Einzelbild herunterladen
 

»am

Sroabl

d-3, i btt runer

itten, icher, »aus-

hi»ng

1872. nt.

inte

er.

irting, g mil äthig, rzeit

17 an- > von [556

103.

’l und rößen

t.

^Tfr. f der daran »er» [629

einen unter

1U,

lehr- et,

?ande, rb all

>t., ]

)en: iogiö r und Ran» nah« >erba<h !. [63»

US? .72,.!

j det

Marburg, Dienstag, den 19. März.

Sr. 66.

1872

Oierhessische Zeitung.

fcfdbeint täglich außer den Werktagen nach Bonn« und Feiertagen. Preis für das Quartal der Oberhesfischen Zeitung mit Kreisblatt durch die Expedition (Koch'sche Buch druck er ei) bezogen 22; Gar., durch die Postämter 27 ®gr. 6 Pfg. (excl. Bestellgebühr und incl. Stempelsteuer), für da» Ausland exel- Stempel 22 Egr.— JnsertionSgebühr für die gespaltene Zeile 1 Egr. Eämmtliche Annoneen-Büreaus nehmen Inserate an.

Deutsches «eich.

Berlin, 17. März. Die General-DiScussion über die im Abgeordnetenhause gestern zur Berathung ge­langte Kreisordnung wurde in der einen gestrigen Sitzung zu Ende gebracht, und die Haltung der Redner war geeignet, die Hoffnung auf das Gelingen der Verständigung zu steigern. In einer anderthalb- stündigen EinlcitungSrede gab der Referent Frieden­thal (von der freiconservativen Partei) eine durchsich­tige Zusammenstellung der Grundzüge des Commissions- CompromisseS. Der äußerste Flügel der Altconser vativen, für den als Redner die Herren v. Gottberg und v. Meyer-Arnswalde sprachen, verhält sich ab. lehnend. Ein großer Theil der Konservativen, als deren Redner v. Rauchhaupt auftrat, schließt sich dem Compromisse an. Seitens der Fortschrittspartei sprach Virchow in entgegenkommendem Sinne. Am Montag beginnt die Special-BerathuiH.

Oesterreich - Ungarn.

Wie», 17. März. Der Verfassungsausschuß hat gestern den von der Regierung befürworteten Absatz C des Subcomite-Elaborats angenommen, wonach die Art der Reichsrathsbeschickung Seitens Galiziens erst bei Gelegenheit der Berathung der Wahlreform festge­stellt werden soll. Hiermit sind alle in der letzten Sitzung gestellten Anträge in Betreff der Gleichzeitig­keit der Einführung der directen ReichSrathswahlen und das galizischen Ausgleichs abgelehnt. — Der Ausschuß begann sodann die Berathung der Petitionen der Stadt Biala wegen Ausscheidung aus Galizien.

Frankreich.

Pari-, 17. März. In der vorgestrigen Sitzung des Budget-Ausschuß hat Thiers eine Forderung von 51 Millionen als Steuer auf Gewebe und von 60 Millionen auf andere Rohstoffe beantragt. Es ver­lautet, die Commission werde letztere, genehmigen, die Steuer auf Gewebe aber unter allen Umständen ab­lehnen. Eine definitive Entscheidung ist noch nicht bekannt. Es wird als gewiß angesehen, daß Thiers seine Forderung vor das Plenum bringen wird. — Ter Präfect Cochin ist gestorben. — Das „Siede" äußert über die Universität Straßburg: „Das Ber- zeichniß der Vorlesungen der neuen Universität liegt uns vor und mit gepreßtem Herzen haben wir es zu Ende gelesen. Schämen wir uns nicht, es einzuge. stehen, daß dieses Programm ausgezeichnet ist: Eigen­schaft der Professoren, Zahl und Verschiedenheit der Vorlesungen, Alles ist da. Deutschland hat aus seinen anderen Universitäten die besten Lehrkräfte gewählt und die neue Universität ist schon von der Gründung

au eine der bestzusammengesetzten des Reiches. Mit solchen Elementen, Profefforen im kräftigsten Alter und gut bezahlt, einer Bibliothek, die jetzt schon bei­nahe 200,000 Bände zählt, kann man sicher das Zu­strömen der deutschen Jugend nach Straßburg, er warten. Die Folgen sind vorauszusehen. Und wir, was thaten wir, was thun wir? Den alten Jrr- thümern treu, lassen wir Alles langsam nach dem Alten bestehen. Unsere armen Provinzial-Akademien verschmachten in der Dürre; Professoren ohne Stu­denten leben von einem Gehalte, welches den Rayon­chef eines Schnitt- und Modewaarengeschäftes zu einem Achselzucken veranlaffen würde. Sie arbeiten nicht, das ist wahr, aber wie und warum sollten sie ar­beiten? Schauen wir der Wahrheit ins Gesicht, das ist daS einzige Mittel, etwas vorwärts zu kommen. Wir haben in Frankreich keine einzige wissenschaft­liche Anstalt, die einen Augenblick nur mit der neuen deutschen Universität von Straßburg verglichen werden könnte. Den Tod im Herzen, gestehen wir es ein, besonders der allgemeinen Trägheit gegenüber, welche die isolirten Handlungen des guten Willens noch zu paralysiren scheint. Und doch ist eine der vielfachen Ursachen unserer Niederlagen die wissenschaftliche Ueber- legenheit Deutschlands. Haben wir denn nicht zu be­fürchten, das so treue und unerschrockene Elsaß werde damit endigen, zwischen uns und seinen Siegern einen vergleich anzustellen, der nicht zu unserem Vortheil gereichen wird ? Wenn wir nichts seit dm schrecklichen Ereignissen des letzten Jahres vergessen Ihabm, haben -wir denn nichts gelernt?"

Versailles, 17. März. Das Gesetz gegen die „Internationale", wie es von der National-Versamm- lung in der Sitzung vom 14. d. angenommen wurde, lautet: Art. 1 (siehe Nr. 64 vom letzten Sonnabend). Art. 2. Jeder Franzose, der nach Veröffentlichung des gegemvürttgen Gesetzes m die^ internationale Ver­bindung der Arbeiter oder in irgend eine andere Ver­bindung , welche sich zu dm nämlichen Doctrinen be­kennt oder den nämlichen Zweck verfolgt, aufnehmen läßt, ober Mitglieb berselben bleibt, wirb mit einer Gefängnißstrafe von 3 Monaten bis zu 2 Jahren und mit einer Geldstrafe von 50 bis 1000 Fr. be­straft Er kann außerdem aller feiner bürgerlichen und Familienrechte, welche im Art. 42 verzeichnet sind, auf fünf Jahre zum wenigsten und auf zehn Jahre höchstens beraubt werden. Der Fremde, welcher sich in Frankreich in die Gesellschaft aufnehmen läßt, wird mit den Strafen belegt, welche in dem gegenwärtigen Gesetze angegeben sind. Art. 3. Die Gefängnißstrafe kann

* Marburg, 17. März.

AuS Stargard, Schleiden und Mainz sind letzten Sonnabend telegraphische Zustimmungs-Erklärungen an Fürst Bismarck abgegangen. — Den Bonner Pro­fessoren HilgerS, Knoodt, Langen und Rmsch ist letzten Freitag durch den Kölner Erzbischof schriftlich eröffnet worden, daß sie, weil sie dem Dekret über die päpst­liche Jnfallibilität ihre Anerkennung verweigert hätten, wegen notorischer Häresie der größeren Exkommunikation verfallen seien. — Die würtembergische Abgeordneten­kammer beschloß in der Abendsttzuug vom letzten Freitag über den Antrag, betr. die Gewährung von Diäten an die RcichStagSabgeordneten, zur Tagesord­nung überzugehen.

Der Londoner „Observer" meldet, daß die Ant­wort der Unionsregierung am 16. d. dem Minister- rathe vorlag. DaS Blatt glaubt zu wissen, daß die Ansicht vorherrschte die Antwort Fish's werde zu neuen Verhandlungen auf Basis deS Washingtoner Vertrags und der darin vorgesehenen Arrangements die Hand­habe bieten. Der „Observer" weist darauf hin, daß die Note Granville'S England nicht an ein bestimmtes Verfahren gebunden, sondern in einem einfachen Pro teste gegen die indirecteit Ansprüche bestanden hätte. — Ein Brief Cadorna'S, des italienischen Gesandten in London, bementirt bas Gerücht von seinem Rück­tritt unb sagt, er fei völlig gesunb. — Ein Meeting rumänischer Fondsinhaber beschloß ein Anerkennnngs Votum an den Fürsten Bismarck. — Das Panzerschiff „Lord Clyde", 18 Kanonen führend, ist, laut Meldung aus Malta, auf den Grund gerathen, als es versuchte, einem sinkenden Schiffe, „Ruby Castle", zu helfen.

Der Präsident des luxem bl gisch en StaatS- rathes, Jurion, ist letzten L>amstag nach Berlin ab­gereist, um mit der Reichsregierung Verhandlungen über die Luxemburger Eisenbahnen einzuleiten. Der Finanzminister Ulveluxg und der luxemburgische Ge­schäftsträger am Berliner Hose, Dr. Föhr, sind dem­selben beigegeben.

Prinz Friedrich Karl von Preußen ist am 16. d. von Neapel nach Sicilen abgereist.

DaS spanische Journal „Jgualdad" enthält eine Korrespondenz aus Lissabon, der zufolge die Revolu­tionärem Portugal viel von den Ereignissen in Spa­nien hoffen und geneigt wären, daselbst jede republi­kanische Bewegung zu unterstützen.

Der russische Gesandte in Berlin, Ritter de Giers, wurde zum Gesandtm in Stockholm, der Le- zationsrath Fürst Gortschakoff in Berlin, zum russi­schen Gesandten in Bern ernannt.

DaS SirgimentSalbum.

. - (Schluß.)

Bei diesem Namen zeigte das Erstaunen Paul'S, daß er nicht Alles wußte. Der Kolonel erzählte ihm deren Werbung ab ovo, wie er sie eben gehört hatte. Er machte großes Wesen von der Schönheit, dem Vermögen und den Eigenschaften Antoinetten'S, aber der Lieutenant hatte das Aussehen eines weniger ge­blendeten tote nachdenklichen Menschen. Er suchte auf Blanche'« Gesicht einen erklärenden Kommentar zu deS Vaters Erzählung. Blanche, die sich beobachtet fühlte, zitterte unter diesem ernsten, forschenden und sanften Blick. Die milden Augen Astier'S verwirrten sie mehr, wie die Ausbrüche ihres Vaters. Niemals hatte ihr der Lieutenant so viel Güte gezeigt, und nie, niemals in diesem langen Kriege hatte sie so große Furcht vor ihm gehabt.

Der Oberst beendigte seine Erklärung mit den Dorten: „Mein Freund, ich werde Ihnen ein Billet jur Reise nach Mar ans schicken. Da es bester ist, wenn Sie in Nancy keine Schulden Hinterlasten, hoffe 'ch, daß Sie mir die Ehre erzeigen werden, sich mei­ner Börse zu bedienen. Ich labe mich zur Hochzeit nn. Hier werbe ich mir inbeffen Mühe geben, den Minister Ihnen wieber geneigt zu machen unb sieg­reiche Wiebereinstellung in das Regiment zu erwirken. Die Auszeichnung, bte man Ihnen schuldet, und die Ihnen bas Fräulein da durch einen diabolischen Streich konfiScirt hat, wird Ihnen nicht lange mehr Ausbleiben, ich schwöre es. Ich kann Ihnen zwar »icht versprechen, sie Ihnen als Hochzeitsgeschenk dar- iubtingen, aber ich werde Fräulein Humblot sagen, v>as für ein Mann Sie sind, was Sie werth sind,

mit welcher Tapferkeit ich Sie in’« Feuer habe stürzen sehen unb, was vielleicht bas Seltenste unb Schönste ist, mit welcher Größe Sie bas Unglück getragen haben. Ich werbe Frau Humblot erzählen, baß Je- ber, so hoch ihn auch bas Glück gestellt haben möge, stolz sein könne, Sie seinen Schwiegersohn zu nennen."

Diese Beredtsamkeit würbe ohne Zweifel jeden anderen Menschen wie Paul entzückt haben. Er schien von ihr kaum gestreift zu sein. Seine Aufmerksamkeit theilte sich in die drei Gesichter der Familie Vaulrin, es sah so aus, als suche er in den Worten des Obersten einen verborgenen Sinn, und mit nachdenk­lichen und unruhigen Augen befragte er die Physiog nomie der beiden Frauen.

Endlich entschloß er sich und sagte: „Herr Oberst, wollen Sie einen Augenblick mit mir hinausgehen? Ich wollte Ihnen ein paar Worte sagen."

Als sie im Vorzimer des Salons waren, fuhr er fort: „Herr Oberst, es gibt in der Welt keinen bes­seren Mann, wie Sie; Sie haben nur Frankreichs Feinden Uebles angethan, und ich glaube ganz bestimmt, daß Sie auch deren Haut geschont haben würden, wenn sich die Sache hätte anders arrangiren lassen. Frau Vautrin ist eine Ihrer würdige Dame, da« Futter ist so viel werth wie der Stoff. Nach meiner Meinung ist rt moralisch unmöglich, daß die Verbin­dung zweier solcher Guten ein Böses hervorbringt; ich bestreite daher a priori, daß Fräulein Vautrin aus Lust, mir zu schaden, Unrecht gethan hat."

„Warum denn sonst?"

„Teufel — als ich anfing, habe ich nicht vorher­gesehen, daß das Sprechen so schwer wäre. Es ist indessen nöthig, daß ich mich erkläre. Sie haben Zeit gehabt, mich zu studiren, Sie wissen also, daß ich

weder ein Geck, noch ein Glücksjäger bin, Sie begrei­fen auch, daß ich nicht der Mann bin, Menschen, die ich kenne, dadurch zu ärgern, daß ich mich Unbekann­ten, mir völlig Gleichgültigen an den Hals werfe. DaS, was mir noch zu sagen übrig bleibt, schmeckt nach Narrheit — Herr Oberst, ich habe die Ehre, Sie um die Hand Ihrer Fräulein Tochter zu bitten . . . unb jetzt rette ich mich, damit Sie mich nicht aus dem Hause werfen, wie vorher aus dem Regiment I"

Kaum hatte er dies gesagt, so öffnete er die Thür des Vorzimmers, stürzte hinaus und ließ den Ober­sten betäubt zurück.

„Blanche! Augustine! Wir haben ein Unglück an- gerichtet, liebe Frau! Der arme Teufel ist von Sinnen, glaubt Ihr, daß er mich als Antwort auf Alles das, was ich ihm gesagt habe, um Blanchetten's Hand ge­beten hat?"

e „DaS junge Mädchen stieß einen mächtigen Schrei aus, aber einen Schrei der Freude:

„Ich! die ich so sehr bestraft zu werden verdient habe! Mama, der liebe Gott ist doch hundertmal besser, wie man sagt!"

Die Canstitnirnag der allgemeinen italienische« Bi- ßel-Gesellschast in «am.

Die großen theologischen Disputationen vom 9. und 10. Februar haben allerwärts viel Aufsehen er­regt, nicht am wenigsten in Rom selber. Man sah hier zum ersten Male die Partei der Evangelischen, von deren Bestehen zwar die Meisten, von deren Wirksamkeit aber nur die Wenigsten unterrichtet waren, öffentlich mit den Waffen der Wissenschaft den Kampf­platz betreten und, was noch erstaunlicher schien, beide Parteien jene Fragen in solch ruhiger Weise verhau-