, zu dessen gelungener Ausführung Tausende von Thalern und Händm mobil gemacht sind, erheblich beeinflußt werden.
Den Glanzpunkt der Festlichkeiten wirt daS Schloß utib btt zu demselben vom Bahnhofe führende Feststraße bilden. Auf dem Perron des BahnhofeS ist ein höchst geschmackvoller, mit der Kaiserkrone bedeckter Baldachin errichtet, von weichem man zu dem in einen Blumengarten umgewandelten Empfaiigssalon, und aus dirsem unter einem Zeltdach« zu der Auffahrt der Wagen gelangt. Für die Ausschmückung des Bahn- Hoses und seiner nächsten EnvironS hat die Directiim der Ostbahn 2500 Thlr. bewilligt. Bvm Bahnhofe auS bezeichnen hohe, mit Laub- und Blumengewinden bedeckte Maste mit Fahnen und Wimpeln die Feststraße bis zum Schlosse. Beim Uebergange auf die Chauffee erhebt sich ein gothischeö Triumphchor, nach Angabe des Stadtbauralhö Licht erbaut, mH der Inschrift: „Willkommen Kaiser Wilhelm V In den Seitab bogen stehen vier weibliche allegorische Figuren mit der Aufschrift: „Dank", „Glück*, „f»eil", „Segen* Fahnen, Embleme u. s. w. vervollständigen den effert- vollen Schmuck. Gleich dahinter ist ein Valarinm mit der Aufschrift: „Willkommen in Wrstpreußen l" ausgespannt. Die übrige Ausschmückung der Feststraße ist eine praktische Versinnbildlichung de« Segen«, welchen deutsche Cultur über die Provinz brachte. Gleich hinter dem Triumphthor erheben fich "kunstreich
Ka iet; daß ein Ministerialbeamter mit der Führung oh Wr Untersuchung behaut sei, ist bi« jetzt nicht-bekannt.
sind cheil« schon vernornmen, theil« wird dies noch geschehen Dem Magistrat ist Anzeige davon gemacht, mit dem Bemerken, baß sowohl ihm sobald als mög
ficht mit der größten Gewissenhaftigkeit geführt werben 1ucn' wirb. Soviel hat sich mdessen herausgestellt, daß, falls irgendwie eine Schuld »orliegt, dieselbe nur in den ncc Mangelhaften Ausführungen der getroffenen Bestim- ’ .1 «mgen bestehen kann. Wenn man von einem Ent- vv laffungsgesuche deS Polizeiprästdenten in Folge einer ePI‘«mcUligtn Bemerkung des Kaisers spricht , so ist das ' «MHg irnhümlich. Der Kaiser hat durch Herrn v.
Madai selbst die erste Kenntniß von dem Geschehenen
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~ Ermid vorhanden, bk Anordnungen de« Polizeiprä- Ueiv fidenten unmittelbar anzuklagen. Die Behörden haben durchaus nicht vor, irgend etwas zu vertuschen oder jii beschönigen, das Publikum kann im Gegentheil fest vertrauen, daß die Untersuchung ohne jede Rück
— Die Dreikaiser-Zusammetckunft hat besonders im polnischen Lager eine große Entmuthigung hervodge- rUsen. Die polnische Propaganda ccquettirte bekanntlich bald mit Rußland, bald mit Oesterreich, hier den PanslavismuS, dort die sogenannte Autonomie Galiziens zur Losung machend und auf die Spannung zwischen beide» Staaten mahnend. Sie fühlt sich natürlich durch das jetzt angebahnte freundschaftliche Berhältniß sehr enttäuscht.Die Zeitungen beschäftigen fich vielfach damit, wer Nachfolger des Wirkt. Geh. Legattonsraths Abekm^sein werde, bald wird Geh. LegationSrath Bucher-, bald Geh. Lcgalionsrath v. Bülow II. genannt. Die Leberweisung der Beschäftigung hängt selbstverständlich vom leitenden Staats mann ab und dürfte Herr Bucher zum größten Theil bk. Thätigkeit des Verstorbenen weiterführen. Die Rathsstelle selbst ist etatSmäßig und wird nach der Anciennität besetzt. - .
— 14. Sept. Der Kaiser, der Kronprinz und Prinz Karl sind heute Abend- 9Vz Uhr von Marienburg wieder zurückgekehrt. —>uDas neueste Bulletin über das Befinden des Prinzen Albrecht lautet: „Se. k. H. der Prinz Albrecht von Preußen haben die Nacht mit einzelnen durch Husten veranlaßten Unterbrechungen geschlafen; beim Erwachen Bewußtsein Aar, große Ungeduld wegen Unvermögens zu sprechen.. Sonst keine Veränderung, gez Dr. Böger. Ihr. Thomas.
— Die „Spen. Zeitung." bringt folgende Zu sanunenstellung der in der preußischen Justizverwaltung racattlen Stellen, die auf Grund einer Vergleichung des soeben erschienenen TerminkÄenders für 1873 mit dem in dem letzten Jahrtuch der preußischen Gerichts Verfaffung (1872) enthaltenen Etat entworfen ist Demnach sind folgende Stellen unbesetzt: Vortragende Räthe im Justiz-Ministerium 4, Obertribunal und Ober-Appellationsgericht 5 (1 Präsident am Ober Appellarionsgericht, 1 Bicepräsidenf und 3 Räthe am ObiTttibKual), PrLstvenlkn der ifilttvnsgertchte 2,'
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August wurde der TheilungsvertrM zwischen Oesterreichs Rußland und Preußen abgestblossen, und am 13. September desselben Jahres erlieM Preußens großer König das Bcfitznahmepatent, das tust dem preußischen Adler auf allen Plätzen, an alle öffentlichen Gebäude unter Beifügung der Worte „königlich preußisches Territorium!" angeschlagen wurde. Sieben Garnisonsbataillone bejetztcn, um dem Patent Nachdruck zu geben, die Städte Tolkemit , Braunsberg, Graudenz, Culm, Straßburg und Elbing, und am 27. September fand in Marienburg die Erbhuldigung? statt, an welcher die Bischöfe, Siebte, Prälaten, Woiwoden, Castellane, Stiroften, Kämmerer und Landrichter, die Vertreter des Adels, der Geistlichkeit, der SGdte und des platten Landes sich betheiligten. Die Huldigung fand im großen Ordensremter'vor dem General Lieutenant v. Sutter heim und dem Minister v. Rohd äl« königlichen Com- miffarien statt. Nachdem Mimster;v. Rohd in deutscher Sprache eine Anrede an die Versammlung gehalten hatte, bereit Uebcrjetzung ins Lateinische ein Secretär vortrug, nahm Herr v. SuttcrAm im Namen deo Königs die Eidesleistung entgegeH, wobei man nach ausdrücklicher Instruktion de« Kpnigs darauf achtete, „daß die katholische Geistlichkeit Ad die Pfaffen solche Eidesleistung gehörig mit prä|ttretL" Rach Beendigung des feierlichen Actes wurden dG Versammeltett auf
HrfchchR täglich außer ben Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal der Oberhesfischen Zeitung mit Kreisblatt durch die Öpebition (poch'schr V»chdruckerei) bezogen tt; Gtzr., durch die Postämter 27 ®gr. 6 Pfg. (excl. Bestellgebühr und incl- Stempelsteuer), für Las Ausland ejd. stempel 22 Sac. - S Jiyertionsgedühr für dir gespaltene Zeile 1 Sgr. Sämmtliche Annoncen-Büreaus nehmen Inserate an.. n ..... •.;?
Mr. Dienstag, Ito 17. September.' ,
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