Einzelbild herunterladen
 

sterium über die Fälle zu berichten haben, in der en ein Wechsel in der Person deS Schulinspectors noch wendig oder wünschenSwerth erscheint. Für die Ent ziehung de« nach Vorschrift des Gesetzes jederzeit widerruflichen Auftrages wird im Allgemeinen der Mangel treuer Hingebung an dir Interessen des Staates und an die Aufgaben einer denselben ent sprechenden Jugenderziehung maßgebend sein. Mit bfr soliderer Rücksicht auf die örtlichen Verhältnisse wird die Vernachlässigung des deutschen Sprachunterrichts in den Volksschulen der Lanoestheile mit polnischer Bevölkerung als ausreichender Grund zum Widerruf des staatlichen Auftrages zu gelten haben, da eine Verkümmerung des deutschen Sprachunterrichts mehr oder weniger immer dem Schulinspector zur Last ge­legt werden muß."

X Hannover, 27. März. Der Herr Ober­präsident Graf Otto zu Stolberg-Wernigerode ist von Berlin wieder hier eingetroffen. — Nach der in der letzten Sitzung des Festcomite's für das vierte deutsche Bundesschietzcn erzielten Verständigung wird der dies­malige Festthaler auf der einen Seite das Wappen der Stadt Hannover mit der Umschrift „Residenz Hannover", auf der andern Seite eine Germania tragen. Die Ausführung ist Pem hiesigen Modelleur Brehmer übertragen. Neben Festbechern sollen auch Uhren zu denselben Preisen ausgesetzt werden; dieselben werden das Hannoversche Stadtwappen mit der Umschrift „Viertes deutsches Bundesschießen. Hannover 1872" eingegraben erhalten.

Frankreich. ,

Versailles, 26. März. Gestern zog die Na tional-Versammlung zwei Gesetzentwürfe in Betracht. Der eine verlangt, daß vom 1. Juli 1872 an die Tabaks-Bureaux, die bis jetzt unentgeltlich an Per­sonen abgegeben wurden, welche sich der Gunst der Verwaltung zu erfreuen hatten, an den Mcistbicten den abgegeben werden; der andere gestattet, daß man Gold- und Silbersachen, welche für die Ausfuhr b» stimmt sind, in jeder Mischung anfertigen könne. Hierauf nahm die Kammer das Project an, welches den Appellall'onshof von Metz, der sich gegenwärtig in Charleville befindet, nach Nancy verlegt. Alsdann wurde die Budget-Diskussion wieder ausgenommen. Beim Budget des Ministeriums der öffentlichen Bauten verlangte Wilson, daß man in da« Budget die regle- mentsmäßige Summe von 41 Millionen für die Eisen bahnen einschreibe, da man auf diese Weise die Anleihen vermeide, welche der Staat für die Eisenbahnen mache. Nach einiger Diskussion wurde der Antrag verworfen; die übrigen Artikel, so wie das ganze Budget des Bauten- Ministeriums, wurden mit 645 Stimme» angenommen. Während der Abstimmung reichte der Minister d. I. folgenden Gesetzentwurf ein: „Für dieses Jahr und in Anbetracht der Verhältnisse wird die Eröffnung der Generalräthe für diejenigen derselben, deren Er­öffnung an einem früheren Datum stattfiuden sollte, auf den 28. April vertagt." Die Dringlichkeit für diesen Entwurf' wurde fast einstimmig angenommen. Der Bericht soll bereits morgen vorgelegt werden. Bamberger brachte nun die Angelegenheit Bazaine'S vor die Kammer; er stellte folgenden Antrag:^,,Ein ziger Artikel: Die Beschlüsse des Kriegsralhes, welcher mit der Prüfung der Capitulationen betraut ist, werden der Versammlung mitgetheilt und in das amt-

Wer ist diese Schaar, die in den weißen, mit Blau und Gold ausgezeichneten Uniformen, mit den blauen, goldgestickten Bandelieren über den Schultern, mit dem auf die lockigen Häupter fest gedrückten breitkrämpigen, mit weißen und blauen Federn geschmückten Hut jetzt in die Bahn einrückt, sich in Front vor der königlichen Loge aufstcllte und dem Kaiser und Könige salutirt? Es sind Offiziere der Potsdamer Garde - Cavallerie- Regimenter, vier vom Regiment des GardeS du Corps (Rittmeister von MutiuS, Rittmeister Prinz Croy, Rittmeister Graf Solms und Second-Lieutenant Graf Bismarck-Bohlen), vier von den 1. Garde - Ulanen (Second-Lieutenant von Wackerbarth, Second-Lieute­nant von Rochow, Premier-Lieutenant Graf Stolberg und Premier-Lieutenant Graf Hohenthal), vier von den 3. Garde-Ulanen (Premier Lieutenant von Natzmer, Premier-Lieutenant von Bonin, Premier-Lieutenant von Lilienkron und Rittmeister von Rosen). Sie stellen die Leib-Dragoner des großen Kurfürsten dar. Welche herrlichen, stolzen Gestalten, welche prächtigen Pferde, wie kühn und jig sie dahin gingen! Heute können sie keine Schwcdenköpfe mähen, wie damals bei Fehr­bellin, heute können sie im Ringelstechen nur den auf­gestellten Figuren die Köpfe abschlagen, aber sie wür­den jenes eben so kühn und geschickt dem Feinde ge­genüber thun, wie sie es hier im Spiele ausgeführt haben. Damals schleuderten sie den Schrecke» in die Reihen der Schweden, heute werfen sie nur Blumen in die Reihen der darüber gar nicht mtsetzten Damen. Prinz Croy reitet auf seinem prächtigen Falbm an die königliche Loge und überreicht der Kaiserin ein Bouquet. Sie reiten ab.

Nun werden Baumdecorationen und künstliche Barrieren in Form von Erdwällen in die Bahn ge-

liche Blatt eingerückt." Bamberger verlangte die Dring­lichkeit, die auch erklärt wurde. Zugleich wurde der Antrag sofort auf die Tagesordnung der Abtheitungen gesetzt. Man fckritt nun mr DiScnssion deS Gesetzes über die Bank von Algier, die ermächtigt werden soll, die Ausgabe ihrer Bankscheine von 34 auf 48 Mill, zu erhöhen. Der Entwurf stieß auf größeren Wider sprach und die Discussion mußte vertagt werden, da sich ein großer Theil der Deputirten, welcher den Schnellzug nach Paris nicht versäumen wollte, aus dem Staube gemacht hatte.

Rußland «ad Pale«.

Petersburg, 24. März. Durch kaiserl. Erlaß vom 23. Januar d. I. wird gestaltet, daß diejenigen Juden, welche das technologische Institut in Peters­burg absolvirt und die Jngenieurprüfung bestanden haben, im Staatsdienste angestellt werde» dürfen. Es ist dies ein neuer Schritt, den Rußland zur Emanci- pation der Juden gethan hat. Es ist schon vor län gerer Zeit auch denjenigen Juden, welche Universi­tätsstudien gemacht und die vorschriftmäßige Staats­prüfung bestanden haben, das Recht der Anstellung int Staatsdienste verliehen worden. Eben so ist es den Juden in Rußland neuerdings gestattet worden, adelige Güter käuflich zu erwerben und zu bewirth- schaftcn; auch hat die Commission für die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht die Zulassung der Juden zur Offizier Carrisre dringend befürwortet.

Griechenland.

Athen, 24. März. Der „Köln. Ztg." schreibt man von hier über die jüngsten Kammerwahlen: Die Wahlen zur Deputirtenkammer sind jetzt im gangen Lande vollzogen und das Ergebniß derselben ist, daß die Regierung im Hause der Abgeordneten über eine sehr große Stimmenmehrheit gebieten wird. Sehen wir uns die Wahlen ein wenig näher an, so ist zu­nächst zu constatiren, daß sämmtliche Mitglieder des jetzigen Kabiiiets, mit Ausnahme des Kriegsministers Drakos gewählt worden sind. Sodann aber ist zu bemerken, daß die Minister ihren Sieg und den ihrer Freunde in verschiedenen Distrikten durch ein eigen; thümliches Manuöver erreicht haben. Einflußreiche Politiker wissen sich durch ihre Gönner und Freunde, wo nicht Befreiung, doch eine derselben fast gleichkom­mende Stundung in Betreff der von ihnen zu leisten­den Steuern und Pachtzahlungen zu erschleichen. Die­ser Uebelstand hat einen solchen Umfang erreicht und besteht schon so lange, daß es nicht übertrieben scheint, wenn man die Summe, welche dem Staat durch solche Säumigkeit vornehmer Steuerzahler und Pächter von Staatsgütern und durch solche Nachsicht der früheren Ministerien vorenthalten wird, auf mehr als 50 Mill. Drachmen veranschlagt. Jetzt ließ nun das Ministe­rium olle diejenigen von diesen böse» Schuldnern, die der Opposition angehörten und als Candidaten aus­getreten waren, plötzlich am Vorabend der Wahl ein- ftecken und so mußte seinen eigenen Candidaten wohl fast allenthalben das Feld verbleiben. Andererseits hat sich die Oppositionspartei in verschiedenen Wahl­kreisen, z. B. in Nauplia, auf Spezzia und in Ka lavryta ungebührlicher Einwirkuitgeit und Fälschungen der Abstimmung schuldig gemacht, und an mehreren Orten kam es bei den Wahlen zu blutigen Zusam menstößen zwischen den Parteien, wobei die Truppen und Gendarmen sich auf die Seite der RegierungS- stellt. Dazu ertönen Fanfaren vom Orchester und auf prächtigen Braunen jagen sechs Reiter in die Bahn. Sie tragen das alte brandenburgische Jagdcostüm, schar- lachrothe Röcke mit goldenen Bandelieren und goldenen Achselbändern, schwarze breilkrämpige Hüte mit schwarzen und weißen Federn. Sic nehmen vor der königlichen Loge Aufstellung. Die Jagd-Fanfaren schmettern zum zweiten Male, und durch das weit geöffnete Thor erscheinen noch mal« sechs Cavaliere im gleichen Costüm und, wie die vorigen auf Braunen, so diese auf Schecken, und stellen sich ebenfalls vor der königlichen Loge auf, um den Kaiser und König zu begrüßen. Die Reiter sind zwölf Offiziere deS Garde-Husaren-Regimems, Premier-Lieutenant v. Kottwitz, Lieutenant Graf zu Eulenburg, Lieutenant Baron v. Schwarzenberg, Lieu­tenant Graf v. Wartensleben, Lieutenant v. Meyring, Rittmeister Gras v. Wartensleben, Seconde-Lieutenant v. Besser, Seconde-Lieutenant v. Dewitz, S. K. H. Rittmeister Prinz Wilhelm von Würtemberg, Sc- conde-Lieutcnant v. Esbeck, Seconde Lieutenant v. Gu- stedt und Rittmeister Frhr. v. Geyr. Für den Erb Prinzen von Ratibor war der Lieutenant v. Besser «»getreten. Nun begann eine wilde und kühne Jagd um die Bahn herum, über die Barrieren hinweg, in allen Gangarten, in den kühnsten Wendungen und Sprüngen, cs war ein echter jacher Husarenritt, aber dieser brachte Leben, Farbe und Stimmung in den Abend. Am Schlüsse der kühnen Evolutionen ritt, rote vordem Prinz Croy, so dieses Mal Rittmeister Graf Wartensleben vor die kaiserliche Loge und über­reichte dem Kaiser eine Schleife mit der in einen Lorbeerkranz gestickten Devise: „Vom Fels zum Meer!"

Später vereinigten sich die kurfürstlichen Lcib- Garde-Dragoner mit den rothen Cavalieren, und nun

Wtirttb.

Hauptst Cruz n dieser S äußerste fremde ■

Deutsch heu«.

frankf. Nulau ^Urhess Bayern

Den Helden preist von Fehrbellin, Den großen und den starken. Das war ein Flug, du stolzer Aar, Ein mächtig Schwingenschlagen; Das hat zur Sonne hoch und llar Der Heimath Ruhm getragen.

(Schluß folgt.)!

, ' 1 •aixembi JCtteld. “esterr. ( Oest.-De Deeterr.b

_Bank- Bayer. ll Bannst, "rankfui

JV/. Ba- •‘/•Böhtr y/»Elisal Ji•/. Fra **/.Frx.-.

Partei schlugen unb mehrere Personen getöbtet und verwunbel wurden. Schließlich sei noch bemerkt, daß die Zahl der ausgetretenen Canoieate» etwa fünf Mal so groß war, als die der Drputirten ist. — Aus Monembasia trifft die Nachricht' ein, daß dort ein großer Erdsturz stattgefunden hat, der auf vulcanische Ursachen zurückgeführt wird und eine Fläche von meh­rere» Morgen umfaffen soll. Die Stadt liegt nicht auf dem Festlande von Morea, sonder» auf einer durch eine Brücke mit demselben verbundeiicn kleinen Jnstl.

Amerika.

Mexico, 3 März. Obwohl Vie amtlichen Zei­tungen die Gerüchte von einer Niederlage der Gene­rale Ochoa und Corella als falsch bezeichne» und mehrere Liege dcö Gouvertuurs PcSquiera über die Aufständischen unter dem General Marquez, so wie die Flucht der Revolutionäre tu JaliSco melde», steht es doch noch sehr bedenklich um die Regierung. Die­selbe ist gezwungen, zu den äußerste» Mittel» zu grei­fe», ja, man spricht schon von der Verlegung des Re­gierungssitzes nach Vera-Cruz, weil Juarcz dort bessere Gelegenheit haben würde, die Hülfe der Ver­einigten Staaten zu erbitten unb zu empfangen. Tie Zwangsaushebnng bauert fort; viele Pflanzungen sinb ihrer sämmtlichen Arbeiter beraubt. In der Nacht veS 28. wurde sogar die Druckerei einer Zeitung von Soldaten besetzt unb die Setzer in die Armee gepreßt. Die Beförderung von Telegrammen an Privatleute ist unterlagt. Im Staate Ojaca sind die Güter aller derjenigen, welche sich an dem Ausstande betheiligt habe», confiscirt worden; eine Maßregel, von der an erster Stelle die Gebrüder Diaz betroffen wurden. Die Nachricht, daß Porfirio Diaz gestorben sei, wird be­stritten; er soll sich ans dem Lande entfernt habe«. Das wäre wenigstens ein Zeichen, daß er selbst an dem Gelingen der Revolution zweifelt. Der Brenn­punkt des Aufstandes ist im Norden, und dorthin richtet die Negierung alle ihre Anstrengungen. Die Division Alatorre's ist bei Puebla angelaugt; dagegen hat sich der General Cabo mit 400 Reitern dort für die Revolution erklärt. Auch aus dem Staate Hidalgo wird ein bedrohliches Pronunciamiento gemeldet. Unterdessen drückt der Präsident Juarez seine vollste Zuversicht auf den Sieg der Regierung aus, und diese Ansicht |cheint in den kaufmännische» unb andern Kreisen der Hauptstadt gleichfalls das Uebergewicht zu habe». Jedoch erzählt ein Berichterstatter dn „Morning Post" von einem Besuche, den er im Kriegs-Ministerium machte: „Ich traf dort einen Offizier, der damit beschäftigt war, eine Karte von Mexico mit Nadeln zu bestecken. Mit weißen Nadeln bezeichnete er die Positionen der Regierungstruppen, mit schwarzen die brr Rebellen. Da bie schwarzen bebeuttnb in ber Ucberzahl waren, bemerkte ich, cs scheine schlimm zu stehen. „Ja", erroiberte ber Ossi zier, „ich habe kaum Nabel» genug, um bie volle Stärke der Ausstänbischeu zu martiren. Sie umzin­gel» uns vollstänbig. Es müsse» ihrer wohl 25,000 Mann sein." Die Linie ber schwarzen Nabeln fing in ber nordöstlichen Ecke der Republik bei Reinosa am Rio Grande an, lief westlich nach Durango, kam südöstlich bis in die Nähe von San Luis Potosi und spaltete sich bau» in brei Linien nach zwei Punkten der Küste des Stillen Meeres und süblich um die nahm erst das Ganze den Charakter beS Carouffcli an. Die Volten gestalteten sich zu ben kunstreichsten Verschlingungen, unb so rapibe auch die Tempi ge­nommen wurden, so sorgfältig würbe boch bie Schön­heit der Linien gewahrt; so verwickelt biese oft i» einander liefen, so klar entwirrten sie sich wieder, und der äußerst günstige Totaleiiidruck bestand abermals in der vollkommenen Beherrschung, die jeder Einzelne über sein Pferd ausübte. Als in die Mitte der Bah« ein weiß und roch braperirter fäulenartiger, mit Stäben besteckter Behälter gebracht würbe, zog jeder der Reiter einen ber Stäbe heraus; dieselben wäre« durch rothseidene Bänder mit dem säuleuartigen Mit­telpunkte verbunden, und so ritten, mit ben Stäbe» in der Hanb, vierunbzroanzig Cavaliere strahlenförmig von bem Mittelpunkte in einem Kreise um die Bahn! plötzlich klappte ber Säulenschast auseinander, brt überraschten Zuschauern zeigte sich eine Copic jenes Bildes des großen Kurfürsten, das den Ueberganj desselben über das Haff darstellt; in einem Schifsr stand, freilich en miniature, ber große Kurfürst, dar- gestellt von dem Sohne des Rittmeisters im Garde- Husaren-Regiment Freiherrn v. Wrangel. Die leichte» graziösen Rhythmen der Musik gingen in ein Mae­stoso über , und der Eindruck dieses eben so überra­schenden als großartigen Schlußtableau's findet in de» Putlitz'schen Versen seinen Ausdruck:

@im entnimm den Auf bie Ums gangene Der Ha vor Km gelegene fremde ( vor drei tich von hiesige» festes, b vite, ei tische 1 BH) sich befinden von bei Rahe a wurde» empfang enberer Festung, Eingeb o vierten i diese ihi Heidigte fielen o Der Fes »berfalli mahlin »ar glei für sie sie selbst Officier währent zu mach M Ei tödieten ließen, dem Au nila un über 20 Ankunft ganzen 5 brochen tag Mo Das B gnvefe» troffen? geben. Rebellen »utben, Tage so katholisö gemacht Verhaft, Advvcat die tagt harren, bereits einer gr Regen Man sa

Fra