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betr. dm Staatsrath an; zufolge Art. 3 dieses setze- werden die ordentlichen Staatsräthe von Kammer in öffentlicher Sitzung gewählt und alle

Ge­ber drei Re- sich

wahrgenommen zu werden pflegt. Aehnliches läßt sich bei Berücksichtigung der Zeitumstände von der Sterblichkeit unter den Versicherten sagen. Zwar hatte auch der Krieg von 1870/71, wie derjenige von 1866 eine Epidemie im Gefolge; die diesmal aufge­tretene Blattcrnkrankheit zeigte sich aber ungeachtet ihrer größeren Verbreitung doch weit weniger verderb­lich als die 1866 in engeren Kreisen vorgekommenc Cholera. Von den 920 Todesfällen, welche im vori­gen Jahre unter den Versicherten der Bank eintraten, sind nur 44 oder etwa 43,< Prozent durch die Blat­tern herbeigeführt worden. Es erscheint dieß als ein sehr geringes Verhältniß. Der Grund davon darf wohl in dem Umstande gesucht werden, daß die Ver­sicherten der Bank größtentheils den wohlhabenderen und intelligenteren Klassen angehören, in welche Epi demien weniger intensiv einzudringe» pflegen, weil sie mehr als andere in der Lage und sorgsamer darauf bedacht sind, Schutzmaßregeln dagegen zu ergreifen Ein solcher Schutz bot sich hier ganz besonders in der Revaccination dar und eS ist, so weit die gelie­ferten Nachweisungen darüber Aufschluß geben, kei­ner der Versicherten an den Blattern gestorben, wel­cher diese Vorsichtsmaßregel im Laufe der letzten Jahre angew.ndet hatte. Die durch die Blattern verursach­ten Todesfälle traten auch, wie die Cholerafälle im Jahre 1866, vorzugsweise unter den mit kleineren Summen betheiligten, also im Allgemeinen wohl auch weniger wohlhabenden Versicherten ein. Während unter allen Sterbefällen im Durchschnitt auf jeden derselben ein! VersichcruiigSbelrag von 1713 Thlr. trifft, stellt sich unter den an den Blattern Gestorbe­nen der mittlere Durchschnitt auf nur 1554 Thlr. Dieser Umstand trug dazu bei, daß trotz der durch die Blatiernepidemie gesteigerten Sterblichkeit doch das Schlußergebniß für die Kasse der Bank noch ein recht befriedigendes ist. Es waren im Ganzen während

gegeben. Der Kriegsrath hat sein Gutachten über die Capitulationen von Longwy und Peronne abge-

Jahre zum dritten Theil erneuert werden. Die giemng, welche das Recht der Ernennung für in Anspruch nahm, hat also in diesem Punkte nach-

Amnestie-Verein macht bekannt, daß die noch übrigen fcnischen Gefangenen baldigst und wahrscheinlich noc vor Ankunft des Herzogs von Edinburg freigelaffen werden sollen. Auf dem Heimwege von Bombay starb am 2. Mai ein Sohn von Charles Dicken» (der fünfte in der AlterSreihe) an Bord des Dampfer» Malta." Er diente als Lieutenant auf der eng­lischen Flotte und war bei Allen, die ihn kannten, sehr beliebt.

Ztalien.

Rom, 26. Mai. Der König will einige Tag, vor der Constitutionsfeier aus Neapel hier eintreffen. Die festlichen Vorbereitungen dazu haben bereits bg gönnen. Es versteht sich, daß den Beleuchtungsfeste« die erste Nolle dabei zugelheilt wird. Sogar d« Girandola antiken Styls soll theil» auf den Wälle« der Engelsburg, theils vor und auf der dahinführende« Tiberbrücke nach vielen Jahren zum ersten Male wieder brennen. Am 22. d. wurde hier vom Asstsenhofl das erste Todesurtheil seit der Annexion Roms ausge­sprochen. Als das Verbiet verlesen wurde, stand einer der Geschworenen auf, und erklärte, er habe irrtüm­lich mitJa" gestimmt, während erNein" habe sagen wollen. Zufälliger Weise war gerade sein Votum dasjenige, welches die Entscheidung gegeben hatte. Der Hof konnte natürlich diese Erklärung nicht berücksichtigen.

Spanien.

Madrid, 26. Mai. Die Cortes werden moraenl wieder zusammentreten und die Oppositionsparteien eine Interpellation über die Cabinetsveränderung stellen. Die Republikaner haben beschlossen, sich den Radi­kalen im Kampfe gegen das Cabinct anzuschließen. Die Majorität hat den Namen der konstitutionellen Partei angenommen.

Amerika.

Havanna, 26. Mai. Nach einem der Ham­burgerBörsenhalle" vo» hier ^gegangenen Telegramm ist hier aus Vera-Cruz die Nachricht eittgetroffen, daß General Rocha am 6. d. Mazatlan genommen hat.

Schritte beim Präsidenten der Republik gethan wor­den, um ihn zu veranlassen, zur Eröffnung der Aus stellung nach Lyon zu kommen. Thiers hat aber er­widert, daß ihm die Geschäfte in Versailles und be sonders die bevorstehenden Verhandlungen über daS Budget die Heise nach Lyon nicht erlauben wer­den. Dagegen hat er beschlossen, den Trauerceremo- nien beizuwohnen, welche zur Erinnerung an die durch die Communisten ermordeten Geiseln nächstens mit großer Feierlichkeit stattfinden sollen. Die im Handels, und Ackerbau-Ministerium eingelaufenen Nachrichten sind schlecht. Der unaufhörliche Regen verursachte Ueberschwemmungen. In Lyon ist die Saone in den unteren Theilen der Stadt übergetreten. Die Loire schwillt immer mehr an, der Allier wächst mit jeder Stunde, der Doubs ist ausgetreten und hat schon zwei Eisenbahnbrücken fortgeschwemmt. In den Departements der Saone et Loire, der Maine et Loire, des Allier, des Doubs sind alle kleinen Flüsse übergetreten und haben die Aernte zerstört. Die Provinz-Journale sind voll von Schilderungen der Verwüstungen, welche der dauernde Regen verursacht hat.

Großbritannien.

London, 27. Mai. Verflossenen Sonnabend hielten 3000 Arbeiter des Woolwicher Arsenals ein Meeting ab. Die Redner hoben hervor, daß nicht beabsichtigt werde, zu einer Arbeitseinstellung zu schreiten. Man beschloß, der Regierung eine Denk­schrift zu Gunsten der neunstündigen Arbeitszeit ein- zunichen. Gegenüber der Schloßruine von Hastings liegt seit der Nacht vom 23. d. der Bremer Dampfer Baltimore," ein breites langes Loch im Leibe, von seinem Capitän absichtlich auf den Strand gefahren, damit er nicht im Tiefwasser versinke. Sämmtliche Passagiere sammt ihren Effecten sowie die Bemannung sind, wie bekannt, wohl erhalten ans Land geschafft worden. Veranlaßt wurde das Unglück dadurch, daß derBaltimore" mit dem spanischen DampferLo­renzo" zusammenstieß, der mit getrockneten Fischen nach Bilbao unterwegs war. Der Spanier fand mit eingestoßenen Rippen Zuflucht in Southampton, wäh­rend der Bremer nicht Zeit genug hatte, um einen nahegelegenen Hafen aufzusuchen. Jener kümmerte sich, nachdem er ihm die Seiten cingerantit, nicht weiter um diesen, und alles das geschah auf breiter Wasser straße bei ruhiger See, in mondheller Nacht; Unvor­sichtigkeit von der einen oder andern Seile war offen­bar im Spiele. Mittlerweile sind unsere Landsleute der Baltimore hatte fast ausschließlich Deutsche an Bord in den Gasthäusern von Hastings gut, wenn auch kostspielig, untergebracht. Einige darunter traten noch am gleichen Abend die Weiterreise über Dover nach der Heimath an. Der Dampfer selbst ist gestern früh 5 Uhr, von zwei Schleppdampfern bug sirt, von Hastings nach Southampton abgegangen. Zur Begleitung haben gleichzeitig zwei Regierungs­dampfer Hastings verlassen. Lord Dalling and

säst nirgends fester Grund. Die Straße zwischen Di- sentis und Tawetsch ist durch einen Erdschipf ober­halb Disentis versperrt. Auch in Medels sollen Ge­lände herunter gekommen sein.Ein Glück ists," schreibt derFreie Rhätier",daß es bis in die Thäler schneit; sollte sich der Wind drehen und der Föhn wieder eintreten, so hätte man ein Hochwasser, wi« im Jahre 1868; ein Anfang hierzu ist da."

Frankreich.

Pari-, 25. Mai. DasJournal des Debats" meldet:Man fertigt in diesem Augenblicke den voll­ständigen Plan der Stellungen an, welche die fran­zösische Armee vor Metz in den verschiedenen Phasen des Krieges eingenommen hat, mit genauer, Tag für Tag, ja, Stunde für Stunde verzeichneter Angabe der Stellung des Feindes. Derselbe wird den Mitgliedern des KriegSrathes für Bazaine vorgelegt werden und soll sie in den Stand setzen, die Operationen der Ar­mee von Metz vom 11. August bis zum 30. Oktober zu verfolgen. Die bonapartistischen Blätter bringen folgendes Schreiben Napoleons III. mit dem Datum des 12. Mai:An den General-Commandanten der Armeekorps zu Sedan. Generali Den Institutionen des Kaiserreiches gemäß vor dem Lande verantwortlich, nehme ich nur das Urtheil an, welches die regelmäßig conftituirte Nation aussprechen wird. Deßhalb habe ich auch nicht den Bericht deö KriegSrathes über die Kapitulation von Sedan zu beurtheilen; ich beschränke mich darauf, die Hauptzeugen dieser Katastrophe an die kritische Position zu erinnern, in welcher wir uns befanden. Die vom Herzog von Magenta befehligte Armee that auf edle Weise ihre Pflicht, sie kämpfte heroisch gegen einen zwei Mal stärkeren Feind; als sie unter die Mauern der Stadt und in die Stadt selbst zurückgeworfen wurde, bedeckten 14,000 Tobte und Verwundete das Schlachtfeld, auf welchem ich sie kämpfen sah. Die Lage war eine verzweifelte. Da die Ehre der Armee durch die von ihr entfaltete Tapfer- kei sicher gestellt war, so machte ich von meinem Rechte eines Souveräns Gebrauch, indem ich den Befehl er theilte, die parlamentarische Fahne aufzupflanzen, und ich nehme laut die Verantwortlichkeit dieses Aktes für mich in Anspruch. Das Opfern von 60,000 Mann konnte Frankreich nicht retten; die erhabene Aufopfe­rung der Führer und Soldaten wäre nutzlos gewesen. Wir haben also einer grausamen, aber unerbittlichen Nothwenvigkeit gehorcht; sie brach mein Herz, aber ließ mein Gewissen ruhig. Glauben Sie, General, an alle meine Gefühle.

Versailles, 26. Mai. In der vorgestrigen Sitzung nahm die Nationalversammlung das Gesetz

geben. Thiers hat ein neues Großkreuz erhalten;

er hat deren jetzt 19. Der Bey von Tunis hat ihm l Bulwer, früher Sir Henry Bulwer, der bekannte Di- nämlich den Groß Cordon seines Nicham Ettica zu-1 plomat, Gesandter in Madrid und Washington, von

gesandt. Derselbe verleiht die Würde eines Pascha 11855 bis 1865 Botschafter in Konstantinopel, ist im und Thiers wird sich deßhalb in Zukunft Thiers Alter von 67 Jahren gestorben. Der Dubliner Pascha nennen können. Es sind wieder neue -

Marburg, 28. Mai. Die in Nr. 121 d. Bl. enthaltene Mittheilung übet Ordensverleihungen an hiesige Herren be­darf folgender Berichtigung: Geh. Medicinal-Rath Prof. Dr. Roser hat nicht den Kronenorden, sondern das Eiserne Kreuz verliehen erhalten, und statt Dr. Heusinger ist daselbst zu lesen: Referendar E. Heusinger.

Marburg, 28 Mai. Se. Exccllcnz Generallieutenant v. d Goltz, Inspekteur der Schützen-und Jäger-Bataillone, ist behufs Jnspicerung des hiesigen Jäger-Bataillons hier eingetroffen.

Marburg, 28. Mai. In der gestern Abend beendeten schwurgerichtlichen Verhandlung gegen Baruch Stern von Kirchhain wurde von den Geschworenen die Hauptfrage mit 7 gegen 5 Stimmen bejaht; da bei diesem Stimmenver- hältniß der Gerichtshof den Wahrspruch der Geschworenen zu ergänzen hat, scbloß sich letzterer der Minorität an und wurde in Folge dessen der Angeklagte freigesprochen.

Marburg, 28. Mai. In der heutigen Sitzung des Schwurgerichts wurden 1) die Wittwe des Adam Waßmuth von Frankenberg, nachdem die Geschworenen die Frage des chweren Diebstahls verneint, dagegen die des einfachen Diebstahls bejaht hatten, des letzteren Vergehens, und zwar im wiederholten Rückfall für schuldig erkannt und zu 4 Mo­naten Gefängniß verurtheilt; 2) Jakob Stey von Großseel- des vorigen Jahres 1,536,200 Thlr. für 904 Ge­storbene zu vergüten. Die Zahl dieser Sterbefälle beträgt zwar etwa 25 mehr als die angenommene Slerblichkeilslifte erwarten ließ, der dafür zu vergü­tende Betrag steht aber um nicht weniger als 57,177 Thlr. unter der rechnungsmäßigen Erwar­tung. Nach Abzug des Abgang» von dem Zugang fand ein reiner Zuwachs von 1689 Personen mit 4,117,000 Thlr. Versicherungssumme statt und erhob dm Versicherungsbestand für den Jahresschluß auf 38,081 Personen mit 72,185,400 Thlr. Die Einnahme der Bank im vorigen Jahre war um 174,514 Thlr. größer als im Jahre 1870 und belief sich auf 3,344,571 Thlr., worunter 817,294 Thlr. Zinsen von auSgeliehenen Geldern begriffen sind. Der Zufluß, zu dem diese fast ausschließlich auf Hypotheken von größeren Landgütern bewilligten Ausleihungen gemacht sind, schwankt nach der Gegend der Belegung und betrug im Durchschnitt 486 Proz. Da sich die Ausgabe für Sterbefallzahlungen, Divivendm rc. auf 2,321,522 Thlr. beschränkte, so wuchsen von obiger Einnahme dem Bankfonds nicht weniger als 1,023,049 Thlr. zu und erhoben denselben auf 18,252,709 Thlr. Hierunter sind 13,101,353 Thlr. für Prämienreserve, 1,202,930 Thlr. für Prämienüberträge, 349,274 Thlr. für som . füge Passiva und 3,599,152 Thlr. für die den Sicherheitsfonds ausmachenden reineU^berschüsse begriffen. Diese Ueberschüsse kommen in den nächsten 5 Jahren (im Jahre 1872 mit 37 Procent bet Prämie) an die Versicherten zur Vertheilung. Das Jahr 1871 allein gewährte einen reinen Ueberschuß von 889,794 Thlr., den höchsten bis dahin in einem Jahre erübrigten Betrag Diese befriedigenden Er­gebnisse wurden mit einem Kostenaufwand erzielt, bet im Ganzen, einschließlich aller Agenturprovisionen, nur 44/5 Procent ber Jahreseinnahme beträgt.

Wasser; ba bieser jeboch in Zweifel stellte, ob er solches hier oben finben könne, unb babei ihm einfiel, baß et ein Fläschchen mit Wei» von Hallstabt aus mitgenommen habe, so zog er es hervor, unb mit Hülfe besten gelang es ihm, die Ohnmächtige in's Leben zurückzurufen.

Wo ist er? Wo ist er?" rief sie jetzt, als sie die Augen aufschlug.O Gott! Ich habe gesehen, wie er in die schreckliche Tiefe hinabstürzte! Er ist tobt!"

Da kommt er ja herauf," sagte ber Führer ruhig, Er ist nicht hinabgestürzt!" (Fortsetzung folgt.)

Gotha, 20. Mai. Aus dem Rechnungsabschlüße ber hiesigen Lebensversicherungsbank für 1871, welcher jetzt ben Ausschüssen ber Versicherten zur Prüfung vorliegt unb bemnächst veröffentlicht werben wirb, kann vorläufig mitgetheilt werben, baß bie Ergebnisse bieser Rechnungsperiode recht befriedi­gend unb weit günstiger waren, als bie Zeitumstände (kriegerische Ereignisse unb Blatternepidemie) erwarten ließen. Diese Gunst zeigte sich zunächst in einem reichen Zugang an neuen Versicherungen. Von 3,984 auf eine Versicherungssumme von 7,741,100 Thlr. gerichteten Anträgen wurden 3387 mit 6,451,400 Thlr. zu einer Jahresprämie von 200,874 Thlr. an­genommen, Beträge, welche so bedeutend sind, daß sie, außer im Jahre 1869, in keinem der anderen Jahre erzielt wurden. Nehm diesem ansehnlichen Zugang hielt sich der Abgang an bestehenden Ver­sicherungen , welcher sonst durch kriegerische Ereignisse sehr gesteigert zu werden pflegt, in mäßigen Grenzen. So weit er bei Lebzeiten stattfand, betrug er nur 542,100 Thlr. d. i. ?/10 Prozent aller 1871 in Kraft gewesenen Versicherungen. Es ist dies ein Überaus geringes Verhältniß, welches in anderen ähn­lichen Kreisen kaum während des tiefften Friedens

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