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Mtarßurg, Sonnabend, den 16. März.

1872.

Oderhessische Zeitung

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Aus Rio de Janeiro, 22. Fcbr., wird ge­meldet: Ein bedeutender Erdrutsch hat auf der San

Mi Monate gestört sein wird.

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DaS Gerücht von der Misston Minghetti'S nach Frankreich ist unbegründet. Fournier ist gestern Abend

kam , in ttritt

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Das StegimentSalbn«. (Fort|ctzung.)

nach Rom abgereist.

Die Actien der Austro-Türkischen Bank waren an

ter«bürg eingelroffen.

Die rumänische Kammer genehmigte gestern die Berlage der Regierung, betr. die Abänderung des llrmeegesetzes von 1868 mit großer Majorität.

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[578

Linke provocirte abermals stürmische Scencn, um die Debatte hinzuhalten.

Die Berathung über die Katholiken-Petition in der Versailler Assemblee ist auf» Neue vertagt.

(Schluß.)

Unbeirrt von allem Widersprach spann Mazzini in scheinbarer Uuthätigkeit in London an seinen Pla­nen weiter. Hier gründete er eine italienische Zeitung und setzte sich in Verbindung mit den Unzufriedenen unter seinen Landsleuten; ein geplanter neuer Revo­lutionsversuch gegen Neapel scheiterte an der Wach­samkeit der englischen Regierung. Die Flugschriften des jungen Italiens warfen die Funken patriotischer Erregnug über die Halbinsel hin. Aber auch die Ver­schwörungen wurden, wir eben erwähnt, fortgesetzt. Die unglücklichen Opfer seiner VerschwörungS-Manie pries der „Volksapostel" trockenen Auges als Märtyrer, ohne welche noch nie eine gute Idee sich Bahn ge­brochen. Der Prophet selbst verstand eS durch eine ganz beispiellose Meisterschaft in der Vermummung, seinen Verfolgern bei jeder Gelegenheit zu entkommen. Als PiuS, der Mann mit dem wohlwollenden Herzen und dem schwachen Willen, den päpstlichen Thron be­stieg, glaubte Mazzini sich desielben zur Erreichung seiner Ziele bedienen und zugleich den von den Einen mit Bewunderung und Verehrung begrüßten, von den Anderen mit dumpfem Mißtrauen beobachteten Papst zwischen Amboß und Hammer bringen zu können.

Deutsche« «eich.

— Berlin, 14. März. Mit großer Aufmerksam- krit steht man den Berathungen deS Abgeordneten-

[604 nimmt "gegen

n alle« Hand äheu, hr uni

___ Der Oberst nahm ihn demnächst bei Seite und in ei sagte ihm mit dem größten Wohlwollen: „Mein armes Kind, ich kann nichts dafür, wir Alle sind Sclaven Gesetzes. Das Regiment wird Sie bedauern, Sic " haben nicht allein ein merkwürdiges, natürliches Ge- kl Ichick, sondern auch jede Art ausgezeichneter Eigen' r® 9 schäften. Zählen Sie darauf, daß ich Sie überall

Erscheint täglich außer den Werktagen nach Sonn- «nd Feiertagen. Preis für das Quartal der Oberhesfische» Zeitung mit Kreitblatt durch die Expedition (Koch'sche Buchdruckerei) bezogen 22; Gar., durch die Postämter 27 Ggr. 6 Psg. (excl. Bestellgebühr und incl. Stempelsteuer), für daS Ausland excl. Stempel 2t Ggr. — JnsertionSgebühr für die gespaltene Zeile 1 Sgr. Eämmtliche Annoncen-Büreaus nehmen Inserate an.

V der gestrigen Börse zu Brüssel zum Course von heit $ 640 gefragt. Man glaubt, daß am dortigen Platze "^starke Zeichnungen stattfinden werden.

Der König von Würtemberg ist gestern in Pe

Hauses über die Krcisordnung entgegen; wenn man auch die Hoffnung hegt, daß die Verständigung, welche in der Commission über die Vorlage herbeigeführt ist, im Plenum des Hauses Platz greifen wird, so läßt sich doch mit Bestimmtheit der Gang der Ver­handlungen nicht Voraussagen. Die Regierung wird jedenfalls auch bei den Berathungen des Plenums jedwedes Entgegenkommen beweisen, ob rS ihr aber möglich sein wird, den sich in neuester Zeit gemachten, über die Vorschläge der Commission hinausgchenden Amendirungen anzufügen, steht doch sehr dahin. — In der letzten Zeit hat man in der Presse auch Hrn. v. Ende alS einen Candidaten für den Berliner Oberbürgermeisterposten genannt, dabei aber Hrn. v. Ende alS Geh. RegierungSrath beim Oberpräsidium in Kiel bezeichnet. Hr. v. Ende war Polizeipräsident in BreSlau, kam 1869 als RegierungS-Vicrpräsident nach Schles­wig und im Monat Februar d. I. als RcgierungS Präsident nach Düsseldorf. — Der wirkt. Geh. Ober- Regierungsrath Wehrmann ist leider wiederum er­krankt und hat die eift kürzlich wieder übernommenen AmtSgcschäfte nicht weiter führen können; wie cs heißt, geht derselbe für längere Zeit nach Italien.— I)r.Kosch,der sich vermöge seiner Charakter-Eigenschaften die Achtung aller Parteien erworben soll, wie bestätigt wird, dem Abscheiden entgegengehen; zu den zahlreichen Freunden des Kranken gehört auch der Minister des Innern, der von Jugend auf mit Dr. Kosch in freund­schaftlichen Verhältnissen gestanden hat. — Der wirkt. Geh. Rath v. Sydow ist heute Früh am Schlagfluß gestorben.

Der Fürst-Reichskanzler ist, wie bereits gemeldet, zur Erholung von den Strapatzen der letzten Wochen auf seine Lauenburgischcn Besitzungen gereist. Die Adressen, Telegramme, Glückwünsche, welche derselbe bis zu seiner Abreise erhielt, waren zahllos, darunter manche Curiosa. Auch das „Attentat" soll hin und wieder mit größerer oder geringerer Taktlosigkeit ver­arbeitet worden sein, wohl in den Zuschriften aus weniger instruirten Kreisen. Der polnische Bursche, der hier eine so traurige Berühmtheit für einige Tage erlangt, ist nämlich längst seiner Haft vom Gericht entlassen, weil sich durch die Untersuchung der Ver­dacht eine- beabsichtigten Verbrechens nicht bestätigl hat. Fürst Bismarck gedenkt dem Vernehmen nach bis nach Ostern seinen Landaufenthalt nicht zu ver- laffen. ।

Man erinnert sich, daß Fürst Bismarck in seiner Rede, betr. das Schulauffichtsgesctz, in der Herren- hauSsitzung am 6. März, als er vom Werthe der Petitionen für und gegen das Gesetz sprach, sagte, in neulich mit Beschlag belegten Papieren sei ein Brief eines hervorragenden Mitgliedes der CentrumSpartei

Eines Morgens fragte man ihn, ob er wohl eine junge Dame im Aquarellmalen unterrichten wolle.

„Warum nicht?"

„Aber nehmen Sie sich in Acht, daß Sie sich nicht in ihre Schülerin verlieben, e« ist Fräulein Bautrin."

„Ach ... da haben Sie Recht, sie ist viel zu hübsch. UebrigenS ist meine ganze Zeit besetzt."

Blanche kannte die geringuen seiner Handlungen. Sie brachte Schumacher zum Sprechen, der Bodin, welcher seinem alten Lieutenant umsonst weiterdienle, zum Trinken brachte. Das junge Mädchen empfand für den Mann, der so natürlich im Unglück war, der jck tapfer gegen Das, was fast unmöglich schien, kämpfte, der seine Sisyphuslast so harmlos wälzte, Bewunderung. Zum ersten Male in ihrem Leden hatte sie das Bewußtsein einfacher, wahrer Größe, aber je mehr Gerechngkeit sie ihrem Feinde erwicS, desto strenger verdammte sie sich selber. An einem traurigen Octobertag gewahrte sie durch's Fenster einen großgewachsenen Mann, der, im strömenden Regen über die Straße laufend, mühsam einige Bücher gegen die Näffe zu schützen suchte. „Das ist er," sagte sie sich, „er, der alle Offiziere des Regiments durch seine Fröhlichkeit, seinen Geist und seine Schön­heit schlug!" Sie weinte den ganzen Tag, und als ihre Mutter sie fragte, was sie so nervös mache, er­widerte sie: „Da« lhut die Zeit."

Sech« Monate verfloffen lang für Astier, der hart arbeitete, lang für sie, die sich verzehrte. Eines Morgens empfing sie einen Brief mit dem Poststempel

an einen Kanonikus in Pofen gefunden worden, worin die Zusendung von Petitionen an den Reichstag ab- * * bestellt und aufgefordert werde, nunmehr Petitionen an die deutschen Fürsten in regelmäßigen Zwischen­räumen zu senden. Wie man nun erfährt, ist der Verfasser des ftaglichen Briefes der ehemalige hanno­versche Minister Windthorst. Der Wortlaut deS Briefes ist folgender: „Berlin den 4. Mai 1871. Ew. Hochwohlgeboren erlaube ich mir auf das soeben eingelaufene Schreiben zu erwidern, daß ich die Ein­reichung von Petitionen für den h. Vater an den Reichstag zur Zeit für inopportun halten muß Der Reichstag hat bei der Adreßdcbattc die Intervention für den h. Stuhl mit vollem Bewußtsein und mit- klar ausgesprochener Absichtlichkeit abgelehnt. Deshalb würde mit Sicherheit anzunehmen sein, daß man über die Petitionen zur Tagesordnung übergehen würde. Damit wäre die Position nur noch mehr geschwächt. Vom Reichstage ist für den h. Vater absolut nichts zu erwarten. Nur eine recht feindselige Stimmung würde bei erneuerter Berathung sich Luft machen. Auch von den Regierungen ist meines Erachtens eine positive Einwirkung nicht überall zu erwarten. Ich habe zu keiner Zeil daran geglaubt. Alle Redensar­ten, die man etwa für eine entgegenstehende Ansicht ansühren könnte, halte ich für eitel Dunst. Nichts desto weniger halte ich dafür, daß das katholische Volk nicht aufhören soll, seinen Wünschen für die Wieder­herstellung der weltlichen Herrschaft des Papstes im­mer von Neuem Ausdruck zu geben. Erreicht man dadurch eine positive Einwirkung der Regierungen von Deutschland auch nicht, so zwingt man dieselben doch, dann, wenn die kalh. Mächte Europas eine Diplomatische Intervention einleiten sollten — und ich glaube, daß diese wenigstens früher oder später zitz erwarten ist —, wenigstens nicht entgegen zu wirken. Deshalb bin ich der Meinung, man solle zur Zeit Petitionen an den Reichstag nicht. einreichen, aber nicht aufhören, ohne Unterlaß in periodischer Reihen­folge Petitionen an die Regierungen gelangen zu lassen. Dieselben werden meo voto am besten direkt an die Fürsten gerichtet. Der Herr Bischof von Mainz ist nicht hier, sondern in seine Heimath abge- reilet. Ob und wann er wieder hierher zurückkehrt, weiß ich nicht. Mit vollkommenster Hochachtung Ew. Hochwohlgeboren ergebenster (gcz.) Windthorst. P. 8. In hiesigen diplomatischen Kreisen colportirt mau das hoffentlich falsche Gerücht, in Rom sei daS Vorgehen der Katholiken im Reichstage mißbilligt worden."

Pofen, 14. März. Der „Osts.-Zkg" schreibt man: Das „Tygotnik kat.", daS officiöfc Organ deS Erzbischofs Grafen LcdochowSki, gesteht j-tzt offen, daß der Papst diesem Kirchenfürsten bei Gelegenheit Marans. Sie wagte ihn nicht zu öffnen und lief mit dem Ruf zu ihrer Mutter: „LieS, ich bin zu bange! Wenn sich nur Antoinette Humblot nicht 6er« heirathet!"

(Fortsetzung folgt.)

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* Marburg, 15. März.

Die diesjährige Session deS deutschen Bun deSrathes wurde gestern vom Staatsminister Del­brück, in Vertretung de« Reichskanzlers, eröffnet. In der darauf abgehaltenen Sitzung nahm der Bundes raih von den stattgehabten Ernennungen von Bevoll Nächtigten Kenntniß und vollzog sodann die Wahl deS Protokollführer«. Hierauf wurden Vorlagen des Präsidium-, betreffend: den Entwurf eines Militär- Ltrafgefetzbuches, den zu Liffabon am 2. d. M, mterzcichneten Handels- und Schifffahrtsvertrag mit Portugal, Abänderungen des amtlichen Waarenver- zeichnisscS, den Pauschsumme-Etat für Elsaß Lothringen sowie ein Vorschlag auf Abänderung der Geschäfts­ordnung, den betreffenden Ausschüssen überwiesen. — Der BundeSrath zähl 49 Mitglieder; davon stellen: Preußen 16; Baiern 7; Könige. Sachsen 7; Wür temberg 4; Baden 5; Hessen 3; Mecklenburg-Schwerin 2; Sachsen-Weimar 2; Mecklenburg-Streliz 1; Ol­denburg 2 ; Braunschweig 2; die Herzogthümer: Sachsen- Meiningen, -Altenburg, -Coburg-Getha und Anhalt, die Fürstenthümer: Schwarzburg-Sondershausen und Äudolstadt, Waldeck, Reuß ä. L., Reuß j. L., Schaum-

»tpfehle, und seien Sie versichert, daß wir Sie wic-

*r einstellen, sobald Ihre Schulden bezahlt sein lverden. Halten Sie sich auf, wo eS Ihnen gefällt." >ft uri Paul antwortete, daß er in Nancy bleiben würde,

60 daß er nicht hoffe, jemals zur völligen Bezah

[58Slun8 seiner Schulden zu kommen.

»Zum Teufel, warum denn nicht? Schreiben Sie doch! Sie habm so gut angefangen, mein armer Freund! In zwei Jahren sind Sie damit fertig. Ta« ganze Elend kommt von der Geschichte mit woinot. Ich bin Gott sei Dank nicht abergläubisch, aber ich habe mich bisweilen gefragt, ob da nicht rilvas Hexerei im Spiele gewesen ist."

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„Möglich, mein Oberst."

6 Am andern Morgen begann er in der Stadt itetionen zu suchen. Da er gute Freunde und schöne dckanntschaftm hatte, strömten ihm die Schüler von allen Seiten zu. Er lehrte die Einen Zeichnen, die «nbern mathematische Wissenschaften! Man sah ihn 1 dk4 Mt mehr im Safe, er that Wunder von Sparsam-

101, rebujirte feine Ausgaben auf hundert Franken ——' Monatlich und fing an, Abschlagszahlungen zu machen.

er z, öurg-Lippe und Lippe, sowie die freien Hansestädte: 230 Lübeck, Bremen und Hamburg je 1 Bevollmächtigten, imet Ans Pest, 13. März, wird gemeldet: Das Un= [576 terhans faßte den Beschluß, von jetzt an seine Sitzungen täglich von 10 Uhr Morgens bis 3 Uhr Nachmittags unb von 5 bis 8 Uhr Abends abzuhalten. Die äußerste