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etwa 100,000 Beriefe jährlich gestellt und nach Er nchtung der directcn deutschen Dampferlinien seitdem einen wesentlichen Aufschwung gewonnen hat, hat die deutsche Reichs-Postverwaltung neuerdings ihre Be firebungen darauf gerichtet, die postalischen Beziehun­gen Deutschlands und Brasiliens durch den Abschluß eines PostvertrageS auf bestimmten, der Bedeutung des zwischen beiden Ländern bestehenden Verkehrs, sowie der Grundgedanken der internationalen Post- «form, mehr entsprechenden Grundlagen zu regeln, i Ein Stützpunkt der zu führenden Verhandlungen liegt bereits in den Festsetzungen des neuesten portugiesischen Vertrages, in welchem der deutschen Post das Recht «»geräumt ist, alle zwischen Portugal und Brasilien laufenden portugiesischen Postdampsschiffe zum Post- ttansport mit benutzen zu dürfe». Der Abschluß eines solchen Vertrages steht bevor.

Deutsches Reich.

Berlin, 9 Aug. Rach einer ofsiciellen An zeige aus Petersburg wird der Kaiser von Rußland seine Reise aus der Krim von Elisabetgrod über Cher- foff, Kursk, Orel, Smolensk, Witebsk, Düneburg und Eydtkuhnen nach Deutschland machen und am 5. Sept in Berlin eintreffen. In der Umgebung deS Kaisers befinden sich: Großfürst Thronfolger, Großfürst Wla­dimir Akexandrewitsch, Großfürst Nicolai-Nicolajewitsch. Zn der Suite des Kaiseis werden sein: Feldmarschall Graf Berg , die Minister deS kaiserl. Hauses, Gene- raladjutant Gras Adlerberg II., Kriegsminister General- Adjutant Miljutin, Generaladjutam Gras Schumelefi und mehrere höhere Osfiziere. In der officiellen Liste findet sich Fürst Gortschakow nicht aufgesührt, jedoch glaubt man in diplomatischen Kreisen. daß sich der Fürst zur Zeit der Kaiserzusammenkuriss ebenfalls nach Berlin begebm wird. In München scheint die Ministerkrisis noch nicht ihrem Ende zuzugehen; nach-

Aure der Kreisdircction Queue machen, sich seit dem Bekanntwerden der fabelhaften Zeichnungen auf die franzöfttche Anleihe mehr als verdoppelt hat, nament- lich drängen sich auch Frauenzimmer in Menge her- bet. Die Optionen betragen bis jetzt aus dem ge summten Lande Elsaß Lothringen bei einer Einwohner- zahl von 2 Millionen eine Gesammtzahl von 16,000 Mannern, Frauen und Kindern. An diesen 16 000 Metz und Umgegend mit etwa 7000 Mülhausen mit etwa 3000. Letztere Stadt zählt be­kanntlich eine flottirende Arbeiter-Bevölkerung von ungefähr 18,000 Köpfen, unter denen ein Viertel Na­tionalfranzosen sich befinden. Letztere stellen das Haupt- contnigent zu den Optionen.

von 130,000 Thlrch zu diesem Zwecke. Es soll aber Loroerathung durch eine gemischte Commission darüber stattstiiden, ob die fraglichen Stadtkändereien zu. ver- kaufen oder nur zu verpachten, und wie die zur Dis­position gestellten Mittel zu beschasien sind. Die Ma gistratsvorlage und der Antrag der Commisston fanden starken Widerspruch, dem gegenüber der Oberbürger meister Hobrecht für die Magistratsvorlage, eventuel für den Deputationsantrag eintrat. Schließlich ge nehmigte die Versammlung einen Vermittlungsvorschlag, welcher die Bewilligung von 130,000 Thlr» abhängig macht von dem zu erstattenden Berichte einer alsbald zu wählenden gemischten Commission darüber, ob Ber­kaus oder Verpachtung deS bezüglichen StadtarealS ftaltftnden und wie die geforderte Summe beschafft werden soll.

9. Aug. Der hier tagende Congreß der Anthropologen wählte heute zum Vorstand der deutschen anthropologischen Gesellschaft Professor Schaaf­hausen zu Bonn und bestimmte Wiesbaden als nächsten CongreßOrt.

Es ist nunmehr mit Bestimmtheit anzunehmen, daß die gegenwärtige Parlaments Session am kommen­den Samstag, den 10., geschlossen werden wirb, und Zwar nicht durch die Königin in Person, sondern durch eine königliche Commission.

Spanier». DieGaeeta" vom 6. Aug bestätigt, die Unterwerfung deS Cabecilla EstartuS mit fünfzig einer Leute. In LlinLs brach eine Bande in das Haus von Don Josv Bardoy ein, wo sie daS vor­handene Geld und alle Werthgegenstände raubten und dem Besitzer den Tod androhteu, wenn er ihnen nicht binnen drei Tagen 500 DurvS auszahle. Die Be. amten der Eisenbahn von Saragoffa, die vom Cabe­cilla Castells als Gefangene fortgeführt wurden, sind

Seine Hauptarbeiten haben Bezug auf die Steuer- Angelegenheiten, die militärischen Dinge, und dann seine Histoire be Florence", an der er schon seit 20 Jahren arbeitet und welche er schnell zu volleiiden die Absicht hat. Das Kriegswesen ist bekanntlich das Stecken­pferd von Thiers; er hält sich, wenn auch vielleicht nicht für einen großen Feldherr», doch für einen große» Sachkenner, und er duldet deßhalb nicht, daß irgend etwas geschieht, wozu er feine Zustimmung nicht ge- gcben hat. Der Zudrang von Militärs und Beamten deö Kriegs Ministeriums in Trouville ist daher auch sehr stark. Der Artillerie-Major Reffye hatte schon mehrere Conferenzen mit Thiers, und, wie man hört s°ll cr mehrere Ideen dieses Offiziers, der bekanntlich nut dem Ex Empereur auf sehr vertrautem Fuße stand, gebilligt haben. '

Ausland.

Patts, 8. Aug. Die Republik des Herrn Thiers hat traft deS über Hals und Kopf am Schluffe der ©elften noch der National-Versanimlung abgedrungenen Gesetzes über die Zündhölzchen cm Monopol mehr und wie die Regierung Tabak und Jagdschießpulver fabricirt und verkauft, so jetzt auch die Zündhölzchen Das harte WortExpropriation zu Gunsten des Fiscus wurde von den Landbotcn mit leichtem Herzen gesprochen, doch schon hinkt die Reue nach. Frankreich wird um eine ganze Classe von Beamten reicher, und den »employes aux allumettes chimiques« folgt der unvermeidliche Trost der »verificateurs«, »contrö- lenrs« und »directeurs«, die zwar von der Verwal­tung der Monopole für Tabak und Schießpulver gestellt werde» sollen, aber dem Staate doch ein schönes Stück Geld kosten werden, abgesehen von den 20 Millionen, die gleich zu Anfang erfordert werden, um die durch das Gesetz exprvpriirten Fabrikanten zu entschädige», wozu denn die weiteren Millionen kommen, um das Monopol in Schwung zu bringen, Werkstätten ^üunchten, die uöthigen Rohstoffe anzukaufen rc. Die Nattonal-Bersamnilung hat dem Finanz-Minister übrigens sehr freies Spiel gelaffen: er kann laut Art. 2 dte Ausübung des Monopols aus der Hand oder durch öffentliche Versteigerung vergeben. Ein cunoser Grund war bei diesem Gesetz im Spiele - di- Feuerverstcherungs Gesellschaften haben oft geklagt, die Zündhölzchen brächten ihnen unsäglichen Schaden; cs gebe zehn Mal so viele Feuersbrünste als in der guten alten Zeit! Dem sollte durch das Monopol vor­gebeugt werden, meinte man, denn je theurer ein täg- iiches Bedürsniß werde, desto sparsamer gehe man da­mit um. Ob dieser Satz von der Erfahrung bestätigt wird? Doch der Franzose ist schon ruhiger, wenn er weiß, der Staat ist auf der Lauer, er überwacht. Also der Staat ist jetztdie Vorsehung" der Feuerver sicherungs-Gesellschaften! Thiers, der in Trouville sehr emsig arbeitet, steht schon um 5 Uhr Morgens auf, macht hieraus eine Spazierfahrt oder einen Spaziergang, und arbeitet dann fast den ganzen Tag. Nach dem Diner empfängt er nur wenige

Personen, und zieht sich schon um 10 Uhr zu rudf, um noch bis Mitternacht zu schreiben.

London, 8. Aug. Im Unterhaus antwortete Enfield Macfie, daß die Regierung keine Bestätigung des Gerüchts über die Bedrohung ober Invasion Abessiniens Seitens Aegyptens erhalten habe. Sie habe den britischen Vertreter in Alexandrien auf tele- graphischem Wege aufgefordert, Erkundigungen darüber einzuziehen. Ferner »ahm das Unterhaus die Debatte über den Antrag Butts zur Keogh'schen Angelegenheit wieder auf. Hartington trat für Keogh'S Verhalten ein, welches zur AmtSentlassnng nicht im Entferntesten berechtigte, und warnte die irischen Parlamentsmit­glieder, durch ihre Haltung den Glauben zu erwecke» daß sie priesterliche Einschüchterungen begünstig:en und die Absicht der Priester, die gesetzliche Wahlheit zu beeinträchtigen, unterstützten. Der Aittrag Butt'S wurde schließlich mit 126 gegen 23 Stimmen abgelehnt.

77. A" 7. d. M. wurde im Unterhause eine Neu­wahl für Pontefract angeorbnet, dessen bisheriger SBer« tretet Right Honourable H. C. E, ChilderS das Kanzler­amt für das Herzogthum Lancaster angenommen hat. MU andern Worten heißt dieß, das ChilderS wieder ms Ministerium tritt, welches er im März 1871 wegen Krankheit verließ. Die Leitungen hatte» die Nachricht von der Annahme des neuen Postens etwas abfiit« geworfen, aber die Freunde und Bekannten des Genannten wußten es besser. Mau heb hervor, daß ChilderS als ehemaliger erster Lord der Admiralität an der Spitze eines wichtigen Departements jeneS Ministerium ohne Portefeuille, was der Kanzlertitel von Lancaster ähnlich wie der Geheime Siegelbewahrer bedeutet, nicht wohl annehmen könnte, aber diese Be­hauptung verkennt die politische Etiguette deS Landes Wonach eüt CabinetSsitz so gut ist als der andere' Childers gehört bekanntlich wie Rodert Lowe der australischen Schule" an; beide haben ihre politische» wie amtlichen Sporen i» Australien verdient, und wenn Childers auch nicht das Wissen Lowe's für sich anführen kann, so ist er dagegen von einer sehr ener- glschen Freisinnigkeit, und als tüchtiger GeschästSmaim hat er sich auf beiden Hemisphären bewiesen. Mit ihm erhalt das Ministerium eine merkliche Kraft zu-

Deutschland mag hervorgehoben werden, bafj Hr. Childers ein großer Freund der deutschen Entwickelung ist und mit Lord Odo Ruffel in engen Beziehungen steht. Während des vorigen Winters hielt er sich einige Zeit in Berlin auf und fein Wiedern »»tritt in das englische Ministerium kann von allen reundlich begrüßt werden, welche ein verständiges Nebeneinandergehen der englischen und deutschen Po­litik für beide Nationen und de» Weltfrieden ersprien. lich halten. 1 .

ci.ternoiivflebüor inr kie gespalten« Znlr 1 egr. SSmmtliche Annoncen-Büreau- nehmen Inserate an. 9 . ,<f j

P*9 deS Stadtlande« bei Treptow und zugleich die irg^ruchließung auch von anderwärts gelegenen Stadt- Endstücken für Bebauung, so wie die Bewilligung

Die Ersparnisse im Eisenbahn Etat auö dem . Origen Jahre sollen nach Anordnung des Handels . Ministers theilweise zu Neubauten und Geleise-Erwei- 1876 $nun8rn verwendet, uub weitere Ersparnisse durch Hunlichste Verringerung der Beamtenzahl erzielt werden. . . ~~ Im HaudelSministerium sind neuerdings, wie »Fr. Z." meldet, mehrfach Beschwerden über die Überanstrengung der im äußeren Betriebsdienste be­schäftigten Eisenbahnbeamten eingelaufen. Die Direc donen sämmllicher Staatsbahnen sind deshalb zum Berichte darüber aufgefordert worden, wie die Maxi Maldienstzeit dieser Beamten festzusetzen fei, ohne da- "tch die Betriebs-Sicherheit zu gefährden.

6 ' Die Affaire zwischen Generallimtenaut v. d. M. »roben und v. Manteuffel scheint einen ungeahnte» Wgang nehmen zu wollen. Wie dieOstbahn" 'd. i°u.c fich die Mitglieder der ganzen Giöbe»'- yen Familie welche active Militärs sind, nach Berlin 'rt ' utn *^rt Entlassung einzureichen. . .'r l,ntstchungsgrund der Differenzen zwischen den dtS «bett Generalen soll bei Gelegenheit eine« Diners "^""wechsel gewesen fein, in welchem General v.

Groben zuerst an gegriffen t diesem Angriffe mit «Wn etwas scharfen Briefe an Manteuffel begegnete, welchen Vorgänge» die Zwistigkeiten bis zu oben ^«heilten Resultaten gediehen seien.

Die Stadtverordneten Berlins beriethen in . letzten Versammlung über eine Magistratsvor- betreffs der Beseitigung der Wohnungsnoth, welche _ * BewilligunA von 130,000 Thlrn. behufs Nutzhar- >°chui.g von Stadtareal bei Treptow durch Berpach- vtz für Wohnungserrichmng vorschlägt. Die Geld- Billigungs-Deputation beantragte die Nutzbarma-

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Dbelhesfische ,'icitiitin.

dem Hr. v. Lutz für den Poste» eines baierischen Mi­nister des Auswärtige» in Aussicht stand, wurde diese Candidatur wieder zurückgezogen und wurde der baie- _

rische Gesandte in Würtemberg, Hr. v. Gaffer, auffdaß die Zahl dcrOptirende^"welch7 täaTicb Tber die Lifte gesetzt. Nach einer Meldung ans München «**-- Ucr 6tr

scheint auch diese Candidatur nicht reussirt zu haben, jedenfalls hätte alsdann die Neubildung eines Mini­steriums erfolgen müssen. Nachdem bereits im Jahre 1868 die deutsch-brasilianische Korrespondenz sich auf