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Preußen selbst in seine Hände gefallen; das sämmt- wölben ihres Mündels aufgespeichert fanden, erstaunten, liche Silbergeschirr desselben wurde nach den slavo- und ihn sich anzu-ignen beschlösse,» Mit seinem eigenen

Nischen Gütern deS PandurenchesS geführt. Uner­müdlich, ohne Rast und Unterbrechung saß der Trenck mit seinen wilden Schaaren dem Feinde im Nacken, nahm Zufuhren weg und machte eine Menge von Gefangenen; auf tollkühnen Streifzügen brandschatzte er Dörfer und Städte.

Aber schon harrten auch des Pandurenobersten dreiundzwanzig Klagen von Offizieren, die er will­kürlich kassirt oder mit Schimpf und Schande davon­gejagt hatte. Es lagen ferner Beschwerden vor von befreundeten Gegenden, die von den Panduren gräßlich heimgesucht worden waren. Der Trenck, also lauteten die Vorwürfe anderer Art, habe bei Sorau den König von Preußen zum Schaden deS Reiches absichtlich entwischen lasien. Zn weiteren Eingaben wurden schwere Anschuldigungen sittlicher Art gegen die Pan­duren und ihren Obersten erhoben, und die strenge Maria Theresia versprach volle Gerechtigkeit.

Alle diese Klagen wären nach damaligem Brauch in den Kanzleien todtzeschwiegen oder zurückgewicsen worden, wenn sich der Trenck rechtzeitig mit dem ungerechten Mammon Freunde gemacht hätte. Er wollte aber seine Beute mit Niemanden theilen, am Wenigsten mit den Höflingen zu Wien, die in seidenen Kleidern am Spieltisch saßen, während er sich mit dem Feinde herumschlug.

In aller Stille wurde ein KriegSrath niedergesetzt; Trenck erhielt Hausarrest, und, da er diesen mit Ostentativ» brach, strenge Gefangenschaft. Einer seiner Richter ließ ihn sogar einmal wegen Widersetzlichkeit in den Bock spannen. Der Staat ernannte ihm Cu ratoren, die über den Reichthum, den sie in den Ge

teratur geben, die uns fehlt, weil man bei uns Berangn nicht mehr singt." — Das „Journal de Paris' kündigt, als in Kürzel« erscheinend, ein Manifest N-- polen's in Form eines Briefes an Rouhcr an, in welchem der Kaiser sein Programm und die Jveei auseinander setzen will, welche der neue Deputirte z- vertheidigen haben wird. — Das „Journal de Paris", Organ der Orleans, schreibt: Ungefähr 80 Mitglied« der Rechten sind über ein politisches Manifest — da» sog. Manifest Moulin — einig geworden. Dasselbk ist der Oeffentlichkeit noch nicht übergeben. Seinen, Hauptinhalte nach ist es aber bereits bekannt. Di, Urheber und Unterzeichner des Manifeste- wollen du erbliche und traditionelle, aber zugleich die constitu- tionelle und parlamentarische Monarchie; mit andern Worten: sie wollen das Haus Frankreich wieder aus den Thron setzen; aber sie wollen, daß es die SBebin- gungen annimmt, welche die der modernen Regierungen sind. Was die Mittel anbelangt, so ist da« Manifest, nicht weniger deutlich. Seine Urheber und Unter« zcichner erkennen das Recht der Nation an, ihre Re­gierung zu wählen. Sie erwarten den Triumph ihrer Ideen nur von der DiScussion und dem Votum. Sie machen nur einen Aufruf an das von seinen fiel gewählten Mandataren vertretene Land. Von der reißen Fahne kein Wort. Das Stillschweigen darüber >at eine Bedeutung, welche man nicht hervxrzuheben braucht. Das Manifest erkennt endlich die politische und bürgerliche Gleichheit an. Man sieht, es ist ein ganzes System, welches sich in zwei Worten zusamuien- assen läßt: Versöhnung der traditionellen Monarchie mit der modernen Gesellschaft, des erblichen mit dem nationalen Rechte. Die Frage ist nur, ob die ganze Rechte, wie besonders Graf Chambord, dem Manifeste zustimmt. Wenn Graf Chambord in seinen Haupt­punkten das Manifest annähme, so könnte es in Frank­reich von diesem Augenblicke an nur eine einzige mo­narchische Partei geben.

Drspens ausgerüstet, hat sie das modenesischc Palais mit der Klosterzelle vertauscht."

Schweiz.

Bern, 18. Febr. Auf eine letzten Freitag in der Ständerathssitzung an den Bundesrath gerichtete An­frage wegen eines unter dem Titel des droit statistique erhobenen neuen französischen Zolles gab derselbe die Er­klärung ab, daß die Erhebung dieses Zolles allerdings begründet sei und daß dieselbe dem französisch-schweize­rischen Handelsverträge zuwiderlaufe. Ohne Unter­stützung durch andere Staaten werde indeß eine Rec lamaiion der schweizer Regierung erfolglos fein. Gestern beschloß der Ständerath, abweichend von dem Beschluß des Nationalrathes, daß außer den Bundes­gesetzen auch Bundesbeschlüsse, welche eine einmalige Ausgabe von 100,000 Franken veranlassen, zur Ab­stimmung durch das Volk kommen sollen.

Frankreich. '

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men uno t]t deshalb eine Verminderung der Straf­anstalten in Aussicht gestellt. Wie es heißt, soll die Anstalt in Spandau schon innerhalb der nächsten Monate geschlossen werden. — Die seit Donnerstag hier versammelte Commission für die Beschickung der Wiener Weltausstellung hat ihre Arbeit so gefördert, daß sie ihre Thätigkeit mit heute wird schließen können.

München, 18. Febr. Mit dem 1. April soll die Neuformanon der baierischen Armee nach preu­ßischem Muster in Kraft treten. — Die Abgeord­netenkammer erledigte gestern nach den Beschlüsien des Ausschusies den Budgetentwurf der elften Finanz­periode für Staatsbauwesen bezüglich des königl. Staatsrathes, der Landtags-Versammlung, der Mi nisterien des Aeußern, der Justiz, des Innern und der Finanzen. Die von der Regierung verlangten Zu­schüsse für Distriktsstraßen, die zu Eisenbahnen führen, im Betrage von 200,000 fl., wurden auf 300,000 fl. erhöht. Für Beseitigung der feuergefährlichen Anlagen im National-Museum, wofür nichts postulirt, wurden 59,000 fl. bewilligt. — Die sechs „abtrünnigen Pa­trioten", Dr. Schleich, Sepp, Gürster, F. 3£. Maier, I. Kastner und Prestele haben aus ihren Wahlkreisen Mißtrauensvoten erhalten.

Oesterreich-Ungarn.

Wien, 18 Febr. In der Sitzung des Abge­ordnetenhauses am letzten Freitag brachte der Justiz­minister Dr. Glaser den Entwurf einer neuen Straf- proeeßordnung ein nebst dem dazu gehörigen Ein führungSgesetze, ferner einen Gesetzentwurf, betr. die zeitweilige Einstellung der Wirksamkeit der Geschworenen­gerichte. In Bezug auf letzteren hob der Minister hervor, daß die StaatSrcgierung die Anwendung des ' vorgelegten Gesetzes zur Rettung des ganzen Ge­schworenengerichts - Institutes überall da für noth- wendig erachte, wo die Geschworenen sich nicht von ihrem RechtSgesühl und ihrem Gewissen, sondern le­diglich von ihren politischen Leidenschaften leiten ließen. — Die Vorberathungen über die Nolhwahlgesetz No velle im Verfassungs-Ausschusse wurde letzten Donnerstag beendigt; die meisten Amendements wurden zurückge­zogen und der Regierungsentwurf mit geringer Modi- fication, die lediglich eine umfassendere Stylisirung bezweckt, angenommen. Diese Woche kommt das Gesetz vermuthlich zur Verhandlung im Hause. — In der Donnerstagssitzung deS Herrenhauses veranlaßte die Miltheilung von dem Ableben Franz Grillparzer's, der zu den Mitgliedern dieses Hauses zählte, eine Trauer­kundgebung , welche vom Präsidenten Fürsten Auers­perg mit einer würdigen Rede eingeleitet wurde. — Die Regierungsaction ist jetzt dahin präcisirt: erstens und vor Allem das Nothwahlgesetz, dann, ohne alle vorgängigen, bindenden Verpflichtungen der Regierung, der galizische Ausgleich, endlich zu einer ausschließlich von der Regierung zu bestimmenden Zeit die Wahlre­form. — Unterm 14. Febr. wird der „Augsburger Allg. Ztg." geschrieben: „Gestern Morgen ist ein Mitglied des Kaiserhauses als Novize (unter dem Namen Schwester Mana) in das Kloster der Ursu­linerinnen eingetreten, Maria Beatrix (geb. 1824), die Schwester des Herzogs von Modena, die Gemahlin . des Infante« Johann, die Mutter des Infante« Karl i und Alfons von Spanien. Alle Anstrengungen der > gesammten Familie, sie von ihrem Vorhaben abzu- , bringen, sind vergeblich gewesen; mit einem päpstlichen !

Paris, 16. Febr. Die verschiedensten Fracttonen der Nationalversammlung sind gegenwärtig lediglich mit conftituirenben Fragen beschäftigt. Die gemäßigte Linke unb die sog. „Union republicaine“ sind ge­meinschaftlich über einen Vorschlag in Berathung ge­treten, durch welchen die republicanische Staatsform definitiv in Frankreich eingeführt werden soll. Neben ihnen regen sich linkes und rechtes Centrum, um Thiers die Präsidentschaft auf Lebenszeit und Casimir Perier zugleich die Würde eines Vicepräsidenlen zu übertragen. Auf der gemäßigten Rechten gewinnt die Verfassungsvorlage der reinen Freunde des Königthums immer mehr Boden. Die Urheber dieses Projectes, welches darauf berechnet ist, einen der beiden Thron- Prätendenten zur Annahme deS so ausgearbeiteten Verfassungs-EntwurfeS zu bewegen, um alsdann eine geeignete Action zu beginnen, recrutirten sich meist auS den Anhängern der Fusion und denjenigen Orlea- nisten, welche einem Königthum mit dem Grafen v. Paris vor einer Republik mit dem Herzog v. Aumaie an der -spitze entschieden den Vorzug geben. Die Legitimisten endlich rechnen auf ein ausführliches Re­gierungsprogramm des Grasen Chambord, dessen Ver­öffentlichung demnächst statt finden und zur Folge haben soll, die gesammte rechte Seite des Hauses sofort um das legitime Oberhaupt Frankreichs zu scharen. Allen diesen Bestrebungen gegenüber verhält sich die Regierung umhätig. — Letzten Freitag Morgen fand in der Eglise St. Augustin (Boulevard Malesherbes) das Leichenbegängniß des Deputirten Conti (Cabinets- chef Napoleon's III) statt. Außer der Deputation der Nationalversammlung hatten sich noch eine große ilnzahl Bonapartisten nebst vielen Neugierigen einge- undcn. Unter den Bonapartisten bemerkte man u. A. Rouher, Herzog v. Gramont, Benedetti (Botschafter­in Berlin), viele Corsen, den früheren Krieg-Minister Marschall Le Boeuf, eine gewisse Anzahl Officiere in Uniform, darunter die Generale Fleury, Castelnau und ungefähr ein Dutzend Garde de Paris in Uni­on Die Kirche war ganz überfüllt; auf dem freien Platze vor derselben befanden sich zahlreiche Gruppen. Kaum zeigte sich nach beendetem Gottesdienste Rouher, gegen 1 Uhr, am Ausgange der Kirche, so ertönten von vielen Seiten die Rufe: „Es lebe Rouher!", „Es lebe der Kaiser!" Eine Gegendemonstration fand sofort statt und ein Man« trat a« Rouher heran

Canon über die Worte aus Schiller's „Jungfrau von Orleans": „Kurz ist der Schmerz und ewig währt die Freude." Bemerkenswerth ist: 1) daß Beethoven, besten Schüft, Noten wie Text, in der Regel fast un­leserlich waren, dieses Blatt mit besonderer Geduld geschrieben haben muß; denn eS ist sauber vom An­fang bis zum Ende, was um so mehr sagen will, da er sogar die Notenlinien selbst und zwar aus freier Hand, ohne Rostral, gezogen hat; 2) daß sodann nach dem Eintritt der dritten Stimme ein Tact fehlt, den ich habe ergänzen müssen. DaS Blatt schließt mit dem Wunsche:

„Möchten Sie doch, lieber Spohr, überall, wo Sie wahre Kunst und wahre Künstler finden, gerne meiner gedenken

Ihres Freundes Ludwig van Beethoven.

Wien, am 3. März 1815."

Eine Geschichte bon der Dankbarkeit. Historische Skizze von I. E.

Es war im Herbst des Jahres 1745; der zweite schlesische Krieg nahte feinem Ende. Der Panduren- oberst Franz von der Trenck verließ seine Truppen und begab sich nach Wien, um sich von seinen Wun- ben zu erholen unb bie Früchte seiner Thaten zu genießen.

Er wurde mit Jubel empfangen, und wahrlich, wenn Einer, so hatte er sich um Oesterreich verdient gemacht. Er allein von allen österreichischen Befehls­habern war niemals geschlagen worden; bei Sorau that er das Beste, und beinahe wäre der König von

und rief: „Nieder mit Rouher! Er ist eine Canaille £ Die Polizeimannschaften führten sofort den erwähnte! verges Mann als Gefangenen weg. Zugleich umringten bi bigte£ „EardeS Republicaüies", die als Leidtragende at Conti kommen waren, Rouher und geleiteten ihn nach feinä dem Wagen. Die Bonapartisten waren bedeutend in be (Born Uebermacht; auch die 200 Mann Soldaten, welch, L:„.. da Conti Groß - Officier der Ehrenlegion war, keil f Feier commandirt waren, machten Miene, zu Gunst« C ' ber Vive l’Empereur-'Rufer einzuschreiten. Die Meng C-sii. verlief sich, ohne daß eö zu weiteren Ruhestörungci rälhc kam. Die Leiche blieb in der Kirche, da sie na» Corsica gebracht wird. Napoleon bezahlt alle Unkosten — Die Regierung hat angeordnet, daß Conti'S Papier, mit dem Staatssiegel belegt würden, da er im Best von Staatsgeheimnisse« fein könnte. — DaS „Bi, Public" enthält Folgendes: „Unter den öffentliche! Confercnzen, welche zum Besten der Befreiung bei Territoriums gegeben worden, befindet sich eine seh, originelle und interessante. Frau Ida Brüning, v°, Geburt eine Wienerin und von Herzen eine Französin, wird am 18. und 23. Februar unb am 3. März drei literarisch-musicalischc Vorlesungcn über die bedeutendste, lyrischen Gesänge Deutschlands halten; sie wird unttt Pianobegleitung die berühmtesten Lieder von Goethe, schiller, Uhland, Bürger, Heine commentiren, lese, und singen, und uns so eine Idee von einer Volksli-

Gclbe warben sie immer neue Kläger und bestachen die Richter. Diese sprachen beim auch nach oberflach licher Untersuchung das Schuldig auS. Noch blieb in­dessen dem Verurtheilten die Appellation vor ein „Re- visorium" offen.

Um diese Zeit entfloh ein Vetter des Oesterreichers, der preußische Baron Friedrich von ber Trenck, auS ber Festung Glatz, in der ihn Friedrich II. au« po­litischen Gründen gefangen gehalten hatte. Er tarn nach Wien unb suchte seinen Verwandten auf, in dessen Interesse et sofort zu wirken begann. Da er die klin­genden Gründe, zu denen sich der Pandur auS Stolz und Geiz nie hatte verstehen wollen, nicht schonte; gewann die Sache bald eine andere Gestalt; al« ti ihm vollends gelang, die Nichtigkeit einiger der schwer­sten Klagepunkte zu beweisen, konnte, in Rücksicht auf bie sonstigen großen Verdienste des Obersten, an einet Freisprechung nicht mehr gezweifelt werden.

_ Da spielte der Trenck sich selbst einen schlimmen Streich. — Wir haben oben seine Verdienste um Oesterreich hervorgehoben; bei aller Tapferkeit und allem unleugbaren Patriotismus aber zeigte sein Cha­rakter noch andere Seiten, die im weniger zur Ehre gereichten. Slavonier durch und durch, stand er an', wilder Mordlust und Beutegier keinem seiner Unter­gebenen nach; er unterschied sich von ihnen nur durch eine Arglist und Undankbarkeit ohne Gleichen. Wem er sich verpflichtet glaubte, den suchte er zu verderben; sein Wort aber war ihm nichts als eine Falle, die er dem unvorsichtigen Gegner stellte. Er verdankte diesen wenig rühmlichen Eigenschaften manchen Erfolg im Felde; jetzt sollte er sich in seine« eigenen Schlin­ge« fange».

(Fortsetzung folgt)