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Einvernehmen der österreichischen und ungarischen Re­gierung erlassenes Verbot sind dieselben jedoch zurück gewiesen worden. Bemerkenswerth hierbei ist, daß Wien schon früher wegen „ollzugroßer Entfernung" die Ein ladung abgelehnt, Pest aber, zu gleicher Ze>l mit Prag — letztere« vielleicht auch mit slavischcn Hintergedanken — dieselbe angenommen hatten. Das Regierungsverboi bezüglich der Absendung einer Deputation auS Prag

jede Motivirung erlaflen; der ungarische Minister des Innern ober motivirte sie damit, daß ein General- consul in Belgrad bereits mit der Vertretung der Mo­narchie betraut sei, und die besondere Vertretung von gesetzlichen Körperschaften der Monarchie au« diesem Grunde als unstatthaft erscheine. Jedenfalls liefert dieses einen Beweis, daß die gespannten Beziehungen zwischen Oesterreich-Ungarn und Serbien noch nicht vollständig ausgeglichen sind.

ist auf den 10. Januar 1873 in Aussicht genommi und soll sich alle fünf Jahre wiederholen. ' >

geben werde, desgleichen Graf Berg.

Kehl, lk. Aug. Heute wurden auf dem hiesige« Rathhause die EntschädigungSgelder für auswärtig« Aufenthalt während des Bombardements ausdezahl. Damit ist die Reihe sämmilicher Entschädigung^ zahlungen beendigt und sind alle Ansprüche befriedigt Die in Kehl ansässigen Ausländer sinv von dies« letzten Entschädigung ausgeschlossen und werden t trotz ihres Protestes auch bleiben.

Stuttgart, 17. Aug. Gestern Nachmittag 4'/j Uhr empfing der Kronprinz im Schloß die städtich Deputation. Aus der Ansprache heben wir folgend! Stellen hervor: Als ich vor Jahren diese Slavt be­trat, hatte ich die bestimmte Ahnung, daß der Krieg die ersehnte Einheit des deutschen Volkes bringe, werde. Ich habe den Riß, welchen das Jahr 1866 brachte, tief beklagt, aber ich habe die freudige Ge­wißheit, daß er nun ganz geheilt ist. Ich verkenn! nicht die ungünstigen Eigenschaften der Norddeutschen, l'ie, bedürfen ebenso sehr der Ergänzung durch d« Süddeutschen wie diese der Norddeutschen. Ich frcm mich vor Allem, nicht ein Preuße, sonvern'ein Deutsch« zu fein. — Die Ludwigsburger Revue ist heute Vor­mittag bei herrlichem Wetter glänzend verlaufen. Der Kronprinz äußerte sich, wie auch gestern in Smt- gart, sehr befriedigt über die Leistungen der Truppen. Heule Abend erfolgt die Weiterreise über Heilbronn, wo festlicher Empfang startfinvct, nach Langenburg, wo der Kronprinz beim Fürsten Langenburg den Sonn­tag zubringt, um am Montag nach Ulm weiterzureifen. — Nachdem der Kronprinz von Stuttgart abgereist ist, wird sich der König heute nach seiner Besitzung Bebenhausen bei Tübingen und von dort nach Friedrichshafen zurückbegeben.

München, 16. Aug. Prinz Luitpold wird da in Ingolstadt statifiudenden BunteSinspection in sein« Eigenschaft als General-Jnspecteur der baierischen Armee beiwohnen. — In einer heute abgehaltenen Sitzung des Staalsralhes gelangte der Gesetzcnlwuif zur Berathung, welcher die durch Einführung des Mi- liläistrafgejetzbuches für das deutsche Reich bedingte» Abänderungen der baierischen Militär-Strafgerichts- Ordnung enthält. Die Einberufung der Gesetzgebungs- Ausschüsse beider Kammern zur Berathung dieses Ent­wurfs wird nun in kürzester Zeit erfolgen. — Del König ist von einem mehrlägigen Ausflug wieder i« Schloß Berg eingetroffen. — Seil dem Aufenthalt des deutschen Kaisers in Gastein gehen täglich zwei preußische Couriere hier durch, der eine auf dem Wege von Berlin nach Gastein und der andere von dort nach Berlin. Bis jetzt haben bereits 22 solche Cou­riere München passirt. ES ist dies ein neuer Beweis, raß der Kaiser und König sich selbst im Badeort feint Ruhe gönnt, sich vielmehr tagtäglich den StaatSge- schäften widmet.

Hochschule angehört, und Rollin wohl der einzige unter den Pariser Professoren sein mag, dessen Schriften auch in weiteren Kreiseii gelesen wurden. In den Schriften des 17. und 18. Jahrhunderts wirb denn auch die Universität nur fetten erwähnt, sie sank immer mehr in der öffentlichen Achtung. Aufgezwung-ne Be- kenntnißformeln, abgepreßte Unterschriften vollendeten die Entwürdigung der Charaktere, uud nach einer langen Agonie verschwand sie mit dem Lerlust ihres Vermögens, ohne daß in den Stürmen der Zeit die dadurch eiltstanbene Lücke beachtet worden wäre. An ihre Wiederherstellung hat seitdem, in 80 Jahren, keine der französischen Regierungen gedacht. Etiam periere ruinae. Ei» redendes Zeugniß davon, was geistige Freiheit werth sei, gibt eine Vergleichung Lö wens und L.ydens in jener Zeit. Das 1426 gestiftete Lluvium zu Löwen war geraume Zeit eine blüh nde Schule, bestimmt für die niederländischen, flämischen, wallonischen Provinzen, eine der großartigsten Körper­schaften mit ihren Hallen und 43 Collegien, ihrer reichen Dotation, ihren zahlreichen Bursenstiftungen und Privilegien hatte sie es bis aus 5 und 600U Lludirenoe gebracht; die Löwen'sche theologische Fa- cullät konnte in ihren besseren Tagen mit den Parisern weiteifern. DaS Lusleiben'sche Collegium der drei Sprachen schien geeignet, eine tüchtige philologische Pflanzschule zu werden. Aber die Namen dieser Pro festeren gleiten großentheils wie wesenlose Schatten an dem Auge vorüber, nach Justus Lipsius scheint die wiffenschaftliche Lebenskraft dort erloschen zu sein. ES fehlte der Hauch der Freiheit; vier, fünf G- walten pflegten einzugreifen, und die Professoren, wie in Frankreich das Königreich lhat, mit erzwungenen Unterschriflelt und Absetzungen zu maßregeUt, und es

ist bezeichnend, daß der einzige große, in seinem Facht Epoche machende Gelehrte, den Löwen besaß, der 6a= nonist Van Espen, noch in seinem 82. Jahre nach Nord-Niederland flüchten mußte, um ohne Lüge sterbe» zu können. Halten wir nun dagegen Leyden. Der Prinz von Oranien und die Staaten halten, um den Bürgern von Leyden die heldenmüthige Veithcidigung gegen die spanischen Belagerer zu belohmn, der Stadt das Geschenk einer Universitäit gemacht. Sie ward mitten im Gewühl des Krieges, gleich nach tew Entsatz in kürzester Frist errichtet und besaß schon gleich in den ersten Jahren ihres Daseins eine Reihe ausgezeichneter Lehrer. Aus ihr ging Hugo Grotius hervor, dort lehrte der große JustuS Scaliger, viel­leicht der genialste und umfassendste Gelehrte feinet Zeit Dort wirkten Boerhave, Ruhuken, Schulten», und noch eine ganze Reihe gefeierter Namen vermag Leyden mit seinen beschränkien Mitteln aufzuweiseir Es hat keine Zeil des Verfalls gekannt, und war uuD blieb die vornehmste Stütze und Trägerin, wie der holländischen Wissenschaft und Literatur, so auch des holländischen Nationalgeiftes, der dieses kleine Land, wenn auch vorübergehend, zu einer der ersten Welt­mächte erhob. Das eine Leyden liegt schwerer in del Geschichte beS menschlichen Geistes als ganz Po e» oder Ungarn. Tragisch möchte ich das Schicksal der spanischen Universiiäten neunen, so hoch standen sir einst in der Meinung Europa's, so tief war daN» ihr Fall, und so vergeblich sind die Versuche geblieben, durch ihre Verbesserungen ein mit reichen Geistesan­lagen ausgestatteles Volk wieder zu der Bildungestusi emporzuheben, auf welcher >s an dem Werke der an­deren Culturvölker theilnehmen und sich ihnen als geistig ebenbürtig zur Seite stellen könnte. zFortstzg.solgt-/

Die Aufregung, welche in Italien durch die Betheiligung der clericolen Partei an den Wahlen für Muuicipien und , Provinzial - Deputationen hervor­gerufen worden war, hat sich gelegt, nachdem der glänzende Sieg der Liberalen constatirt hat, daß die Mehrzahl im Lande fest zu König und Verfassung steht. Jrn Vatikan soll der HauSfriede gestört sein und namentlich da« Verhältniß de« Papstes zu seinem nächsten politischen Berather Antonelli stark erschüttert sein. ■>

Dcr Kaiser von Rußland befindet sich seit dem 6. d. M. in Livadia auf der Krim Am 7. d. M. beging der Statthalter von Polen, Graf Berg, sein 60jährige« Militär-Jubiläum und empfing bei dieser Gelegenheit vom Kaiser eine sehr ehrende Zuschrift und sonstige Auszeichnungen. Er ist einer der ältesten Veteranen der russischen Armee.

Das griechische Ministerium unter dem Vorsitz Deligeorgi's ist nun vollständig. Es hat bereits die Auflösung der bisherigen Kammer durchgesetzt. Die Neuwahlen sollen im nächsten Monat dorgenommen werden. Als Ablösung für die Laurionwerke soll die Regierung 10 (statt der geforderten 15) Millionen geboten haben.

Der neue Großvezier der Türkei, Midhat Pascha, hat gleich damit begonnen, das von Mahmud Pascha, eingesührte System der inneren Verwaltung nach Sandschaks abzustellen und die Vilayets wieder ein zmichteu, wie sie sich unter Midhat'S Leitung in Bul garien und Bagdad so wohl bewährt hatten. Die Reform- Commission ist ausgelöst worden, weil sie zu nichts nütze war. Der Staatöraih soll fortan auS zwei ge­sonderten Abtheilungen, für Verwaltung und für Ge­setzgebung, bestehen. Tjemil Pascha, an dessen Stelle in Paris Server Pascha tritt, ist zum Minister des Auswärtigen ernannt worden. Im russischen Gesandt- schaftShotel haben die Gesandten der Großmächte über die ägyptische Justizreform Rath gehalten, sich aber nicht einigen können und deßhalb beschlossen, ihren Regierungen Bericht zu erstatten.

Der rumänische Minister deS Auswärtigen, Costaforu, wird wohl abtrelen muffen, da er sich in der Kammer bei Gelegenheit dcr Verhandlungen über die Judenhetzen Steuerungen erlaubt hatte, welche die russische Regierung sehr Übel genommen hat. Die Statuten der Tabaksmonopol-Actien-Gesellschaft sind genehmigt, und der Gemeinde Bukarest ist gestattet i worden, eine Anleihe von 11? Millionen zu machen. ।

Zu den Festen der Großjährigkeitserklärung des i Fürsten Milan von Serbien waren von Belgrad i an mehrere österreichische und ungarische Städte Ein- 1 ladungen zur Theilnahme ergangen. Durch ein im t

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Deutsches Reich.

Berlin, 17. Aug. Der „Reichsanzeiger" erklärt bie Nachricht von ber beabsichtigten Stiftung beS neuen beutschen Ordens anläßlich der westpreußifchen Jubi­läumsfeier als jeder thatsächlichen Begründung ent­behrend. Derselbe veröffentlicht ferner die Conccssions- utkunde, betreffend den Bau und Betrieb einer Eisen­bahn von Frankfurt durch das Lorsbacher Thal nach (Samberg, sowie einer Eisenbahn Mainz-Wiesbaden, an die hessische LudwtgSbahn-Gesellschaft. — Die preu­ßische Creditanstalt wird die Slcti-n der von der Anglo Austrian-Bank gegründeten „Wiener Arbitragen- und Maklerbank" an hiesiger Börse einführen. Die preu ß>sche Bodencredit-Aetienbank wird am Montag den 19. d. Anmeldungen auf 25,000 Stück vollgezahlte Aktien a 200 Nominal zum Course von 115 pCt in Silber entgegennehmeti. — Der Gesetzentwurf über die Rechtsverhältnisse der ReichSbeamtett, wie er bei dem Reichstag mit außerordentlich großer Majorität zur Annahme gelangte, ist ber „Spen. Ztg." zufolge bis jetzt noch nicht publicirt. Dieser Entwurf wurve bekanntlich von bem Bundesrath, den Ausschüssen für Justizwesen unb für Rechnungswesen zur Berichter­stattung überwiesen; über sein weiteres Schicksal ist noch nichts bekannt geworben. Aus den Reichstags Verhandlungen ist ein Grund nicht ersichtlich, aus dem das angegogene Gesetz nicht die Zustimmung deS BuiideSralhes erlangen sollte. Die Punkte, welche in den Beschlüssen deS Reichstages zweiter Lesung als unannehmbar von dem BundeScommissar bezeichnet

& dem iurückzr ttubia Kkomnil

Loi fattgefu fad Ka fanmenj Wjouei

Darmstadt, 18. Aug. Die „Darmst - Zig. meltet aus Petersburg, daß auch Fürst Gorlschakvfl sich sich zur Monarchcitzusammenkunft nach Berlin b«

wurden, würden in dritter Lesung fallen gelaffen. Weitere Differenzen zwischen den Beschlüssen des Reichstages unb beit Grenzen ber Vereinbarung, welche der Bundesrath gezogen hatte, wurden wenigstens bei ber Schltißberaihung nicht relevirt. Hoffentlich sind eS rein äußerliche Grünbe, welche bie definitive Geneh migung des BundeSrathes und die Gesetzespublikation b«S jetzt verzögerten. Ein Scheitern des Gesetzentwurfs wäre nach allen Richtungen beklagenSwerth. ES wäre nicht nur bie Rechtsverhältniffe einer großen Anzahl Angestellter foriwährenb in ber Schwebe, cs müßte aber auch enttnuthigend auf ben Reichstag unb na­mentlich den Theil desselben wirken, dem eS in der That um Förderung der Reichsgesetzgebung und eine Verständigung mit der ReichSregicruug zu — Dem Vernehmen nach wird mit unter den elften Borlagen, die dem Reichstage nach dessen Zusammen­tritt unterbreitet werden sollen, auch der „Gesetzent­wurf in Betreff der periodischen Vornahme von ge-

—o-ö—v — —i—-ö »uv ViuH meinsamen Ermittelungen der Viehhaltung im deutschen

wurde von Seite de« Statthalters von Böhmen ohne I Reiche" enthalten sein. Die erste diesfällige Zählung

des Gerichts ein Beweis feiner Schuld, und wird er wieder eingeholt, so kann kein Advokat ihn von dem Schaffot retten."

„Gehen wir hierzu über, so lassen wir ihn bester ganz entwischen", entgegnete der Rentier, „er mag nach Amerika fliehen und dort in den Urwäldern eine Farm gründen."

„Wer aber soll die Rolle de« Vermittlers spielen?" fragte der Bürgermeister. „Wir bedürfen dazu eines zuverläfsigen geschickten ManncS, der es versteh^ dem Gefangenen die Hölle heiß zu machen."

„Ich werde Heldau damit beschäftigen", versetzte Krämer, „Sie müssen es dagegen übernehmen, den Schließer zu bestechen." .

(Fortsetzung folgt)

Rede Dillingers hei drm Acßact ix dcr grißeu Aula zu Manche«.

,4nir . (Fortsetzung)

So ertlirl sich, daß, wie der neue Geschichts­schreiber ber Pariser Hochschule sagt, bie glänzendste Periode, bie Zeit Ludwigs XIV., bie buntelfte ber Universität war. Von ben 40 Collegien, mit benen sie noch ins 17. Jahrhunbert eingetreten, verlor sie im Laufe bestelben 9; man entschieb über ihre wichtigsten Angelegenheiten, ohne sie zu fragen. Ihr Rector konnte im Jahre 1716 erklären, sie fei bie älteste unb ärmste Körperschaft befi Königreichs. Wenn in Deutschland die Literatur nach Abrechnung der Belletriftik wohl zu mindestens zwei Drittheilen von den Universitäten aus­geht, so fand in Frankreich seit 1660 etwa so fehl das Gegentheil statt, daß unter den berühmten wissen­schaftlichen und literarischen Namen jener Zeit kaum einer der Pariser ober überhaupt der französischen