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München 14. Febr. DaS „Vaterland" theilt mit, daß sich das Befinden des Prinzen Otto in be­denklicher Weise verschlimmert hätte, so daß nach einer Erklärung des königl. Leibarztes der Prinz höchstens noch zwei Monate seinen Leiden werbe Widerstand leisten können. — Die Kammer der Abgeordneten hat in geheimer Sitzung zum Mitglied deS 2. Ausschusses für den ausgetretenen G. F. Kolb den Abg. Dr. Völk gewählt. — Der in den Ruhestand versetzte bisherige Gesandte Englands am hiesigen Hofe, Sir Howard, wird seinen bleibenden Aufenthalt in München nch men. — Bekanntlich hat Herr Carl Scholl seine Stelle als Prediger bei der freireligiösen Gemeinde in Nürnberg aufgegeben, weil er die Ueberzeugung ge­wonnen , daß eine freireligiöse Gemeinde keinen Pre­diger nothwendig habe. In der letzten General- Versammlung der Gemeinde machte man die größten Anstrengungen, um ihn als Prediger festzuhalten. Scholl lehnte jedoch Alles ab. Man bot ihm nun an, er solle sich für freie Vorträge engagiren lassen, damit Alles, waö dem Priester - Cultus in der freien Gemeinde ähnlich sehe, Wegfälle; zugleich versprach man ihm das Doppelte des GehaltS. Eine Entschei­dung ist noch nicht erfolgt.

Straßburg, 14. Febr. Die Bibliothek macht riesige Fortschritte. Von allen Seiten strömen die Gaben herbei und durch ein streng - wissenschaftliches System der Auswahl ist Sorge getragen, daß aller sogenannte „Schund" von der neuen Sammlung fern- gehalten wird. Von London ist die erste durch den unermüdlichen Buchhändler Trübner vermittelte Sen­dung in der Stärke von 3200 Bänden eingetrosfcn. Die zweite Sendung wird die Schenkungen des „Bri­tish Museum" und der Stadt London enthalten. Der Direcror des eidgenössisch statistischen Burcau's Max Wirth Hal der Verwaltung der Bibliothek im Namen des BundeSrathcs unterm gestrigen mitgetheilt, daß die in den Cantonen geschehenen Bemühungen zu Gunsten der Wiederherstellung der Straßburger Bibliothek vom statistischen Bureau gleichfalls so weit als möglich unterstützt werden sollen und daß je ein Exemplar der von Bundeswegen gemachten Publikationen, so weit dieselben noch vorräthig sind, der Bibliothek zur Ver- sügung gestellt werden. Unter diesen Publikationen befindet sich u. A. die Sammlung der eidgenössischen Abschiede von 1291 bis 1420, der berühmte Dufour'sche topographische AtlaS, und die Publikationen des eid­genössisch-statistischen BureauS

Oefterrrich - Ungar».

Wien, 13. Febr. Der Kronprinz Rudolf und die Erzherzogin Gisela sind nach eintägiger Rast in Wien nach Ofen übergesiedelt, der Kaiser folgt ihnen demnächst dahin nach. — Die Demission des Banus Bedekovics und des Sectionschefs Suhaj wurde an­genommen ; der Finanz-Landesdireclor Vakanovics, ein Hauptanführer der Unionisten, wird zum Banus Stellvertreter ernannt werden. Der Banusposten selbst bleibt vorläufig ohne definitive Besetzung. — Der erste Tag der Gcneral-Congregation des Agramer Comitats ist ruhig verlaufen. Dagegen wird tele- graphirt, daß die General Kongregation des fiumaner

Der Vater bleibt indessen so lange aus dem Spiel, bis Straßburg ganz deutsch geworden, das heißt, bis die blonde Jeannette sich mit Vetter Ferdinand ver­lobt hat."

„O weh," seufzte Stauffen, „diese Germania ist sehr französisch, ich glaube an keine Bekehrung."

„Zweifler!" sprach Bertha pathetisch, „dann sind Sie noch ein A-B-C Schüler der Liebe. Wissen Sie denn nicht, was der Apostel Paulus sagt?" setzte sie lachend hinzu, „die Liebe glaubt, hofft und duldet Alles, folglich auch die Bekehrung, nur sie allein thut noch Wunder in unserer skeptischen Zeit."

„Ach ja, die Liebe ist die allergrößte Zauberin," nickte der Lieutenant, mit einem zärtlichen Lächeln ihr in« Auge schauend, „sie bewahrte mich vor Dolch und Gift und vor den Kugeln der FranctireurS, die mich unfehlbar getroffen hätten, wenn die kleine, süße Zau berin mich nicht so treu davor bewahrt. Wenn also Straßburg von Hamburg bekehrt worden —"

„Dürfen Sie mit meinem Vater über ein gewisses Thema reden, eher nicht", ergänzte die kleine Ham­burgerin sehr ernsthaft.

(Schluß folgt.)

Sine berschlnikte Gabel. '

Eine hiuuntcrgeschluckte Gabel beschäftigt seit einem Monat Publikum und Presse von Florenz. Ein kräf­tiger Mensch, Egisto Cipriani, hatte am 9. v. M. im Wirthshause beweisen wollen, daß man sich ohne Ver­letzung eine Gabel in den Schlund stecken könne. Er nahm eine Metallgabel von 18 Centimeter Länge und trieb daS stumpfe, etwas gekrümmte Ende in die Speiseröhre. Als etwa 10 Centimeter ttp Schlunde verschwunden waren, merkte Cipriani, daß die Gabel zu sinke» beginne. Der Versuch, das Instrument zurück- zuziehcn, wurde durch einen Anfall von Husten ver­hindert, und als dieser vorbei war, gelang cö dem Manne nicht mehr, mit seinen Fingern die Gabel zu

Comitats sehr stürmisch war. Die Opposition nüthtetc gegen die Regierung und brachte Hochrufe auf Mrazovics aus. — Der vom Subcomite des Ver- fassungSaussä usses diesem vorgelegte Gesetzentwurf ist gestern von zwei Blätter» in seinem ganzen Wort­laut mitgetheilt worden; das war natürlich nur mög­lich mittelst einer groben Jndiscretion. Die „Presse" schreibt über den Entwurf: „Das Elaborat des Sub- comite'S weicht selbstverständlich in vielen wichtigen Punkten von der galizischen Resolution ab, und zwar in jenen Punkten, welche die weitgehendste Sonder­stellung Galiziens fordern. Nickt bewilligt wurden folgende Forderungen: verantwortliche Landesregierung, eigener oberster Gerichtshof, volle (Sivil und Straf­gesetzgebung, Heimathsrecht, ganz selbständige Orga »isation der Gerichts- und Verwaltungsbehörden, die Durchführung- Gesetzgebung für die Staatsgrund­gesetze, die Bestimmungen über die in Galizien gele­genen Domänen und Salzwerke u. s. w. Erwähnt muß werden, daß diese Forderungen auch in der Grocholski'schen Regierungsvorlage nicht zugestanden wurden, was am deuilichsten zeigt, daß auch im pol­nischen Reichsrathsclub die Ansicht von der Undurch­führbarkeit der ganzen Resolution zum Durchbruche gelang! ist. Insbesondere zeugen die beiden vom Sub comite gemachten Vorbehalte von der allerdings sehr gebotenen Vorsicht der Verfassungspartei; zunächst wird verlangt, daß der galizische Landtag diese Con- cessionen seiner Landesordnung inarticulire und daß zweitens diese Modificalionen der Verfassung erst dann Gesetzeskraft erhallen, wenn die Wahlreform zur Durch­führung gelangt."

Frankreich.

Parts, 13. Febr. Auch die gestrige Sitzung der Nationalversammlung war in Folge des Carnevals nur wenig von Deputirien besucht. Nach Eröffnung derselben wurde der Antrag »»genormten, welcher den Artikel des Staatsstreich - Preßgcsctzes aufhebt; die Journale dürfen also wieder, was ihnen 21 Jahre lang verboten war, über die Preßproccsse berichten. Darauf wurden die Entwürfe über das Armenwesen auf dem Lande genehmigt. Zum Schluffe gelangte der Antrag Telsol's, eine Vermögenssteuer von 35 pro Mille zu erheben, zur DiScussioii. Die Com­mission verlangte Verwerfung des Antrages. Die Be- ralhung über diesen Gegenstand wird heute fortgesetzt.

Hrotzbritannien.

London, 13. Febr. In der Alabamafrage liegt nichts Neues vor. Bis gestem hatte die Regierung noch keine Antwort auS Washington auf die Note Granville's. — Es hat sich das Gerücht vom Rück tritt unseres Ministeriums verbreitet; jedoch ist diese Nachricht mit Vorsicht aufzunehmen. — Seit einiger Zeit spricht man von geheimen, zwischen dem Ex Kaiser Napoleon und hat Pariser Communisten eingeleiteten Unterhandlungen, mit welchem Erfolg, ist nicht bekannt. Daß es übrigens der Rothen viele gibt, die in den Dienst der Bonapartisten übergegangen sind, ist neuerer Zeit wiederholt iit den Sitzungen der Internationale eiugeftanden worden. Bei der letzten wurden aber­mals zwei derartige Individuen durch den Vorsitzen­erreichen. Die Anwesenden nahmen noch die Zacken des Instruments im Rachen des Mannes wahr, aber der Versuch, dieselben zu ergreifen, mißlang und nach einem neuen Ausbruche des Hustens war bas In­strument verschwunden. Der Mann glaubte zu fühlen, wie ihm der metallene Gegenstand durch die Speise­röhre in den Magen glitt. Er begab sich zunächst in ein Hospital, wo man ihm 60 Grammes Riciuusöl eingab, und sodann in die Klinik des Arcispeoale, wo ihn Dr. Greco untersuchte. Der Patient mußte ruhig zu Bette bleiben. Am folgenden Tag ergab die Untersuchung, daß Patient keine Schmerzen fühle und sein Zustand ganz normal sei. Nur klagte derselbe des Abends über Druck bald im Magen, bald in der Nabelgcgend. So blieb der Zustand auch Tags da­rauf, wo von einem großen Collegium von Aerzten die Frage vcntilirt wurde, ob man daS Individuum auf den Kopf stellen und einen Versuch machen sollte, die Gabel hcrau-zuziehe». Die Form ves Instruments aber ließ diesen Plan alö ein Ding der Unmöglich­keit erscheinen. Purgir- und Brechmittel beschloß man nicht anzuwenden. Das Collegium der Aerzte de- battirte nun darüber, ob dem Patienten Bauch und Magen ausgeschnitten werden sollten, wagte aber aus folgenden Gründen nicht, zu der Operation zu schreiten: „Weil keine Störungen vorhanden seien, welche die Operation dringlich machten; weil man keine Gewiß­heit habe, daß die Gabel sich noch im Magen befinde; weil man die Möglichkeit nicht ausschlteßen dürfe, daß die Gabel den natürlichen AuSweg finden könne, wofür man Beispiele citiite; endlich weil die Gastro- tomie eine sehr bedenkliche Operation sei'" Prof. Ro fati legte darauf den versammelten Aerzten folgende Fragen vor: 1) Befindet sich die Gabel im Bauche und - in welcher Lage? 2) Gesetzt, diese Diagnose könne mit Sicherheit gegeben werden, soll dann der fremde Körper mittelst einer chirurgischen Operation herausgezogen werden? 3) Soll im bejahenden Falle

den, Dr. Karl Marx, namhaft gemacht: Albert Richard und Gaspar Blanc, die „vermittelst Flugschriften und anderer Mitte! eine Bewegung der Pariser Arbeiter zu Gunsten des Kaisers Napoleon anzustiften bemüht seien." — Dem „Obscrver" zufolge wurde die englische Erwi­derung auf die amerikanische Denkschrift nickt Seitens der Regierung direct nach Washington gesandt, son­dern dem hiesigen amerikanischen Gesandten, General Schenck, überreicht, welcher sie am vorigen Montag, den 5., nach Washington telegraphirte. — Eine zahl­reiche Deputation der evangelischen Allianz stellte sich in diesen Tagen unter dem Präsidenten deS Vereins, Lord Ebury, bei Lord Granville ein, um der Regie­rung den Schutz der in Japan verfolgten Christen ans Herz zu legen. Es wurde hervorgehoben, daß die evangelische Allianz keine einseitige Richtung vertolge, sondern im vorliegenden Falle, wie schon bei früheren Gelegenheiten, für eine menschliche Behandlung von etwa 4000 Katholiken, welche wegen ihres Glaubens deS Landes 'verwiesen worden seien, ihre Stimme vernehmen lasse. Lord Granville hatte Sir Hench Parkes, den diesseitigen Gesandten in Japan, bei sich und überließ es ihm, die Sachlage auseinander zu setzen. Der Gesandte theiltc mit, es seien bereits von eer japanesischen Regierung Schritte gethan worden, um den Beschwerden abzuhelfen. Im fiebrigen werde auch von den auswärtigen Vertretern alles Mögliche gethan, und da die japanesische Regierung auch das Ihrige hinzufüge, um die Aufklärung zu verbreiten, so dürften sich die Gegensätze allmählich aussöhnen. — Die vom „Daily Telegraph" aus Berlin gebrachte Nachricht, Fürst Bismarck habe seine Vermittlung in ocr Alabamafrage angeboten, wird von „Daily News" officiös widerlegt.

Niederlande.

Rotterdam, 12. Febr. Ein längerer Aufsatz in den „militärischen Blättern", der die Mobilisirung des holländischen Heeres nach dem Ausbruch des Krieges zwischen Deutschland und Frankreich bespricht und zu beweisen sucht, daß die Aufstellung des holl. HcereS beim Beginn der Feindseligkeiten darauf be­rechnet gewesen sei, der deutschen Armee in den Rücken zu fallen, ein Vorhaben, das nur durch die preußischen Siege bei Wörth und Spicheren vereitelt worden sei, hat hier ungeheuere Aufregung hervorgerufcn. Die Generale Knoop und Booms suchten diese Darstelluitg durch Zuschriften an das Utrechi'sche „Dagblad" zu widerlegen. „Am 22. Juli," sagt der letztere, der während der Mobilistrung Generalstabschef gewesen, „stand von unserem Heere nur ein sehr kleiner Theil, eine Division, an der Assel und in Nymwegen; alles Übrige war über alle Theile unseres Landes vertheilt, eine Brigade stand bei s'Hertogenbosch, eine in Gro­ningen, wieder eine andere an ben Mündungen der Maas Utto der Küste entlang; und diese Aufstellung des Heeres diente nur dazu, um unsere Neutralität zu schütze», deren Achtung durch beide kriegführende Theile im Beginne des Krieges für uns doch keine so ausgemachte Sache war. Ueberdies war es bei der Aufstellung des Heeres hauptsächlich auf bett Schutz ber Kriegshäfen abgesehen."

bie Operation sofort ins Werk gesetzt oder gewartet werden, bis schlimme Pyä omenc dieselbe unvermeidlich machen? Man legte den Aerzten eine der verschluckten ähnliche Gabel vor.

Die erste Frage wurde von Prof. Burci dahin beant­wortet, daß zwar die Angaben der Zmgen des Vor­falles unverdächtig seien, daß aber die von ihm ange­stellten Versuche weder die Existenz und noch viel weniger die Lage des harten Körpers im Magen bar« gethan haben. Zwar fühle man in der Magengegeno etwas, das an eine gespannte Kordel erinnere, und der Patient selbst spreche von einem sehr leichten Druck, den er beim Alhmeu, Bewegen und beim Betasteii der Magengegend empfinde; aber eine sichere Diagnose sei nicht möglich. In Bezug auf die zweite Frage er­klärte der Professor, die Möglichkeit eines Entweichen­der Gabel durch den Darmkanal sei zwar nicht aus­geschlossen, aber ein solcher Vorgang würde höchst wunderbar fein. Man kenne keinen derartigen Fall, und als Regel sei festzuhalten, daß eine solche Even­tualität nicht zu erwarten sei. Wenn aber das Vor­handensein ber Gabel nachgewiesen würbe, so müßte eine Operation sofort unb zwar vor bem Eintreffen schwerer Symptome vorgenommen werden. Profeffcr Zannetti schlug vor, eine elastische Sonde mit metal­lener Spitze in den Magen zu führen, um sich durch den Klang beim Zusammenstößen vom Vorhandensein der Gabel zu überzeugen. Prof. Pellizari glaubte, daß sich die Gabel, bejonders wenn günstige Umstände ui der Beschaffenheit des Unterleibes des Patienten hinzutreten, wohl auf natürlichem Wege entfernen könne uno daß man deshalb das Eintreffen schlimme­rer Phänomene abwarten sollte. Prof. Rosati war für eine sofort anzustellende Operation. Unter dem medicinischen Collegium geschah allgemeines Schütteln des Kopfes; man sprach bedenklich hem, hem untTtrenn# sich secundum ordinem.

(Schluß folgt.)

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