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Von Ewald August König.
(Fortsetzung.)
Schulz hatte sich erhoben. „Wir werden darüber ^ch später mit einander reden,* wandte er sich zu rm jungen Manne, „sür jetzt bitte ich Sie, mich diesem Herrn allein zu lassen. Sie werden diesen
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„noch ist die Stunde nicht gekommen, in der er Alles wissen torf.* — Er theilte jetzt dem Juristen mit, in welchem Verhältniß er zu dem Ermordeten gestanden hatte, berichtete ihm den Haß der beiden Brü- der gegen einander, die Gründe, welche Krämer bewogen, Europa zu verlassen, und den Auftrag, der ihm in Bezug auf das Kind seines Herrn geworden war.
„Und von alledem ahnt Ernst bi« heute noch nichts?" fragte Doctor Schacht erstaunt.
„Richt das Geringste," fuhr Schulz fort „Ich ließ nach dem Willen meines Herrn bas Kind ein Jahr lang bei der Wärterin und brachte es dann der Wittwe Heller, welche ich als eine brave, verschwiegene Frau kannte. Ihr sagte ich, das Kind sei ein Findling, ich dürfe eS nicht mit mir nach Hause nehmen, sie solle einstweilen die Erziehung desselben übernehmen, bis ich die Eltern gefunden habe. Sie versprach, meinen Anordnungen getreu nachzukommen, gelobte mir strenge Verschwiegenheit und hat dieS auch bis zur Stunde redlich gehalten. Im nächsten Jahre wird Ernst großjährig, dann wollte ich ihn seinem Oheim vorstellen, das Document vorzeigen und dasür Sorge tragen, daß er sein Vermögen erhielt"
„Das Document befindet sich in den Händen Wetterau's," bemerkte der Advokat, „wisien Sie, welcher Notar e« ausgefertigt?"
Ackerer nickte schweigend. „Sie werden be- weshakb ich ihn hinausfchicke," versetzte er,
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landet iese Feier nicht au« der Initiative des Königs oder aat bn « Regierung hervorgegangen ist, sondern daß sie 11993 infach von einem hierzu gebildeten Coinite ins Leben
•• Berlin, 26. Aug. Aus einer Mittheilung, pelche durch ddS Wolsfsche Telegraphen-Mreau verbreitet ist, ist ersichtlich, daß Se. Majestät der Kaiser Vilhelm wegen eines leichten FußleioenS die Reise lach Ischl aufgegeben hat. Wie wir aus Gastein ver- Ikhmen, besteht dieses Fußleiden in einem örtlichen Mel, welches ohne Rückwirkung auf das Allgcmein- kfinden des Kaisers hervorgetreten. Es hat sich näm- ich in Folge ernster Anstrengung bei Spaziergängen [1940 in rheumatisches Leiden am linken Fuße eingestellt, »elches sich in leichten Anschwellungen äußerlich ge- eigt hat; nach ärztlichem Urtheil ist jedoch keine Be- vrgniß vorhanden, daß dieses Leiden irgend welchen rustlichen Charakter annehmen werde. — In einem polnischen Blatte ist die Mittheilung gemacht worden, aß der Bischof von Ermland die Absicht habe, der öäcularfeier in Marienburg beizuwohnen und hierbei >on dem Domcapitel unterstützt werde. Diese Angabe ' ft in der Presse ausgcbeutet worden und hauptjäch- steht $ unter Anführung, daß durch ein solche- Bei lohnen des Bischofs bei jener Feierlichkeit eine De wustration zur Versöhnung mit der katholischen ürche angestrebt werde, indem ja, so urtheilt man -eiter, ohne Einladung des Königs von einer Theil- eii ffli ahme des Bischofs an der Säcularfeier keine Rede tn kaiin Demgegenüber wird zu bemerken sein, daß
r. 202.
Ernst kam der Bitte ohne Aufschub nach.
ist der Sohn des Ermordeten ?" fragte dtr als der junge Mann die Zelle verlassen
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wie vor den Ansprüchen und Bedürfnissen der Vorbereitung für daS praktische, gewerbliche Leben, »erbt# dienen müssen. ES bleibt die Schwierigkeit/ die i» Den Consequenzen davon liegenden verschiedenen Aufgaben, wobei auch die Anforderungen anderer Ministe- rialreffortS zu berücksichtigen sind, möglichst auSM- gieichen. Der Grundgedanke der PrüfungSordnütig von 1859 soll jedoch festgehalten wetten und die kurz zu molivirenden Vorschläge die praktische Ansführbak- teit einschließen. ; ;',J’ [ ' " ; ‘
— Der Ober-Commandeur det NordaMerikaNlschest Flotte, welche sich gegenwärtig in dir Ostste befindet, Rear-Admiral Alden, ist mit seinem Stabe und mehreren amerikanischen Marine-Offizieren auS Roj^tt» Hagen in Berlin eingetroffen. Der amerikanische Gesandte Bancroft machte demselben bald nach det Ankunft einen Besuch. Der Admiral Alden wird während der September-Festlichkeiten hier verwesten ulih sich auch dem Kaiser von Rußland vvrstellen lassens da er sich auch nach Petersburg zu begeben gedenkt.
— Wie die „D. R. C." hört, hat der bisherige Herausgeber und Eigenthmner der „Nprdd. Aüg. Ztg ", Herr Dr. August Braß, in diesen Tagen daS Blatt in Verbindung mit der Druckerei und der beiden ihnt gehörigen Grundstücke Zimmerstraße 95 und 96, auf denen stch die Geschäftsräume der Zeitung befinpftl, an ein Consortium verkauft. Heber die Höhe deS Kaufpreiies differiren die Angaben. Während von der einen Leite die Summe von 500,000 Thlr. genannt wird, behaupten die Anderen, sie belaufe sich aus 600,000 Thlr. DaS Grundstück Nr. 95 hatte Hert Braß erst vor Kurzem gekauft und hierbei in jo fern ein brillantes Geschäft gemacht, als'kr itn hinteren Theil de« Garten« an die Deutsche Baugesellschaft zur Errichtung einer Markthalle zu einem höheren Preise wieder verkaufte, al« er selbst für das ganze Grundstück gezahlt hattet 11
Wiesbaden, 25. Aug. Der Bürgerau-schuß, d i. die größere Gemeindevertretung, beschloß in det gestrigen Sitzung, eine städtische Anleihe von 1,969,400 Thlr. aufznnehmen. Aus derselbe,, sollen u. A. gedeckt werden die Kosten deS zu erbauenden Hospitals mit 266,000 Thlr., des. städtischen Badehauses mit 50,000 Thlr., deS Schlachthauses mit 100,000 Thlr , zweier neuer Schulen mit 120,000 Thlr., der Der-
in lethrürbigcrroeife weiß außer dem Gerichtspersonal ;r F« ieS Niemand. Woher rührt es, daß dies so vermint- ^wiegen blieb ?" ? .
Schulz warf einen raschen Blick auf Ernst, besten Üze bei den letzten Worten Ueberraschung au-drückien.
„Er war der Oheim Mathildens?" fragte er.
„Allerdings," fuhr Schacht fort, „und das wußtest lu noch nicht?*
- „Nein. Ich hörte wohl, daß der Ermordete lÄränter" hieß, war aber weit entfernt, in demselben <ntn Verwandten des Rentiers Krämer zu vermuthen."
DAdJfttitaott für den Monat September OC|lCUUlll}Cll werden auf die „Oderhesfischk Leitung" von allen Postanstalten und auf dem Lande »ei, den Landpostboten angenommen. •'[ \ .
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bereits gestern Morgen von seiner Urlaubsreise zurück- gekehrt und hat die Geschäfte seines Ministeriums wieder übernommen. — lieber den Ausfall der diesjährigen Ernte liegen jetzt weitere Berichte aus Memel, Tilsit, Bromberg, Glogau, Görlitz, Stralsund, Halle, Magdeburg, Bielefeld, Köln und Emden vor.' Sie stimmen alle darin überein, baß die Ernte überall den Erwartungen entsprochen hat und sie ausnahmsweise früh unter günstigen WitlerungSverhältnisten einge bracht werden konnte.
— Das preußische Unterrichtsministerium hat voNden Provinzial-Schulccllegien ein Gutachten über die etwa eingetretene Nothwendigkeit oder Zweckmäßigkeit einer Umgestaltung des Realschulwesens eingefordert und dabei, wie die „Neue Stett. Ztg." mittheilt, auf folgende Gesichtspunkte aufmerksam gemacht: 1) Innerhalb des Realschulwejens findet sich eine größere Mannichfaltigkeit von Formen als in den Gymnasien. Auf eine Vermehrung der ersteren über die Unterrichts und Prüfungsordnung hinaus ist neuerdings auch die Erweiterung des Staates von Einfluß gewesen. Es bestehen jetzt nebeneinander Realschulen 1. und 2. Ordnung mit verschiedener Cursusdauer in 6 bis 7 ober 8 Klastenstnfen, die elementaren Vorschulen überall abgerechnet. Die den Realschulen 1. Ordnung analog eingerichteten höheren Bürgerschulen Haden da« Recht zur Ausstellung gültiger Quatifieations-Zeugnisse für den einjährigen Militärdienst entweder an derselben Stelle wie die Realschulen 1. Ordnung oder erst am (Snbe des ganzen ScbulcursüS. 2) Die städtischen Patronate haben, die Erfüllung bestimmter Bebingun gen vorausgesetzt, freie Wahl zwischen den vorerwähnten verschiedenen Formen: Das Bestreben, diese weiter zu verwehren, um das individuelle Bedürfniß der verschiedenen Schüler noch mehr berücksichtigen zu können, muß nothweudig feine Grenze an der den öffentlichen Schulen unentbehrlichen Einheit des Lehrplanes einer und derselben Anstalt finden. Wollte man z. B. in den Real- ober höheren Bürgerschulen, welche das Lateinische in ihren Lehrplan ausgenommen haben, die Theilnahme am Unterricht darin freigeben, so würde dies bald eine Ungleichheit der Schüler zur Folge haben, welche für den Unterricht überhaupt nur nach- cheilig fein könnte. 3) Es ist nicht zu übersehen, daß die allermeisten Real- und höheren Bürgerschulen nach
Wunsch ehren, wenn ich Ihnen sage, daß mich Gründe zu demselben bestimmen, die nicht nur für mich, sondern auch für das Wohl eines Dritten schwer wiögen."
„Ich habe mich nie darum bekümmertz Gottsritd wird mir das Papier zurückschaffen." % .
„Aber wenn ihm dies nicht gelingt ?4 ' ,
„Seien Sie unbesorgt, es wird ihm gelingen." '• „Zunächst kommt eS daraus an, Sie aus diesem Hause, zu befreien," nahm der Advokat nach einer Pause wieder das Wort, „alles Andere ist vorläufig Nebensache. Haben Sie gegen Niemanden Verdacht? Sprechen Sie ihn frei und unverhohlen au«. Stand der Ermordete vielleicht mit Jemandem hier in bä Stadt in brieflichem Verkehr?"
.„Nicht, daß ich wüßte", entgegnete der Ackerer. »Freunde ließ er nicht zurück, als er auSwanderte, uni Der Haß gegen seinen Bruder war noch nicht versöhnt; Mit wem also hätte er in einem Briefwechsel stehen können?"
„Und doch ist eS kaum anzunehmen, baß Raub« Mörder ihn überfallen sollten. Daß er seiner Werthsachen beraubt war, kann nicht al« gültiger Beweis dienen."
»Nein, gewiß nicht", fiel Schulz lebhaft ihm in» Wort. „Ich habe mir auch glfich gedacht, daß die» nur ein Kniff gewesen sei, um den Verdacht auf Raubmörder zu lenken. Ein Gedanke, Verdacht kann ich ihn nicht nennen, tauchte beim Anblick der Leiche Ä meiner Seele auf", fuhr er leise fort, „ein Gedanke, den ich nicht von mir abwehren kann. Sehen Sit, als ich der Leiche in« Antlitz blickte, dachte ich an bdt Haß, den Geiz und die Habsucht Jacobs, in feinen Händen ruhte das Vermögen des Bruders, waräk dieser und beffen Kind beseitigt, so durfte er die Summe behalten, Niemand konnte ihm den Besitz streitig machen." " "
Der Advocat blickte, in Gedanken, versunken, schweigend zu Boden, und biß. die Spitze«'derFingek-'
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[2010. Der Landmann hatte sich aus die Bank gesetzt; litt Kinn auf die Hände gestützt, sah er eine Weile iachdenklich vor sich hin. „Den wahren Mörder aus- infcig machen I" erwiderte er endlich; „damals hät e Mn dazu Schritte thun sollen, gleich nach jener Nacht, tute sind drei Monate seitdem verstrichen."
„Machte ich Sie nicht derzeit darauf aufmerksam, ich gleich nach Ihrer Verhaftung mich zu Jhnm 11 techtsbeistand anbot?" erwiderte der Advokat. „Sie diesen mich barsch und stolz zurück."
„Freilich, damals wußte ich noch nicht, was ich krkh. tute weiß," fuhr Schulz ungeduldig fort. Was nun?" IFL „Das frage ich Sie!" versetzte Schacht. „Vor ing ä llen Dingen müssen Sie mir über Alles, was auf
t aul shren Herrn Bezug hat, die nöthige Aufklärung geben, heket !ch finde Manches, was mich befremdet. So war t bei er Ermordete ein Bruder des Rentiers Krämer und
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- trufen ist, mithin eine Einladung Seitens des Kö rfüßer- ggs ober der Regierung an bett Bischof gar nicht ist ei« kgehen kann, woraus dann ebenso die Folgerung zu '...Ziehen ist, daß die Regierung gat7 nicht in der Lage richtet t, durch solche t'inläbung des Bischofs eine Verbin- t auch lung mit dem Bischof anzubahnen. Vielmehr wird llähen nan auch ferner daran festhalten können, daß in den [1983 wsichteit der Regierung, den eingenommenen Stand
unkt gegen den Bischof aufzugeben, keine Aenderung bigetreten ist. — Der CultuSminister Dr. Falk ist