Einzelbild herunterladen
 
  

m. in )er >en töt der

>rg

Lu­der rn, for erg tät ro- ?en

in die ist wn

ges >en ein

>m- rat, >vn los

zu us-

der mit !ort

hen dr­itte oon den

das ier- en-

r»

iu" ifen mt- :ar= des irt.

in be­koch mn ffen gen fehl ats gen •eil. IT«) :%■

U.

dien eben 281 403 910 786 228 623 591 618

ihn ge­nes Die die rten von

dies lzer be- eS inet ihtt um ihn >ge-> sser, am inen

JRarfiurfl, Mittwoch, de» 4. September.

1872,

Sr. 208

Oderhtssische Zeitnug

40-

Erscheint täglich außer den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal der Oberhesfische» Zeitung mit KreiSblatt durch die Srpedition («och'sch Buchdruckerei) bezogen 814 G-r., durch die Postämter 87 Tgr. 6 Pfg. (excl. Bestellgebühr und incl- Stempelsteuer), für das Ausland excl- Stempel 8t Set. —

e

Jnsertionsgebühr für di« gespaltene Zeile 1 Sgr. Sämmtliche Annoncen-Bitreaus nehmen Inserate an.

— Der bayerischen Ministerkrise sieht man hier mit großer Ruhe zu. Das Reich hat seine Forderungen an Baiern stets innerhalb der verfassungsmäßigen Schranken gehalten und die Interessen Baierns dabei zur Richtschnur genommen. Auch ein Ministerium Gasser — dessen Zusammentritt hier übrigens amt­lich noch nicht bestätigt ist — könnte hierin nichts ändern. Etwaige partikularistische Tendenzen werden bald den Thalsachen Rechnung tragen müssen, ein an ihnen festhaltendes Ministerium aber dürfte sehr bald von der Unmöglichkeit seiner Stellung überzeugt sein. So könnte es geschehen, daß das Ministerium Gasser nur ein kurzer Uebergang zu einem neuen Ministerium Hohenlohe wäre. — Am 1. August ist endlich Sei­lens des Generaldirectors der Wiener Ausstellung eine Entscheidung über die für das deutsche Reich be­stimmten Ausstellungsräume erfolgt. Doch bezieht sich dieselbe nur auf die Räume im Zndustriepalast, in der Maschinenhalle und im Park, während sie für die Kunsthalle noch Vorbehalten bleibt.

Berlin, 1. Septbr. Heute Mittag um 1 Uhr erfolgte vor einer geladenen Versammlung die Eröff­nung der Ausstellung älterer kunstgewerblicher Gegen stände im Zcughause, welche unter dem Protectorat des Kronprinzen und der Frau Kronprinzessin steht. Es hatte sich dazu auf Einladung des Comite's eine zahlreiche und glänzende Versammlung eingefunden. Um 1 Uhr erschienen in Begleitung ihrer Adjutanten Se. Kaiserliche Hoheit der Kronprinz, Ihre König­lichen Hoheiten die Prinzen Karl und Adalbert. Daö Comite der Ausstellung begrüßte die Prinzen am Ein­gänge in die Waffenhalle des Zeughauses durch den Director des Gewerbe-MuseumS, Grünow, der im Auftrage des Vorsitzenden, des Herzogs von Ratibor, eine längere Ansprache an den Kronprinzen richtete. Der Redner betonte, wie der Grundgedanke der Aus­stellung: „Alles, was unsere Stadt und nächste Um­gegend an Schätzen kunstgewerblicher Arbeiten birgt, einmal in reicher Auswahl jedem, der schauen und lernen will, an einer Stelle vereinigt vorzuführen", auS des Kronprinzen eigenster Anregung hervorge- gangcn und Schritt für Schritt mit wärmster Theil- nahme getragen und gefördert worden ist. Es wurde sodann daraus hingewiescn, wie das Comite der Für spräche des hohen Protectors an höchster Stelle zu

Thor einen Seitenweg ein und eilen so rasch als mög­lich aber mit der nöthigen Vorsicht zu der Hütte, welche seitwärts der Landstraße einsam in der Haide steht", wandte er sich zu dem Unterbeamten und Gott­fried, „dort halten Sie sich verborgen, und betrachten genau, ob unser Mann in die Falle geht; wir werden auf der Landstraße dem Burschen folgen."

Die beiden befolgten ohne Zigern den erhaltenen Befehl, während der Commissar in Begleitung des Advokaten und besten Freundes die Landstraße verfolgte.

„Sie glauben, daß eS uns gelingen wird, den Menschen zu ergreifen?" fragte der Advokat, nachdem die Drei eine ziemliche Strecke zurückgelegt hatten.

„Ganz gewiß", erwiederte der Commissar, „aber reden wir leise, diese Schurken sind mit allen Hunden gehetzt, hat der Amerikaner Lunte gerochen, so dürfen sie sich darauf verlosten, daß er hier in einem Chausseegraben Stunden lang liegen bleibt, um zu spioniren, ob wir ihm folgen. Ich kann seinen Schlupf winkel", fuhr er nach einer Pause fort. „Ungefähr eine halbe Stunde von hier entfernt steht einsam in der Haide ein kleines Haus, wer es früher bewohnte weiß ich nicht, die Sage erzählt, der frühere Eigen, thümer habe sein Weib und sein Kind ermordet, und seit der Zeit stehe das Haus verlassen. Soviel aber weiß ich, daß es oft den Verbrechern zum Aufenthalt dient, ich habe Manchen in jenem Käfig gefangen.

„Weshalb aber wurde dieser Schlupfwinkel nicht niedergerissen?" fragte Ernst.

„Weshalb?" erwiederte der Beamte. „Erstens haben wir kein Recht dazu, den Eigenthümer zum Abbruch zu zwingen und zweitens paßt eS uns, eine Falle zu besitzen, in der wir von Zeit zu Zeit irgend ein berüchtigtes Subject fangen. Auf meine Veran- lastung wurden die Fenster theilweise zugemauert, theil-

Ein böses Gewisse«.

Von Ewald August König.

(Fortsetzung.)

Dasselbe dachte der Kommissar, aber selbst, wenn rr auch einen solchen Beistand nicht befürchtet hätte, ®ütbe er den Verbrecher doch nicht zurückgehalten haben, er mußte ja wissen, wo dieser wohnte, um in Wohnung desselben Haussuchung halten zu können. 6r war ein Mann der Praxis; von einem Verbrechen vrf das andere schließend, traf er seine Maßregeln b« Verfolgung eines Verbrechers stets so, daß er bei Verhaftung desselben auch sofort rinett Blick in das ganze Verhältniß seines Gefangenen werfen konnte und b» entdeckte er denn oft Manches, woran er vor »e= fügen Augenblicken noch nicht dachte. Nachdem Gott- ned ihm die Versicherung gegeben hatte, daß jener Mensch derselbe Vagabund sei, den sie suchten, entwarf rr rasch einen Plan. Einer seiner Unterbeamten stand draußen vor der Thür in einer versteckten Ecke und beobachtete Jeden, der die Schenke verließ. Schmelzer Erließ ungehindert das Hauö und eilte sofort zum Thore hinaus. Draußen auf der Landstraße sah er sich noch einmal um, aber Alles blieb still, und hier- burch sicher gemacht, lachte der Vagabund jetzt über seine Angst, die ja jedes Grundes entbehrte.

Wenige Minuten nach dem Fortgänge des Vaga­bunden erhoben die Vier sich und verließen ebenfalls bie Schenke. Der Commistär redete mit seinem Un- ^gebenen, welcher von einem geheimen Instinkt gc ustet, den Amerikaner schärfer als jeden Andern be­achtet hatte, einige Worte, und rieb sich dann ver- IWigt die Hände.

. „Es kommt besser, als ich vermuthete", sagte er, picht kenne ich den Schlupfwinkel des Burschen, er uns nicht entgehen. — Sie schlagen vor dem

a utrmoi ' e

-.--'rllaifäkiK r

isiniijjjBß

danken hat, „diese hohen, prächtigen Hallen der Aus­stellung geöffnet wurden und die Durchsicht und Aus­wahl aller Besitzstücke der königlichen Schlösser und Museen gewährt ward. Der Redner dankte sodann jür das Entgegenkommen, mit welchem die königlichen Museen und öffentlichen Sammlungen die Ausstellung unterstützt, er hob hervor, wie ihr bie Schätze des Prinzen Karl, des Grafen von Pourtalss, die reichen Sammlungen des Prinzen Alexander, des Fürsten Putbus, der Herren Jaques, v. Brands, Ohse u. A. zu unbeschränkter Auswahl geöffnet gewesen, während die Mittel, um die Ausstellung in das Werk zu setzen, .Heils von der Regierung auf Verwendung des Han­delsministers, theils von den Behörden der Stadt be­reitwilligst gewährt wurden. Gleichzeitig dankte der Redner den Personen, welche die ganze Anordnung geleitet hatten, dem AusstellungS Commissar Dr. JuliuS Lessing, dem Architekten Luthmer und dem Hauptmann Ising. Redner knüpft an das gelinge« des Ganzen vie Erwartung, daß die Ausstellung dem gewerblichen Aufschwünge der Stadt in ausgedehntem Maße zu Gute komme und im Allgemeinen belehrend wirken werde gerade durch die Verkörperung so vieler Kunst­ideen, durch die Vielgestaltigkeit der Gegenstände, durch die Fülle der Sorten und Formen, durch die Behag­lichkeit der MeubleS, den Reichthum des Wand- und Tafelschmuckes, durch die Zierlichket der Gerüche und Gefäße, welche hier aufgestellt seien. Der Redner schloß mit deM Wunsche, daß die Arbeit, die hier ge- than ist, in diesem Sinne reiche Früchte bringen und „|o die segensreiche Absicht erfüllen möge, in der sic von Eurer Kaiserlichen Hoheit erleuchteter Einsicht angeregt wurde", übergibt das Comite sein Werk „Eurer Kaiserlichen Hoheit und bittet unterthänigst die Ausstellung eröffnen zu wollen." Dr. Julius Lessing übernahm darauf die Führung des Kronprinzen, dem sich die Prinzen Karl und Adalbert und die ge- sammte Versammlung anschloß, durch die ganze um­fassende Ausdehnung der Ausstellung, welche wegen des Reichthums ihrer Schätze (eS sind darunter viele kostbare Stücke des Krontresors, weiche noch niemals öffentlich gezeigt worden sind, und Anderes) als wegen der wirklich geschmackvollen und künstlerisch vollführten Anordnung allgemeine Bewunderung fand. Der Kron­prinz sowie die königlichen Prinzen verweilten über weise mit eisernen Gitterstäbchen versehen; das erspart uns die Mühe, das ganze HauS zu besetzen.

„Auf der anderen Seite aber können die Eisen- stäbe auch dem Gefangenen zum Schutz gegen Sie dienen", versetzte der Advokat. „Verriegelt und ver- barrikadirt er die Thür, so steht Ihnen der Weg durch das Fenster ebensowenig offen."

„Meinen Sie?" unterbrach ihn der Beamte. „An der Thür befindet sich ein schweres Schloß und zwei Riegel, welche mit Vorhängeschlössern versehen sind. Sie werden begreifen, daß ein solcher Verschluß den Verbrecher vor nächtlichem Besuch ziemlich sicher fteüat muß und er nicht daran denkt, außerdem noch eine Barrikade hinter der Thür zu errichten. Nun wohl, zu jenem Schlosse tragen wir Beamte stets einen Schlüssel bei uns, und was die Riegel anbetrifft, so genügt der Druck auf eine verborgene Feder, die sich seitwärts an dem Thürpfosten befindet und von einem kunstfertigen Schlosser gemacht wurde, die Haken, in welche die Riegel greifen, zu lösen, so daß ein starker Stoß gegen die Thür dieses Hinderniß sofort beseitigt."

Gottfried und der Polizeisergeant schritten in­zwischen über Aecker und Wiesen rüstig ihrem Ziele zu.

Als sie das Häuschen erreichten, warf der Ser­geant sich auf die Erde und winkte Gottfried, seinem Beispiele zu folgen. Das ziemlich hohe Heidekraut bot ihnen einen sicheren Versteck, von dem aus sie die Hütte wie deren Umgebung genau beobachten konnten.

Nach Ablauf einer Viertelstunde sahen sie einen Mann auf das Häuschen zuschreiten, in welchem sie, als er näher kam, den Vagabunden erkannten. Er zog einen Schlüssel aus der Tasche, öffnete die Thür und trat ein.

Gottfried wollte sich erheben, der Sergeant winkte ihm, liegen zu bleiben. Bald darauf näherten auch der

Deutsches «eich.

## Berlin, 2. Sept. Alle, denen es vergönnt war, Se. Majestät bei seiner Ankunft am Freitag Abend zu sehen, sind einig über das gesunde Aus­sehen des Kaisers, welches deutlich die heilsame Wir­kung der genossenen Badecur verräth. Das augen­blickliche Fußleiden ist indessen leider noch immer nicht ganz gehoben und ist eS gegenwärtig noch immer zweifelhaft, ob Se. Majestät den zu Ehren der fremden Gäste stattfindenden militärischen Festlichkeiten in ihrem ganzen Umfange wird präsidiren können. Man hofft jevoch, daß die nunmehrige Ruhe vielleicht doch noch innerhalb der nächsten Tage das Uebel hebt. Auch das Befinden das Fürsten Bismarck ist noch immer nicht so, wie zu wünschen. Man erwartete den Reichs kanzlet bereits gestern in Berlin, indessen hat seine Abreise von Barzin wiederum verschoben werden müssen. Der Fürst wird frühestens morgen, wahrscheinlich aber «st übermorgen in Berlin eintreffen. — Die Anord nungen für die Marienburger Säcularfeier sind nun wehr sämmtlich getroffen. Auch der Notzodistrict wird sich officiel an drei Feier betheiligen, feine 9 Kreise haben zusammen 19 Abgeordnete gewählt, welche den Feierlichkeiten als Gäste beiwohnen und dem Kaiser ihre Huldigungen barbringen werden. — Die Bedeu­tung der Dreikaiser-Zusammenkunft für bie Sicher heit des europäischen Friedens ist jetzt wohl allseitig klargestelli. Wenn irgend etwas noch dazu beitragen könnte, so ist es die Haltung derjenigen Blätter, denen an der Eintracht der der mächtigsten Staaten Europa's nn wenig gelegen ist. Daß die französische chauvini- tische Presse mit scheelen Augen nach Berlin blickt, st selbstverständlich. Die demokratischen Organe helfen ich, indem sie mit vornehmer Miene versichern, der­gleichen Monarchenbegegnungen hättm gar keine Be- icutung, indem die persönlichen Wünsche der Mo- narien von keinem Gnflusse mehr auf die Geschicke der Völker seien. Die österreichische ultramontane und slavische Presse hingegen möchte am liebsten die Zu­sammenkunft noch hintertreiben und greift zu diesem Zwecke selbst zu den infamsten Verdächtigungen. So tischt der bekannte „Wanderer" das Mährchen auf, Preußen suche nach einem neuen Kriege mit Oester­reich; Oesterreich solle seine militärische Selbständig- kkil verlieren — und was der Thorheiten noch mehr.