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Pari-, 2. Juni. Ueber Peronne hat der Kriegsrath folgendes Urtheil abgegeben: „Nach Einsicht der Documente Betreffs des Platzes von Peronne, nach Einsicht des Textes der Capitulation, auf den Bericht, welcher ihm gemacht wurde, nach Anhören des Comman- danten Peyre, Ex-Commandanten des Genies und
seine sechsjährige Wanderschule in den Vereinigten Staaten, wo er sich in allen möglichen und fast unmöglichen Lagen versuchte; vom Heizer auf Dampfern bis zum Händler und Medicinmann unter den Roth- häuten. Von Sehnsucht nach Deutschland befallen schrieb er seiner Mutter ein Tagebuch, das er nach Hamburg vorausschickte, und das in den „Rosen" im Auszuge veröffentlicht wurde und ihm in der Heimath einen Boden und einen Ruf gründete.
Der heimgekehrte Abenteurer hatte sich zum Schriftsteller entpuppt, und nun — es war im Jahre 1843 — begannn er den Pfad, dem er emsig und treu gefolgt ist bis an sein leider zu frühes Ende. Zm letzten Jahrzend arbeitete er mit einer Leichtigkeit und Raschheit, die an das Unglaubliche gränzte; eS war, als hätte er gefühlt, daß ihm die Zeit nur noch kurz gemessen sei. Seine vielen Schriften sind in ihren reifsten und besten Leistungen allbekannt und werden Vielen unvergeßlich bleiben. Als Mensch war Ger- stäcker redlich und treu, ein Weltbürger im guten deutschen Sinne des Wortes und ein ehrliches, treues Herz gegen alle, die seine Theilnahme und seine Liebe gewonnen hatten.
kancrs wie der Stumpfheit des Südamerikaners pikante Situationen abzugewiunen und die sprödesten Stoffe so zurecht zu legen und zuzustutzen, daß sie selbst denjenigen, die, ehe sie an die Lectüre gingen, keine Ahnung von diesen Zuständen gehabt, zu gegenständlichen und angenehmen Sittengcmälden wurden.
schreibungen herausgegeben: ___ ... ____
(1847) und als eine Ergänzung dazu seine letzte große Reise durch Amerika, in denen er sich nach zwanzig Jahren zu vergleichenden Schilderungen ausgiebige Stoffe suchte. Wie er es nach seiner ersten Weltfahrt, nachdem er seine persönlichen Anschauungen und Erlebnisse dargelegt, unternahm, die Scenerien novellistisch zu verarbeiten und namentlich die zwei großen Romane schrieb, von denen der eine „unter den Tropen" auf Java, der andere in Australirn („Die Te- portirten") spielt, so auch nach seiner zweiten großen Reiic, der wir die Romane verdanken, die in Peru, m Brasilien, in Mexico und in Venezuela spielen.
Neben diesen geographischen Romanen und mit ihnen eroberte sich feine reiche Erfindungsgabe ein anderes Feld, auf welchem er sich zuerst in dem „Alten Hause" und im „Eckfenster" versuchte. Eerstäcker war auch hier, wo sich seine Phantasie freier als in den geographischen Lebensbildern erging, Realist, jedoch mit romantischem Anfluge, wie er denn überhaupt ein gutes Stück Romantik in sich trug.
Wie Gerstäcker zum Schriftsteller geworden, das wußte er anmulhig zu erzählen. Im Grunde war er dazu geboren und erzogen. Sein Leben war vom ersten Tage an, wo er am 16. Mai 1816 in Ham-
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du feindlichen Kugeln ausgesetzt waren, Aeden Dienst ein, und um dem Unglück die Krone aufzusetzen, fror der Fluß, welcher die Stadt umgibt, in Folge der heftigen Kälte zu. Der Commandant Garnier, durch die wiederholten Klagen der Civilbehörden und der Bewohner zu leicht beeinflußt, einen Sturm befürchtend, der in Folge des Einfrierens der Somme möglich geworden war, wenig auf den Muth seiner Truppen zählend, die indeß kein Zeichen der Schwäche gegeben, nahm am 9. Januar die Anerbietungen des Feindes Betreffs einer Capitulation entgegen und legte sie dem VertheidigungSrathe vor. Ungeachtet der Protestation des Genie-Commandaiiten, ungeachtet der kurz vorher gemachten Anempfehlungen des Ober- GeneralS der Nord Armee übergab sich der Commandant des Platzes, welcher der Wichtigkeit des Platzes Peronne wegen der militärischen Operationen, der Nähe der französischen Armee und des geringen Ver lustes der Garnison, die nur 16 Tode und 52 Vor
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New York, 2. Juni. Die Rede des Senators Sumner im Senat, welche die Politik des Präsidenten Grant bezüglich der Waffenverkäufe heftig angriff ^regt großes Aussehen in den politischen Kreisen' Nach Sumner sprach sich noch Karl Schurz in zweistündiger Rede über den Gegenstand in demselben Sinne aus.
Philadelphia, 3. Juni. Der Londoner „Times wird von hier unterm heutigen'gemeldet, daß die Washingtoner Regierung auf ihrer Weigerung beharre, den Zusatzartikel dem Senate zu nochmaliger Modification zu unterbreiten, und daß sie wünsche, England möge sich zur Annahme des vom Senate amendirten Artikels entschließen.
Brown-Ville, 2. Juni. Nach einem der Hamburger „Börsenhalle" von hier zugegangenen Telegramme hat, wie von Vera Cruz hierher gemeldet wurde, der mexikanische Regierungögeneral Corella nm 31. v. M. die Stadt Monterey besetzt.
vorher Unter-Präfekt von Peronne; des Commandanten Garnier, Ex-Commandanten des Platzes; nach seiner Berathung, drückt der Kriegsrath wie folgt, sein motu virtes Gutachten über die genannte Capitulation aus: Im Augenblick, wo der Feind vor dem Platze Peronne ankam, waren seine Befestigungen in gutem Zustande. Seine Bewaffnung «bestand auö 49 Geschützen, ungefähr die Hälfte weniger, als die normale Bewaffnung erheischt. Die Vorräthe an Munition, Pulver und Wurfgeschossen waren ebenfalls sehr unzureichend. Was die Lebensmittel anbelangt, so hatte man im Augenblick der Capitulation noch für vierzehn Tage. Die 2000 Mann starke Garnison bestand aus Bataillonen von mobiler und mobilisirter Nationalgarde, aus 139 Mann vom 43. Linienregiment und 131 Marine Soldaten. Diese letztere Truppe, in welcher sich eine gute Anzahl mir Bedienung der Geschütze betrauter Leute befand, leistete durch ihre Dis- ciplin, ihre Festigkeit, ihre militärische Instruktion große Dienste und diente der Nationalgarde als Stützpunkt und Beispiel. Am 30. November näherte sich der Feind ein erstes Mal dem Platz, an den er verschiedene Aufforderungen zur Uebergabe ergehen ließ, die aber zurückgewiesen wurden, entfernte sich, und erschien am 25. Dezember wieder, um den Platz einzuschließen. Das Bombardement, das am 28. Dezember begann und in Folge der Bewegungen der Nord-Armee mehrmals suspendirt wurde, ward bis zum 9. Jan. fortgesetzt. Das feindliche Artilleriefeuer, auf welches der Platz zuerst mit Erfolg antwortete, nahm später eine große Heftigkeit an. Es war hauptsächlich nach der Stadt gerichtet und zerstörte einen Theil der Häuser; die Festungswerke blieben unversehrt. Sobald die Feuersbrünste aus- brachen, stellten die Nationalgarde und Feuerwehr- T. —männer,^xrjchre^Merchie Gefahren, welchen sie durch, m
„Werkes der Frauen von Frankreich" das Auf- / Wen der patriotischen Subskription erklärt hat und sich in Zukunft vor jeder Verantwortlichkeit für ent- bunden hält. — Paul de Cassaguac hat wieder ein x Duell gehabt, und zwar mit Locroy vom „Rappel." Der Streit entstand dadurch, daß letzterer der ersteren „Feigling und Bandit" genannt, und Paul de Cas-
sagnac daraus vocroy eben so betitelte.Das Duc fand am 1. Juni um 3 Uhr bei Buzenval statt. Die Waffe war der Degen. Paul de Cassaguac versetzte Locroy einige Stiche. Das erste Mal durchbohrte er dessen Hand, das zweite Mal verletzte er seine Hose, das dritte Mal verwundete er ihn leicht am Munde und das vierte Mal versetzte er ihm einen Stich in die Hand. Die letztere Wunde machte dem Duell ein Ende. Die Secundanten von Locroy waren Allain Sarge, Mitglied ves Gemeinderaths von Paris, und Franz Victor Hugo (vom „Rappel"). Cassaguac hatte als Secundanten den Grafen Maurice d'Hirrison, ehemaliger Adjutant des Generals Trochu, und den Schiffslieutenant Blanc.
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wuudete zählte, keine Rechnung trug und der sein Schreiben vom 28. Dezember vergaß, in welchem er den feindlichen General benachrichtigte, daß er sich bis auf das Aeußerste schlagen werde, nach Vernehmung der Ansicht der Majorität des Vertheidigungsrathes ■ und schloß eine Capitulation mit dem Feinde ab. In Folge dieser Thatsachen tadelt der Kriegsrath den Commandanten Garnier, den Platz, dessen Commando ihm.anvertraut war, übergeben zu haben, ohne sich nach den Vorschriften des Art. 255 des Dekrets vom 13. Oktober 1863 gerichtet und in die Capitulation die Clausel ausgenommen zu haben, kraft welcher die Offiziere, welche ihr Wort verpflichtete, nicht mehr gegen Deutschland während des Krieges zu dienen, ermächtigt wurden, in ihre Heimath zurückzukehren und so ihr Schickfal von dem ihrer Truppen, dem Art. 256 des vorstehenden Dekrets zuwider, trennten. Der Präsident des Kriegsralhes: Baraguay d'Hilliers."
Italien.
Rom, 2. Juni. Prinz Humbert ist anläßlich seines Besuchs in Berlin vom König Victor Emanuel mit der Ueberreichung des Großcordons des Militär Ordens von Savoyen an den Deutschen Kaiser beauftragt. Die Zeitungen constatiren mir großer Befriedigung die herzliche Aufnahme, welcher das kronprinz- lichc Paar beim deutschen Kaiserhofe und beim deutschen Volke begegnet. „Gazetta d'Jtalia" erinnert I daran, daß schon im Frühjahr 1870 diese Reise vorbereitet war, indem der italienische Kronprinz, wie jetzt, eine preußische Prinzessin ütnr die Taufe halten sollte. Die seitdem erfolgten Ereignisse gäben der jetzigen Reise eine um so höhere Bedeutung. Die historische Gemeinschaft, welche die Geschicke der Häuser von Savoyen und Hohenzolleni verbindet, sei der Freundschaft gewiß nicht fremd, welche die beiden Kron- srinzen vereinigt. Beide sähen ihre Väter die Einheit 'ind Unabhängigkeit ihrer Länder begründen; beide kämpften für ihr Vaterland mit Tapferkeit auf den Schlachtfeldern; beide endlich genöffe» die aufrichtige Liebe ihrer Völker. — Wie man der „Allg. Ztg." - mittheilt, enthalten die römischen Blätter ein Protokoll, welches von den Vertretern des französischen Attache Hennessy, und denen der beiden italienischen Offiziere aufgenommen worden ist, welche dem letzteren ihr
Marburg, 4. Juni. Der „N. E. K.-Z." zu- olge hat der Cultusminister Dr. Falk die drei Con- istorien des Regierungsbezirks Kassel aufgefordert, zum Zweck der Erhöhung des Minimalgehaltes der Pfarrstellen auf 600 Thlr. die nöthigen Einleitungen zu treffen. Auch haben die am 21. Mai zu Wahlershausen versammelten hessischen Geistlichen diesem schweren Nothftande der hessischen Kirche eine eingehende Be- rathung gewidmet.
Mißfallen über sein Benehmen bei Gelegenheit der Abreise des Prinzen Humbert ausdrückten. Nach diesem Protokoll hat Hr. Hennessy erklärt: erstens daß er nicht gedacht, den Prinzen zu beleidigen, vielmehr ihn gegrüßt habe, und zweitens daß er nichts gehört habe von den Aeußerungen der beiden Offiziere. In Folge dieser Erklärung find die beiderseitigen Vertreter der Meinung gewesen, daß die Sache als erledigt zu betrachten fei/ Dieser Ausgang ist, s, heißt es, durch die Bemühungen hochstehender Persönlichkeiten vermittelt worden. Uebrigens ist es gewiß daß Hr. Hennessy Rom verläßt. Der Minister ViS- conti-Venosta, welcher die Sache in vertraulicher Weise in Paris zur'Sprache brachte, soll in dieser Beziehung eine Zusage von Seiten deS Hrn. Remusat erhalten haben.
Griechenland.
Athen, 2. Juni. Vor einiger Zeit fand die Vertheilung der Preise statt, welche der Kaufmann Vutzina in Odessa für die beiden besten Dramen gestiftet hat, die jährlich in griechischer Sprache produ- cirt werden. Bei der Prüfung« Commission waren nicht weniger als 29 Arbeiten eingereicht worden. Die beiden Preise aber wurden einem Trauerspiel mit dem Titel „Agis", versaßt von Antoniadis, Professor am Gymnasium des Piräeus, und einer Komödie zugesprochen, die sich „die Liebe des Bauches" nennt und von einem Herrn HiliadiS eingeschickt worden war. — Aus Thessalien trifft die Nachricht ein, daß dort eine Bande von 40 Köpfen das bei Larissa gelegene, von Türken und Christen bewohnte Dorf Dv- moko überfallen, vier Personen ermordet und drei mit fortgeschleppt hat. Ein Hirt ist mit seiner ganzen Herde verschwunden.
produktivsten Novellisten verloren, einen Weltfahrer, j Verkommenheit der spanischen Amerikaner zu verhehlen der vieler Herren Lander gesehen, der überall unter Indeß wußte er selbst der Pfiffigkeit des Nordamen- unseren Landsleuten tn der Diaspora gekannt und ge *' “ ' ’ ‘ ~ " 1
ehrt war, wie er im Vaterlande zu den biedersten, bescheidensten und rastlosesten Männern zählte. Die Stadt an der Oker mit ihrem grünen Baumkranze war dem Knaben lieb geworden; zu ihr kehrte er wiederholt von seinen Pilgerfahrten zurück und in ihr nahm er am Abende seiner Tage bleibenden Sitz, in- deß nicht fest überzeugt, ob er den Stab nicht bald weiter setzen werde Es sollte nicht sein. In der letzten Zeit hatte er an einem Romane geschrieben, der „am Orinoco" spielt; hoffentlich ist diese seine letzte größere Arbeit noch druckfertig geworden.
Gerstäcker war ein ursprüngliches Talent; seine Feder hatte sich am Werke vor dem Publikum selbst geschult; fein Wissen war kein theoretisch gesammeltes, kunstgerecht geordnetes, es war, so zu sagen, unter feinen Augen entstanden, zu Wasser und zu Lande in Wind und Wetter, bei Hitze und Frost zusammen- getragen mit Bienenfleiß und Bieneninstinkt. Daher das Naturwüchsige, Frische, Unumwundene, in seinen Dielen Schriften, daher aber auch die schwachen Seiten des Autodidakten. Von diesem aber hatte er keine jener sonst so oft vorkommenden Schwächen in seinem Charakter: er war harmlos und naiv wie ein Kind, anspruchslos in Bedürfnissen wie in seinen Urteilen über vaterländische Dinge, für die er ein warmes Herz Wte, das sich bis zur Begeisterung entflammen konnte, wie während des Krieges gegen die Franzosen, über * tr *n ber Presse feine Stimme beredt vernehmen ließ. Am meisten orientirt war er über die Zustände der anderen Hemisphäre, seiner zweiten Heimath, die er von Kanada an bis nach Patagonien wiederholt durchwandert hatte und für die er einzustehen pflegte ohne die Schwächen des Yankee und die Trägheit und
bürg das Licht der Welt erblickte, ein Wanderleben, eme Pilgerfahrt. Sein Vater war Tenorist, und der Lohn begleitete den Künstler auf dessen Kunstreisen. Nach des Vaters Tode kam er in die
Obhut seines Onkels Wehrstedt, der Bassist
am Stadt-Theater in Braunschweig war. Hier besuchte er die unteren Elasten des Catharineums und angeneymen Litteiigcmalden wurden. wurde dann nach Kassel in die Lehre gebracht Aber
Gerstäcker s Leistungen haben sich nach drei Rich- zum Kaufmann taugte der unftäte Sinn des ^üna- totgen entfaltet, die fedch nur Zweige aus dem einen lings so wenig wie zum Oekonom. Im FrühUna Stamme sind. Er hat zwei umfangreiche Rchebe- 1837 schiffte sich der damals einundzwanzigjährig? tusgegeben: „Reisen um die Welt" Auswanderer nach New-York ein unb begann nun Pint LyrAAMuttiA .-r,. o """