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Marburg, Donnerstag, den 22. August.

ffir -«rfArnit tLali» außer den Werktag«« nach Eom>. und Feiertagen. Preis für da« Quartal de, vverheffische« Settung «tt KreiSttatt durch die Expedition (Koch'sch« h' fcfttVbeudereS btioarn Ml igr., durch die Postämter L7 »gr. « Pfg. (excl. Bestellgebühr,und inel- Stempelsteuer), für da» Ausland excl. stempel tl ®8r.- --«

** Jnfertionkgebühr für |ie gespaltene Zeile 1 Sgr. Sämmtliche Ännoneen»BüreauS nehmen Inserate au- ,, ,, .<

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meister ins Dorf zurück begleitete, befahl er mir, am Orte des Verbrechens noch einmal genau nachzufor­schen, ob ich nicht irgend ein Merkmal entdecke, welches zur Ergreifung des Mörders führen könnte. Ich fand nicht-, so eifrig ich auch suchen mochte. Schon wollte ich den Heimweg antreten, als mir aus einem Strauch dieser Knopf entgegcnblitzte. An der Stelle, wo er hing, waren die Zweige verbogen und geknickt, just als ob Jemand mit seinem Kleide an demselben hangen geblieben sei und sich gewaltsam loSgerisien habe."

Der Advocat betrachtete den Knopf aufmerksam. Er war klein, von Größe eines Westenknopfes und trug in gelber Einfassung einen grünen GlaSstein. Wie weit war der Strauch von dem Orte, wo die Leiche lag, entfernt?"

Ungefähr zwanzig Schritte. Ich nahm den Knopf mit und nähte ihn, um ihn nicht zu verlieren, an meine Hose fest mit dem Vorsatz, ihn dem Unter­suchungsrichter zu bringen. Am andern Tage aber stiegen Zweifel in mir auf, ich konnte ja nicht mit Bestimmtheit behaupten, daß der Knopf wirklich Eigen- thum des Mörders sei, und vielleicht den Verdacht

nachdem der .Bundesrath der oben erwähnten Corn» misston ein umfassendes Mandat ertheilt hat. Die Vorarbeiten für die Verathungm der Commission liegen nicht dem Reichskanzleramte, sondern den be­zeichneten 6 Regierungen ob. Man weiß, daß preu­ßischerseits die Absicht besteht, den Ausfall in Folge der Beseitigung der Salzsteuer durch die Erhöhung der Tabakssteuer zu decken. - ' ' , J

Zu den 14 Militärintendanturen gehören 81 Mitglieder, davon 14 Intendanten incl. 1 Oberstlieute­nant von der Armee, ferner 55 Jntendanturräthe incl. 3 Offiziere von der Armee und 12 Assessoren incl. 2 Offiziere von oer Armee, ferner 3 Referendare, 21 zur Dienstleistung commandirte Offiziere, 292 Be­amte und 79 Applicanten. Von der Gefannntzahl sind zusammen 1 Intendant, 8 Mitglieder und 39 Be­amte commandirt und zwar: 1 Intendant (Engelhardt), 3 Räche, 2 Assessoren und 16 Beamte zur OccupationS- armee, 1 Rath, 16 Beamte im Kriegsministerium, 2 Räche und 6 Beamte im Rechnungshöfe und 1 Be­amter im Reichskanzleramt. Zur Marineintendantur gehören: 1 Intendant, 3 Marine-Jntendanturräthe, 2 Assessoren, 2 Referendarien, 17 Beamte und 5 Appli­canten. Aus der stattgehabten Commandirung resp. Einrangirung der Offiziere 27 zu den Militär' intendanturen dürfte hervorgehen, daß diese Maßnahme einmal dem Mangel an übertretenden Juristen ab* helfen soll, und dann, eine event. beabsichtigte Milita- ristrung allmälig anzubahnen.

Breslau, 19. Aug. In der heutigen Sitzung des Genossenschaftstages wurde der Bericht des Ver­einsanwalts über den Stand der deutschen Genossen- schaftSbewegung verlesen. Der Antrag der Anwalt­schaft auf Errichtung von Zweigvcreinen bei den Creditgenossenschaften wurde angenommen, der An­trag der Mannheimer Volksbankj, bk Stammantheil- haber an dem Reingewinn des ersten Jahres theil- nehmen zu lassen, wie ein Antrag des schlesischen UnterverbandeS auf Begrenzung der Spareinlagen wurde abgelehnt.

Hamburg, 19. Aug. In dem ganz in der Nähe der Stadt gelegenen Eppendorf sind gestern mehrere Fälle der Rinderpest conftalirt worden Die gegen die

Vielleicht führt uns dies auf die Spur", sagte Als mein Vater in jener Nacht den Bürger-

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j ; ----------- Ein böses Gewissen.

vb Von Ewald August König.

(Fortsetzung.)

Der Doctor Schacht erfreute sich deS Rufs eines tüchtigen und geschickten Juristen, er hatte schon in manchem verwickelten Prozeß die Sache seine- Clienten fugreich zu Ende geführt, und dies, wie seine Men- schenfreundlichkeit, seine HerzcnSgüte und die Auf­opferung, mit welcher er sich jeder, auch der kleinsten Sache unterzog, erwarben ihm die Liebe und Achtung aller seiner Clienten. Er hatte eben zu Nacht gespeist und saß, in den Inhalt der Tageszeitung vertieft, in seiner St.dirstube, als die beiden jungen Leute ein­traten. Der Advokat reichte dem Freunde die Hand und bat seine Gäste, Platz zu nehmen.

Gottfried faßte zu dem Juristen augenblicklich Zu­trauen; jede Beklemmung war von chw gewichen.

In einfacher, schmuckloser Weise berichtete er das Verhältniß seine» Vaters zu dem Ermordeten, den In­halt des Documents, so weit er selbst ihn kannte, die Ereignisse jener verhängnißvollen Nacht, den Grund seiner Verhaftung und Verurtheilung, sowie schließlich die Unterredung, welche er vor wenigen Stunden be­lauscht hatte.

Ernst war erstaunt, als er alle diese DatailS er­fuhr, uno selbst der Advocat konnte eine gewisie Ueber- raschung nicht verbergen.Ich habe die Sitten ein- zesehen", nahm er da» Wort,es geschah auf den Wunsch meines Freundes, und ich muß gestehen, der Anklageakt, wie er jetzt vorliegt, läßt eine Verurthei­lung Ihre» Vaters fast mit Bestimmtheit erwarten. Wären Sie früher zu mir gekommen, hätte ich alle diese Details gewußt, wir würden dadurch viele Zeit gewonnen haben, im Herbste werden die Assisen er- iffnet und bis dahin sind kaum noch zwei Monate. .Aber die Zeugnisse des Pfarrers und deS.Bür- | -ttmeisterS l" warf Gottfried ein.

Deutsches «eich.

« Berlin, 20. Aug. Die offiziellen Nachrich- tee über die diesjährige Expedition zur Erforschung der deutschen Meere reichen bis zum 7. August. Nach derselben verließ die Expedition am 21. Juli den Kieler Hafen. ES wurden zunächst Stellen des Großen Beltes, Kattegats und SkagerakS untersucht, welche sich auf der vorjährigen Fahrt als beachtenswerth erwiesen hatten. Am 23. Juli gelangte die Expedition nach Mandat an der norwegischen Küste. ES wurden Fauna und Strömungen in den bedeutenderen Tiefen untersucht, welche sich einige Meilen südlich und west­lich von der norwegischen Küste finden, ebenso Flora und Fauna in Bukenfjord und in den Scheeren. Am 28. Juli wurde Bergen erreicht und dort einige Tage Rast gemacht, um die Besichtigung der dortigen Sammlungen vorzunehmen und genaue Erkundigungen über die diesjährigen Fischerei-Verhältnisse einzuziehen. Von Bergen ging die Expedition am 1. August ab, mußte aber wegen hoher See die Fahrt unterbrechen und wurde in Sölvrig, unweit Bergen, wieder ge­ankert. Die Expedition mußte bis zum 4. August an der norwegischen Küste verbleiben, benutzte aber diese Zeit, um Uebungsfahrtm in verschiedenen Fjords und in den Scheeren zu machen, welche ein reiches Material lieferten. Am 5. August ging die Expedition wieder in See. Da »er Wind noch heftig ging, mußten die Untersuchungen von Neuem unterbrochen und ein südlicher Cours gesteuert werden. Erst am 8. AbeudS in der Nähe der nordöstlichen Küste Schott­lands wurde es wieder so ruhig, daß die wifsenschaft- lichen Untersuchungen von Neuem ausgenommen wer­den konnten. Der HeringSfang ist überall gut und in vollem Gange. Die Expedition besuchte am 7. August den Hauptfischerort Peterhead und hielt sich nun, bis ße in den Firth »f Forth einlief, stets auf den Fischer­gründen, die sich längs der ganzen Küste hinziehen. Die Minister des Kriege« und deS Innern haben sich gemeinschaftlich einverstanden erklärt, daß die Ab­schätzung der Wogen und Geschirre, welche im Falle mtcr Mobilmachung für die Fuhrpark-Colonnen vom Lande gestellt werden, der für die Abschätzung der Mobilmachungspferde zusammentretenden Commission

aus einen Unschuldigen laben. AIS diese Bedenken mir schwanden und ich es nun doch für Pflicht achtete, von meinem Funde Anzeige zu machen, wurde ich durch meine Verhaftung hiervon abgehalten.

Der Advocat legte den Knopf auf seinen Schreib­tisch.Ich werde Ihren Vater morgen besuchen", versetzte er,eS ist nicht nöthig, daß Sk selbst zu ihm gehen, Ernst mag mich begleiten. WaS den Plan der beiden Herren anbelangt, so seien Sie unbesorgt, ist Ihr Vater unschuldig, so wird er um keinen Preis feinen Kerker verlassen. Wa« gedenken Sie in Bezug auf das Dokument zu thun? ;

Noch weiß ich eS nicht", entgegnete Gottfried, auf gerichtlichem Wege ihn zur Herausgabe beffeiben zwingen*

Wird Ihnen nicht gelingen", unterbrach Schacht ihn,er läugnet einfach daß er es in ihrem Rocke gefunden habe, und Sie können ihm das Gegentheik nicht beweisen."

So bleibt mir nur der Weg der Gewalt offen", fuhr der junge Mann fort.

Auch den würde ich Ihnen nicht anrathen. Im Grunde kann Ihnen am Besitz des Documents nicht so viel gelegen sein, daß Sie dafür Ehre und Freiheit in die Schanze schlagen sollten, wisien Sie den Namen deS Notars, welcher die Urkunde auSgefertigt hat, so verschaffen wir unS eine rechtskräftige Kopie und kaffen das Original amortifiren. Auch hierüber wird Ihr Vater mir Auskunft geben können, warten Sie also geduldig ab, bi» ich mit ihm Rücksprache genommen habe." (Fortsetzung folgt.)

«m Döllingers bei »em Aesitaet in brr große» Aul» z« München.

(Schluß.) w./,; ..

Indem nun der Redner in ausführlicher Weise der Männer gedenkt, aus deren Geistesarbeiten dir

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übertragen werden soll. Die in den letzten Tagen sich mit der Reorganisation der Artillerie beschäftigende Presse scheint in ihrer Polemik entschieden verfrüht zu sein, wenigstens in unterrichteten Kreisen hält man die Sachlage über diesen Gegenstand nicht der Art vorgerückt, daß man ein solches Aufheben davon machen kann. Der Kriegsminister ist noch gar nicht in der Lage gewesen, sich über diesen Gegenstand schlüssig zu machen und nach Allem, was man hört, wird eine Beschlußfassung auch nicht vor der Rückkehr daS Kai sers zu erwarten sein. Mag es dahin gestellt bleiben, ob eine Denkschrift über die Reorganisation der Ar­tillerie ausgearbeitet worden ist, Ob Confercnzen über diesen GeMstand stattgefunden haben , das kann be­stimmt angegeben werden, daß im Schooße des Mini steriums noch kein Ausspruch erfolgt ist und daß kein Anlaß -irgend welcher Art gegeben ist, irgend eine Meinungsverschiedenheit innerhalb der Militär Ver­waltung und der Reichsvertretung herrschen zu sehen. |

Die Meldung desNürnb. Corr.", das Reichs­kanzleramt habe die verbündeteii Regierungen aufge fordert, sich gutachtlich über eine etwaige Erhöhung der Tabaksteuer und über Einführung des Tabakmo- nopotS im deutschen Reiche zu äußern, würde, wie die A. A. Ztg." schreibt, selbst wenn sie richttg wäre, nicht die Auffassung zulaffen, daß im Reichskanzler- amt irgendwelche Geneigtheit vorhanden wäre, das Tadakmonopol einzuführen'. Man weiß im Gegentheil, daß sowohl der Präsident des Reichskanzleramtes Delbrück, als der preußische Finanzminister zu den Anhängern dieses Monopols nicht gehören, beffen Einführung die würtemdergische Regierung bekanntlich im vorigen Jahr in Anregung gebracht hat. Uebri- genS dürfte die ganze Mittheiluug auf einem Miß verständniß beruhen. ES ist bekannt, daß nicht das Reichskanzler amt mit der Frage befaßt ist, durch welche Steuer die Salzsteuer ersetzt roeroen soll, sondern eine vom Bundesrath in Aussicht genommene Com­mission von 6 Mitgliedern, welche von den vier Kö­nigreichen, Baden und Bremen bezeichnet werben soll. ES liegt demnach nicht die mindeste Veranlassung vor, jetzt schon, vor dem Zusammentritt jener Commission, gutachtliche Neuerungen der Regierung einzufordern,

Sie mildern die Anklage nicht", fuhr der Ad­vocat fort,sie find überhaupt von keiner Bedeutung, und zudem ist das Zeugniß des Bürgermeisters eher eine Waffe gegen den Angeklagten, als für ihn."

So bleibt nn» nichts zu thun?" fragte Ernst; Doch, wir müffen den Mörder zu entdecken suchen, gelingt unS die», so haben Wit gewonnen, gelingt es uns nicht, bann"--Ein Achselzucken schloß den

Satz, bie beiden jungen Leute verstanden die Beden tung desselben.

Da plötzlich fuhr Gottfried hastig von seinem Stuhle auf, er knöpfte bie Weste offen und riß von der Hose einen kleinen Knopf ab, den er dem Abvocaten übergab.

Ii». 197, Donnerstag, den 22. August. m

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