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Paris, 1. Sept. Die hiesigen Blätter bringen I versichern,nirgend anderswo hofft man von der 2, heute alle wieder lange Artikel über die Drei-Kaiser-1 sammenkunft der drei Kaiser weniger als im Vatic«

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Zusammenkunft und besprechen darin, waS in derselben vorkommen wird. Selbstverständlich e«ithalten sie, von demUnivers" an bis zurRspublique Fran^aise" herab, nur Unsinn. Letztere sucht ausführlich nachzu- weisen, daß Bismarck nur die drei Kaiser zusammen­berufen habe, weil er das Terrain sondiren wolle, um zu sehen, wohin er seine nächsten Schläge zu richten habe. Entzückt sind die offiziösen Blätter über das Rundschreiben, welches Andrassy an die Vertreter Oesterreichs im Auslande gerichtet haben soll.Man sieht daraus" so meint u A. derNational", daß Europa Frankreich bewundert und achtet." (Das Rundschreiben ist bekanntlich gar nicht vorhanden/ Remusat, der hiesige Minister des Aeußern, bereitet seinerseits ein Circular vor, um die fremden Mächte

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denen Goldrollen und Papiere seinem Vorgesetzt« übergeben.

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daran zu erinnern, daß am 24. September in Paris der internationale Congreß zusammentritt, der ein ein zigeS Maß- und Gewichlssystem zu Stande bringen soll. DasJournal de la Marne" kündigt an, am Montag, 28. August, Abends 11 Uhr, sei ein Eisenbahnzug mit 32 Millionen Thalern, welche für Deutschland bestimmt sind, durch ChalonS passtrt. Die französische Regierung hat deutsches Geld für die Be- zahluug der halben Milliarde aufkaufen lasse», um Frankreich eine GeldkrisiS zu ersparen. Der übrige Theil der halben Milliarde wird in Werthpapieren bezahlt, die von Deutschland angenommen worden sind Ein Armeezahlmeister nebst drei Adjuncten begleiten den Zug. Derselbe ist mit der Uebergabe des Geldes betraut. Die Zahl der Gcneralräthe, welche sich für den obligatorischen und unentgeltlichen Unterricht ausgesprochen haben, ist bedeutender, als im vorigen Jahre. Jndeß haben sich nur wenige Generalräthe für den Laienunterricht entschieden. Der Gencralrath des Var-Departements hat eine Adresse an die Na- tional-Versammlung gerichtet mit dem Verlangen, sie möge sich auflösen. Heute Morgen wurden die Häuser in Sedan mit dreifarbigen Fahnen in Trauer­flor geschmückt. Eine derselben trug die Inschrift: Vive la France au bientot la revanche I Es er ging der Befehl, die Fahnen einzuzieheu, tyir die nicht umflorten wurden von den deutschen Behörden geduldet. Alle Läden waren geschlossen, im Uebrigen aber herrschte Ruhe und man befürchtete auch keine lärmenden Kund­gebungen. Gontaut - Biron, der französische Bot­schafter in Berlin, hat bei Thiers in Trouville gespeist und reiste heute wieder ab. General Chanzy ist zum Commandanten des Armeecorps von Tours ernannt worden.

Rom, 1. Septbr. Dem Vernehmen nach gab der Papst den Ordensgeneralen die Versicherung, daß le die Ordenshäuser, im Falle dieselben von der Re fierung aufgehoben würden, in den Vatican verlege» könnten. Eine Mittheilung derGazelta d'Jtalia" vom 21. d über die Erwartungen des Vaticans von der Zusammenkunft der drei Kaiser trifft das Richtige: wer sie übermittelte, hat ans der Schule geplaudert. DieVoce" der Jesuiten ist darüber gar ungehalten, wobei sie in ihrem frommen Eifer so weit geht, zu

Beruft Euch, auf wen Ihr wollt", erwiderte M Commiffar spottend,wer hier zu Lande sich eine* Verbrechens schuldig macht, den setzen wir hin!« Schloß und Riegel, ohne uns darum zu kümmern- welches Land die Ehre hat, ihn sein zu nennen. Vorwärts!"

Der Gefangene mochte einsehen, daß er sich Gewalt fügen mußte, vielleicht auch hoffte er, daß a»! dem Wege zum Gefängnisse die Gelegenheit zur FluP sich ihm bieten werde, er ging trotzig schweigend vcrair und der Sergeant, ein vorsichtiger Mann, unterließ nicht, den Rockkragen des Gefangenen in seine Faust einzuhacken.

(Fortsetzung folgt.)

eine Stunde in der Ausstellung und äußerten dem Dr. Lessing wie den übrigen Comite-Mitgliedern ihre lebhafte Befriedigung über das Ganze. Wie wir hören, werden die seltensten und hervorragendsten Stücke der Ausstellung theils durch Photographien, theils durch Abformung vervielfältigt und auf diese Weise allgemein zugänglich gemacht werden.

Leipzig, 30. August. Kaiser Wilhelm traf heute Abend gegen 6 Uhr, begleitet von dem Könige von Sachsen, in dem festlich geschmückten Bahnhofe ein und wurde daselbst von dem General Nchrhof v. Holder­berg, dem Vertreter der Universität Prof. Hanckel, dem Präsidenten des Bundes - Oberhandelsgerichts Pape, dem Stadtrathe und den Stadtverordnete» und einer großen Anzahl anderer zum Empfange erschienener Personen begrüßt. Das zu Tausenden versammelte Publikum bewillkommnete den Kaiser und den König von Sachsen mit stürmischen jubelnden Zurufen. Nach dem der Kaiser mit dem König von Sachsen den Wagen verlassen, an mehrere der vorgestelllen Herren freundliche Worte gerichtet und sodann von dem Könige von Sachsen sich auf das Herzlichste verabschiede«, erfolgte die Weiterreise nach Berlin. Ein von dem Vice-Bürgermeister Stephani auf Se. Majestät de» Kaiser Wilhelm, den Gründer des neuen deutschen Reichs, den ruhmgekrönten Feldhcrrn und seinen er­habenen Verbündeten, den König Johann auSgebrachteS Hoch wurde von der versammelten Volksmenge enthu­siastisch ausgenommen. Der König von Sachsen fuhr in die Stadt zurück. Der Kaiser zeigte sich bei der Abfahrt auf die an ihn gerichteten Zurufe wiederholt freundlich dankend am Wagenfenster. Das gesunde, kräftige Aussehen, des Kaisers erregte die allgemeinste Befriedignug.

München, 1. Sept. Gutem Vernehmen nach hat Minister v. Lutz bis heute Morgen die schriftliche Genehmigung seines Entlassungsgesnches noch nicht erhalten, dagegen hat Frhr. v. Gaffer de» ausdrück­lichen Auftrag zur Bildung eines neue» Kabinets er­halten, da die übrigen Minister, mit Ausnahme des Kriegsministers, auf die Nachricht von einer Berufung, ebenfalls demissionirten. Bomhardt, den v. Gasser zum Justizminister auSerjehen, hat aus Gesundheits­rücksichten abgelehnt; statt desselben beabsichtigt v. Gasser den AppellationsgerichtSdirector Kurz in Aschaffenburg zum Eintritt in das Kabinet zu be­stimmen.

Augsburg, 1. September. DieAllgemeine Zeitung" theilt osficiöS mit, daß die Nachricht, das gegenwärtige Ministerium habe um seine Entlassung nachgesucht und dieselbe erhalten und das neue Cabinet Gasser -Lerchenseld - Bomhardt-Lobkowttz wäre bereits gebildet, jedenfalls als verfrüht zu bezeichne» sei.

Ausland.

SBetn, 31. August Eine päpstliche Protestnote gegen die Beschlüffe des Genfer großen RathS, in Betreff der religiösen Genossenschaften, behält sich Maßnahmen Roms zmn Schutze der katholischen ! Interessen vor. Wie versichert wird, versteht man i unter diesen Maßnahmen eben die Gründung eines 1 eigenen BiSthums Genf. ,

Commiffar und deffen Begleiter sich dem Hause und jetzt erst hielt eS der Beamte an der Zeit, sich zu er­heben und jenen Bericht zu erstatten.

Der Commiffar, von der Verwegenheit deS Ver­brechers das Schlimmste befürchtend, zog einen Re­volver aus der Tasche, drückte auf die Feder und stieß die Thür offen.

Tiefe Dunkelheit herrschte in dem Hause; der Eom- miffar trat ein, gefolgt von seinen Begleitern. DaS Zimmer zu ebener Erde war verschloffen, ein Tritt und die morsche Thür flog offen. Der Advokat hatte inzwischen einen Wachsstock angezündet; unwillkürlich prallte der Commiffar, als er die Schwelle über­schreiten wollte, zurück.

Vor ihm stand der Amerikaner, den Revolver ans die Brust des Advokaten gerichtet.

Einen Schritt weiter und Ihr seid ein Mann des Todes!" rief der Vagabund.Merkt Euch wohl, ich habe einen sechsläufigen Revolver, jeder Lauf ist geladen und jede Kugel streckt einen Mann so sich-r nieder, wie Ihr jetzt vor mir steht.

Der Commiffar verlor die Geistesgegenwart nicht. Glaubt Ihr, das werde mich abhalten?" erwiderte er gelassen, aber fest.Gesetzt auch, es gelänge Euch, sechs von unS kampfunfähig zu machen, die übrigen sechs, welche draußen vor der Thür stehen, würde» Euch um so sicherer üverwältigen. Deshalb nehmt guten Rath an und folgt freiwillig."

Unb wessen, wenn ich fragen darf, beschuldigt man mich?" fragte der Vagabund, ohne dm Arm, der das Pistol hielt, sinken zu laffen.

DeS Mordes!" entgegnete der Beamte kurz.

Schmelzer lachte höhnisch auf.Und Ihr glaubt, wmn ich bereits einen Mord auf dem Gewisfen habe,

Das Erstaunen des Beamten wuchs, als er untfi diesen Papieren den Paß eines GenSdarmen fand b gesetzlicher Form ausgefertigt, das Signalement b«i in die kleinste Einzelheit auf den Gefangenen paffen« und von dem Bürgermeister eigenhändig unterschriebe» ,/Lir werden schon dahinter kommen", sagte er, all Schmelzer auf alle an ihn gerichteten Fragen har« »äctiß schwieg,wie mir scheint, hattet Ihr die Id« in dieser Kleidung die Rückreise nach Amerika anz» treten?"

Marburg, 3, Sept. Den vielen Pro ui ContraS gegenüber hatten sich die hiesigen städtisch« Behörden für die Feier deS Sedantages schlüssig g< macht, und freut es uns constatiren zu können, d« wie die Wahl des Tages die richtige war, so der Verlauf d« Festes als ein höchst gelungener bezeichnet wert» muß. Nachdem wir in unserer gestern Morgen aul gegebenen Nummer erwähnt haben, die Stadt praii- bereits im Flaggenschmuck haben wir diesem noch b«i zufügen, wenn hier und da noch ein Haus al Morgen desselben entbehrte, bis zum Mittage war « nachgeholt, so daß die Zahl der Häuser ohne denselb«

denn dort ist einer, der wohl das Opfer der Gew« doch nie der Spielball diplomatischer Kniffe werd kann, denn er baut nur auf die Verheißungen Christi Dasselbe Blatt gibt aber den drei Fürsten schließ!, den Rath, sich durch die Inspirationen dcö Vaticai belehren zu laffen.Dann kann aus der Zufamim kunft der Friede der Staaten hervorgehen, aber ai der, ohne welchen es keinen Weltfriedm gibt, der Fr« zwischen Staat und Kirche, schwieriger als jeder « dere, denn um ihn zu schließen, bedarf eS noch eit gonj anderen Talents, als Schlachten zu gewinii Es ist weniger leicht, mit geistlichen Mächten zu, terhandeln als mit weltlichen, den» für jene haben | Siege der Waffen keine Bedeutung, es ist ja ein Pn des Gedankens, der Gewalt nicht zu unterliegen, wc die Ueberzeugnng fehlt. Die schwere Arbeit zu üb zeugen ist nicht Sache des Fürsten Bismarck. 1 Revolution hat in vielen Dingen die Ufer überschritt« sie zur Rückkehr zu zwingen und innerhalb bestimm« Grenzen zu bannen, zumal im Punkte der Religi, das kann nur für die Pläne gewisser Siaatslei paffen, weil sie sich über ihr Wesen unb über i letztes Ziel täuschen."

Neapel, 1. Septbr. Die Betheiligung an d Municipalwahlen ist sehr lebhaft. Die Wahlburea sinb fast ausschließlich aus gemäßigten Liberale» j sammengesetzt. Nur je zwei Wahlbmeaux sind der« respective radikal.

London, 2. Septbr.Telegraph" erfährt, bi ein Telegramm eingetroffen fei, wonach in Honduv eine Jnsurrectio» ausgedrochen wäre; die Insurgent wären siegreich und hätten die Eisenbahn zerstört.

Dublin, 2. Septbr. Anläßlich des Jahrestag« der Einnahme Roms werden zu Gunsten des Papst große Demonstrationen vorbereitet. Abends soll t Meeting unter den Anspicien des Cardinals Cull wegen der Besetzung Roms protestiren.

Madrid, 31. Ang. Das definitive Ergeb« der Wahlen ist folgendes: 294 regierungsfreundlich Radicale, 76 föderalistische Republikaner, 9 Dynastis Conservative, 14 Alphonisten.

Belgrad, 1. Septbr. Der Präsident des Stad gerichls in Belgrad, Marka Lazarevits ist zum W nister des Innern ernannt worden. Der bishcrij Minister Milojkovits wird als Mitglied des Sena einen Sitz im Senat einnehmen.

Wenn Ihr wißt, daß ich amerikanischer Bürg« z fe«nn bitt, so werdet Ihr wohl wiffen, daß Ihr kein Rech y ' habt, mich zu verhaften, ich berufe mich auf den ameri kanischen Consul."

könne es mir auf den zweiten und dritten noch an- jetzt das Zimmer, und fein Erstaunen war nicht g< kommen? Wenn Euch Euer Leben lieb ist, so macht, ring, als er in demselben die vollständige Unifon daß Ihr fortkommt, ich habe nicht Lust, länger mit eines Gendarmen fand. Inzwischen halte der Sergeai Euch zu parlamentiren." die Taschen des Gefangenen geleert und die gefu»

Der Polizeisergeant hatte sich inzwischen ebenfalls ...... r-:

ins Zimmer gedrängt, er stand dicht neben dem Kom­mt ff ar, der durch feine Unterhandlung mit dem Ver­brecher nur eine Lähmung deffen Armes bezweckte. Und in der That fühlte Schmelzer jetzt eine Müdig­keit in dem ausgestreckten Arm, die sich mehr und mehr geltend machte. Er hielt den Blick unverwandt auf den Finger des Beamten gerichtet, welcher am Drücker des Revolvers lag, bereit, bei der ersten ver­dächtigen Bewegung sein Pistol abzufeuern. Er be merkte nicht, daß der Sergeant, durch das Halbdunkel begünstigt, leise die Wand entlang schlich, und selbst, wenn er dies bemerkt hätte, würde er doch gezögert haben, jenen niederzuschießen, denn in dem Augenblick, in welchem er abfeuerte, durfte er sicher sein, daß aus dem Revolver deS CommiffarS ihn eine Kugel traf.

Ich frage noch einmal, wollt Ihr mir gutwillig folgen? nahm der Commiffar nach einer Pause wieder das Wort.

Ich wiederhole nur, daß ich Euch »iederschieße, sobald Ihr einen Schritt, eine verdächtige Bewegung macht," erwiderte der Amerikaner,richtet Euch danach."

Das letzte Wort war kaum über seine Lippe», als er von der sehnige» Faust des Sergeanten, der inzwischen sich leise hinter de» Verbrecher geschlichen hatte, ergriffen unb zu Boden geworfen wurde. Ter Schuß ging los, aber die Kugel that keinen Schaden, sie schlug in die Decke. Im nächsten Augenblicke war der Verbrecher gesesselt. Der Commiffar durchsuchte