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Marburg, Sonntag, den 17. März

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Tödte mich nur, Papa," unterbrach sie ihn, auf ihn zuichreitend,Du erweisest mir einen Dienst, denn ich bin sehr unglücklich!"

Der Oberst wandte sich hastig von ihr ab, dann sagte er mit bebender Stimme:Ich werde jetzt Astier holen lasten, ich werde ihm vor Dir Deine Infamie erzählen, ich werde ihn auf den Weg des Glücks zu rückbringen, von dem ihn Deine Ruchlosigkeit geschleu dert hat, und da Du ein schlechtes Geschöpf bist, so

Himmel bewahre Sie davor, die Schmach lernen, die mir in diesem Augenblick die schnürt! Erinnern Sie sich, daß ich Ihnen Monaten gesagt habe, es käme mir vor, Sie behext worden? Da sitzt die Hexe!"

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Oberst, ich bitte Sie, schonen Sie das FrÄilein, sie war noch ein Lind, als sie den ... den .. . Schabernack beging, den Sie ihr verwerfen."

DuS RezimentSaldu».

(Fortsetzung.)

Ihr Instinkt hatte sie nicht getäuscht. Antoinette kündigte ihr traurig ihre bevorstehende Heiralh an Nachdem sic sich zweimal längere Zeit im Kloster aufgehalten hatte, widmete sich das arme Mädchen dem Glück ihrer Mutter. Sie wollte einen Gius- »achbar, einen Witwer, noch ziemlich jung, den sie achtete, ohne ihn zu lieben, heirathen. In vierzehn Sagen sollte, falls sich nicht unterdessen ein Wunder

radikale Partei wendet sich an das Land mit dem Rufe, sich die Errungenschaften der Revolution von 1868 nicht rauben zu lassen. $

DaS dänische Landsthing hat den Hansen'schen Fästcgesetzcntwurf verworfen; das VolkSthing hat den Berg'schen Antrag auf Absä affung des Adels und der Titulaturen zur zweiten Lesung verstattet, obschon der Ministerpräsident die Vorlegung eines solchen Gesetze» der Krone Vorbehalten wisten wollte.

Die Kaiserin von Rußland befindet sich so lei­dend, daß sie noch in diesem Monate Petersburg ver­kästen und sich nach der Krim begeben muß, wo ihr daS mildere Klima Linderung verschaffen soll. Am 4. März starb hochbetagt Fürst Paul Gagarin, Vor- sitzender d^S Minister-Comite's. An seine Stelle tritt der General-Adjutant Jgnatiew, bisheriger Präsident der Gesuchscommission. Zum Vicegouverneur von Livland ist an Cube'S Stelle Baron Uexküll von Gül- denbandt, Kammerherr der Großfürstin Helena Pau- lowna, ernannt, und der Slaalsralh Prof. v. Oet- tingen wieder auf vier Jahre als Rector der Univer­sität Dorpat bestätigt worden. Am 4. März wurde der esthländische Landtag eröffnet.

Tie Fürstin Elisabeth von Rumänien ist auf dem Wege nach Italien, wo sie ihre vom Fieber an­gegriffene Gesundheit wieder Herstellen will. Tie Kam­mer hat den Post- und Telegraphen-Vertrag mit Oesterreich genehmigt und beschlossen, der Eisenbahn von Jassy bis an die russische Grenze die russische Spurweite (die bekanntlich weiter ist, als die auf dem übrigen Schienennetz Europa's) geben zu lassen. Auch hat sie der Regierung einen außerordentlichen Credit von 10 Mill, bewilligt zur Einlösung der in diesem Jahre fälligen Eisenbahn-Coupons.

In Griechenland haben die Wahlen zur neuen Kammer begonnen. Der König und die Königin, welche dem dänischen KönigSpaare bis Korfu daS Geleit gegeben, sind nach Athen zurückgekehrt. Prinz Flieorich Karl von Preußen und der Groß­herzog'von Mecklenburg werden am griechischen Hofe zu Besuch erwartet.

Der bulgarische Kirchenstreit ist noch immer nicht zu Ende. Zwar hat die Pforte den zum Exarchen gewählten Erzbischof Anlimos von Widdin bestätigt, aber die heilige Synode unter Vorsitz deS Patriarchen will die Wahl nicht anerkennen, weil sie nicht cano- nisch erfolgt sei. Darauf hat der bulgarische Kirchen- Congreß in Rustschuk mit einem Manifest an daS Volk geantwortet und darin erklärt, die Kirchenirennung sei auf ewig vollzogen. Der Gesandte des Emir von Bokhara, der dem Sultan die Suzerainetät ange­boten, ist mit einem abschlägigen Bescheide wieder abgereist.

P.litische Wochen-Ueberficht.

Vorgestern wurde in der Reichöhauptstadt die dies­jährige Session des BundeSratheS eröffnet. DaS preußische Abgeordnetenhaus beschäftigte sich u jl. diese Woche mit Gesetzentwürfen, die bereits die «ithigen Berathungen in einem der beiden oder in inten parlamentarischen Körperschaften passirt haben Lei dem Gesetze über den Eigenthumserwerb und bie dingliche Belastung der Grundstücke reconstiluirle >a8 Abgeordnetenhaus die Regierungsvorlage, d. h verwarf fast durchgängig die vom Herrenhaus daran tcrgenomtncnen Aenderungen, dagegen nahm es das Gesetz, betr. Einrichtung und Befugnisse der Ober­rechnungskammer in der Fassung des letzteren an. In den nächsten Tagen konimt die wichtige Vorlage, betr. Reform der Kreisordnung, zur Berathung im Plenum des Abgeordnetenhauses. Die zweite Kammer des sächsischen Landtag« hat daS ihr von der Regieruiig torgelegte Schulgesetz mehrfach abgeändert und das Gesetz am 12. d. im Ganzen angenommen. Freilich steht nun noch die Zustimmung der sächsischen ersten Kammer aus.

Ueber den Ausgleich mit Galizien wurde diese Woche im Verfassungs-Ausschüsse des österreichi­schen Abgeordnetenhauses weiter verhandelt, aber die Polen fordern so viel, daß ein Scheitern auch dieses Ausgleichs Versuches leicht möglich wäre. In Ungarn Haden sich die extremen Parteien auf dem Reichstage gegen die Regierung verbunden und um einer mißlie­bigen neuen Bestimmung im Wahlgesetze zu entgehen, treiben sie im Abgeordnetenhause einen unerhörten Mißbrauch mit der Redefreiheit. Die ungarische Ge­schäfts-Ordnung kennt leider keinen Schluß der De. halte, und so redet die Oppostlion ohne Unterlaß, um jede Abstimmung zu hintertreiben. Tie Regierung, d. h., die Deak-Partei, sieht ihre Geduld auf «eine barte Probe gestellt, und erwägt, ob sie den Landtag schließen soll oder nicht. Die Agitation beschränkt sich eher nicht allein auf den Reichstag Die Linke hält Volks - Versammlungen und Festmahle ab, bei denen ei an Eljen's für Ludwig Kossuth nicht fehlt.

Am 5. d. Mts. hat die Buntes-Revision der Schweiz in den beiden Räthen der BundeSversanim- lung ihren Abschluß gefunden. Die Volks-Abstimmung ist auf den 12. Mai anberaumt.

In Frankreich ist Pouyer Quertier als Finanz- minifter abgetreten in Folge der Stellung, die er in dem bekannten Prozesse Janvier's de la Motte gegen seine Collegen im Cabinet genommen hat. In der Nationalversammlung ist wo möglich täglich großer Lärm. So gaben die Verhandlungen über das Gesetz gegen die Internationale Gelegenheit zu heftigen Aus-

Geschichte mit Herrn Moinot? Längst." Sie haben nichts gesagt? Sie haben da» sich geschehen taffen ? Sie hätten damals können? . . . Siehst Du, wenn er geftor- erdrosielt hätte ich Dich!"

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brüchen. Das Unterrichtsgesetz liegt noch in den Ge- burtSwehen. Die allgemeine Schulpflicht wird kaum durchdringen. Tie Bonapartisten wühlen nach Kräf­ten und in der Armee scheint es ihnen nicht an An­hängern zu fehlen.

Am 11. März hat der Assisenhof zu Brüssel Langrand-Dumonceau wegen betrügerischen und ein­fachen Bankerottes in contumaciam zu zehn Jahren Gefängniß, zur Tragung der Prozeßkosten und zum Verluste der bürgerlichen Rechte verurtheilt.

Die amerikanische Antwort auf die Note der eng­lischen Regieruiig ist am 13. d. mit dem Dampfer Baltst" in Liverpool eingetroffen und sofort in die Hände Lord Granville's gelangt, Über ihren Inhalt ist noch nichts Sichere« bekannt. Der Armee- Reorganisationsplan deS Kriegsministers Cardwell hat im Unterhause die ersten Anfechtungen überstanden, indem die von einigen Vertretern deS Friedens um jeden Preis beantragte Heeresverminderung keinen Anklang fand. Die Hexren Republikaner unter Füh­rung des politischen Schusters Odger machten sich am Sonntag im Hyde-Park das Vergnügen, die Gesetz­vorlage zur Handhabung der Ordnung in den öffent­lichen Parksfeierlich" zu verbrennen. Durch den Tod des Prof. Goltstücker in London, eines gebore nen Königsbergers, hat die Wissenschaft einen der bedeuten! sten Kenner des Sanskrit und der indischen Rechtskunde verloren. Der Verstorbene hat der eng tischen Regierung in schwierigen Fällen der Auslegung hindostanischer Gesetze oft wesentlichen Beistand ge leistet. Der Prinz von Wales nebst seiner Ge­mahlin hat seine Reise nach Italien angetreten.

In Rom hat bet friedliche Kampf der Geister um Reformen auf dem religiösen Gebiete begonnen. Die große Masse zwar verhält sich dazu indifferent, wenn nicht feindlich, dagegen greift derselbe in den gebildeten Kreisen um sich und eS soll bie angeftrebte Reform durch bie Thätigkeil dcS bereits erstandenen allgemeinen italienischen Vereins zur Verbreitung der Bibel" unter das Volk gebracht werden.

Obwohl die Entscheidung erst in den Anfang deS nächsten Monats fallen wird, ist der Wahlkampf in Spanien doch schon auf» heftigste entbrannt. Die Regierung erläßt Rundschreiben an die Provinzial-, Gouverneure, um damit den Wühlereien der Gegner mit allen gesetzlichen Mitteln entgegenzutreten; die carlistische Partei ruft ihre Anhänger auf, für den rechtmäßigen König Don Carlos und den Statthalter Jesu Christi an den Urnen zu erfdieinen, damit die jetzige Regierung gestürzt und der Boden frei gemacht werke für die Errichtung deS christkatholischen und allein legitimen ThroneS der alten Bourbonen; die

verherrlichen die Gnade hab« würden, aber man konnte ihnen nicht versprechen, daß man ihnen sehr fiihliche Gesichter zeigen werde. Eine Nachschrift lautete:Meine liebe Blanche, ich fühle noch im Üefften Grunde meines Herzens eine Erinnerung, die letzt nicht mehr ohne Verbrechen darin bleiben kann 3ch reiße sie hiermit aus dem Herzen; wenn Sie bie(en meinen Brief verbrannt haben, wird sie nicht »ehr vorhanden fein. Weinen Sie für mich."

schleckt, daß Du unverantwortlich bist, so werde ich ihn für Dich um Verzeihung bitten."

Er ließ Paul, der zufällig zu Hause war, holen. Als Paul vor den beiten Frauen stand, begriff er nur, daß es sich nicht um den Dienst handle. Frau Vautrin trocknete ihre Augen, Blanche klammerte sich an die Arme des Lehnsessels, als ob vor ihr ein Sb» gründ gähne, der Oberst war roth, zerrte an feiner Halsbinde und warf wütbende Blicke um sich.

Mein lieber Astier," sagte er,Sie werden eines Tages Vater sein . . . bald sogar, hoffe ich. Der

Frau Vautrin stand stumm vor dieser Explosion und schluchzte, ohne zu wissen, warum.Erkläre Dich doch," sagte sie,was hast Du, wo thut es Dir weh? Mein Gott, mein Gott! hat meine Tochter den Verstand verloren?"

Nein, Mama, ich werde ruhig fein, ich werde stark fein, Du sollst Alles erfahren, aber laß zunächst Papa Holm, ich will, daß er dabei sei."

Äls ihre Richter gegenwärtig warm, erzählte sie ohne sich zu schonen. Tie Geschichte mit dem Album setzte Frau Vautrin, die an so viel Verstellung in ihrer Tochter nicht glauben konnte in Erstaunen; der Oberst wurde von derselben nicht besonder« berührt, vielleicht begriff er die Sache nur halb. Als er in dessen hörte, daß Blanche die Karrikatur mit Astier's Nameii unterzeichnet und an Moinot geschickt hatte, wurde er blaß, richtete sich in die Höhe und tief mit erhobener Hand:

Unglücklicke, ich würde Dich zermalmm, wenn Du ein Mann wärst, danke Deinem Schöpfer, daß

Blanche zuckte die Achseln und ihr Gesicht schim zu sagen:Wir sind ja übercingekommen, daß mir oa« sehr gleichgültig fein würde."

«Aber, wenn Sie Alles wisien," nahm her Kolonel das Wort,warum haben Sie denn Fräulein Hum- blot nicht geheirathet?"

(Schluß folgt)

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bist . . . aber Du sollst nicht leben . . . Du . . ."

11Idt Damen Vautrin das Fest mit ihrer Gegenwart zu *-**" - -

Blanche that mehr wie weinen, sie schrie, bat und Mit Gott, ihre Mutter und die geopferte Antoinette

Verzeihung an.Nein," tief sie,ich werde eine rührende Erinnerung nicht verbrmuen. Gutes, bwves Mädcken, du bist für ihn geschaffen, ihr seid tinanber wetth. Ach, Jedermann ist etwas werth M ausgenommen! Aber ich will wie die Anderen *ftben, koste e«, was es wolle! Wenn sich nicht ein <®uuber ereignet, sagst du, armer Engel, das Wunber *frb sich ereignen, ich will es!"

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