befunden. Nach Auflösung der päpstlichen Zriaven- Arinee, in welcher er gedient hatte, kam er au« Rom nach Posen, wohnte seitdeni beim Prälaten Kozmian, mit dem er in einem intimen Verwandtschaft«-Ver- hältniß steht, war längere Zeit beschäftigungslos, ar beitete dann im Bureau des polnischen Tellusvereins und begab sich, als es in Posen nicht mehr gehen wollte, nach Berlin ; doch war erst vor.»kurzem wieder in Posen zu Besuch. Das hier erscheinende Organ der Ultramontanen, die „Germania", schreibt über ihn: „Was der betreffende Apotheker — er ist von hochadligen Eltern außer der Ehe geboren — in Posen geäußert hat, wissen wir nicht. Nur so viel wissen mir, daß er das nicht ist, worauf die Behörde so großes Ge wicht legt: daß er nämNch kein „fanatischer Katholik" ist. Das königl. Polizei-Präsidium weiß zunächst selbst schon für seinen „Fanatismus" keinen anderen Beweis anzusühren, als seine Dienstzeit bei den päpst lichen Zuaven und seinen Aufenthalt beim Prälaten Kozmian in Posen. Wir haben nun selbstverständlich nicht unterlassen, bei der St. Hedwigsgeistlichkeit noch nähere Erkundigungen über den „Fanatismus" des rc. einzuziehcn, und erfuhren hierauf, daß derselbe ein sehr leichtsinniger Bursche sei, der schon vielfach Einlaß zu Klagen gegeben habe. Noch mehr. Der Adoptivvater des Genannten, der Küster von Sl. Hedwig, ist in unserem RcdactionSlocal erschienen und erklärte, daß er mit seinem „Sohne" schon seit dem Jahre 1867 nichts mehr zu thun habe, und daß, als derselbe seit Jahren , in voriger Woche wieder in seiner Wohnung erschien, er den Gruß deS „Sohnes" absichtlich nicht erwiderte.".
Leipzig, 25. Febr. DaS hiesige „Tageblatt" veröffentlicht eine Bekanntmachung des PolizciamleS, nach welcher hier Versuche gemacht wurde», Mitglieder für die in London bestehende internationale Arbeiter- association anzuwcrben. Da dieser Vereien, heißt es dann, neben seinen ausgesprochenen Tendenzen auch den Zweck verfolge, an Stelle der gesetzlich bestehenden «Gewalt eine sociale Organisation zu setzen, namentlich aber alle monarchischen Slaatsverfassungen, somit auch diejenige Deutschlands und der einzelnen Bundesstaaten, nölhigenfalls gewaltsam zu beseitigen und an deren Stelle die social - demokratische Republik einzuführcn, die Arbeiterpartei in den Besitz der Staatsgewalt zu bringen, die gesetzlich bestehenden Zustände zu Gunsten dieser Partei umzugestalten: so wird die Werbung für diesen Verein, die Leistung von Beiträgen, sowie die fernere Mitgliedschaft bei Strafe verboten.
Oesterreich - Ungarn.
Wie», 24. Febr. Bei der Abstimmung im Abgeordnetenhaufe über den Nothwahlgesetzentwurf am 20. d. M. haben Regierung und Verfassungspartei einen Erfolg errungen, der sie fortan in die glückliche Lage setzt, eine dominirende Stellung behaupten zu köi'nen. Es wird sich nun zeigen, ob sie cs auch verstehen, diese vortheilhaste Position auszubeuten, - namentlich in jener Frage, die jetzt unmittelbar an die Reihe kommen muß, der galizischen. — In der vorgestrigen Sitzung des VerfassungSausschuffes wurde die Generaldebatte über das Elaborat des Subcomite's geschloffen, und so wird denn in der nächsten Sitzung
welcher der Unglückliche niedergestürzt war, erwachte die Reue mit doppelter Gewalt in seiner Seele; seine Einbildungskraft zeigte ihm den Verwundeten, wie er blutüberströmt mit zerschmettertem Haupte am Boden lag — es däuchte ihm, als höre er wieder das Weh- gcschrei hinter sich, das ihm durch Mark und Bein gedrungen war. *
In demselben Augenblick, wo er um die Felsenecke bog, schallte eine Stimme aus dem dichten Gebüsch, welche ihm laut und drohend zurief:
„Hüte Dich, hüte Dich, Ritter Hugo! Ehe dies Jahr zu Ende gehl, hat Dich die Rache ereilt!"
Diese Wor:e trafen den Ritter wie ein Donnerschlag. Unwillkürlich hielt er daö Pferd an und schaute mit angsterfülltem Blick umher, aber weit und breit war nichts zu sehen als Felsen, Tannen und Ge büsch, und nichts zu hören als das Rauschen des Flusses und das Sausen des Windes. Da er sich in einem höchst aufgeregten Gemüthszustande befand und nicht frei von Aberglauben war, so wähnte er, eS sei die Stimme desjenigen gewesen, welchen er zu Boden geschlagen hatte, und von Entsetzen ergriffen, drückte er seinem Pferd die Sporen in die Seiten und sprengte in wilder Hast seiner Burg zu, gefolgt von dem verwunderten Knecht, der eine ziemliche Strecke zurückge- blleben war und den drohenden Rus nicht vernommen hatte
Kaum seiner Sinne mächtig, langte er auf dem Schlosse au: es war ihm, als sei ihm in dieser Stunde sein Todesurtheil verkündet worden. Die ganze Nacht kam kein Schlummer über ihn — all' seine Bemühungen, sich zu überredet, seine erregte Einbildungskraft habe ihm einen Streich gespielt, waren umsonst — — die rachedrohenden Worte umtönten ihn unaufhörlich und gönnten ihm nirgends Ruhe.
Er, der nie einen Feind gefürchtet und unzählige Mal tollkühn dem Tod ins Antlitz gcf baut hatte,
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Unterschriften derselben 60,000, jetzt betragen sie 250,000,
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Versailles, 24. Febr. Der letzten Miltwcs der <
geführt sind, sei es gegen die Rechte und die Autontil tiiiqu
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einen Gesandten in Rom unterhalte (nämlich den bei« Papste), ist wiederum, und zwar auf nächsten Sami tag, vertagt wvldcn. Die Commission will eine nie tivirte Tagesordnung in Vorschlag bringen. Die Clo ricalen haben große Anstrengungen gemacht und ein, Masse Petitionen nachgeliefert. Zuerst betrugen bi
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die Bewilligung der vom Subcomile vorgeschlagenen Concessionen aus. Es scheint, daß die letzte Abstim mutig im Abgeordnetenhaufe an dieser Wandlung Scl'uld trägt.
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die eingehende Erört» rnng der einzelnen Punkte be-Isendes Mißtrauen von allen Seiten mit Ausnahme ginnen. Die Stimmung, welche in der vorgestrigen Ides Hr. Thiers ergebenen republikanischen Linken. —
gesandt, nm die Küsten zu überwachen; „Coligny' und „Kersaint" haben Befehl erhalten, sich zum Aus,
brachten, gegen die Umtriebe der Bonapartisten und Radikalen gerichteten Gesetzentwurfs gewählte (Sem Mission besteht aus sechs dem Entwürfe günstig ge stimmten Mitgliedern nnd neun, welche gegen ihn sind oder Abänderungen verlangen. Diese neun Mitglieder haben 308 Stimmen für sich gegenüber etwa 285 Stimmen, welche den sechs den Entwurf befürwortenden Mitgliedern zugesagt wurden. Die Debatten waren äußerst lebhaft. — Zwischen Thiers und dem Verein der äußersten Rechten, den sogenannten „Che vauxlcgers," ist ein Conflict ausgcbrochen. Thiers halte nämlich vom Verein die Liste seiner Mitglikder verlangt, und dieser hat, nachdem er über das Verlangen des Präsidenten berathen, demselben antworten lassen, daß er ihm keine Miltheilung zu machen habe, und dcßhalb seinem Wunsche nicht entsprochen werden könne. — Nach achtundvierzig Stunden ruhiger Ueber-
Aufgabe haben, die dort ankommenden französische» Matrosen zu gewinnen. — Die Tiscussion über di, Petitionen, welche verlangen, daß Frankreich nm
war eine den Polen ziemlich ungünstige; mehrere Ab-Igierung eine Landung des Ex-Kaisers und seiner An, geordnete der Verfassungsparlei sprachen sich gegen! Hänger; die Behörden haben deßhalb den „Ariel" aus,
Schweiz.
Bern, 27. Febr. Gestern hat der Nationalrath u. a. beschlossen, seinen Beschluß, daß neben den Bundesgesetzen auch Bnndcsbeschlüsse allgemein verbindlicher Natur zur Volksabstimmung kommen sollen, und in Folge dessen auch seine Bestimmungen über die Volksinitiative sestzuhalten. Heule beendigte derselbe die zweite RevisionSberachung unter Festhahtung des vom Ständerath verworfenen Artikels, welcher das Bundesgericht als Caffalionshof letzter Instanz
Schutze der National-Versammlung nnd der Regierung lautet: „Art 1. Jeder Angriff durch eines der Miltes die im 1. Art. des Gesetzes vom 17. Mai 1819 auf'
für die Verletzung eidgenössischer Gesetze und Staatsverträgen oder Concordaten einsetzt.
Frankreich.
— Generalpostdirector Stephan hat gestern Pari- verlassen. — Das osficielle Journal veröffentlicht ei» Decrel, durch welches daS gestern zum ersten Male erschienene Journal „L'Etoile" suspeudirt wird. Dies« Journal war nämlich nichts Anderes, als der vn- gestern suSpendirte bonapartistische Gaulois unter einen anderen Titel.
Paris, 24. Febr. Die zur Prüfung des Minister des Innern in der Mittwvchssitzung eingc-
vom Minister d. I. vorgelegte Gesetzentwurf zui mache, Schutze der National-Versammlung nnd der Reaierum Seiter
Sitzung betreffs der galizischen Forderungen vorwaltete,»Wie man ans Cherbourg meldet, befürchtet die Re-der R war eine den Polen ziemlich ungünstige; mehrere Ab-Igierung eine Landung des Ex-Kaisers und feiner Aw im Ve
deS DecreteS vom 11. Aug. 1848 angegeben find Eham Art. 2. Eine in einem dem Belagerungszustand «ngen unterworfenen Orte suSpendirte oder unterdrück» für d
der National-Versammlung, sei es gegen die Regierung, welche durch die Decrete vom 17. Febr., 1. März g.
31. Aug. 1871 eingesetzt ist; jede Veröffentlichung bi den Zweck hat, zum Sturze dieser Regierung aufju der C reizen, wird mit den Strafen belegt, die im Art. li fährt
laufen bereit zu halten. Louis Bonaparte soll sich daher j nämlich seit einigen Tagen in Ramsgate, in der Näh, ‘ * von Dover, anfhaltcn und die ganze englische Küsti mit bonapartistischen Agenten besäet sein, welche bi
legung sct eint die Mehrheit der National-Versammlung, die für das von Herrn Victor Lefranc eingebrachte Gesetzprojcct die Dringlichkeit votirt hatte, demselben eher feindlich wie günstig zu fein. Daß das neue Gesetz von Seilen der wenig bonapartistischen Depn- tirten den lebhaftesten Widerspruch findet, ist natürlich Die legitimistische Rechte wittert eine Falle des Hrn. Thiers und zeigt sich sehr wenig gewogen. Mehrere Mitglieder der radikalen Linken sind gegen ein Gesetz, welches die bereits hinreichend traurige Lage der fran-, zösischen Presse noch verschlimmert. Was daS rechte Centrum betrifft, so gab es in der Versammlung, welche am 22. d. M. unter dem Vorsitze Saint-Marc Girardin's gehalten wurde, sehr lange und lebhafte Verhandlungen, aus welchen hervorging, daß das rechte Centrum dem neuen Gefetzprojecte ungünstig ist. Viele Leputirie denken, und mit Recht, daß das Gesetz nicht nur gegen dir Bonapartisten und Revolutionäre gerichtet ist, sondern auch gegen ihre eigenen monarchistischen Kundgebungen. Also wach
fühlte sich jetzt von einem Gegner bedroht, welchen er auf keine Weise zu bekämpfen vermochte: eine unsichtbare Macht hatte sich wider ihn erhoben, die aller irdischen Waffen spottete — sein Gewissen.
Der Glaube, daß die prophetischen Worte, welche ihm die räthselhafte Stimme zugerusen hatte, in Erfüllung gehen — daß er noch vor Ablauf des Jahre« sterben werde, befestigte sich mehr und mehr in feinet Seele, so daß er endlich in Tiefsinn verfiel, ganze Tage regungslos in feinem öden Gemach faß und die Burg nicht mehr verließ.
Durch einen alten Diener von dem traurigen Ge- müthszustand seines Vaters heimlich in Kenutniß gesetzt, eilte Stephan sogleich nach der Stauffenburg und erschrack aufs beftigfte, als er die Umwandlung gewahrte, welche während der kurzen Zeit seiner Abwesenheit mit seinem Vater vorgegangen war. Die Haare des letzteren waren grau geworden, die Augen erloschen und die Wangen eingefallen und bleich.
Anfangs weigerte sich der Ritter Hugo hartnäckig, dem besorgten Sohn die Ursache dieser Umwandlung seines ganzen Wesens zu gestehen; als aber Stephan fort und fort aufs liebreichste in ihn drang, theilte ihm jener endlich mit, was sich ereignet hatte.
Obgleich Stephan keinen Augenblick daran zweifelte, daß das, waS seinem Vater begegnet war, mit der Erscheinung des unheimlichen Greises, der ihn selber mit dem Tode bedroht, in Verbindung stand, so hielt er eS doch für geratener, seinem Vater jenen Vorfall zu verschweigen, um ihm nicht eine neue Veranlassung zu finsteren Grübeleien zu geben.
War cs früher schon einsam und öde auf der Staufenburg gewesen, so herrschte jetzt eine wahre Grabesstille daselbst. Die Bemühungen Stephans, feinen Vater zu erheitern und wieder für die Freuden deS Lebens zu gewinnen, blieben gänzlich erfolglos; der letztere ward immer finsterer und menschenscheuer,
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Zeitung darf in keinem Theile des Staatsgebiet« weder gedruckt noch veröffentlicht werden. — D«
der väterlichen Burg zu begeben und dafür zu sorge« daß der Vogt in allen Stücken seine Pflicht erfüll Nachdem die beiden Brüder einige Wochen a« dem einsamen Schlosse zusammen verlebt hatten, keh>* Heinrich nach Süddeutschland, zurück; Stephan ab< trat nach einem kurzen Aufenthalt auf der Dasenbu« eine Reise nach dem Mittelrhein an, um den letzte*
und seine Körpcrkräfte nahmen von Tag zu Tag al Es schien in der Thal, als ob die propheiischen Worte welche er bei seinem letzten Heimritt vernommen hatte binnen kurzer Zeit in Erfüllung gehen sollten.
Der bekümmerte Stephan benachrichtigte sein« Bruder von dem hoffnungslosen Zustand seines Vatel und bat ihn dringend, so bald als möglich nach M Hcimath zu kommen; falls er nicht schleunig erscheine werde er den letzteren vielleicht nicht mehr unter M Lebenden antreffen.
Diese Besvrgniß war nur zu gegründet. Ehe di Bote, den Stephan an seinen weit entfernten Brndi abgesandt, diesen noch erreicht hatte, war der Ritt« Hugo schon verschieden, und als Heinrich endlich i» der Staufenburg anlangte, ruhte die irdische Hü» seines Vate« schon mehrere Wochen in der ©rtil unter der kleinen Schloßkapellc.
Da Heinrich, der Erbe der väterlichen Burg, weg! der sich täglich drohender gestaltenden Bewegung mit« den Bauern in Süddeutschland die Dienste des schiv« bischen Bundes nicht verlassen wollte, so betraute • einen Vogt mit der Beschützung der Staufenburg u» bar seinen Bruder, der sich während bet letzten Tai feines Aufenthaltes bei dem Ritter Benno mit Hilde garbe verlobt, und dem der kinderlose Oheim de letzteren sein im nördlichen Theil des Harzes gelegene schloß geschenkt hatte, sich dann und wann nai
National-Versammlung beschäftigte sich vorgestern wiedk mit dem Projekt bett. Reorganisation des Richtet standes. Die Deputirten fanden an der Tiskussioi so wenig Interesse, daß sic Präsident Grevy auf bai Unstatthafte ihrer allzulauten Privatunterhaltung« aufmerksam machen mußte. Gleich nach Eröffnun der gestrigen Sitzung legte Fourton seinen Bericht üb- Gewö den Antrag des Generals Dncrot Betreffs der Vcr folgnng der Deputirten Pierre und Lefranc und Ronvi« . vor. Mehrere Mitglieder verlangten, daß derselbe so fandet fort-vorgetragen werde. Nach einem längeren Tumiil beschloß die Kammer, daß der Bericht nicht Vorgelegen sondern, wie dies der Brauch ist, gedruckt und bain vertheilt werde. Es folgte sodann die Fortsetzung dk Discussion über das Gesetz bett. Reorganisation b« Richterstandes. Das Amendement von ® er enger rour« verworfen. Die Kammer nahm darauf den erst« Artikel des CommissionS-Antrages an.
noch lebenden Anverwandten seines Vaters zu besuch«« Der daselbst eine Burg besaß.
(Fortsetzung folgt.) ^geu