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von wo man auf einer, durch wenig bebautes, armes Hügelland gehende Zweigbahn nach Biolla gelangt; zwischen diesem und dem benachbarten Städtchen Andorne beginnen die Vorberge der Alpen. Dem Raihe genannten Freundes gemäß hatte ich die Absicht, für die bevorstehende Tagfahrt hier einen Führer zu nehmen, allein der Gaftwirth, bei dem ich übernachtete, meinte, einen solchen hatte ich nur bis znm nächsten Dorf, Taoigliano, nölhig, wo ich also den Führer entließ, und den höheren Bergen allein entgegensa rill. Ihn in das lief eingeschnittene Thal des Flüßchens Sesia zu gelangen, bat man drti Höhenzüge zu überwinden, von welchen der folgende itnmrr höher ist, als Der vorhergehende Die Berge sind schwach bewach'en mit niedrigem Erlen und Buchengebüsch, die Gegend ö?c; nur selten erblickt man am Wege Sennhüll n, Die nur für den Sommer und zwar fast ausschließlich von Frauen bewohnt sind, welche hier allen Bedürfnissen der Viehwirtbschaft genügen; in den Schluchten traf ich hie und ea noch Schnee an. Der Gipfel des letzten Höhenzuges, ans welchem das Alpenröslein in voller Blüthenpracht prangte, gewährt einen zauberischen Blick aus die durch Stäete und Dörfer belebte Val- sssia, in welches Flußthal ein steiler, zum Tbeil stufenförmiger, höchst ermüdender Pfad zu der totabt Seo- pello hinabführt. Von Andorne bis Seorpello rechnet man zehn Stunden Weges
Weiter nach Alagna, dem ersten deutschen Dorfe, führte nunmehr der Weg das reizende Thal der Sesin hinauf, zur Hälfte fahrbar, höher hinauf nur gangbar, meist zur Linken des schäumenden Bergstrome«, welcher zu beiden Seiten durch häufige, zum Lheil malerische Wasserfälle bildende Gießbäche gespeist wird. In diesem Tbale sah ich die stärksten Kastanienbäume,
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tellung des StaaishauShalts im Ganzen fehlt außerdem auch setzt noch die vorgängige Beschlußnahme über die Erhöhung der Beamtenbesoldungen und über die von der Regierung beantragter« Steuererleichterungen. In beiden Beziehungen sind die Vorberathungen in Der Commission noch nicht zum Abschluß gelangt, und es ist kauP zu erwarten, daß dies vor Ablauf des McnatS Januar der Fall lein werde. Die Berathung des Staatshaushalts im Hause selbst wird sich daher voraussichtlich noch weit in den Februar hinein erstrecken. Unter diesen Umständen schwindet immer mehr die Hoffnung, daß auch nur ein größerer Theil der übrigen wichtigen 'Ausgaben dieser Session werde zur Erledigung gelangen können. I«« Folge des Ein- tritls eines neuen Ministers der geistlichen, Unterrichts- uub Medicinal Angelegenheiten wird allerbiugS ein Theil der bedeutenderen Vorlagen, welche aus diesem Ministerium bereits eingebracht oder doch angekürtdigt waren, zunächst einer erneuten Erwägung Seitens der Regierung selbst zu unterwerfen sein und deßhalb aus dem Bereiche der nächsten Aufgaben des Landtages aussckeiden. Nur die Vorlagen von unmittelbar dringlicher Bedeutung werden vorausichtlich auch von dem neuen Minister der sofortigen Erledigung zugeführt werden. Wenn hiernach von dieser Seite jedenfalls eine erhebliche Einschränkung der Landtagsarbeiten eintritt, so ist um so mehr zu erwarten, daß xbie6 der dringend wünschenswerthen Erledigung einiger anderer Gesetzettzwürse, namentlich der Kreisordnung zu Statten komme, von deren vorgängiger Vereinbarung nach allseitigem Zugeständnisse der Fortgang fast aller wichtigen Reformen auf anderen Gebieten der Verwaltung abhängt."
Nach einer Berliner Correspondenz in der „Allg. Militär-Ztg." beabsichtigt der Kaiser, die Angelegen heit der Dotationen zunächst neck vor das Forum einer Commission von Generalen zu bringen, nach deren Begutachtung erst die allerhöchste definitive Ent- scheidung erfolgen soll. Unter diesen Verhältnissen wird die Dotirung selbst erst nach 6—8 Wochen erfolgen ; zu derselben wird der kaiserliche Geburtstag gewählt werden. Unter dem Vorsitze des Kronpriitzeit ist auch die Landesvertheidigungs Commission wieder zusammengetreten; dem Vernehmen nach ist die Erweiterung unv der Ausbau verschiedener Platze, sowie die Neu- anlage eines festen Platzes Gegenstand der Verhandlungen gewesen. Zu jenen gehören Orte in Elsaß- Lothriugen und Köln, zu diesen Insterburg in Preußen.
Sämmtliche katholischen Bischöfe Preußens haben eine Petition gegen das SchulaufstchtSgesetz an das Abgeordnetenhaus gerichtet. Dieselbe ist vom Präsi centen der Unterrichts-Commission überwiesen worden. Es ist dies der erste Fall, daß die Bischöfe beim Abgeordnetenhaus petitioniien.
TaS neue Münzgesetz, welche» umfangreiche Vor arbeiten erheischt, wird, wie die „Corr. St." mittbeilt, keinenfallö zu den Vorlagen Der Frühjahrs - Session des Reichstages gehören und, da man eine Herbst- Session in diesem Jahre vermeiden möchte, in diesem Falle noch über ein ganzes Jahr ruhen.
Die „C. S." kündigt an, daß dem Reichstage ein Antrag vorgelegt werden soll, wonach Aclienge- sellschatten nicht eher sollen neue Aetien ausgeben dürfen, als bis Die alten voll eingezahlt sind.
** Berlin 24. Januar. Obgleich dar Kaiser Audienzen empfängt und ausgefahren ist, muß er sich wegen deS immer noch nicht ganz gehobenen Katarrhs doch noch sehr schonen, und ist es fraglich, ob Se. Majestät dem heut zur Geburtstagsfeier Friedrichs deS Großen in der -militärischen Gesellschaft ftattfin- dkttden Vortrage des Generals v.Oüech beiwohnen wird.
Die Vorgänge in Frankreich werden in Regie- ruugskreisett mit der größten Aufmerksamkeit verfolgt. So sehr man der aufrichtigen Friedensliebe deS Hrn. Thiers vertraut, und ihn in feiner Stellung erhalten zu sehen wünscht, so glaubt man selbst trotz der zu Stande gekommenen Versöhnung zwischen ihm und der Nationalversammlung nicht an die Festigkeit und Dauer derselben. Mau verhehlt sich nicht, daß daS Einvernehmen der einzelnen Staatsgewalten nur ein sehr lockeres ist. Am Auffallendsten von der Haltung des Präsidenten der Republik ist, daß er durchaus ein persönliches Regiment führt, wogegen doch er und feine Parteigenossen so oft ihre Stimme erhoben. — Das Militär-Wochenblatt bringt zum heutigen Tage einen interessanten Aufsatz: Einige Reminiseenzen an König Friedrich des Großen persönliche Leiden, Gefahren und Kraftentfaltung in der Kriegszeit 1756—63.
Die neueste „Prov.-Corresp." bringt einen „Der Wechsel im Kultus-Ministerium" überschriebenen Artikel, worin sie sagt: „Der neu ernannte KultuS- Minister Dr. Falk hat in feinet bisherigen Wirksamkeit auf juristischem und staatsrechtlichem Gebiete, namentlich durch seine hervorragende Mitwirkung an den großen gesetzgeberischen Arbeiten des Norddeutschen Bundes und des Deutschen Reiches eine seltene Begabung und Tüchtigkeit, eine große wissenschaftliche Klarheit und praktische Umsicht, sowie eine ernste Auf sassung der staatlichen Aufgaben bewährt und ein großes Vertrauen in den politischen Kreisen erworben. Hierauf beruht die Zuversicht, daß er auch berufen sein werde, die umfassenden und schwierigen Aufgaben, welche seiner auf den verschiedenen Gebieten der ihm übertragenen Verwaltung harren, in ersprießlicher Weise zu erfüllen. Je tiefer die kirchlichen Bewegungen dieser Zeit auch die Beziehungen des Staates zur Kirche berühren, desto mehr kommt es darauf an, daß in der staatlichen Leitung der Kirchen- und Schulverwaltung ein Geist walte, welcher nach allen Seiten die Bürgschaften voller Unbefangenheit und Gerechtigkeit, sowie des ernsten Willens gewähren, ebenso sehr Die unveräußerlichen Rechte des Staates, wie die Ansprüche der sittlichen unb religiösen Volksinteressen zu wahren. Um biese schwierige Ausgabe zu erfüllen, ist ein festes Zusammengehen und volle Uebereinsiimmung aller beteiligten Staatsgewalten unerläßlich. Möge das Vertrauen, welches der neue Minister auch innerhalb der Landesvertretung zu finden hoffen darf, ihm unb ber gesammten Staatsregierung bet ber Durchführung ihrer Ausgabe eine zuverlässige Stütze jein. — Dasselbe Blatt schreibt: „Das Abgeordnetenhaus hat in der jüngsten Woche die Budgetberathung so weil erledigt, daß von den Etats ber verscbiedenen Verwaltungen nur noch brr des CultUSministeriumS zu bc- rathen bleibt. Mit Rücksicht auf den Wechsel in diesem Ministerium ist diese Berathung in Uebereinsiimmung mit einem von dem Minister-Präsidenten ausgesprochenen Wunsche vorläufig ausgesetzt worden. Zur Fest-
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dir GebirgSmasse rmporhrbeu, machte von dirsem Standpunkte aus keiner — selbst der viel näher gelegene 'Monte dianco nicht ausgenommen — aus der gerne so sehr den Eindruck des Erhabenen und Gewaltigen, als der Monte rosa, der durch seine Lage und Massenhaftigkeit als Der Mittel- und Ausgangspunkt, als der eigentliche Urstock dieses mächtigen Gebirges sich darstellt. Bei keiner von all den Kuppen erhebt sich ein so breiter Gebirgöstock über die Grenze deS ewigen Schner'S hinaus, und keine erscheint daher au« brrFernemitso ehrwürdigem, blendendireißem Haupt, als ber Rosa, währenb bie übrigen GebirgSknoten nur einzelne riesige Granitkegel hoch in die Luft entsenden, an deren steilen Wänden ber Schnee nur kümmerlich hafte«« mag. Der Name bcs Berges scheint in der That in bei Turiner Gegend entstauben zu sein, denn gerade dort erscheint bei sinkender Sonne, wählend der nähere Monte bianeo lichtere Farben zurückstrahltj, der Rosa wie von gesättigt rosenfarbener Fluth übergossen. Die es, durch die großartige Erscheinung heivvrg.-
• rufene Interesse an dem Rosa wurde mir noch erhöht durch Berichte eines Freundes über das eigenthüm- liche und genügsame Leben ber brutschen Aelpler am Fuße desselben, so baß ich mich entschloß, dieselben in ihren friedlicken Thälern auch ohne Begleitung des Freundes aufzusucken, welcher durch die derzeitige«: Se» rathungen des ersten italienischeii Parlament» an der Theilnabme behindert war. Bei schönstem Wetter, in - leichter Sommerkleidung, nur durch Reisetasche und Regenschirm beschwert, machte ick mich also zu Anfang des zweiten Drittels des JunimonatS auf den Weg in bie Alpen.
Von Turin führt ber Weg dahin auf maiianbei Eisenbahn turck das üppige Po Thal bis S-nthia.
Zehn Jahre der Zeitungen.
Der neuerschienene Katalog der Annoncen - Expedits von Haasenstein u- Vogler liefert interessante AnhaltspuB über die Entwicklung der Tagespreffe. Im deutschen Rei» erscheinen 1743 Tagesblätter, in Oesterreich-Ungarn 268, i> der Schweiz 252, in Frankreich 392, in Belgien 196, in M Niederlanden 174, in Großbritannien 1253, in Dänemark # in Schweden - Norwegen 184, in Rußland 160, in Italic 333, in Spanien 91, in Portugal 26, in den vereinigst Staaten von Nordamerika 622, im übrigen Amerika 131,1 Asien 57, in Afrika 50 und in Australien 75. Wir nehme den Catalog der Herren Haasenstein u Vogler von 1«* * zur Hand und finden, daß die Zahl der deutschen Slätti (mit Ausnahme Oesterreich's, in diesen zehn Jahren v" 1134 auf 174.3 gestigen ist, und zwar hat die größte 3* nähme in denjenigen Theilen Deutschlands stattgefunden, 8* keine Caution und Zeitunzssteuer die Entwicklung hemM> Während Preußen's Blätter von 670 im Jahre 1862 a« 951 im Jahre 1872 stiegen, hat Baiern's Tagespreffe st von 139 auf 250 gehoben; Baden hat sogar um 150 P8 ceut zugenommen (von 30 auf 72 Blätter», Hessen stieg 32 auf 53 und Wurtemberg von 72 auf 102. Im VerlM niß die meisten Blätter erscheinen in der Rheinprovinz, nä* sich 165, in Brandenburg 125 und in Schlesien 120, die 8* nigsten in Posen (36) und in Pommern (56). In den aus? preußischen Theilen von Norddeutschland war die namhafte? Entwickelung in Mecklenburg von 23 auf 51 und 1 Sachsen (von 81 auf 119). Einen wesentlichen Antheil ® den Fortschritten der Tagespreffe hat die Entwicklung Annoncen-Wesens, die von der Firma Haasenstein u. Vogl- ausging, welche 1862 zwei Bureaux hatte und 1872 und zwanzig Bureaux in Deutschland, Oesterreich und
Köln, 23. Januar. Dem Vorstand de? hiesigen Altkatholiken-Veieins ist unlängst bie Benützung der staatliches Eigenthum bübenben Garnisonskirche zu St. Pantaleon vom KriegSminisier beivilligt worden. Der Gouverneur von Kölp, ©enerallieutenant von Frankenberg, hatte bie Bitte ber Altkatholiken auf’j wärmste befürwortet unb die Sache war in einer Plenar - Sitzung des Staatsministeriums verhandelt werben. Der Armeebischof Namszanowski hat nun bereite an ben hiesigen katholischen Divisiousprebiger die Weisung erlassen, sobald die Altkatholiken in die Garnisonskirche einzögen, seinerseits dieselbe zu räumen.
Oesterreich - Ungarn.
Wien, 23. Jan. Die Regierung hat entschiede», daß ber Zulassung von Wandervcrfammlungen po. litischer Vereine nach dem Gesetze nichts im Wege stehe. — Vorgestern Abenb ist Graf Beust hier angekommen und hat Tags darauf seinem nunmehrigen Chef einen Besuch abgestattet. Heute wurde er von« Kaffer empfangen. — DaS Subeomite des Verfasfungs- Ausschusses hielt gestern eine Sitzung. — Das Abgeordnetenhaus hielt heute Sitzung, auf ber Tage«- orbnung stand jedoch keine Angelegenheit von poli, tischer Bedeutung. Der Abg. Kuranda feierte in längerer Rede die Verdienste Grillparzer'-. Das Haut gab durch Erheben von den Sitzen seinem Schmetj über das Hinscheiden deö Dichters Ausdruck. Dii meisten Mitglieder des HauseS werden an ber morgigen Beerbigung theilnehmen; bas Trauerhaus Grillparzer wuide heute ben ganzen Tag von Beileibbezeugendei besucht, welche Die aufgebahrte Leiche beS Dichters noch einmal sehen wollen. Unsere literarischen Koryphäen erschienen alle persönlich, um dem Dahingeschiedenen noch einmal zu huldigen. Die Frau Erzherzogin Sophie ließ den Hinterbliebenen Grillparzcr'S durch eint Hofdame das tiefste Beileid über das Ableben bei „großen Dichter- und Patrioten" auSdrücken. Dn bleiche,izug wird sich zu einem der großartigsten gestalten ; alle Korporationen nehmen an derselben Theil; auch wird dem Couducte eine nur in ben seltensten Fällen vorkommende Auszeichnung, indem die Regiments-Kapelle des Jnfanteüe-RegimentS Gondn- court in Uniform denselben begleiten wird. — Dii beiden oppositionellen Parteien beS ungarischen Reichstages, die gemäßigte und die äußerste Linke haben fit die bevorstehenden Reichstagswahlen ihr Programm veröffentlicht. Das linke Centrum erklärt, an seine» Programm von 1868, welches die Personal Union mit Oesterreich, Aufhebung ber Delegationen, Unabhängigkeit der österreichischen Finanzen fordert um außerdem mit Reformverheißungen auf dem geistig« unb materiellen Gebiete sich drapirt, fefthalten zn wollen. Die Partei ber äußersten Linken ober bei Achtunbvierziger verlangt außer der Personal-Union eine unabhängige Armee, Diplomatie unn Finanj- «lirthschaft, die Befriedigung der Nationalitäten uni ber Kroaten, Autonomie, Deeentralisation, Oberhaus Reform, Jneompatibilität, Aushebung der Virilstimmeo, der Monopole und Regalien, und erklärt die Bf hauptung, daß der König dieses Programm niP aceeptiren könne, für eine böswillige VerleumduH Beide Parteien wünschen einen rein ungarischen Staat der zufällig durch bie Person des Monarchen aud mit andern Ländern zusammenhängt; beide erblich1 in ben auf bem Boden deS 1867er Ausgleiches zt f
bie mir je vorgekommen (3 —4 Klafter im Umfangt) doch schon bei Mollia sind sie kiüppelhast unb vef schwinden bald gänzlich; kaum minder kräftig ist au® der Nußbaum, welcher übrigens auch in Alagna Jt deiht, seine Früchte aber nicht mehr zeitigt.
Literarisches.