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Buchstaben m. e. i. n. e. i. n. borftmen. Sicher stammt aus karolingischer Zeit der Krönungssessel im Hochmünstcr; aus einfachen Marmorplatten ist er nach antiken Mustern zusammengesetzt Ueber dem Lei- chensteine Karls hangt ein kolossaler, vergcldeter Knp- ferleuchter mit Heiligengestalten; Friedrich Rothbart schenkte ihn. Das Jungfrauenbild im hohen Chor trägt an hohen Feiertagen wohl eine prächtige Edel­steinkrone ; mit ihr bewies Maria Stuart den Manen

Friedrich Rothbart öffnete noch einmal die Gruft und ließ Karls Gebeine in einen antiken, mit dem Raub der Proserpina verzierten Sarkophag legen. Friedrich II. hüllte sie in ein kostbare« sarazenisches Gewebe und verschloß sie in einen silbernen übergol­deten Kasten. So ruhen sie denn in der Aachener Gruft, doch nicht da, wo heut gerade in der Mitte des OctogonS der Stein mit der hier allein passenden Inschrift „Carolo Magno“ sich befindet, sondern mehr seitwärts. Jedoch befindet sich der Schädel in einem mit kostbaren Steinen übersäetcn Brustbilde Karls und ein Armknochen wird unter den kleineren Reli­quien gezeigt. Kaiser Otto's III. Grab befindet sich im hohen Chore. Von den Reichskleinodien, welche dieser Kaiser der Leiche Karls des Großen abnahm, ist dem Aachener Domschatz nur Weniges geblieben; er besitzt nur noch das Kreuz, welches die Kaiserleichc auf der Brust hatte, und das angebliche Jagdhorn

jetzt keine weiteren Storungen eingetreten. — Vorige Woche war in Oberammergau ein Unternehmer aus Wien anwesend, um die dortigen Passionsspieler zu vermögen, während der Dauer der Weltausstellung ihre Passionsvorstellungen in Wien zu geben. Er bot 60,000 fl. und freie Reise und Verpflegung; aber die Leute wiesen, — was man nur billigen kann — eine solche Profanirung ihrer religiösen Spiele im Dienste der Industrie zurück.

Frankreich.

Pari-, 21. Mai. Das kriegsgerichtliche Gut­achten über Mezisres lautet: „Nach Einsicht rc., nach Anhörung des Oberst-LieutenantS de la Lobbe, Ex Commandanten des Platzes MozioreS, des Capitäus Lemaire^ Ex-Commandanten des Genies, des Comman- danten Gominal, Ex-Commandanten der Artillerie, des Uuter-Jnspectors der Hochöfen von MezisreS, Artil­lerie-Oberstlieutenant Mallarmo, dcS Generals Blon deau, Ex-Obercommandanten von Mezisres, nach seiner Bcrathung — gibt der Rath, wie folgt, sein motivirtes Gutachten über die genannte Capitulation ab: Im Augenblicke, wo sich der Feind vor dem Platze Mö- ziöres einstellte, waren die Festungswerke in vollstän­digem Vcrtheidigungszustande Die Artillerie zählte 132 Geschütze, darunter 36 gezogene, und nur 8 24pfündige Positionsgeschütze; sie hatten einen Vorrath von 97,000 Wurfgeschossen, 4000 Brandraketen und 60,000 Kilogramm Kanonenpulver. Es waren außer­dem am Platz 18,600 Kilogramm anderes Pulver und 2,178,000 Patronen vorhanden. Der Platz war mit einer enormen Menge an Lebensmitteln aller Art ver­sehen. Die 3060 Mann Garnison vermehrten sich auf 5530 Mann in Folge der Ankunft einer gewisfen An zahl vereinzelter Soldaten, die sich aus Sedan ge­flüchtet hatten, einer Infanterie-Compagnie und einer Batterie vom Corpö des Generals Vinoy. In Wirk lichkeit waren die Bestandtheile dieser Garnison nicht sehr gut, denn man zählte unter denselben 1200 mit dem Waffenhandwerk nicht vertraute Recruten und mehr als 1700 Nationalgarden oder FranctireurS Andererseits nahm ihr Effectivbestand nach und nach in Folge des Abgangs von Detachements ab, welche nach der Nord-Armee gesandt wurden; sie wurde bis zu dem Punkt reducirt, daß int Augenblick der Ein­schließung die Soldaten 28 Stunden auf 48 im Dienst waren. Der Feind stellte sich vor dem Platz bereits am 1. September ein und erließ mehrere Aufforde­rungen zur Uebergabe, aus welche der Commandant mit einer Weigerung antwortete. Die Einschließung fand aber erst am 25. December statt. Das Feuer des Feindes begann am 31. und dauerte 28 Stunden. Der Platz capitulirte am 1. Januar. Die Stadt war zum großen Theil in Asche umgewandelt. Die Na­tionalgarbe von Charleville — es liegt Meziöres ge­genüber — legte weder Beweise von Aufopferung, noch Festigkeit an den Tag. Die Bitten der Civilbehördm und Beweggründe der Menschlichkeit bestimmten den 1 Ober-Cvmmandanten, dem Verlheidigungsralh die Ca- ' pitulation vorzuschlagen. Dieser Antrag wurde mit i Einstimmigkeit weniger eine Stimme votirt. Das ■ Pulver und die Munition konnten wegen des Brandes 1 der Stadt und des Wassermangels, der in Folge des Frostes 1 herrschte, nicht vernichtet werden. Der Rath ist der Ansicht, daß der Ober Commandant, General Blon- deau, Tadel verdient, weil er capitulirte, ohne daß die

1 der That gezwungen wurde, die „Bouffes du Nord" l zu Lille am Sonntag Abends zu verlassen. Ich werde , nicht von den Insulten, deren Gegenstand ich wegen meiner Nationatität war (sie können mich nicht be­rühren), noch von den Drohungen und anderen ähn­lichen Dingen sprechen, die weit davon entfernt sind

1 eines Landes würdig zu sein, daö immer an der ' Spitze der Civilisation marschiren wollte und noch marschiren will. Ich werde mich auch nicht darüber weiter auslassen, ob einige junge Leute das Recht haben, mich auf diese Weise zu verfolgen und dir : Thüre meiner Wohnung einzuschlagen; was ich aber förmlich widerlege, ist, daß es nicht zwei, sondern nnr einer Ihrer Mitbürger ist, der daS Haus ver­ließ, in welchem ich bin. Was den anderen anbe- langt, so blieb er nur auf meine Bitten in seiner Slelle. Noch erlaube ich mir die Bemerkung, daß, wenn die französische Nation gegen alle Völker, dH sie mit Krieg überzogen, so handeln soll, ihr nicht- übrig bleibt, als sich zu isoliren. Was mich anbe- langt, so seien Sie versichert, daß ich nicht länger auf Unkosten derer leben werde, die ich, wie man sagt, ausspionirt und bestohlen habe; und glauben Sie mir besonders, daß es jedenfalls ehrenhafter ist, der Lakai Sr. Majestät de« Kaisers Wilhelm zu sein, als der von Napoleon III. gewesen zu sein. Ich zähle auf Ihre Ehre, mein Herr, daß Sie dieses in Ihrer nächsten Nummer als Antwort auf den oben erwähnten Paragraphen Ihres Journals aufnehmen. G. Wilkens."

Versailles, 22. Mai. Das „Journal offi- ciel" meldet: Die UnlersuchungS-Commission beschloß, bezüglich der Straßburger Capitulation über Uhrich ein Tadelsvotum zu verhängen, weil derselbe capilu- lirt habe, bevor ein Sturm erfolgt sei, weil Muni­tion uud Fahnen nicht vernichtet und bei dem Abzug der Garnison die kriegerischen Ehren nicht auSbedun- gen worden seien und weil den Officiercn gestattet gewesen sei, sich zu verpflichten, nicht weiter gegen den Feind zu dienen. — Cazeau, der bisherige Ge­schäftsträger in Athen, ist zum Gesandten in Rio de Janeiro ernannt. Guyot-Montpeyroux begibt sich in den nächsten Tagen als Generalconsul der diesseitigen Regierung nach Pest. — Die birmanischen Gesandten haben um eine Audienz bei ThierS nachsucht; der Tag ihres Eintreffens von Rom steht noch nicht fest. — Die Mittheilungen in Betreff der Mitglieder, auS welchen das Kriegsgericht bestehen wird, vor welchem der Marschall Bazaine erscheinen soll, sowie des Prä­sidenten und deö Vice-Präsidenten dieses Gerichtes werden als verfrüht bezeichnet. Es ist über diesen Gegenstand noch nichts bestimmt worden. Der Kriegs- Minister will, bevor darüber entschieden wird, mit verschiedenen Generalen conferiren; vorgestern hat er n dieser Absicht eine lange Unterredung mit Admiral Trshouart gehabt. — Das officielle Blatt enthält die Ernennung des BaronS Benoist d'Azy (Sohn dcS Vice - Präsidenten der National - Versammlung) zum Director der Colonieen an Stelle des Hrn Zoepffel der zum Rath am Rechnungshof ernannt ist. '

Italien.

Rom, 23. Mai. Kronprinz Humbert ist am 17. d. in Begleitung seines vollständigen bürgerlichen und militärischen Hofstaates nach Mailand abgereist. Erst heute geht der Prinz nach Berlin, wo er drei

Menschen nach und nach, so daß man vorzog, an seiner Stelle stärkere Arbeiter anzunehmen. Ich war der Verzweiflung nahe, — da schickte der liebe Gott u,is Hilfe. ■

„In dieser Hütte lebte ein alter Forstwart mit seiner Frau, für den Mathes schon öfter gearbeitet hatte. Der Forstwart starb und hinterließ die Witwe ebenfalls in großer Noth. Mathes meldete sich um die Stelle, und erbot sich, die Witwe bis an ihren Tod zu erhaltm und zu verpflegen, wenn er die Stelle bekomme. Da er gute Zeugnisse beibringen konnte, so erhielt er auch die Anstellung, die zwar nicht mehr als einen mäßigen Taglohn einbringt, der aber das ganze Jahr hindurch, selbst an Sonn- und Feiertagen fortgeht, und da wir zudem freie Wohnung hatten, so war unsere Lage viel bester, obgleich es uns immer noch nicht ganz gut ging.

„Die Witwe des Forstwarts war aber geschickt in Zubereitung allerlei Salben, Pflaster und sonstiger Arzneimittel, und verdiente damit manchen Groschen, und da ich ihr gerne dabei behilflich war, so lernte ich diese Kunst ebenfalls. Vor vierzehn oder fünfzehn Jahren starb die Witwe, und ich fetze feitdem das Geschäft allein fort, und zwar mit größerem Glück, so daß es uns gegenwärtig, wie Sie sehen, ganz leid lich geht.«

So erzählte die alte Frau. Das junge Mädchen war während dieser Mittheilung immer aufmerksamer geworden, hatte mit gespannter Erwartung zugehört, um kein Wort zu verlieren, und als Jene geendet hatte, blieb sie in tiefes Nachdenken versunken. Ein­mal wollte sie über Einiges, was ihr nicht ganz klar war, Fragen stellen, — doch besann sie sich wieder

‘ Vorschriften des Art. 255 des Decrctes vom 13. Oc- > tobet 18,63 erfüllt waren, weil er mir einen Theil i seines Kriegsgeräthes und seiner Bewaffnung vernichtete, I und weil er dem Feind eine enorme Menge von Vor- t rächen an Lebensmitteln aller Art Preis gab. Der : Präsident des Kriegsrathes: Baraguay d'Hilliers."

PariS, 21. Mai. Vor ungefähr drei Wochen i sandte das hiesige deutsch amerikanische Handelshaus Sichel u. Comp. einen seiner Commis, Namens G. Wilkens, nach Roubaix, wo eS eine Filiale besitzt. Er sollte dort einen Commis ersetzen, mit dessen । Diensten man nicht zufrieden war. Nach der Ankunft Wilkens in Roubaix wurde der betreffende Commis 1 weggesandt. Dieses erregte unter den übrigen Com­mis dieser Stadl große Entrüstung, und als Wilkens am letzten Sonnkag die „Bouffes du Nord« zu Lille : — die Roubaixer begeben sich des Sonntags ge wöhnlich nach Lille, da ihre Stadt keine Unterhaltun­gen darbietct — besuchte, wurde er von den Roubaixer Commis (die Liller standen ihnen natürlich bei) ge­zwungen, die Bouffes zu verlassen. Dabei blieb die Sache aber nicht. An den meisten Tagen wurde er von den Commis, denen sich Arbeiter angeschlossen hatten, auf offener Straße und daun in seiner eige­nen Wohnung überfallen, deren Thür man zuletzt einschlug. Vorher hatte man ihn zwei Tage in sei­nem Hause belagert, und ein französischer Hauptmann war sogar von Lille zu Pferde herübergekommen, um ihn zum Duell hcrauSzufordern. In Folge der In­tervention des Polizei-CommiffärS wurde er nicht stark mißhandelt; dieser forderte ihn aber auf, Lille zu verlassen, weil er nicht für sein Leben einstehen könne. Wilkens leistete dieser Aufforderung auch Folge und begab sich nach Paris, um bei der deutschen Bot schäft eine Klage einzureichen. Mit ihm mußte zu­gleich ein Belgier Roubaix verlassen, der seine Partei ergriffen hatte. AuS Anlaß dieser Vorfälle brachte dann der „Liberal" von Roubaix in seiner Nummer vom 15. d. folgendes Schreiben: „Roubaix, 14. Mai 1872. Herr Chef-Redakteur! Der Deutsche, welcher aus den „BouffeS du Nord" am Sonntag Abend hinausgeworfen wurde, ist der gleiche, welcher die Ursache ist, daß zwei unserer Mitbürger in dem Hause, wo sie beschäftigt waren, ihre Stellen verloren. Die Umstände dieses Vorfalles und das anti-patriotische Verfahren der Herren .... haben alle jungen Leute unserer Stadt, die französisches Blut und den Preußen- haß in ihren Adern haben, entrüstet. Ja, wir prote- stiren alle gegen die Gegenwart dieser Lakaien Wil- helm's in unseren Mauern, und wir werden entzückt ein, ihnen dieses jeder Zeit und überall zu beweisen. Da diese Leute erbärmlich genug sind, bei uns aus unsere Unkosten leben zu wollen, nachdem sie uns ausspionirt und bestohlen haben, so laßt uns diesel­ben behandeln, wie sie es verdienen. Eine Gruppe ranzösischer Angestellter." Die Nummer des genann- : teil Blattes vom 16. brachte auf diese Notiz eine 1 Antwort, welcher die Redaktion folgende Bemerkung - vorausgesandt hatte: „Ungeachtet der etwas lebhaften ! Ausdrücke des nachstehenden Briefes macht es die Unparteilichkeit uns zur Pflicht, dasselbe zu veröffent­lichen." Die Antwort selbst lautet: „Roubaix, 15. Mai 1872. Herr Chef-Redakteur! Ich habe so eben : tn Ihrem Blatte einen Artikel gelesen, der mich sicher i auch interesstren muß, da ich Deutscher bin und in <

des großen Karl ihre Ehrfurcht. Die Neuzeit hat beit hohen Chor deS Domes mit prächtigen Glasmalereien geschmückt; gewiß wird das neuerftanbeue Reich diesem Bauwerk seine ganz besondere Theilnahme er­halten.

(Fortsetzung folgt.)

und beobachtete den ganzen Nachmittag über ein un­gewöhnliches Stillschweigen.

(Fortsetzung folgt.)

Dir Pfalzen und die Ruhestätte« der Karolinger.

Von Oskar Schwebe!.

(Fortsetzung.)

Vor dem Aachener Altäre krönte Karl 813 seinen Sohn, den unglücklichen Ludwig. Nicht lange darauf flüsterte man drüben in der Pfalz von unheilvollen Vorzeichen; ein Blitzstrahl hatte am Dorne die In­schrift Carolus Princeps getroffen und daö letztere Wort verwischt, der Säulengang zwischen Palast und Kirche war eingestürzt, und bald daraus setzten auch die Geistlichen die Kaiserleiche auf den goldüberzogenen Seffel in der Krypta, das Evangelienbuch auf dem Schooß, die Krone auf dem festgeketleten Todten-

haupt, Szepter und Schild ihm zu Füßen und über

dem kaiserlichen Ornat die Pilgertasche, welche er bei Karls, auf 'welchem sich dreimal °dieUbielbahen feinen Reisen nach Rom zu tragen pflegte. So sah - - 1

ihn Kaiser Otto III., als er im Jahre 1000 in der oon den Normannen zerstörten Kirche die Gruft auf: suchte; der Fackelschein, der in das erbrochene Ge wölbe hineinstrahlte, vermehrte noch den majestätischen Eindruck der Scene; geblendet und scheu wichen die Krieger zurück. In der Nacht erschien der Kaiser seinem jugendlichen Nachfolger und bereitete ihn auf feinen nahen, kinderlosen Tod vor. Als ihn dann Otto III. in dem blühenden Garten zu Firenzola herannahcn fühlte, da befahl er feinen Getreuen, seine Gebeine über die Alpen zu bringen und ihn, den thatenlosen, zum thatenreichsten Mann hinzu' legen, zum großen Karl, dessen Weltherrschaft er nach­geträumt halte.