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in Frage stehenden Zeitungen aufrecht erhalten. Es wird sich nun darum handeln, wie die Rathskammer des Stadtgerichts in der Sache entscheidet.

München, 28. Jan. Der Abg. Frhr. v. Stauffen­berg hat den Entwurf einer neuen Geschäfsordnung für die Kammer der Abgeordneten ausgearbeitet. — Der König hat für die Kette des Schwarzen-Adleror- dens mit einem Schreiben an den Kaiser gedankt, worin gesagt ist, er erkenne in dieser Verleihung eine neue Bürgschaft der freundschaftlichen Gesinnungen des Kaisers. König Ludwig gedenkt des geeinten Deutsch­lands mit den besten Wünschen für dasselbe und ver. sichert, daß er „mit stolzer Freude in ein Ordens- capitel trete, das mit vollstem Recht zu den gefeiertsten der Erde zähle". — Der clericale „Volksbote" ist käuflich in die Hände eines Consortiums übergegangen, an dessen Spitze dem Vernehmen nach Graf Arco- Zinneberg steht. — Der Papst hat unterm 11. d. an den Erzbischof von München ein Anerkennungs-Schreiben gerichtet.

Oesterreich - Ungarn.

Wien, 28. Jan. Die „Presse" meldet unterm 26. d. aus Agram: Heute veröffentlichen die Oppo­sitions-Journale den ganzen Wortlaut des nationalen, dem Grafen Lonyay in Wien überreichten Memoran­dums und die Geschichte des (gescheiterten) ungarisch­kroatischen Ausgleichsversuches. — Laut den ver­fassungstreuen Blättern hätten die Verhandlungen im Subcomite des VerfaffungsausschuffeS bis heute einen guten Verlauf genommen. Die Regierung, heißt es, habe das Maß der Zugeständnisse, welche sie Ga­lizien zu gewähren bereit ist, präcisirt, die Verfassungs­partei habe sie acceptirt und die Polen hätten die­selben wenigstens nicht entschieden zurückgewiesen. — Graf Beust tritt mit längerem Urlaub eine Reise nach Italien an.

Frankreich.

PariS, 28. Jan. In der gestrigen Sitzung der Nationalversammlung brachte Buisson einen Antrag ein, worin derselbe eine öffentliche Subscription vor­schlägt, deren Ertrag zur Befreiung des no h occupir- ten Territoriums verwendet werden soll. Ein anderer Antrag, vom Herzog v. Audiffret - Pasquier gestellt, will die Ernennung einer Commission, um über die Lage der Arbeiterklassen in Frankreich eine Enquete zu machen. Die von ihm verlangte Dringlichkeit wurde bewilligt. Man ging sodann wieder zur Dis- cussiön über das Gesetz betreffs der Handelsmarine über. Dasselbe wurde bis zum Artikel 4 angcnom men. Die Discussion selbst war ohne Interesse. Schließlich übergab Desol seinen Bericht über den Handelsvertrag. Derselbe trägt auf dessen Aufkündi­gung an. — Das „Journal de Paris," Organ der Prinzen von Orleans, widerlegt die Nachricht, daß die Gräfin von Paris der Sonnabendsitzung beige wohnt habe. Ihm zufolge war nur die Herzogin Clementine von Sachsen-Coburg mit ihrer Tochter in dieser Sitzung. Die Herzogin Clementine ist eine Tochter Louis Philipps. — Graf Walewski, bisher Mitglied der französischen Diplomatie, hat von Thiers die Ermächtigung erhalten, als Lieutenant in die

Dies alles unk noch manches andere wußte ich nun freilich nicht, als ich dort oben dahinwanderte über die Eisgefilde des Rosa, und es war gut, daß ich cs nicht wußte, es war gut, daß erst nach meiner Rückkehr Guifetti's lehrreiche Brochüre mir in dieHände fiel.

Die nächste Folge der überinäßigen Anstrengung war Anschwellung des gesammten Körpers, ganz be­sonders der Hände und Füße, der Nase, welche zuerst ihre Haut abzustoßen begann, der ganzen Mundhöhle, verbunden mit Speichelfluß; die obere Zungenfläche hatte sich mit einer braunen Kruste bedeckt, als wäre sie angebrannt. Um dem zu erwartenden Ausbruch eines Erkältungs- oder gar Nervenfiebers vorzubeugen, versuchte ich es mit sehr starkem Fliederextract, doch ganz ohne Erfolg, auch die in solchem Falle wohl nie versagende nasse Einwickelung äußerte ihre Wirkung erst nach ungewöhnlich langem Liegen. Drei Tage nach meiner Rückkehr nach Alagna konnte ich wieder Schuhe an die Füße bringen und am vierten Mor­gen setzte ich — diesmal aber mit einem Führer — über Baldobbia meine Wanderung ohne Unfall nach Greffoney fort.

Die Abgeschlagenheit des Körpers dauerte einen ganzen Monat lang, länger die Taubheit der Zehen- und Fingerspitzen und die Häutung des ganzen Körpers.

Es dürste die Leser interessiren zu erfahren, daß der Verfasser obiger Schilderung denn doch wohl ein mehr als blos vorübergehendes Uebel von seiner Ver­irrung in den Alpen davongetragen, daß er vielmehr den Keim des Todes von daher mitgebracht hat, ein Brustleiden nämlich, dem er im Februar 1870 erlegen ist, und von welchem vor jener Alpenbesteigung nicht das Geringste Anzeichen an ihm zu merken gewesen oder von ihm selbst empfunden worden war. (I. F B )

Ein Ausflug «ach Kleinasien «nd Griechenland.

Das Januarheft der Preußischen Jahrbücher bringt einen interessanten Aufsatz von Ernst Curtius,

Fremdenlegion zu treten. Der junge WalcwSki ist be­kanntlich der Sohn des verstorbenen Grafen WalewSki, der lange Zeit Minister Napvleon's III. war und bei diesem insofern gut angeschrieben stand, als er zur Familie gehörte, da er ein unehelicher Sohn Napo- leon's L war. — Der neue russische Botschafter, Fürst Orlow, dinirte am 23. d. bei Thiers, welcher später eine lange Unterredung mit demselben hatte. Der Präsident ist voll äußerster Aufmerksamkeit für den Fürsten. Die radicale Partei überhäuft den russischen Botschafter ebenfalls mit Schmeicheleien. — Eine Note des osficiellen Blattes sagt über die Mommsen'sche Ange­legenheit: „Ein Journal hat sich nicht gescheut, vor Kurzem zu behaupten, daß wirkliche Entwendungen in der nationalen Bibliothek zu Gunsten eines frem­den Gelehrten vermittels der Verwaltung dieses In­stituts Statt gefunden haben. Manuskripte von „einem unschätzbaren Werth" sollen „auf heimliche Weise" während der letzten Jahre als einfache „Bouquins d’occasion“ abgesandt worden und noch nicht in die Sammlungen zurückgekommen sein. Um auf diese Behauptungen zu antworten, theilen wir mit den Taten der Ab- und Rücksendungen die Liste aller Manuscripte mit, welche der Reihe nach diesem deut­schen Gelehrten anvertraut wurden. Fügen wir hinzu, daß diese Darleihungen und Expeditionen, die in allen Bibliotheken Europa's üblich sind, beständig durch die Vermittelung des Ministers der äußeren Angelegen­heiten niedergelegt wurden. Endlich wurde keine Sen­dung nach dem 5. Juli 1870 gemacht, dem Datum, an welchem alle geliehenen Manuscripte richtig zurück­erstattet worden waren." — lieber das Augenübel des Herrn Thiers wird dem Fachblatte „British Medical Journal" aus Paris herichtet: „Der Gesundheitszu­stand des Präsidenten hat sich seit dem Besuche des Professors Liebreich vom londoner St. Thomas- Hospital etwas gebessert. Er leidet nicht, wie es an- fänglich hieß, an einer Augcnenlzündung, sondern an einem ziemlich ernstlichen und bedrohlichen Nervenübel, welches sich jedoch gegenwärtig zur Besserung neigt, und an und für sich das Sehvermögen nicht beein­trächtigt." — Das „Journal officiel" gibt heute fol­gende neue Statistik: Von den in Folge des Auf­standes von Paris verhafteten Individuen sind bis zum 24. Januar in Folge AblaßbeschlusseS 17,158, darunter in der Woche vom 14. zum 20. Januar 1701, in Freiheit gesetzt worden. Abgeurtheilt wurden bisher 3367, in der letzten Woche 273 Individuen. Im Ganzen ist bis jetzt über das Loos von 20,525 dieser Angeklagten entschieden worden. — Vor einem der Versailler Kriegsgerichte erschien am 24. d. der In­genieur Favre de Lagrange, welcher unter der Com­mune die auf dem Montmartre unternommenen Ver­suche, die feindlichen Stellungen des Nachts durch electrisches Licht zu recognosciren, geleitet hat. In einer schriftlichen Vertheidigung, welche Lagrange ver­las, entwickelte er so bedeutende technische Kenntnisse, und gab er seinen militärischen Richtern so interessante Aufschlüsse über die Art, wie das electrische Licht im Kriege zu verwerthen wäre, daß der Gerichtshof ihn aus persönlicher Theilnahme freisprach. Wie der

einen Vortrag über seine Reise nach Kleinasien und Griechenland, an der sich auch die Herren Major Regely vom großen Generalstabe, Baurath und Prof. Adler, Prof. Starck, Dr. Geizer und Dr. Hirschfeld betheiligten. Wenn auch die kurze Reisezeit durch ungewöhnliche Septemberhitze sowie durch eine plöh lich von Griechenland gegen die Türkei eingerichtete Quarantaine noch wesentlich beschränkt wurde, ist es dennoch möglich -gewesen, ein nicht unbedeutendes Material zu sammeln, dessen Verarbeitung und Ver­öffentlichung nicht lange auf sich warten lassen scll.

Der erste Platz, wo man von den Donaumün­dungen her in den Kreis hellenischer Erinnerungen einlrilt, ist der Bosporus, und hier war wiederum ein Punkt von besonderem Interesse. Es ist die obere Pforte deS Meersundes, wo die Leuchllhürme von Rumeli und Anadoli Kawak den Anfang der engeren Seestraße anzeigen. Hieiv liegt auf der asiatischen Seite an dem bäum- und wasserreichen Strande der Bucht ein türkisches Fischerdorf, Gerokoi genannt. Geht man von hier nach dem Castell hinauf, das nach gewöhnlicher Angabe die Genuesen daselbst zur Be herrschung des Seelhores erbaut haben, so findet man zwischen zwei mittelalterlichen Rundthürmen ein großes, gegen Osten gerichtetes Marmorthor, welches aus lauter Ueberresten griechischer Tempel-Architektur bunt zusammengesetzt ist. Es war einer der berühmtesten Aussichtspunkte der allen Welt, weil der plötzliche Uebergang der engen Fahrstraße in den poetischen Ocean den Eindruck des ganz Außerordentlichen macht. Es ist die Stelle, wo der griechische Schiffer verweilte, ehe er von den heimischen Gestaden Abschied nahm, um nach einem Opfer an Zeus Urios in die hasenlose Wasserwüste hinauSzusteuern, und ebendaselbst brachte er sein Dankopfer dar, wenn er glücklich heim­kehrend -hier gleichsam die Schwelle des Vaterlandes wieder betrat. Der Schloßberg ist unterwärts mit byzantinischem Gemäuer bedeckt und wegen der zum

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Benutzung desselben möglichst erschwert.

Von Privatsammlungen sind zu erwähnen die des Herrn Millinger (Sohn des berühmten Archäologen) und die des Herrn Dr. Delhier, welcher aus den Ruinen von PeriitthoS einige sehr vorzügliche Sculp- turen besitzt. Für die Alterthümer der Stadt sind die großen Bauten, welche das ganze Verkehrsleben von Stambul umzugestalten im Begriff sind, von eingrei- sender Bedeutung, denn der ganze Südrand der Stadt wird für die Eisenbahn aufgeräumt, die Mauern der byzantinischen Palastbauten mit ihren Thoren und Erkern fallen; und wenn die große Contineutalstraße,

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Leuchtthurm gehörigen Anlagen jetzt nicht zugänglich. Seine Abhänge waren einst mit Weihgeschenken über­füllt. Von den vielen ZeuS-Urios-Standbildern, die hier aufgestellt waren, ist wenigstens ein Postament mit metrischer Jnschrist erhalten, und in die Netze der Bospornsfischer geraihen noch dann und wann einzelne Ueberrefte aus dem reichen Inventar deS Heiiigthums. In Konstantinopel ist das Museum der Jrenenkirche für den Freund deS classischen Alterchums der wich­tigste Platz und von steigender Bedeutung. Denn ei sind an alle Paschas Befehle ergangen, die in den altgriechischen Landschaften zu Tage kommenden Alter­thümer in das türkische „Natioual-Museum" zu schaffen. ES ist eine Direction eingerichtet und sogar

„National" hört, ist Herr Lagrange vom Sultan zum Director der türkischen Telegraphen ernannt worden und geht demnächst nach Konstantinopel ab.

Großbritannien.

London, 28. Jan. Letzten Donnerstag machte der Prinz von Wales zum ersten Male einen kurzen Spaziergang in freier Lust. Dem Vernehmen nach wird er zur Stärkung seiner Gesundheit demnächst von Sandringham nach Venluor auf der Insel Wight übersiedeln. — Auch DiSraeli hat als Führer der Opposition an die Unterhaus-Mitglieder seiner Partei das übliche Einladungsschreiben für die Parlamentser­öffnung erlassen. Da wichtige Geschäfte, insbesondere die Wahl eines Sprechers, vorliegen, so ersucht er die Herren, am 6. Februar auf ihrem Platze zu fein. ■— Die „Vereinigten Methodistischen Freikirchen" haben der geographischen Gesellschaft auf deren Wunsch ihren ostafrikanischen Missionar, Charles New, als Del- metscher für die Livingstone-Expedition zur Verfügung gestellt. Der genannte Geistliche hat sich beinahe zehn Jahre lang unter den Volksstämmen aufgehalten, mit denen die Expedition in Berührung kommen wird.

Niederlande.

Luxemburg, 29. Jan. Mit dem jüngst von der „Köln. Ztg." erwähnten Vorfall zwischen unserem Kammer-Präsidenten v. Scherff und uiisercm Prinzen- Statthalter aus dem Kammerbanket vom 15. d. M. scheint es seine Richtigkeit zu haben. Gestern brachte das „Echo d'Arlon" einen sehr herben Artikel dar­über. Nach diesem Blatt war der Wortwechsel zwi­schen beiden Herren sehr bitter. Am folgenden Tage gab der Prinz Hrn. v. Scherff im Beisein zweier Kammer-Mitglieder Erklärungen, die es letzterem möglich machten, feine am vorigen Abend eingereichte Demission wieder zurückzuziehen. Das Wort „Ver- räther" stll sich nach dm Erklärungen des Prinzen nicht auf Hrn. v. Scherff bezogen haben.

Ztalie».

Rom, 27. Jan. Der Marineminister hat der Kammer ein Projekt zur Reorganisation der Kriegs­flotte vorgelegt; dasselbe umfaßt 39 Artikel. — Der be­zügliche Ausschuß der Kammer hat vor ein paar Tagen seine Berathnngen über dm vom UntcrrichtS- minisier eingebrachten Gesetzentwurf über die Auf­besserung der Lehrergehälter begonnen. — General Sonnaz hat alle seine Hofchargen niedergelegt. Seine Dienste als erster Flügeladjutant wird vorrest Ge­neral Berthole Viale, jene als Oberjägermeister der Graf Castellengo übernehmen. — Der frühere Mi­nister des königl. Hauses, Marchese Gualterio, ist plötzlich von einer Geisteskrankheit befallen worden, so daß man ihn in eine Anstalt für Geisteskranke in Mailand verbringen mußte. — In Folge der Be­förderung des Generals Cerroti sand am letzten Sonntag im zweiten Wahlbezirk unserer Stadt eine Nachwahl in die Kammer statt. Der erste Wahlgang zeigte eine große politische Indifferenz. Im zweiten Wahlgange ging der Regierungscandidat Cerroti au6 der Urne hervor. Er hatte aber nur wenige Stimmen mehr als sein Gegner Dftino. — Dieser Tage, so erzählte man sich, sei der König Victor Emanuel ohne

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ein Katalag gedruckt, aber trotzdem ist das ganze In- *» ftitut in einem sehr ungeordneten Zustande und die 11

welche an Stelle der alten Egnatia Orient und 6ttei< Occivent verbinden soll, vollendet ist, dann werden die bester stillen Propontisuser sich neu beleben und der Welt- *«.-1 verkehr, dcr sich jetzt um Pera und Galata zusammen' drängt, wieder dorthin zurückkehren, wo von den __:

Schiffswerften und Handelshäfen des alten Byzantion Vl« i die Ueberrefte am Strande noch heute zu Tage liegen- ™Böl (Schluß folgt.) j ßf’j

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