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Marburg, Dienstag, den 27. August.

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»Und wie wollt Ihr eS bewerkstelligen, mich nach Bremen zu bringen? Denkt Ihr nicht daran, daß ich jeden Menschen zur Hülfe gegen Euch rufen, daß ich mich an jeden Beamten, wenden »erbe ?"

«®ani recht, ich habe daran gedacht und eint* Plan entworfen, den Sie vielleicht abenteuerlich finden, der aber jedenfalls schlau ersonnen ist. Sie werden die Güte haben, den Anzug anzulegen, welchen Sie oben in ihrem Schlafgemach finden. Wenn dieses Ge­mach nicht so elegant und bequem eingerichtet ist, wie Ihr früheres Cabinet, so bitte ich tausendmal um Entschuldigung. Die Eile, mit der ich meine Vorkeh­rungen treffen mußte, ließ mir unmöglich Zeit, an Alles zu denken. Für Sie sich weigern, den Fall, daß meinen Befehlen Folge zu leisten, sehe ich mich ge- nöthigt, selbst Hand anzulegen; nun ich denke, von Ihrem künftigen Gatten können Sie fich das gefallen lassen. In der Uniform eines Gendarmen werde ich Sie nach Bremen bringen, damit Sie nicht auf die thö- richte Idee eines Fluchtversuches fallen, lege ich Ihnen Handschellen an."-

„ Allerdings, sehr abenteuerlich und dazu «nauS- führbar. "

»Nicht so unausführbar, wie Sie glauben; hören Sie weiter. Unsere Papiere sind in bester Ordnung, Sie gelten für eine Amerikanerin, welcke sich der Er­mordung ihrer Geschwister durch Gift schuldig gemacht hat. Um jeder genauem Nachforschung vorzubeugen, »erbe ich Jedem, der sich nach Ihrem Verbrechen et» kündigt, Jedem, den Sie anzusprechen wagen, Jedem, dem wir begegnen, mittheilen, daß Sie wahnsinnig seren. So mache ich alle Ihre Versuche, die Hülst

3) Die evangelische Kirche und der Staat im deutschen Reich. Conststarialraih Professor Dr. Baur aus Leipzig. 4) Erste Berichterstattung aus den Special. Conserenzen. — Der Congreß für die innere Mission wird sich dagegen mit folgenden Gegenständen be­schäftigen : 1) Die Mitwirkung der evangelischen Kirche bei Lösung der ländlichen Arbeiterfrage. Referent: Seminarvirector Dr. Schneider aus Berlin. 3) Bericht über die Special-Conferenz, betreffend die Auswande­rungsfrage. — Specialconferenzen werden außerdem stattfinben: über die Auswanderungsfrage (unter Lei. lung des Superintendenten Eichler aus U.ckermünde), über Colportage (unter Leitung des Pastor Erdmann aus Elberfeld), über das Herbergswesen (unter Lei­tung des Pastor Mayeringh aus Fahrland), über die Gewinnung persönlicher Kräfte für die Arbeiten der inneren Mission (unter Leitung des Profeffor Hesekiel aus Sudenburg), über das Zusammenwirken der Landes, Provinzial und landwinhschaftlichen Vereine !ür das Werk der inneren Mission (unter Leitung des Prediger Oldenburg aus Berlin) und über christliche Kunst (unter Leitung des Superintendenten Dr. Renner aus Langensalza.

Darmstadt, 24. Aug. Die Frage wegen Wie- derbesetzung des erledigten Postens des Ministers des Innern scheint nicht recht in Zug kommen zu wollen. Geh. Legatiousraih Hoffmann hatte unlängst eine län- gere Umerret'ung mit dem Großherzog in Friedberg, bte wohl in Verbindung mit dieser Angelegenheit zu bringen ist. Es gewinnt indeß mehr und mehr den Anschein, als wenn Hoffmann nickt geneigt wäre, jene Stellung anzunehmen. Ein insterimistisches Ministerium ist jedoch gegenwärtig kaum thunlich und möglich, so >aß, so schwer es auch ankommen mag, bald die Ent- cheidung fallen muß, wem die Leitung der inneren Verwaltung des Großherzogthums in die Hand ge­legt werden soll. — In Heffen befinden sich 23 evangelische Pfarrstellen, welche unter 600 fl., 39 die unter 700 ft. und 53 die weniger als 800 fl. er­tragen. Um dieselben auf den von der Regierung vor­geschlagenen Minimatgehalt von 800 fl. zu bringen, inb 14,130 st. erforderlich, während der Aufwand für die 52 katholischen Psarrstellen unter 800 fl. 9208 fl. erfordern würde. (Fr. Pr.)

Augsburg, 24. Aug. Als der Kronprinz deS Deutschen Reichs gestern daS hiesige RathhauS besuchte,

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„Oder?" fiel Schmelzer ihr höhnisck ins Wort. »Hol mich der Henker, dieses „Oder" ist schlecht an- Abracht. Es hat keinen Sinn, schönes Fräulein, die Drohung, welche hinter ihm liegt, ist ohnmächtig, so ohnmächtig, daß der furchtsamste Mann nicht vor ihr schrecken würde. Wir sind die einzigen Personen in

Ein böses Gewissen.

Von Ewald August König.

(Fortsetzung.)

Junge Mädchen sind stets neugierig, und Ma Hilde, welche der Angabe Schmelzers vollen Glauben schenkte, konnte nichi unterlassen, einen Blick in das Innere der Hütte zu werfen, zu welchem Zwecke sie über die Schwelle derselben trat. Der Vagabund schloß bie Thür von Innen zu, schob einen schweren Riegel

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Ansprache willkommen und hob in derselben hervor, daß die ehemalige freie Reichsstadt Augsburg zwar gut baiertsch geworden, aber stets auch gut deutsch geblieben fei.~ Diese gleichzeitig gut deutsche und gut baierische Gesinnung könne um so weniger unvereinbar mit einander erscheinen, als man ja recht gut wisse, »aß diejenigen, welche gegenwärtig unter dem Vor­wande der Sorge für Erhaltung der Selbstständigkeit BaiernS mit scheelen Augen auf daS neu erstandene Deutsche Reich hinjähen, niemals BaiernS wahre Freunde gewesen seien ober werden würden. Der Kron­prinz dankte für den ihm gewordenen freundlichen Willkommen und erwiderte: „Zu jecem, der bedeu­tungsvollen Worte, die Sie, Herr Bürgermeister, über vaS Verhältniß BaiernS zum Reiche gesprochen, sage ich: Ja und Wahr l Die Einzelstaaten in ihrer Eigen- art müssen erhalten bleiben, ihr Zusammenwirken gibt dem Reiche Kraft. Wir haben Großes errungen und ich schätze mich glücklich, als Führer Ihrer wackerm Landsleute im Kriege, bezeugen zu können, wie viel die baierische Tapferkeit zu den glänzenden Erfolgen beigetragen hat. Die gut baierische und die gut deutsche Gesinnung, die ich überall in Baiern gefunden habe, hat meinem Herzen wohlgethan, und ich glaube, meinen Gefühlen einen besseren AuSdruck nicht geben zu können, als mit dem Rufe: „Seine Majestät, König Ludwig von Baiern lebe hoch!" — Nach dem Besticke des RathhauseS machte der Kronprinz eint Spazierfahrt durch die Vorstadt nach der Fuggerei, nahm dieselbe in Augenschein und begab sich darauf in den Schießgraben, woselbst ihm zu Ehren ein all­gemeines Volksfest veranstaltet worden war. Der Kronprinz wohnte demselben bis halb 8 Uhr Abend» bei und kehrte alsdann in fein Hotel zurück. Um halb 10 Uhr erfolgte eine Umfahrt durch die Straßen der festlich beleuchteten Stadt, auf welcher der Kron­prinz allerseits mit begeisterten Hochrufen von der Bevölkerung begrüßt wurde. — Der Kronprinz besuchte im Laufe des heutigen Vormittags den Dom und die Ulrichskirche. Derselbe reifte, von General v. b. Tann begleitet, heute Nachmittag um 13/4 Uhr nach Dillingen ab, wo er Inspektion über die dortige Gar­nison abhalten wird. Vor dem Einsteigen in den königlichen Wagen, der für ihn bereit stand, sprach er ast mit jedem der im Bahnhofe ausgestellten Veteranen. Unter begeisterten Hochrufen und unter dm Klängen der Musik des Artillerieregiments setzte sich hierauf der Zug in Bewegung.

dieser alten Barake, weit und breit kein lebendes Wesen Die Landstraße liegt eine Viertelstunde von hier entfernt, der Fußweg, welcher hier vorbeiführt, wird selten ober nie begangen. Kurz das Häuschen bietet einem verliebten Pärchen ein sicheres Versteck, deshalb auch suchte ich es mir aus."

„Sie vergaßen, daß ich eher dm Tob als bie Schande wählen werde, entgegnete Mathilde, bie sich kaum aufrecht zu halten vermochte.

„Pah, es stirbt sich nicht so rasch," fuhr ber Va­gabund achselzuckend fort.

»Laßt mich gehen," bat das Mädchen, „nehmt meinen ganzen Schmuck und öffnet mir dafür bie Thür, ich verspreche Euch, daß ich Euch mit keiner Silbe verrathen will."

„Was nützt mir ber Schmuck, ich will Sie haben. Hätte ich nur nach dem Schmuck Verlangen getragen, würde ich ihn genommen haben und die Schatulle ihres Vaters dazu.—Ich bin ein freier Amerikaner!" fuhr er nach einer Paule fort, indem er sich in die Brust warf und die Mütze lüftete, „da drüben find die Frauen ein gesuchter Artikel, und weil ich drüben keine finden konnte, die mich haben wollte, so nehme ich Sie mit; — ich denke, bas ist ganz einfach und leicht zu begreifen "

„Glaubt Ihr, daß Euch bas gelingen wirb?" fragte Mathilbe entrüstet. „Schmeichelt Ihr Euch wirklich mit ber Hoffnung, ich werbe einem solchen Scheusal freiwillig folgen?"

„Pah, bas wird sich findm," spottete ber Ame­rikaner, „habe ich Sie erst einmal in Bremen, so habe ich Sie auch in Amerika."

Das Mädchen richtete sich stolz auf, mit ber Schnelligkeit bes Blitzes durchzuckte ihre Seele die Ueberzeugung, daß sie ihre ganze Geistesgegenwart bewahren müsse, um sich aus der Falle wieder retten Ju können, in welche sie so leichtfertig hineingegan- tzkn war.

»iet :bach 1999

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Erscheint t«glich außer den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal ber Oberhefflschm Seituug mit Kreisblatt durch die Srvedition (MW Buchdruckerei) bezogen 8t, «gt., bur* bte Postämter 27 ®gr. ft Pfg. (excl. Bestellgebühr und inet- Stempelsteuer), für daS Ausland erd. Stempel 22 Gar — Jnlertwnsgebühc für bte gespaltene Zeile 1 Sgr. Sämmtliche Annoneen-BüreauS nrhmen Inserate an. " ® '

»er, an welchem ein großes Vorhängeschloß hing und ;j Zeigte auf die Treppe.

t „Hinauf!" herrschte er rauh. „Sie sind in meiner ©emalt, und keine Macht soll sie aus derselben be- freien, so lange ich noch für einen Alhernzng Lust in r. der Brust habe!"

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Felle 1981

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evangelischen Kirchentages in ber Gegenwart. Referent: _______________7_ ........... „

Staatsminister a. D. Dr. v. Belhmann - Hollweg. | hieß ber Bürgermeister Fischer benjelben mit einer

flWMhttWn für bcn Monat September Vv|l*Wwlll|lll werben auf bie „Oderhrsfische Zeitung" von allen Postanstalten unb auf dem Lande von den Landpostboten angenommen.

Deutsches Reich.

Berlin, 24 Aug. Der Präsident des Reichs­kanzleramts Staats-Minister Delbrück ist von seiner Erholungsreise zurückgekehrt und hat seine Geschäfte wieder auf genommen. Wir werden nun in der nächsten Zeit bereits von Arbeiten des Bundesraths zu berichten haben, welche sich zunächst auf Material für Plenar- unb Ausschußsitzungen des BundeSraths beziehen Nach den Anordnungen, die zu Anfang des vorigen Monats gemacht sind, ist die allgemeine Rechnung üoer den Haushalt des Norddeutschen Bundes für das Jahr 1869 bereits aufgestellt worden, und es gewinnt den Anschein, daß überhaupt die gefammten Rechnungs- arbeiten, welche sich noch auf den Norddeutschen Bund beziehen, in nächster Zeit und jedenfalls bis zur nächsten Reichötagssession ihren Abschluß finden möchten. — Die „Volkszeitung" schreibt: „Es ist wahrscheinlich, daß der deutsche Reichstag in diesem Jahre nicht mehr einberufen wirb. Da eine dringende Veranlassung für die Einberufung nicht obwaltet, etwaige Stenervor. lagen aber noch der Erörterung von verschiedenen Seiten bedürfen, so will man dem im October einzn- berufenben preußischen Landtage desto mehr Zeit für seine wichtigen Verhandlungen gestatten. Auch ist man nicht eben von großem Vertrauen zu ber Feuersicher heil des provisorischen Reichstagsgebäudes erfüllt Namentlich befinden sich in den Nebenräumen die Heizungsrohre zuweilen in so unmittelbarer Berührung mit Holzlagen, daß hier Umänderungen unb Abhülle als geboten erscheinen. — In Betreff des neuen Reigstagsgebäudes hören wir ferner, daß die Com­mission in der letzten Woche löiederholt Sitzungen abgehalten hat, daß jedoch eine Entscheidung über die Wahl des Platzes noch immer nicht vorliegt."

— Der Ausschuß des Kirchentages macht bekannt, daß der sechszehnte deutjche evingelische Kirchentag und im Anschluffe hieran der Congreß für innere Mission in den Tagen vom 1. bis 4. October d. I. in Halle a. S. abgebalten werden wird. Auf der Tagesord­nung des Kirchentages steht: 1) Berichterstattung des bisherigen Präsidiums. 2) Die Aufgabe des deutschen

„Was soll das, Elender?" entgegnete sie so fest vnd entschieden, als sei dies Haus das ihre und ein Nutzend Diener bereit, auf den ersten Wink sich auf ben Schurken zu stürzen. „Oeffuet die Thüre und be- J’ freit mich von Eurer Gegenwart, oder —"