Marburg, Freitag, den 19. Juli.
1872
für* 168
■ zu
Oberhessische Heitimg
ichen
ischen
nner-
ili, t
Bern, 17.
Sgr.
ter.
rationSlinie zwischen beiden feindlichen Gruppen. Wir bilem Zustande, für welche bis jetzt die Erfahrung können unS gegen die eine wie die andere, oder, vor- fehlt, schneller bewirkt werden könne. Seit Napoleon I.
en.
Prinzen nicht in Jahre stattfinden.
-rein, scheu
ral- von »mir Jtt je lten
e er- Sgr. [490
de»: ethe». 1709
459, , cbo
Wir haben durchaus keinen Grund, anzunehmen, daß die Versammlung der französischen Armee in mo-
ausgesetzt, daß wir stark genug sind, gegen beide gleichzeitig wenden. Die Versammlung aller Kräfte in Der Pfalz schützt den unteren wie den oberen Rhein
er.
-59
-43
—55
-35
-23
9-51
wird die Wirkung des Zeugnisses abschwächen, daß nur täuschende Berichte nach Rom gehen und die Wiederherstellung guter Verhältnisse zwischen Deutschland und Rom verhindern. Es dauert denn auch nicht lange, so kommt der alte Mensch im Re- bacteur der „Schles. Volksztg." wieder vor, denn er polemisirt gegen die „Deutsche Reichsztg." in Bonn, welche gemeint, ihr bliebe der Verstand stehen, als sie den Artikel der katholischen „Volksztg." gelesen. Denn, meint der Redacteur des katholischen schlesischen Blattes, er wisse nicht, daß die Sittenlehre einem römisch katholische» Manne verbiete, in politischer Beziehung ein preußischer Patriot zu sein. Wenn der Schreiber dieser Worte nur nicht sie hinterdrein als Ketzerei zurücknehmen wird. — Bei der Optionsfrage in Elsaß Lothringen kommen auch diejenigen Elsaß-Lothringer in Betracht, welche in den Reichslanden sowie in anderen deutschen Ländern sich aufhalten. Dem Vernehmen nach ist zwischen der deutschen und französischen Regierung eine Vereinbarung getroffen, daß die Option von diesen bei der französischen Botschaft in Berlin oder bei bestimmten Behörden, deren Nennung erfolgen wird, geschehen kann.
— Fürst Bismarck feiert am 28. Juli sein silbernes Hochzeilsfest. Seine Gemahlin ist von Soden wieder nach Varzin zurückgekehrt.
— Die neueste Nummer der „Prov.-Corresp.", eine Polemik zwischen der „Schles. Volksztg." und der „Germania" über die neuliche Rede des Papstes besprechend, sagt, anknüpfend an das Zugeständniß der Ersteren, daß Seitens der Regierung noch bei weitem nicht bitterer Ernst gemacht sei, Folgendes: WaS geschehen kann und muß, wenn es bitterer Ernst wird, darüber wird die Staatsregiemng im Großen und Ganzen schon jetzt nicht mehr im Ungewissen sein. Die nächsten Sessionen des Landtages und Reichstages werden darüber voraussichtlich einige Klarheit bringen. Die Regierung wünscht gewiß, treu den preußischen Ueberlieferungcn, in vollster Aufrichtigkeit noch heute, daß es zum bitteren Ernst nicht kommen möge, aber immer geringer wird leider die Hoffnung, daß die Stimmen, welche zur Mäßigung mahnen, selbst die Stimmen ernster, erprobter deutscher Katholiken, bis nach Rom dringen oder dort Gehör finden. — Der Kaiser gedenkt, der „Prov.-Corr." zufolge in der ersten Augustwoche nach Gastein zu gehen, von wo er Anfangs September nach Berlin zurückkehren würde, um etwa am 6. September den Besuch des Kaisers von Oesterreich zu empfangen.
— Wie aus allen anderen militärischen Gebieten, so sind auch betreffs der Mitrailleusen in der Zeit
und gestattet eine Offensive in Feindesland, welche, rechtzeitig ergriffen, wahrscheinlich jedem Betreten deutschen Bodens durch die Franzosen zuvorkommen wird. Es fragt sich also nur noch, ob wir ohne Gefahr, in unserer ersten Versammlung gestört zu werden, diese über den Rhein hinaus in die Pfalz und bis hart an die französische Grenze verlegen dürfen, und diese Frage ist nach meiner Ansicht mit „Ja" zu beantworten."
Unsere Mobilmachung ist bis in das letzte Detail
denklich von unserer Hauptmacht detachiren, da ja auch der Feind vor unserer Front um so viel schwächer geworden ist, wie er zu seiner Unternehmung am oberen Rhein bestimmt hatte."
„Wollen die Franzosen ihr Eisenbahnsystem behufs schneller Versammlung aller Streitkräfte völlig ausnutzen, so sind sie genöthigt, in zwei Hauptgruppen zu debarkirm, bei Straßburg und Metz, getrennt durch das Vogesengebirge. Wird der erstere, voraus sichtlich kleinere Theil nicht gegen Süddeutschland bestimmt, so kann die Heranziehung zur Hauptmacht an der oberen Mosel wesentlich nur durch Fußmärsche bewirkt werden.
„In der Pfalz stehen wir auf der inneren Ope-
vorbcreitet Sechs durchgehende Eisenbahnen sind für den Transport nach der Gegend zwischen Mosel und Rhein verfügbar. Die Fahrtableaux, aus welchen jeder Truppentheil Tag und Stunde des Aufbruches und des Eintreffens ersieht, liegen fertig. Schon am 10. Tage können die ersten Abheilungen unweit der französischen Grenze debarkiren, und am 13. Tage die combattanten Truppen von zwei Armeeeorps sich dort versammeln. Am 18. Tage beläuft sich die Ziffer unserer Streitmacht auf 300,000 Mann und werden dieselben am 20. Tage mit fast allen Trains versehen sein.
nach dem Friedensschluffe umfangreiche Prüfungen unternommen worden. Dieselben haben Resultate ergeben, welche wesentlich von denen abweichen, die man während des Krieges gemacht zu haben glaubte. Bekanntlich sind schon zu jener Zeit, namentlich vor Paris, französische Mitrailleusen deutscherseits benutzt worden, welche damals theilweise recht günstige Erfolge zu erzielen schienen. Nach sorgfältigen, nunmehr im Frieden angestellten Prüfungen haben sich aber alle betheiligten Autoritäten und Behörden, namentlich die Artillerie - Prüfungscommission, endgültig dafür entschieden, die Mitrailleuse gänzlich zu verwerfen und die Umarbeitung der betreffenden eroberten Kanonenart nicht zu befürworten.
Hannover, 16. Juli. Der Festzug der Schützen fand programmgemäß um 2 Uhr statt. Der Himmel, der Morgens noch bedeckt gewesen (ab und zu fielen sogar kleine Regenschauer) heiterte sich gegen 1 Uhr wieder auf, so daß während des ZugeS das Wetter günstig blieb. Nach dem Aufmarsch der Schützen vor dem Theater wurde die Festlichkeit durch den Gesang der verschiedenen Liedertafeln eingeleitet. Dann bestieg Stadtdireetor Rasch die Rednerbühne und hielt die Begrüßungsrede. Trotz der ungeheuren • Menschenmenge , der Zug zählte 6000 Schützen und über 100,000 Menschen füllten die Straßen, durch die sich der Zug bewegte, ereignete sich kein Unfall. Der Marsch konnte ohne lange Stockungen vor sich gehen. Auf dem Schützenplatze löste sich der Zug aus. Abends um 6 Uhr begann alsdann das Bankett im Riesenzelte auf dem Schützenplatz.
Homburg v. d. H., 17. Juli. Nach gestern hier eingetroffener zuverlässiger Nachricht wird S. M. der Kaiser am 31. d. hier eintreffen und bis zum 2. August in unserer Kurstadt verweilen.
München, 17. Juli. Der Kronprinz des deutschen Reiches hatte gestern eine längere Unter
gleich dem Bundesrath 400,000 Frs. für die Organisation der Betheiligung an der Wiener Weltausstellung , erhöhte aber die von dem letzteren gewährten 30,000 Frs. für die Unterstützung von Arbeitern behufs des Besuches der Ausstellung auf 60,000 FrS.
Frankreich.
Part-, 16. Juli. Es ist nicht begründet, wie
hat Frankreich nur partielle Mobilmachungen gekannt, bei welchen der ausrückende Theil des Heeres aus dem zurückbleibmden ergänzt wurde. Allerdings könnten die Franzosen, bei der Anhäufung von Garnisonen und Lagern gerade im nordöstlichen Theile des Landes, bei der Vollständigkeit ihres Systems von Eisenbahnen und bereit Reichthum an Betriebsmaterial, ohne vorher bie Augmentation abzuwarten, eine Armee von 150,000 Mann in sehr kurzer Zeit an der Grenze versammeln. Dies Verfahren einer raschen Initiative würde dem Rational-Charakter zusagen und ist in militärischen Kreisen besprochen worden.
(Schluß folgt)
Deutsches Strich.
*• Berlin, 17. Juli. Die Mittheilung, daß auS Anlaß der letzten Vereinbarung mit Frankreich 73 Franzosen, die noch in deutscher Gefangenschaft gewesen, begnadigt seien, ist als entschieden verfrüht zu bezeichnen. Das auf Wunsch des Reichskanzlers an Se. Majestät abgegangene desfallsige Immediatgesuch ist erst am 15. d. M. an den Kriegsminister abgegangen und daher eine Entscheidung des Kaisers noch nicht erfolgt. Daß dieselbe ablehnend sein könne, wird keineswegs befürchtet. — Graf Eulenburg hat sich von Ems nach Coblenz und Düsseldorf begeben und soll sein Besuch in der Rheinprovinz, wie man hört, außer der Strike-Angelegenheit auch der Ausführung des Jesuitengesetzes gelten, da der Minister mit den bezw. Regierungs-Präsidenten hierüber Rücksprache nehmen wird. — Am 14. August feiert der Sohn der Kronprinzen, Heinrich, seinen 10. Geburtstag; gemäß der Tradition wird auch dieser Prinz an diesem Tage den schwarzen Adlerorden und das Patent als Lieutenant erhalten. — lieber die Verlegung der Direktion der westfälischen Eisenbahn von Münster nach Hannover oder Oldenburg ist im königl Eisenbahn Commisfariat deS hiesigen Handelsministeriums nichts bekannt. — Der heutige Leitartikel der „Prov.-Corresp." „Eine warnende Stimme aus der katholischen Kirche" wird durch seine ernste Haltung, den derselbe trägt, unfehlbar einen großen Eindruck machen, der um so größer sein wird, je frivoler der Ton ist, der in de» katholischen Blättern sich zeigt, um den inneren Zwiespalt überkleben zu wollen. Was die „Prov.-Corr." in ihrer vorigen Nummer ange kündigt, ist bereits eingetreten, nämlich die Unterwerfung und der Wiederruf deS katholischen Blattes, der „Schles. Volksztg."; allerdings erfolgt diese Unterwerfung nicht ohne Anzeichen, daß diese Ueterwerfung eine gezwungene ist und dieses sucht das Blatt zu verdecken, indem eS über die Osficiösen mit Galgenhumor herfährt und erklärt, nur diese allein hätten den Zwiespalt aus den Aeußerungen der katholischen „Volksztg." herauSgelesen. In weiterer Wortdreherei wird denn auch der bekannte Artikel des Blattes als gewiß existirend behandelt. Dem gegenüber dürfte folgender Satz der „Prov.-Corresp. ins Gewicht fallen: „Keine nachträgliche Unterwerfung kann das Geständ- niß eines in den katholischen Zuständen unzweifelhaft heimischen Schriftstellers ungeschehen machen, daß das Zustandekommen der päpstlichen Unfehlbarkeit einen Stachel selbst in dm Herzen deutscher Katho Uten zurückgelassen habe, auch nachdem sie sich gläubig unterworfen haben, — kein Wiederruf
Das Werk M Geißen Generalstabes.
(Fortsetzung.)
„Wir dürfen daher mit Wahrscheinlichkeit an- nehmm," heißt es im Memoire weiter, „daß die Fran- . -asm ihre erste Versammlung auf der Linie Metz- Straßburg bewirken werden, um mit Umgehung unserer starken Rhainfront gegen den Main vorzudringen, Nord- und Südbeutschland zu trennen, mit letzterem ein Abkommen zu treffen und, bassirt auf dasselbe, gegen die Elbe vorzuschreiten. Auch bann ergibt sich eine Versammlung südlich der Mosel unb zwar aller verfügbaren Streitkräfte in ber baierischen Pfalz als daS geeignetste Mittel, solchen Plänen entgegen;»- treten."
»Die Aussicht auf leichte Erfolge könnte wohl bie Franzosen bestimmen, mit einem Theil ihrer Streit macht von Straßburg aus gegen Sübdeutschlanb vorzugehen. Eine Operation rheinaufwärts in Die Flanke dieses Marsches wirb indeß jebe« weitere Vordringen über den Schwarzwald hinaus verhindern, und den Gegner zwingen, sich erst gegen Norden Luft zu machen."
„Hat das badifch-würtembergifche Corps sich unserm linken Flügel angeschlossen, so sind wir in ber Lage, von der Pfalz aus dasselbe so zu verstärken, daß eine nahe Entscheidung schon in der Höhe von Rastatt gesucht werden darf, bei deren glücklichem Ausgang der Rückzug dem Gegner verderblich werden muß. Zur Erreichung eines solchen Zwecks können wir unbe-
Lil scheu 11. erS
baierischen Armee durch den Kron- diesem, sondern erst im nächsten
Schweiz.
Juli. Der Nationalrath bewilligte
redung mit dem Kriegsminister Frhrn v. Prankh und dem General v. d. Tann. Wie es heißt würde die Jnspicirung Der
Erscheint täglich außer den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal der Oberhessischen Leitung mit Kreitblatt durch die Expedition (Koch'sche Buchdruckerei) bezogen 22; Egr., durch die Postämter 27 Dgr. 0 Pfg. (erd. Bestellgebühr und incl. Stempelsteuer), für daS Ausland exel. Stempel 22 ®gt. - Inlertiondgebübr für die gespaltene Zeile 1 Sgr. Sämmtliche Annoncen-Büreaus nehmen Inserate an.