Einzelbild herunterladen
 

Wetter statt, bei welchem mehrere Bergleute getöbtet und andere schwer verletzt wurden.

«ffen, 26. Aug. Die „Essener Ztg." meldet: „In Folge der wiederholten Excesse und weil zu be­fürchten stand, daß dieselben in verstärktem Maße sich erneuern und die hiesigen, obwohl vermehrten Polizei- und Gendarmeriekräfte nicht au-reichen würden, ist am vergangenen Samstag Militär requirirl, das in der Stärke von zwei Bataillonen deS Niederrheinischen Füsilier-Regiment- Nr. 39 aus Düsseldorf hier gegen 7 Uhr mit der Bahn eintraf. Auf dem Rathhause wurde die Hauptwache etablirt und in daS katholische Casino, neben dem Jesuiten Collegium, eine starke Militär-Abtheilung zur Sicherheit des dortigen Di­strikt- gelegt. Außerdem passirten fortwährend zahl­reiche und starke Militär- und Gendarmerie-Patrouillen die Straßen unserer Stadt, während die berittene Gendarmerie den Linriecker Platz rc. gesäubert hielt. Zn vergangener Nacht wurden noch besondere mili­tärische Vorsichtsmaßregeln getroffen, da die Abreise der sämmtlichcn Jesuiten auf heute Morgen Seitens der Regierung angeordnet worden war, und so haben dettn die letzten derselben heute Morgen 6 Uhr unsere Stadt verlassen, ohne daß weitere Störungen vorge­kommen sind. Tie militärischen Maßregeln sind selbst­verständlich zur Zeit noch in Kraft und verlautet über die fernere Dauer derselben noch nichts Bestimmtes. Die Aufregung hat sich augenscheinlich gelegt und bot besonder- der gestrige Tag, von dem nicht viel Gutes erwartet wurde, ein selbst gegen sonstige Sonntage ruhigeres Bild, was eben nur der Entfaltung der im- ponirenden Militärmacht zugeschrieben werden muß Die Truppen selbst sind thcilweise in Alarmquartiereu, theilweise in Bürgerquartieren untergebracht."

Altenburg, 25. August. Gestern traf auf telegraphischem Wege aus Gastein die Genehmigung des Kaisers Wilhelm zur Verlobung deS Prinzen Albrecht von Preußen (geb. 1837) mit der Tochter des regierenden Herzog-, Prinzessin Marie von Alten bürg (geb. 1854), hier ein.

Darmstadt, 26. Aug. Der Großherzog begibt sich in den nächsten Tagen zu einer längeren Kur nach Bad Nauheim, eine Nachricht, die um deswillen einiges Interesse haben wird, weil daraus hervorgehen dürfte, daß der hohe Herr bei der „Monarchenzusammenkuuft" in Berlin nicht anwesend sein wird. — Dem „Frkf. Journ." wird von hier berichtet, daß die „Mainztg." mit dem 1. Oktober eingehen werde und durch eine lithographirte Correspondenz ersetzt werden solle. Auch der „Karlsr. Ztg." gehl die gleiche Nachricht und zwar mit dem Beifügen zu, daß diese Aenderung die Folge einer in der liberalen Partei eingetretenen Spaltung fei. Die Herren Metz und Dernburg würden eine eigene lithographirte Correspondenz an Stelle her „Mainztg." herausgeben, während Herr Ohly den „Odrnwälder Boten" zum Organ der nationalen Partei zu machen gedenke. — Die hessische Division wird

Ende d. I. 528 Rekruten aus Elsaß-Lothringen zu- getheilt bekommen und darauf bei dem 2. großh. Hess. Infanterie-Regiment Nr. 116, welches bisher nur 2 Bataillone zählte, ein Füsilier-Bataillon errichtet werden, welches Friedberg als Garnison erhält. Es werden demnach bei jedem hessischen Bataillon 44 Elsaß Lothringer eingetheilt.

Stuttgart, 27. Aug. Der hier lebende dra­matische Dichter Georg Köberle ist zum Dirclvr des Hostheaters in Karlsruhe ernannt worden. — Dr. Silcher, dem bekannten verstorbenen Männergesang- Componisten, wird in Tübingen, wo derselbe die Stelle eines Universiläts-Musikdirectors begleitete, ein Denk­mal gesetzt. Der König hat dazu 200 Gulden bei­getragen.

U«8lLiÜ>.

Wie», 27. Aug. Von Seite der hiesigen päpst­lichen Nuntiatur wird nun, wie man dem „Nürnb. Corr." berichtet, die Nachricht, der heil. Vater habe die sämmtlichen päpstlichen Kleinodien nach Marseille gesendet, als ganz auö der Luft gegriffen bezeichnet. Damit würde natürlich auch die Folgerung entfallen, die man aus diesem von hiesigen Blättern gemeldeten Schritt der Curie auf eine bereits beschlossene und nahe bevorstehende Abreise deS Papstes ziehen wollte. — Heute Vormittags fand unter dem Vorsitze des Kaisers ein Ministerrath statt. Außer ungarischen Ministern war auch Lasser anwesend. Berathungs gegenstand war die Eröffnung der parlamentarischen Action.

Paris, 26. Aug. Thiers kommt diese Woche nicht hierher. Er wird nach Cherbourg gehen, um die dortige Flotte zu besichtigen. In Trouville selbst be­schäftigt sich ThierS fast ausschließlich mit der Reor­ganisation der französischen Militärstreitkräfte. Da daS Probeschießen beendet ist, so kommt jetzt die Frage wegen Vertheilung der activen, der Reserve- und der Territorial-Armeen an die Reihe. Zu ditsem Behufe ist eine aus Beamten des Kriegsministeriums be­stehende Delegation, die mit Thiers und dem Kriegs- Minister arbeiten soll, nach Trouville berufen worden. Die Bureaux dieser Delegation werden in Point Eveque, das 20 Minuten (Eisenbahnentfernung) von Trouville liegt, untergebracht werden. Ein besonderes Haus wurde zu diesem Zweck gemiethet. An der Spitze dieser Delegation stehen die Generale Hartung und Renson und der General-Jntentant Guillot. — Die Militär-Commission, welche nach England geht, um den dortigen Herbstmanövern beizuwohnen, besteht aus dem General Davoust v Auerstädt, dem Obersten Daile und dem Hauptmann de Gauboy. — Die Mu­sikbande der republikanischen Garde hat sich direkt von Havre nach Paris begeben. ES heißt, sie sei nicht nach Trouville gegangen, weil der betreffende Befehl zu spät in Havre eingetroffen sei. — Wie hiesige Blätter versichern, soll die Räumung deS Marne- und Haute Marne-Departements am 8 Sep-

wiffen ja selbst, wie schwer eS mir fällt, einen anderen Poften zu finden, und bevor ich einen solchen nicht habe, mag ich nicht auS meiner jetzigen Stellung scheiden, weil cS mir widerstrebt, müßig zu gehen."

„Und doch hatten Sie damals so gute Aussichten!" „Allerdings, sehr gute sogar, aber des Menschen Vergangenheit bestimmt sehr oft seine Zukunft. Alle Kaufherrn, bei denen ich mich um die erledigte Stelle bewarb, schoben den Grund vor, ich sei bei dem Rentner Krämer gewesen, und das genüge ihnen, mich abzu weisen. Meine Fähigkeiten, mein solider Lebenswandel, meine Pflichttreue, Alle» kam nicht in Betracht, man sagte, ich habe früher bei einem Schurken in Dienst gestanden und schloß daraus, daß ich selbst ein Schurke sein müsie.

(Fortsetzung folgt.) ' rr ; 7 r .1 '

Der Prizeß vazaine. •

(Fortsetzung.)

Wenn nun auch das Verfahren des Marschalls nicht durchweg gebilligt werden kann, so sprechen doch für dasielbe manche Entschuldigungsgründe. Vor Allem muffen wir den Marschall gegen die Anklage in Schutz nehmen, daß er sich mit Versailles in Verbindung zu setzen suchte. Bevor er, der Höchstcommandirende, seine Armee dem Feinde auslieferte, mußte er Alles an dm Versuch schm, auf 180,000 Mann gestützt, den Bvdm für einen für Frankreich möglichst gün stigm Frieden zu gewinnen, von dessen Abschluß Ba- zaine nicht wiffen konnte, ob er durch den Kaiser, durch die Regierung der Nationalvertheidigung, oder durch wen sonst erfolgen würde. Bazaine war Soldat de» Kaiserreiches, der Kaiser hatte ihm die Armee über geben und Niemanden als dem Kaiser war er zunächst für die Verwaltung deS anvertrauten Gutes verant wörtlich. Im idealm Sinne war er allerdings Mar­schall Frankreichs, aber wo war Ende Oktober 1870 eine Autorität, welche im Namen Frankreichs austreten

durfte? Die Pariser StadthauSregierung war nur eine provisorische, die Unterordnung Frankreichs unter den Willen Gambetta'S eine durchaus zufällige, die sogenannte Regierung in TourS von keinem europäi­schen Staate anerkannt, daS gesetzliche Oberhaupt kriegsgefangen und nicht im Stande, frei zu handeln. Was war natürlicher, als daß der Marschall, als er sich kurz vor Abschluß der Capitulation in diese Ver­hältnisse, die ihm bis zur Mitte ces Oktober uube kannt geblieben waren, versetzt sah, selbstthätig in das Rad der Ereignisse einzugreifen bemüht war und seinerseits eine Lösung der Wirren versuchte. Sein Versuch scheiterte; man ging in Versailles nicht darauf ein, die Metzer Armee als ein ferneres Hinderniß ter deutschen Pläne zu betrachten und nun war der Mar­schall genöthigt, da er doch nichts mehr mit seiner Armee erwirken konnte, dem Elende seiner Truppen ein Ende zu bereiten, wollte er nicht sein ganzes Heer und die Bürgerschaft von Metz der militärischen Ehre opfern.

Der zweiten Anschuldigung deS Generals müssen wir direkt entgegentreten Es ist eben nicht wahr, daß die französische Armee am Tage der Kapitulation noch irgend welche Bestände an Fleisch, Brod ober Mehl besessen hätte. In dem vor Abschluß der Ca­pitulation abgehaltenen Kriegsrathe erklärte alle Corps- commandeure, nur noch für einen oder zwei Tage bei beschränkten Rationen Lebensmittel zu besitzen und selbst nach Schlachtung der letzten Pferde die Armee nur noch zwei weitere Tage unterhalten zu können. Die Armee lag brußen vor den Thoren von Metz in Schmutz und Elend (beim die Metzer Bürger hatten sich stets sehr wohl vor Einqnartirung zu schützen gewußt), und man brauchte nur die abge­zehrten Gestalten bei Mercy le Haut ober ArS La- quenexy die deutschen Linien paffiren zu sehen, um sich von der traurigen Wahrheit der Aussagen der fron zösischen Corpscommandeure zu überzeugen. In der

Umber beginnen. Der General-Major Ziegler soll deutscherseits mit der Besichtigung der für die deutschen Truppen erbauten Baracken beauftragt sein. — Es scheint, daß die Instructionen, welche der Kriegs Mi- nister den Soldaten in Betreff des Gebrauchs der Waffen ertheilt hat, bereits ihre Früchte tragen. In Narbonne kam cs nämlich zwischen Soldaten vom 27. Jäger-Regiment zu Fuß und den Bürgern zu Schlägereien, wobei mehrere der letzteren verwundet wurden. Die Soldaten waren die Angreifer. Der Maire, der Frieden stiften wollte, wurde beschimpft, — In den officiellen Reden, welche feil einigen Tagen in Frankreich zum Besten gegeben werden, wirb wieder der Ton angeschlagen, der in solchen Aus­lassungen vor dem Kriege von 1870/71 Mode war. Einen glänzenden Beweis davon liefert der Prüftet von Ronen, der bei dem Diner, welches er den Ge- neralräthen seines Departements gab, sich in höchst schwungvoller Weise ausdrückte. Da sein Toast alt Muster der übrigen Kundgebungen dieser Art dienen kann, so folgt hier derselbe: Meine Herren! Ich habe die Ehre, Ihnen einen Tovst vorzuschlagen, welcher unter Ihnen einen sympathischen Wicdechall finden wird. Ans Frankreich, auf dessen Ruinen wir vor 18 Monaten weinten und dessen Wiedergeburt und Wie­derauferstehung wir heute feiern, auf Frankreich, von dessen Lebensfähigkeit und Macht sein» reorganifkte Armee und fein so glänzend bewährter Credit Zeug- niß ablegen, auf Frankreich, dessen Körper auf grau­same Weife verstümmelt werden konnte, dessen Seele, dessen Genie aber nicht erlösche» kann, ohne daß die Welt in ihren Grundvesten erzittert, auf Frankreich, welches, wenn wir vereinigt bleiben, wenn wir auf die schmerzlichen Erfahrungen höre» wollen, unseren Un­glücksfällen zum Trotz, die große Nation bleiben wird, der Gott unvergängliche Geschicke Vorbehalten hat! Ich würde, meine Herren, gegen die Pflicht der Dank­barkeit handeln, wenn ich dem Namen des Vaterlandes nicht den der Staatsgewalten hinzufügen würde, welche ohne Aushören daran arbeiten, ihm seinen Wohlstand und seine Größe wieder zu geben: den Namen der National-Versammlung, in welcher das Departement Seine Jnserieure würdige und ausgezeichnete Vertreter zählt und den Namen des berühmten Patrioten, wel­cher ein glorreiches Alter opfert, um die Befreiung und Reconstituirung seines Landes zu sichern. Auf Frankreich also, meine Herren, auf seine Regierung, auf den Präsidenten der Republik!

— Aus Versailles wird öfficiös gemeldet: DaS von einigen Blättern erwähnte Gerücht, wonach Fürst Bismarck sich mit den Kaisern von Rußland und Oesterreich darüber zu verständigen suchen soll, Frank­reich ein Maximum für fein stehendes Heer vorzn- schreiben, entbehrt jeder Begründung. — In dem Proceß gegen die Thäter und Mitschuldigen deS bekannten Kanonendiebstahls von Vincennes wurde von dem 18. Kriegsgericht daS Urlheil gesprochen. ES

Stadt mögen einzelne Bürger noch Lebensmittel ge­habt haben und Wein war in der Thai noch rcichlieh vorhanden, was will dies aber heißen, wenn eS sich um die Ernährung von beinahe 200,000 Menschen handelt! Mögen die Metzer heute mit ihrem gewal­tigen Patriotismus prahlen — damals in der Stunde der Noth haben sie ihn schlecht bewiesen; wir ü'.ben französische Offiziere und Soldaten in Metz unmittel­bar nach der Kapitulation genug gehört, welche die Habsucht de ces coquins Messins laut und bittet verfluchten, als man in Erfahrung gebracht hatte, daß manche Bürger trotz mehrfacher Requisitionen noch Lebensmittel besaßen. Wer übrigens die Scenen auf dem Marktplatz vor der Kathedrale mitangesehen, all unsere ersten deutschen Marketender in die Stad! kamen, und die Metzer sich um Brod, Käse und Wnrß beinahe die Köpfe zerschlugen, der wird nimmermehr glauben, daß in der Stadt so gar viele Bürger no4 Vorräthe aufgespeichert und geheimgehalten hätte». Wir selbst erinnern uns noch wohl, im Kafe zur Poß am dritten Tage nach der Kapitulation für ein Diner ein paar L>chnitten Wurst, ein wenig Salat und ei» kaum handgroßes Stückchen Hammelfleich 10 Franck bezahlt zu haben; beim für die noch dazu gegeben* Pferdefleisch-Ration dankten wir. Auf den beutfif Bahnhöfen, durch welche die Metzer Gefangenen g<* bracht wurden, kann man davon erzählen, wie die armen Burschen nach jedem gereichten Stückchen Brod lechzten, viele compacte Nahrungsstoffe gar nicht mehl genießen konnten und manche Leiche an Erschöpfunj Gestorbener auS dem Eisenbahnwagen gehoben werde« mußte. Diesen Vorwurf, nicht bis zuletzt ausgeharkl zu haben, verdient der Marschall nicht, mag man ih- seinen Versuch, eine politische Rolle zu spielen, au4 noch so sehr verdenken.

(Schluß folgt.)

nntrd zu ftc Naur Jarri drei (

3 in bei

r Abstii Nabil aller ' Das eine 5 ausge Zn bi von £ flefpai welchi hat, Loos fest s Welt mache die 9 Don und 1 neuen Cache nannt Band Palen neue ‘ den 1 noch der Z Schm Gran

8 fortwi in Fe und l Octot

8 nicht tag v Bolkn keinen rung an neh Eine dem ' sechs die A zehen ruhen zu, sn anben Käthe rcben 3" ß monst Bryai Straf wurde Feier! betret auch grüne bleute, gräbn einige selbst, ilusfk am S Müh« Exete, in bei I" L Gütei liche brann 200,0

8 aus 's bet 1 lvsunj gründ zweit« im N AdNd Shnb Nicht Älivt ftruni werde