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Quartal der Oberheffische« Zeitung mit Kreitblatt durch die Expedition (Koch'sche Bestellgebühr und incl- Stempelsteuer), für das Ausland excl. Stempel 22 Ggr. - Sämmtliche Annoncen-Burea iö nehmen Inserate an.

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des Ministerpräsidenten das Slaatsministerium zu einer Sitzung im auswärtigen Amte zusammengetreten. — Der Präsident des OberkirchenratheS Wirkt. Geh. Rath Mathis hat nach der „Kreuzztg." aus Gesund» heitSrückstchten einen Urlaub erbeten und erhalten. — In der gestrigen Sitzung der baierischen Abgeordneten kammer wurde die Berathung des Budgetentwurss für das Staatsbauwesen durch Genehmigung sämmtlicher Positionen nach dem Ausschußantrage beendigt. Die für die Erweiterung der Würzburger Mainbrücke ge orderten 21,000 st. wurden nicht bewilligt. Ein Antrag Pfahler's welcher die Regierung ausforderte, dem nächsten Landtage eine Gesetzesvorlage über Re gelung der Staatsstraßen und ihrer Unterhaltungs­kosten zu machen, wurde angenommen. Die neu ein getretenen Abgeordneten Diendorfer, Richter und Lester wurden beeidigt.

Eine Depesche aus Versailles, 19. Februar, sagt: Das linke Centrum wird sich heute Mittag ver­sammeln, um eine Entscheidung von großer Wichtig­keit zu treffen. Man versichert, die Linke und das linke Ccntrum seien entschlossen, die Initiative für constitutionelle Vorschläge im Sinne einer endgültigen Proclamation der Republik zu ergreifen. Wenn das Programm der Rechten der Oeffentlichkeit übergeben werden wird, so glaubt man, werde die Regierung den Vorschlag des linken Centrums unterstützen. In Krei­sen, die zur Rechten und zum rechten Centrum gehö ren, wird die Versicherung wiederholt, daß durchaus nicht die Absicht vorliege, das gegenwärtige Proviso­rium umzustürzen. — Das officiöse „Bien Public" sagt, gewisse Jntriguen seien gefährlicher, als die bo- napartistischen Complotte. Es beschuldigt die Anhänger der Prinzen von Orleans, das Vorgehen der Regie­rung zu hindern und dadurch die Befreiung des Lan des zu verzögern, welche der einzige Gegenstand der Fürsorge sein müßte.

Da« Bureau „Havas-Bullier-Reuter" meldet: In gut unterrichteten Kreisen wird die von dem Londoner Journal „Echo" colportirte Nachricht, die belgische Regierung habe den Grafen Chambord aufgefordert, seinen Aufenthalt in Antwerpen so viel als möglich abzukürzen und während seines Aufenthaltes daselbst die Legitimisten zu keinen Demonstrationen zu ermu- thigen, als jeder Begründung entbehrend bezeichnet. — Die Regierung berachschlagt Maßregeln, um antikleri­kalen Demonstrationen vorzubeugen, wie solche am

die Aenderungen. „

Finanzminister Camp Hausen. Eines Zusatzes z«m Gesetze bedürfe es nicht. Sollte doch einer ge­macht werden, so wäre der vom Abg. Dr. Goecke ge­stellte Antrag auch derjenige, welcher die Ansicht der Regierung wiedergebe. Den Zusatz wegen der Er-

Schlußsatz hat er nichts einzuwenden.

Das Amendement Goecke definirt als Specialctat: jede Position, „welche einer selbstständigen Beschluß' s-flung der Landesvertretung unterlegen hat und als Gegenstand einer solchen im Etat erkennbar gemacht

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Eine Geschichte »en der Dankbarkeit.

Historische Skizze von I. E.

(Fortsetzung.)

In einem Zimmer des Arsenals saßen die Vettern in lebhastem Gespräche um einen mit Papieren bedeck­ten Lisch. Beide waren riesige Gestalten; die Züge des Preußen waren aber regelmäßig und anziehend, wenn auch Schicksale aller Art die Stirne gefurcht, die Wangen gebleicht hatten, während das Gesicht des Andern, auf der einen Seite von Pulver verbrannt, mit wildsunkelnden Augen und herabhängenden Augen­brauen, einen widerlichen abstoßenden Eindruck machte.

„So steht es, Herr Vetter!" ergriff der Erstere das Wort. „Ihre Sache ist so gut wie gewonnen. Das Kriegsgericht wird einen derben Rüffel kriegen, fein Unheil kann der Kassation nicht entgehen."

„Durchgehen wir die Liste noch einmal!" entgeg­nete der Oesterreichrr nach einer Pause. „Läßt sich denn Nichts streichen? Das ist ja ein furchtbares Geld, und mein Recht liegt doch klar zu Tage!"

„Wir sind in Wien, Herr Vetter!" gab ihm der Erste zur Antwort — „Da ist pro primo der KönigSeck mit dreitausend Dukaten. Ich denke nicht, daß wir dm Präsidenten des RevisionsgerichleS verkürzen linnen."

„Weiter!" brummte der Andere mißmuthig. Der Erste fuhr fort:

„Der Hoftath Zelto —"

„Dieser Hund!" unterbrach ihn sein Detter und fuhr auf. „Er hat sich bereits an meinen sequcstrir- tm Gütern vollgefressen und will nun auch noch den Knochen abnagen, nachdem er das Fleisch in vollen Bissen verschlungen hat!"

Der Erste zuckte die Achseln. „Er hat Sitz und Stimme, und es ist erstaunlich genug, daß er um viertausend Thaler sein Votum zu Ihren Gunsten

abgeben will. — Mit der gleichen Summe habe ich den Hofrath Komerkansky angemerkt."

„Mit zweitausend Thalern?"

„Mit viertausend, Herr Vetter. Bedenken Sie doch die Vortheile, die diesen Leuten allen von den Verwaltet n ihrer Güter geboten werden, wenn der Trenck noch lange sitzt! — Wahrlich, Sie können von Glück sagm, so leichten Kaufes davon zu kommen!"

„Was kann ich?" brauste der Pandurcnobcrst aus. „Von Glück sagen, meinen Sie? Weßhalb? Daß ein Hundsfott, der in seinem Leben kein Pulver gerochen hat, mein in Diensten Kaiserlicher Majestät zerschmet­tertes Bein in den Block spannen läßt? Von Glück sagen? So? Daß mein Gut, das ich mir mit Da­ransetzung meines Lebens in Feindesland holte, von schurkischen Verwaltern und Richtern verschleudet wird ? Von Glück sagen, Herr Vetter? Daß matt mich ruinirt, meine Lorbeer» beschimpft, den besten Sol­daten Kaiserlicher Majestät von Memmen und Hunds- fottens malträtiren läßt? — Und warum? Weil ich die Kastanien nicht für sie au» dem Feuer holte, son­dern sie selbst behielt. Wer sind die Kläger? WaS, darf ich meine Soldaten nicht mehr prügeln lasten wann und wie ich will? Wie? Und solcher Dinge wegen wirft man den Mann in's Gefängniß, der 7000 Franzosen und Bayern und über 3000 von Ihren werthen Landsleuten in die Pfanne gehauen, mindestens ebenso viele zu Gefangenen gemacht hat? — Wie? Wo ist der General, der dem Feinde auch nur ein Dritttheil des ScbadenS zugefügt hat, wie ich mit meinen Panduren? Von Glück sagen, meint der Herr Preuße!"

„Nun, Nun", beruhigte ihn dieser, „bedenkm Sie nur, daß das wahre Verdienst bei Hofe noch jederzeit mißachtet worden ist, und daß ein seidener Spitzbube und eine vergilbte Hofdame dem rechtschaffensten Manne den Untergang bereiten können!"

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rateur sparnisfe bittet der Minister abzulehnen; gegen den

s>auS der Abgeordneten. 34. Plenar-Sitzung V vom 19. Februar 1872.

Präsident v. Forckenbeck eröffnet die Sitzung um 111/4 Uhr Vorm

Forschung der Specialdiscussion des Oberrechnungs Slofal kammergesches und zwar bei §. 19 (§. 18 der Vor- Ottce« läge). Der Paragraph definirt, was EtatSüberschrei- tungen im Sinne des Art. 104 der Verfassung sind. Die Commission vervollständigte den Paragraphen »«h der Vorlage und Referent Abg. LaS ker motivirt

worden ist." .

Nach einer DiScusston, an welcher sich die Abg. Engclken, Richter (Hagen), Reichensperger (Koblenz), Benda rc. und der Finanzminister beiheiligen, wird S. 19 mit dem Amendement Goecke unter Ablehnung des 2. und 3. Zusatzes angenommen. §. 20 wird ohne Debatte angenommen. §. 21, ein neuer von der Commission dem Gesetze beigefügt« Paragraph, wird vom Regierungscommistar als unannehmbar be­zeichnet und mit 179 gegen 153 Stimmen abgelehnt. Hinaus wird §. 8 unter Wegfall der von d« Com- misfion beantragten Aenderungen angenommen. §. 22 wird ebenfalls genehmigt. Die namentliche Abstim­mung über das ganze Gesetz erfolgt in der nächsten Sitzung.

Das Gesetz bett, das Deichwesen in Schleswig- Holstein wird angenommen. Nächste Sitzung Mittwoch.

"Marburg, 20. Februar.

Der „Staatsanzeiger" meldet, daß im Befinden S. M. des Kaisers und Königs eine Besserung eingetreten ist. — DaS Befinden I. M. der Königin- Witwe hat sich einigermaßen gebeffert. — Letzten Sonntag, um 2 Uhr Nachm., ist unter dem Vorsitz

letzten Sonntag in Antwerpen vor dem Hotel, das der Graf Chambord und eine Anzahl Legitimisten be­wohnen, stattfanden.

Der deutsche Botschafter Graf Bernstorf nebst Familie ist in London eingetroffen.

Prinz Friedrich Karl von Preußen ist vorgest«» n Rom eingetroffen, Kronprinz Humbert hat dem- elben seinen Adjutanten zur Begrüßung gesendet.

Aus Bukarest, 17. Febr., wird gemeldet: Nach der gestern erfolgten Unterzeichnung der Eisenbahn- Convention wurde der frühere Minister-Präsident E. Kostaki zum Commiffar ernannt, um in Berlin der Annullirung der früheren Strousberg'schen Eisenbahn- Obligationen beizuwohnen. — In ber Kammer würbe bet Justiz-Minister Costafom heute interpellirt wegen ber Purification, welche er im Personale bes Appel- hofeö aus Anlaß beS in der Untnsuchung über die Unruhen des 10. März v. I. «laffenen UrlheilS- pruches vorgenommen. Ein beantragtes Tadelsvotum wurde mit 62 gegen 38 Stimmen verworfen.

Deutsches Geich.

•e Berlin, 19. Febr. Der Bericht über die heutige Sitzung des Abgeordnetenhauses berechtigt immer mehr zu der Hoffnung, daß eine allseitige Verständigung über das OberrechnungSkammer-Gesetz erzielt werden wird. Auch sonst wird die parlamen­tarische Situation durchwegs im günstigen Sinne aufgefaßt und meint man, daß es ber Regierung eben­falls gelingen werbe, im Herrenhause bie nöthigen Stimmen für das Schulaufsichtsgesetz zu gewinnen. — Die „Köln. Zig." läßt sich von hier schreiben, daß eS in der Absicht Sr. Majestät läge, mehrere Staatsmänner und Militärs, die sich in letzten Zeiten Verdienst erworben, in das Herrenhaus zu berufen. Man kann nicht in Abrede stellen, daß die politische Bedeutung der ersten Kammer durch eine solche Maß­regel ungemein erhöht würde. — Aus Paris trifft die Probenumm« eines neuen Blattes ein, das den Titel „l'Etrang«" führt. ES will feinen Theil zur Regeneration des unglücklichen Frankreich beitragen und vor Allem danach streben, die vielfach hervorge- tretene Unkenntniß der Franzosen über die Angelegen­heiten des Auslandes zu beseitigen. So lobenswerth dies Unternehmen ist, da ein Jeder gern zugchen wird, daß das übermüthige Jgnoriren alles Fremden nicht mehr recht zeitgemäß für Frankreich ist, so muß

„WaS?" tobte der Pandurenführer in blind M Zorne weiter, „ich spare mir das Essen vom Maule ab, ich verzehre des TageS dreißig Kreuzer und ver­sage mir auch ben geringsten Genuß, unb Sie kommen und sprechen mir von Tausenden und aber Tausen­den, .. . und kein Mensch weiß, wie viel unter den Händen meiner treuen Verwalter bereits daraufge­gangen ist!"

„Hätten Sie den Vergleich, den Ihnen Cordua sein«zeit vorschlug, angenommen, so wären Sie längst in Freiheit und mit einer verhältnißmäßig geringen Summe ber Sache ledig gewesen."

„Sie haben gut reden, Herr Setter! WaS? Ich soll die Kerls, die ich wegen Feigheit infam kassirte, entschädigen? Wie? Die falschen Ankläger mit Geld abfinden?"

Der Preuße zuckte die Achseln.

„WaS?" schrie d« Oesterreichrr von Neuem, „man verspricht jedem meiner Ankläger einen Ducaten Ta- gessold und schickt mir die Rechnung? Vergleich? — Sie nennen da» einen Vergleich? Könnte ich nur den einen oder den andern von den Hundsfotten vor bie Klinge bekommen!"

„Sie sind also mit bem Arrangement, wie ich eS Ihnen proponirte, zufrieben?" bemerkte d« preußische Trenck nach einer Weile.

„Ich werde müffen!" entgegnete der Sanbure verbrießlich. „Baron Lepresti wird Ihnen die Summe für mich vorschießen."

(Fortsetzung folgt.)

Walder «ad Bäume im alten Deutschland.

Die Vertheilung der Wälder in Deutschland war vor 2000 Jahren im Wesentlichen dieselbe wie heute. Der große Hercynische Wald, dessen mächtige Säume- und dunkle Schatten aus die an Italiens sonnige Ge­filde gewöhnten Römer dm tiefsten Eindruck machten,