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Opfern bequemen konnte, welche die Liebe begehrte, — das andere, weil es vergaß, dieser verfehlten Erziehung einigermaßen Rechnung zu tragen und mit der Irrenden Nachsicht zu haben, und der Riß zwi« ichen Beiden ward noch größer durch den in Beiden gährenden Strubel von Stolz, Eifersucht und Lei-
zu Stande kommen werde. Wenn ich gestern auf die Stellung des Herrenhauses in dieser Frage und auf die von der Regierung anzuwendenden Maßregeln hinwieS, um hier die Mehrheit zu sichern, so ist andererseits aber auch nicht unerwähnt zu lassen, daß die halbofficielle Correspondenz, indem sie die opferwillige Mitwirkung beider Häuser betonte, vorausgesetzt, daß auch das Abgeordnetenhaus einige Opfer in Betreff seiner Beschlüsse zu bringen haben werde, um jenen Erfolg möglich zu machen. In der Sitzung des Abgeordnetenhauses vom 16. März war es ja auch dieser durchaus praktische Standpunkt, welchen- der Minister deS Innern mit eben so großer Frei müthigkeit wie feinem Takte vertrat, indem er sagte: Der Schwerpunkt liegt darin, Herrenhaus und Abgeordnetenhaus zu vereinigen, und die Aufgabe der Regierung muß es fei», gerade auf diese Seite der Krage das Hauptgewicht zu legen u. s. w. Es handelt sich dabei um gewisse, nicht eminent principielle Fragen, bei denen das Abgeordnetenhaus füglich einer entgegengesetzten Anschauung deS Herrenhauses wird Rechnung tragen können. Dahin gehört z. B. die Bestimmung der 75—99 der Kreisordnung über die Vollziehung der Wahlen in den Wahlbezirken deS Verbandes der Landgemeinden: Bestimmungen, über welche die Regierung in der Sitzung vom 21. März bereits daS Erforderliche in präciser Weise festgestellt hatte.
•• Berlin, 2. Mai. Im großen Generalstabe wird eine neue Abtheilung als Central-Direetion für die Vermessung im preußischen Staate geschaffen; es wird hierdurch eine Centralstelle für die beiden bisher bestandenen Institute für Landestriangulation und für topographische Aufnahmen gegründet. — Nach der Gewerbeordnung vom 4. Juni 1869 sind Bestimmungen getroffen, welche zur Sicherung der Arbeiter bei gewerblichen Anlagen dienen sollen. Nach §. 18 der Gewerbeordnung sollen bei denjenigen gewerblichen Anlagen, zu denen eine besondere behördliche Genehmigung ersorderlich ist, Anordnungen zum Schutz der Arbeiter gegen deren Leben und Gesundheit in diejenigen Bedingungen ausgenommen werden, an welche
D»S Ungliilk auf lern Vesuv tm 25. April.
Ein Augenzeuge der herzzerreißenden Katastrophe auf dem Vesuv schreibt darüber im „Piccolo" Folgendes: Es war am Abend des 25. April, als ich mich in Gesellschaft eines Freundes zum Vesuv begab. Vom Observatorium aus fliegen wir zu Roß und von zwei Führern mit Fackeln begleitet »den Berg hinan. Ein steiler Pfad sühne uns zu einer breiten, von der Lava von 1871 bedeckten Fläche, Atrio del Cavallo, die einem in der heftigsten Bewegung plötzlich erstarrten Meere glich.
lieber diese knirschenden Trümmer mußten wir ttn< zu Fuß weiter bewegen. Endlich hemmte ein sich vor M- auSdehnender, breiter Lavastrom unsere Schritte. Zur Rechten auf dem Gipfel deS Berges erblickten wir einen Feuerheerd in lebhaftester Bewegung, aus welchem unter heftigem Schnauben bald Flammen emporzüngelten, bald Rauch aufftieg, bald glühenrq Massen zu erstaunlicher Höhe emporwirbelten. Zu einer langen Zickzacklinie reichte die Lava vom Gipfel De* BergeS herab, doch war kaum eine Bewegung bei ihr wahrzunehmen. Der Himmel war von weißen Wölkchen überzogen und eine fast unheimliche Stille herrschte rings umher. Im großen Krater selbst war es ruhig, nur einer zweiten Oeffnung entstieg ein Brausen, ähnlich dem eines gigantischen Dampfkessels.
Zn der riesigen, weißen Wolke über dem Krater spielten unheimliche, roihe Reflexe. Da überraschte uns bei der nächtlichen Wände,ung ein breiter Feuer streif, der etwas unter dem Krater aufglänzte und sich rapid nach den Seiten und der Tiefe zu ausbreitete. Die Rauchsäule, die Wolken und das ferne Meer erglänzten im Widerschein, der Mond trat hell aus
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Deutsches Strich.
△ Berlin, 2. Mai. Nach dem Verlaufe der jüngsten Verhandlungen im Schoße der Militär-Straf- gesetz-Commiffion scheint die Hoffnung nicht wohl mehr aufrecht erhalten werden zu können, daß die gümchie Gesetzvorlage eine befriedigende Lösung finden werde. Die bürgerlichen und militärischen Elemente der Commission erhielten in ihren gegensätzlichen Anschauungen über die Strasarten und namentlich über den strengen Arrest eine so scharfe Zuspitzung, daß an eine schließliche Verständigung füglich nicht zu denken sein dürfte. Vor einiger Zeit wies ich darauf hin, daß der Reichstags-Abgeordnete, General-StaatSanwalt Dr. Schwarze aus Dresden, trotzdem er vom Standpunkte der bürgerlichen Strafgesetzgebung Manches in dem Entwürfe des Militär-StrasgesetzeS auszusetzen finde, durch eine bessere Einsicht als z. B. Lasker und Meyer (Thorn) ein richtiges Verständniß dafür bewiesen, was vom Standpunkte der militärischen Disciplin erforderlich sei, indem er mit anerkeniienswerther Selbst» erläug- nung erklärte, er werde seine juristischen Bedenken in den Hintergrund treten lassen, wenn ihn militärische Autoritäten versicherten, daß diese oder jene Bestimmung zur Ausrechterhaltung der Disciplin nothwendig fei Wenn die bürgerlichen und namentlich juristischen Mitglieder der Commission sich auf den Schwarze'schen Standpunkt gestellt und sich von gleichen einsichtsvollen Erwäguiigen hätten leiten lassen, so würde das wahrscheinliche Scheitern der für die militärische Einheit Deutschlands auch auf dem Gebiete des Strafrechts so bedeutsamen Vorlage nicht beklagt zu werden brauchen. — Die gestrige „Prov.-Corresp " hat bekanntlich der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß durch die opferwillige Mitwirkung der Mehrheit in beiden Häusern des Landtages eine Vereinbarung mit dem Landtage über die Kreisordnung noch in dieser Session
Tiittschttttge«.
Eine Erzählung aus dem Leben von S. F.
(Fortsetzung.)
Unseligerweise gab sie diesem Drang zur Rache Gehör, eilte an den Schreibtisch in ihrem Boudoir, nahm ein Blatt Papier, schrieb darauf: „Eduard. — Um Mitternacht. — Siebe und Treue!" faltete darin die Locke, welche sie sich von Eduard Grahm erbeten hatte, und legte daS kleine Päckchen in eine unverschließbare Schublade ihres Schreibtisches. Hierauf begab sie sich in das Schlafzimmer der Kinder, weckte Mathilde und stahl sich leise in ihr eigenes Schlafgemach. Zu ihrer nicht geringen Ueberraschung land sie aber hier ihren Gatte», ter am Porzellan-Ofen lehnte, mit Zügen so bleich und starr wie die Mar- mvrbüste auf dem Ofen. Ihr Gewissen schlug sie, 1 aber sie wollte nicht seine besseren Eingebungen hören. An ihm ist'», mir bett ersten Schritt entgegen zu kommen, sagte sie zu sich selbst; allein sie wartete vergebens daraus. Er sah sie ihr Nachtgewand und Anderes zusammeuraffeti und das Zimmer verlassen, ohne daß er nur im Mindesten Anstalt machte, sie zurückzubalten.
Keines von Beiden sand in jener Rächt den erquickenden Schlummer; Jede» klagte da» Andere einer Schuld oder eines Frevel» an.
Daß der Doctor im Schlafzimmer seiner Fran ihre Rückkehr erwartete, erklärt sich folgendermaßen: da» Geräusch vom Zuschlägen der Hauslhüre, als Malwine ben Assessor Grahm hinausließ, hatte ihn au» seinem gedankenschweren Hinbrüten geweckt. Er war an'S Fenster geeilt, weil et befürchtete, seine Frau habe in ihrem Trotz und Ungestüm fein Hau» verlassen. Er erkannte aber in dem Weggehenden Eduard Grahm. Betroffen und in der naheliegenden Bermu chung, daß Malwine benfelben hereingelassen habe, hatte er sich selbst mit Argwohn unb Verdachts- Sründen aller Art gequält, bi» fein Hirn wahrhaft fieberte.
So wurden zwei Herzen, die einanber treu und ">nig geliebt hatten, einander fremd, — daS Eine °Urch Erziehungsfehler und «eil e» sich nicht zu den
Ue Genhmignng geknüpft wird. Durch Beifügung des Handelsministers sind die Provinzialbehörden angewiesen, in jenem ConcessionSverfahren ex officio auch die Frage zu prüfen, welche Anforderung zur Sicherung der Arbeiter zu stellen ist, und soll hierbei von dem Grundsatz ausgegangen werden, daß die Unternehmer alles das zu leisten haben, was erfah- rnngsmäßig und nach dem Stande der Technik für den Gewerbebetrieb als bewährt und ausführbar an- zusehen ist. Bei den gewerblichen Anlagen, zu denen keine besondere Genehmigung nöthig ist, sollen die Behörden nach der Verfügung des HandelSmittisterS sich die aufmerksamste Controle zur Pflicht machen, unb wird denselben aufgegeben, alle gewerblichen Unternehmungen, mit welchen Gefahr für die Arbeiter verbunden ist, zu ermitteln, und für die nothwendige Einrichtung zur Sicherung der Arbeiter Sorge zu tragen. — Die Ernennung des Cardinals Hohenlohe giebt noch immer Stoff zu Erörterungen in der Presse, von welcher allerdings nur die radikale unb ultramontane in scharfer Kritik gegen biefe Ernennung loSsährt, die übrige Presse findet diese Wahl eine sehr glückliche. — Der „Nürnb. Korrsp." hatte vor einigen Tagen das Gerücht verbreitet, eS solle eine nachträgliche Forderung für ben Militäretat im Reichstage einßebracht werben. Die „Kreuzzig." hat bereits von unterrichteter Seite diese Nachricht dementirt. Um solches Gerücht aber in ergiebigster Weise zum Schweigen zu bringen, wird es nothwendig sein, überall daraus hinzuweisen, daß diese Nachricht eine völlig grundlose war. — Die letzten Commissions - Sitzungen zur Berathung des Militärstrasgesetzbuches haben die Hoffnung auf Verständigung über das Gesetz allerdings sehr schwankend gemacht. Wenn nun aber von radikaler Seite behauptet wird, daß die officiöse Presse über die Berathungen optimistische Anschauungen verbreitet habe, um später daraus Capital zu schlagen, so muß dem auf daS Entschiedenste widersprochen werben; sehr günstige Berichte über daS resp. Zustandekommen dieses Gesetze» sind in den liberalen Zeilungen und namentlich in der „D. R.-K." mit großer Vorliebe verbreitet worden.
Nach der letzten Notiz über die Ausprägung von den Wolken hervor und die wunderbaren Contraste, welche in dieser paradiesischen und zugleich von solchem Schrecken durchschauerten Gegend die Sinne und die Seele ergriffen, hinterließen den tiefsten Eindruck. Indessen weckte uns die fliegende Hitze der neuen Lava au» unseren Betrachtungen.
Die Führer glaubten, daß noch drei Stunden vergehen könnten, ehe die' glühende Masse bis zu unserem Standpunkte gekommen sein würde. Aber die Vorsirt mahnte zum Rückzüge, unb drei Bekaimte, welche eben hinauf wollten, ließen sich bewegen, mit uns herunter zu steigen, teilte Menge Neugieriger begegnete un» auf dem Lavafelde; e» waren, wie die fremdartigen Laute verriethen, Ausländer, die sich dem todbringenden Schauspiele näherten, nicht gewarnt durch daS Signal, welches der Berg selbst gegeben hatte, tein Brautpaar saß Hand in Hand unb mit glänzen- ben Augen auf einem Lavablock Ob dasselbe znrück- gekehn ist, weiß ich nicht. Bereits waren wir wieder zu Roß und auf dem Wege nach dem Observatorium.
Andere Bekannte begegneten un», fragten wie'» oben aussehe und zogen weiter. Da veranlaßte un» ein tiefer, dumpfer Donner rückwärts zu schauen. Der ganze Berg schien in Feuer aufgegangen zu sein. Die schwarzen Streifen, welche noch so eben die beiden Lavastreifen trennten, waren mit der Schnelligkeit deS Blitzes verschwunden, Alles eine Gluth; rasende Flammen ergossen sich über das eben erst verlassene Lavafeld, und ehe wir noch ein deutliches Bewußtsein vor ter neuen Katastrophe hatten, stürzte ein neuer Feuerberg in die Tiefe, riesige Massen hernnterwäl- zend. Dicker Rauch stieg empor, die Gegend verdüsternd, und heiße Schwefelkämpfe und der Qualm brennenber Erdharze machten das Athmen unmöglich. Wir ergriffen bie Flucht, während hinter unS daS verzweifelte Geschrei der von der Katastrophe lieber« rajchlen erscholl. Wir erreichten unseren Wagen, als bereite der Morgen graute und ein lieblicher Früh- lingSwinb durch das glänzende Laub der Reben strich.
In Neapel drängte sich an diesem Tage daS Volk vor dem Hospital der Pellegrini, um die Tobten unb Verwundeten zu sehen, welche dorthin geschafft wurden.
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