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Auslaitd.

Gastein, 25. Aug. Kaiser Wilhelm hat wegen eines FußleidenS den Besuch beim Kaiser von Oester­reich in Ischl aufgcgeben und reist am 28. d. nach Salzburg und am 29. b. nach Berlin. Er entschul digte sich telegraphisch beim Kaiser Franz Joseph und schickte den Grafen Lehndorff nach Ischl, um bei der Kaiserin sich entschuldigen zu laffen.

Wie«, 22. Aug. Nach auS Brüssel an die kaiser­liche Familie gelangten Nachrichten ist Kaiserin Charlotte mit den Sterbesacramenten versehen worben.

Der Gustav Adolph-Verein der deutsch-slavischen Länder Oesterreichs hat am 18. b. M. in Asch seine zehnte Jahresversammlung gehalten. Von dem Cassen- Ueberschusse per 9200 fl kamen 8700 fl. zur Ver- theilung au arme evangelische Gemeinden. Für die bevorstehende Generalversammlung des Gustav-Adolph- Vereins in Speyer wurden vier Dcputirte gewählt, nämlich Kirchenralh Dr. Schenker und Baron Haber aus Wien, Senior Dr. Haase aus Bielitz und Pfarrer Dr. Kolatschek aus Wiener-Neustadt; dieselben Herren, die seit 10 Jahren LlS das Opfer (?) gebracht haben, als Deputirte veS österreichischen Hauptvereins von Wien aus die weitesten Reisen nach Deutschland zur Theilnahme an der jährlichen Generalversammlung deS Gustav-Abolph-Vereins zu machen.

Pest, 22. Aug. Im ungarischen Amtsblatt stehl das AuflösungSdecrct des serbischen Kirchencongresses. Der Congreß darf sich nicht constituiren und die Mandate sind als erloschen betrachtet, da die Mehr- heit der Kongreßmitglieder dem k. Commissar auf wiederholte Anfrage desselben sowohl den gebührenden Empfang verweigerte, als auch die ganze Thätigkeit desselben mit den Rechten des CongresseS für unver einbar erklärte. Die ungarische Gesetzgebung hat im Jahre 1848 als Princip die Selbstregierung und die Autonomie der griechisch-orientalischen Kirche in Ungarn festgestellt. Seitdem hat die ungarische Regierung der kirchlichen und culturellen Orgaruisation der nicht ungarischen Nationalitäten stets Vorschub geleistet. Die Rumänen haben in dieser Hinsicht bezüglich ihrer kirchlichen und Schul-Autonomie der Serben auf das politische Gebiet hinüberzuspielen und seinen ersten Angriff direct auf die Rechte der Krone zu richten; denn seit Jahrhunderten war die Vertretung der Krone am Congresse durch einen königlichen Commissar der die Aufgabe hatte, zu wachen, daß die Gesetze nicht verletzt wurden, ein unbestrittenes Recht der Krone. Daß es so weit gekommen ist, verdankt man hauptsächlich dem Unterrichts- und Cultus-Minister, Herrn Pauler, der von einem seiner (der Meletics- partei angehörendcn) Sectionsräthe in dem Wahne erhalten wurde, es ließen sich im letzten Augenblicke die Gegensätze durch Unterhandlungen mit den Mele- ticsianern ausgleichen.

Pari-, 24. Aug. Die Herbstmanöver der deutschen Truppen beginnen dieser Tage in der Haute-Marne. Alle Bewohner dieses Departements sind benachrichtigt worden, daß sie vom 27. August bis 27. September Einquartierung erhalten werden. Die officiösen Blätter widerlegen die Nachricht derTimes", daß der Präsident sich gegenwärtig mit constitutionellen Reformen beschäftige. Die bonapartistischen Atten-

Anderrr gegen mich anzurufen, zu Schanden, man wird mich bemitleiden, Ihnen fluchen."

Schändlich!" murmelte das Mädchen entsetzt.

Wie finden Sie den Plan? Ist er nicht fein und schlau angelegt?

Mathilde wandte dem Vagabunden schweigend den Rücken und trat in ein Zimmer, besten Thür sie hinter sich ins Schloß warf. Sie sah wohl ein, daß sie ganz in der Gewalt dieses Menschen war, und zwei feite nicht, daß dieser sein Vorhaben aussühren werde. Sie mußte Zeit zu gewinnen juchen, um über die Mittel zu ihrer Rettung nachdenken zu können.

Ich hoffe, Sie fügen sich geduldig in das Un- vermeidliche", fuhr Schmelzer fort, der dem Mädchen in daS Zimmer gefolgt war,thun Sie dies, so werde ich Ihnen die Beschwerden der weiten Reise zu er leichtern suchen, im entgegengesetzten Falle aber kenne ich Mittel genug, Sie für ihre Widerspenstigkeit zu bestrafen. Die Hütte stehl zu Ihrer Verfügung, oben unter dem Dach finden Sie Ihr Lager, in diesem Korbe hier Lebensrnittel und in jenem Kruge Wasser."

Nach diesen Worten verließ der Vagabund das Zimmer und gleich darauf auch das HauS, dessen Thür er mit vielem Geräusch abschloß.

In Fieberhaft durcheilte Mathilde daS ganze Haus, jedes Fenster, deren nur drei sich vorfanden, war ver gittert. Vergebens rüttelte sie an den Eisenstäben, sie waren fest in den Stein eingekittet, was konnte das Mädchen mit den schwachen zarten Händen ausrichten I

Da fiel der Blick Mathilvens auf die Wand, an der an einzelnen Stellen der Lehm abgekrümmelt war. Steuer Muth beseelte sie, gelang es ihr, durch die

täter Gebrüder Errazzn verließen gestern Abend Trou ville in Begleitung eines SicherheitSbeamlen, der sie nach der spanischen Grenze zu bringen hat. Die mit- betheiligten Russen Ephrussi (eS sind Odessaer Juden und machen hauptsächlich Getreidegeschäfle) dürfen in Frankreich bleiben. Der eine derselben nniroe gestern von Thiers sehr freundlich empfangen. Der Präsident wollte gar nicht von der bonapartistischen Demonstra­tionen sprechen hören und dankte dem jungen Russen dafür, daß derselbe vor dem Krieg 200,000 Hectoliter Getreide geliefert habe. Sodann fragte er, wie viele Millionen Hectoliter Getreide Frankreich in diesem Jahre werde auSführen können. Ephrussi schätzte die­selben auf 10 bis 12 Millionen, worauf Thiers er­widerte, die Ausfuhr werde wohl 15 Millionen Hekto­liter betragen. De Vallou, der eigentliche Anstifter bei der bonapartistischen Demonstration, kommt nicht vor das Zuchtpolizei- sondern vor das Assisengericht. Man hat ihm jedoch gestattet, sich vor der Hand auf seine Güter zu begeben. Der Prinz von Wales verließ nicht gestern Morgen, sondern erst gestern Abend Trouville, sah jedoch Herrn Thiers im Laufe des Tages nicht wieder. Gestern um 12 Uhr traf die amerikanische FregatteShenandoah" von Havre in Trouville ein, um Thiers zu begrüßen. Wie der Moniteur" versichert, hat Frankreich auf die nächste halbe Milliarde schon 300 Millionen an Deutschland bezahlt. Die andern 200 Millionen sollen im Sep tember bezahlt werden. Der Rappel bestätigt, daß die Nachrichten auS London wegen der Modifikation der Eingangszölle nicht günstig lauten. Ozenne, der aus London in Trouville eingetroffen ist, soll dieses ThierS mitgetheilt haben. lieber die Errichtung von zwei neuen Corps in Bourges und Tours ist noch nichts Bestimmtes abgemacht worden. Die Zahl der Personen, welche in letzter Woche in Paris starben, beträgt 887 (162 mehr als in der vorher­gehenden Woche). Eine Epidemie herrscht nicht, doch starben viele Kinder an der Cholerine.

Als Thiers letzte Woche nach Paris kam, um dem Ministerrath zu präsidiren, halte derselbe auch eine längere Unterredung mit Gambetta Der ehemalige Dictator zeigte sich bei dieser ^Gelegenheit äußerst ge­mäßigt und versprach, da die Sage eine äußerst schwie rige sei, sich vollständig ruhig zu verhalten.Sie inen sich" so sagte er zu Herrn ThierSwenn Sie glauben, daß ich in diesem Augenblick die Re­gierung zu übernehmen wünsche. Wenn ich heute an die Gewalt tarne, so würde ich in der radikalen Partei keine fünfzig Präfecten finden. Ich habe die Ersah rung gemacht; in Tours hatte ich keine drei Per­sonen, auf welche ich zählen konnte. Die rabicate Partei ist auch nicht genug disciplinirt und würde nicht ans mich hören. Sie sind allein der Mann, der mit ihr fertig werden kann. Nach fünf Jahren werden sich bie Verhältnisse geänbert Haden, und bann werde ich möglich fein." Von Gambetta befragt, ob er glaube, daß Bismarck bie Bestrebungen eines ber drei Prätendenten (Ex Empereur, Chambord oder Graf von Paris) unterstützen werde, rief ThierS lebhaft aus:Nein! Keinen von diesen; wenn er einen unter stützen sollte, so wurde eS Pion Pion sein." Nach der Ansicht des Präsidenten würde Bismarck für diesen

Wand, welche so sehr dick nicht sein konnte, ein Loch zu brechen, bevor der Vagabund zurückkehrte, so war sie gerettet. Aber womit? Sie entdeckte den Wasser- krug, schlug ihn entzwei und begann mit den Scherben ihre mühsame Arbeit.--

Nachdem Ernst in seiner Wohnung von den Stra- patzen ausgeruht und gefrühstückt hatte, ging er zu seinem Freunde, ^em Doctor Schacht, um in besten Begleitung L>chulz einen Besuch abznstatten.

In ber Zelle des Gefangenen angekommen, setzte der Advokat sich auf die Bank und bat den Ackerer, ihn ruhig anzuhören und seinem Rath zu folgen. Er theilte ihm jetzt den Inhalt des Anklageaktes mit, ver­hehlte ihm nicht, daß bei dem jetzigen Stand ter Dinge Z-Hn gegen Eins zu wetten sei, daß Scbulz auf Grund der eorliegeuben Beweise verurtheilt würde, und knüpfte zum Schluß an seine Mittheilungen den Bericht über die Unterredung, welche am vcrwichenen Abend zwischen dem Rentier und Wetterau stattgefunden.

Der Ackerer ging mit großen Schritten in seiner Zelle auf und ab. Die eindringlichen Worte des Ju­risten, die Klarheit, mit ber jener bie Sachlage auf­deckte und den voraussichtlichen Gang derselben ent­wickelte, noch mehr aber die offenen ehrlichen Züge ves Advokaten blieben nicht ohne Eindruck auf ihn. Er sah ein, baß er vor einem Abgrunde stand, an dessen Dasein er bisher, aus seine Unschuld bauend, gezweifelt hatte.

Nur Eins kann Sie retten", schloß der Abvocat, vollgültige Beweise für Ihre Unschuld!"

Die nicht anberö beizubriitgen sein werben, als burch Entbeckung bes Mörders", setzte Ernst hinzu.

Voll

läge Frankreichs unb zu dessen vollständigem Unten

wün

welche für den 26. d. M. einen Einfall vorbereiten

und

die französische Regierung möge also die geeignet« Ser

meldet aus Rom, daß der Papst die sämmiliche»

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ruhe dem

Bayonne» 24. Aug. Die Neuwahlen in Spaniel bien werden voraussichtlich für die Regierung eine größt Czai Majorität ergeben. Die spanischen Behörden Hades Gor der französischen Regierung mitgetheilt, daß sich ii eine Den Grenzdepartements zahlreiche Carlisten «uralten, Sani

gang führen. Was Rußland anbelangt, auf weichet laba Thiers hinwies, so meinte Gambetta, daß er auf das vera

fein, weil et einestheils ber Schwiegersohn von Victor Emanuel unb ein Feinb ber Jesuiten fei, und an­dererseits, was die kriegerischen Eventualitäten anbe­lange, mehr Sicherheiten darböte, als die übrigen drei Prätendeitten. Bemerkenswerth war die Sprache Gambetta's betreffs der Militär-Angelegenheit. Dcr

gleis Tie ziehe die ( sind,

selbe nicht das geringste Vertrauen habe, unb fügt, vallc hinzu, baß in militärischer Hinsicht Frankreich sich ig einer Sackgasse befänbe, aus ber herauszukommen ihn geste vor der Hand unmöglich sei.

Vorkehrungen treffen, die Bewegung zu verhindern, erklc Florenz, 23. August. DieGazetta d'Italia

ehemalige Dictator, welcher den Krieg noch nach dem Pariser Waffenstillstand bis aufs Messer wollte, sprach Heb sich gegen die Bildung von großen Armeen aus, d« sehr, diese doch ganz unnütz sein würden. Im Augenbliä benu und für längere Zeit sei der Krieg unmöglich; der- zupf selbe könne nur zu einer neuen furchtbaren Nieder­

Kleinobien, worunter auch die Tiara, nach Marseilll sandte.

London, 23. Aug. Die amtlicheGazette" pu- plicirt eine Verordnung bes Geh. Rathes, wonach Vies aus Oesterreich - Ungarn , Deutschlanb , dcr Türke; Italien, Griechenland, Belgien und Frankreich spätestens 10 Tage nach der Landung geschlachtet werden mujj ausgenommen, wenn es unter Quarantäne in Son lhampton gelandet war. Die Landung russische! Vieh's wird gänzlich untersagt, die Vieheinfuhr am den nicht genannten Ländern ist dagegen unbeschränkt DieTimes" erklärt das Genfer Telegramm wonach das Schiedsgericht Amerika 4 Millionen 5 zugesprochen habe, für unbegründet. In Belfast i die Ruhe nicht wieder gestört worden. Der bur< Den Aufruhr verursachte Schaden wirv auf 60,000 ! geschätzt. Es sind Truppen nach Drogheda gefand worden in Folge eines Gerüchtes, daß die bortigei Katholiken beabsichtigen, bie Protestanten zu ermorden

Spanien. Die amtlicheGaceta" bringt oi Angabe des Verlustes bei ber Affaire von Vidra. Voi Seiten der Regierungstruppen wurden ein Comman Dant, ein Osfizier «und acht Gemeine getödtet; ver wundet wurde der die Colonne commandirende Bri gaDier Hidalgo, ein Commandant, drei Oifiziere uni zwanzig Gemeine. Der Verlust der Carliften bestes aus mehr als zwanzig ToDten, von welchen dreizehi auf dem Kampfplatze zurückgelassen wurden, und zahl reichen Verwundete». Dreizehn Gefangene, Darunit drei Priester, wurden gemacht. Ter General Prim Rivero ist mit dem Coimnando der Noidarmee m Stelle des Generals les Gayon ernannt worden; dt l tziere liegt schwer krank in Vittoria danieder. II Norden und an der portugiesischen Grenze werdet

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Allerdings", fuhr Schacht fort,es ist leicht sehr leicht, gegen den unbescholtensten Menschen Bk weise beiznbringen, welche ihn irgend einer verbrecht rischeu That verdächtigen, ja nach dem Buchstaben de Gesetzes vollständig überführen, sehr schwer dagegen solche Beweise zu widerlegen."

Mag sein", warf ber Ackerer ein,aber müsse die Geschworenen nicht einsehen, baß der Tob meine Herrn mir nicht den geringsten Vortheil einbrachte?

Nein, denn das Gegentheil liegt näher", versetzt ber AdvokatDer Tod Ihres Herrn überhob & sicher ber Verpflichtung, über bie erhaltenen Geld! Rechenschaft abzulegen, die ersparten zweihundert Thali blieben in Ihrem Besitz. Sie konnten durch das L cument auf Ihren Pflegesohn einwirken, sich vicllcii des Vermögens bemächtigen und"

Halten Sie em!" fiel Schulz ihm in's Wo« Sie haben Recht. An alles dies dachte ich bish nicht, meiner Seele lag diese Vermuthung so fern, d« es selbst im Traum mir nicht in den Sin» getommi wäre, auf sie zu fallen."

Der Jnstructiviisrichter hat sie nur angebeuli der Staatsanwalt wird sie ausdenten", nahm der A> vocat wieder das Wort.Der Mord muß geräi werden, der Schein ist gegen Sie, was also ist natüi licher, als baß der Staatsanwalt bie Anklage unfrei hält unb nach besten Kräften sie zu beweisen snchi Die Geschwornen sehen nicht tiefer, wie sie vermöge« sie nehmen die im Anklageact aufgeführten Verw« thungen als identisch mit ihren Ansichten an und*' Sie sind überführt.

(Fortsetzung folgt.)

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